Zitate Seneca

Lucius Annaeus Seneca, genannt Seneca der Jüngere – geboren ca im Jahr 1 nach Christus, verstorben 65 n. Chr. war ein römischer Philosoph und einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit. Das Leben von Seneca endete mit der von Kaiser Nero befohlenen Selbsttötung.

Zitate, Sprüche und Weisheiten von Seneca

Zitate, Sprüche und Weisheiten von Seneca
Zitate Seneca

Stöbern Sie in unserer Sammlung der schönsten Zitate von Seneca:

  • Abgehärtet werden muss die Seele und von den Verführungen der Genüsse weit fern gehalten.
  • Alle Stunden umfasse mit beiden Armen. So wirst du weniger vom Morgen abhängen, wenn auf das Heute du die Hand legst.
  • Alle Verbrechen sind auch vor dem Erfolg der Tat, soweit genug Schuld besteht, ausgeführt.
  • Allen zu verzeihen, ist ebenso wohl Grausamkeit, wie keinem zu verzeihen.
  • Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt.
  • Anführerin bei den Übeltaten aber ist die Frau; in Verbrechen ist sie Künstlerin.
  • Anspruchslosigkeit fordert die Philosophie, nicht Selbstbestrafung: Es braucht nicht ungepflegt zu sein die Anspruchslosigkeit.
  • Anstrengung ist für edle Geister eine Stärkung.
  • Auch das, was man das hohe Alter nennt, ist nur eine Spanne sehr weniger Jahre.
  • Auch wenn du mit deiner Wohltat übel angekommen bist, freue dich über sie. Der andere wird sich immer ärgern, wenn du deine Wohltat selbst in einem solchen Falle nicht bereust.
  • Beharrlich muss man sein und in unablässiger Bemühung Festigkeit gewinnen, bis gute Verfassung der Seele wird, was guter Wille ist.
  • Bei einer Beleidigung besteht die Absicht, ein Übel zuzufügen. Ein Übel aber kann die Weisheit nicht treffen. Für die Weisheit gibt’s nur ein Übel, die Schande. Diese aber kann da nicht Zutritt gewinnen, wo Tugend und Ehre schon sind. Beleidigung reicht also nicht an den Weisen heran.
  • Beim Schlafengehen sollten wir uns sagen: Ich habe gelebt und den mir vom Schicksal bestimmten Weg zurückgelegt. Wenn Gott uns noch einen Morgen schenkt, werden wir ihn mit dem Gefühl, dass uns unerwarteter Gewinn zufällt, freudig entgegennehmen.
  • Bereite Dich auf den Tod vor. Das will sagen: Bereite Dich auf die Freiheit vor!
  • Besser kannst du wohl diesen oder jenen machen, wenn du dich in ihn schickst. Durch Vorwürfe wird er in jedem Falle schlechter.
  • Dann erst hat die Größe eines Menschen Bestand und Grund, wenn alle von ihm überzeugt sind, er sei nicht sowohl über ihnen als für sie.
  • Das beste Maß des Geldes ist, ohne zur Armut herabzusinken, sich nicht weit von ihr zu entfernen. Dieses Maß wird uns gefallen, wenn wir zuvor an der Sparsamkeit Gefallen finden.
  • Das einzige Gut ist die Jugend, die zwischen Glück und Unglück einher wandelt und beide verachtet.
  • Das größte Gegenmittel gegen den Zorn ist der Aufschub.
  • Das ist das höchste Verdienst, das sich die Natur um uns erworben hat: dass die Tugend in alle Herzen ihr Licht hineinsendet. Auch wer ihr nicht nachgehen will, sieht sie doch.
  • Das meiste Unheil richtet Leichtgläubigkeit an.
  • Das Schicksal nimmt nichts, was es nicht gegeben hat.
  • Den größten Reichtum hat, wer arm ist an Begierden.
  • Den guten Steuermann lernt man erst im Sturme kennen.
  • Den Platon hat die Philosophie nicht als Adligen aufgenommen, sondern dazu gemacht.
  • Den Schlechten missfallen heißt gelobt werden.
  • Den Undank ans Licht ziehen geht nicht ohne Beschämung ab; denn die Klage über eine verlorene Wohltat ist ein Beweis, dass es beim Geben gefehlt hat. Soviel wie möglich müssen wir den Undankbaren bei uns selbst verteidigen.
  • Denn Besitz an allem, was von außen zufließt, ist schlüpfrig und ungewiss.
  • Denn der Weg zu einem guten Charakter ist niemals zu spät.
  • Der Armut fehlt vieles, dem Geiz alles.
  • Der Einsichtige beherrscht sich selbst. Wer sich selbst beherrscht, bleibt charakterfest. Wer charakterfest ist, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wer sich nicht aus der Ruhe bringen läßt, kennt keine Traurigkeit. Wer keine Traurigkeit kennt, ist glücklich. Mithin ist der Einsichtige glücklich.
  • Der Gier ist nichts genug.
  • Der Lohn einer guten Handlung liegt darin, dass man sie vollbracht hat.
  • Der Lohn eines Amtes ist das Amt selbst.
  • Der Mut wächst mit jedem Blick auf die Größe des Unternehmens.
  • Der Ruhm ist der Schatten der Tugend; er folgt ihr auch ungeheißen.
  • Der Tod muss dem alten Mann so vor Augen sein wie dem jungen: Nicht nämlich werden wir aufgerufen nach der Altersliste.
  • Der Tod versetzt uns wieder in den Zustand der Ruhe, in dem wir uns befanden, ehe wir geboren wurden. Bedauert jemand die Gestorbenen, so muss er auch die Ungeborenen bedauern.
  • Der Weise tut nichts wider Willen. Er entflieht der Notwendigkeit, weil er dasselbe will, wozu sie ihn zwingen würde.
  • Derartiges, mein Lucilius, musst du bergen in deinem Herzen: Gering zu achten die Genugtuung, aus der Menge Anerkennung stammend.
  • Die Anfänge stehen in unserer Macht: Über den Ausgang urteilt das Schicksal.
  • Die Begehrlichkeit kennt keine Schranke, nur Steigerung.
  • Die Dekadenz der Freiheit kündigt sich damit an, dass sie so lüstern wird, sich auch ihren Feinden hinzugeben.
  • Die Gesinnung macht den Menschen edel; sie gestattet uns, aus jeder Lage über das Schicksal hinauszuwachsen.
  • Die Gnade ist in ihrem Ermessen frei; sie urteilt nicht nach der Klageformel, sondern nach der Billigkeit und dem Guten; sie kann freisprechen und den Wert des Streites nach Belieben anschlagen.
  • Die Götter wenden den guten Menschen gegenüber dasselbe Prinzip an wie die Lehrer bei ihren Schülern. Sie verlangen höhere Leistungen von denen, auf die sie größere Hoffnungen setzen.

Die größte Herrschaft ist die Selbstbeherrschung

  • Die Menge ist für’s Lernen lästig, nicht fördernd. Viel nützlicher ist es, mit wenigen Schriftstellern sich recht beschäftigen, als viele durchzublättern.
  • Die Menschen glauben den Augen mehr, als den Ohren. Lehren sind ein langweiliger Weg, Vorbilder ein kurzer, der schnell zum Ziel führt.
  • Die natürlichen Bedürfnisse haben ihre Grenzen, die aus einem Wahn entstandenen finden kein Ende.
  • Die richtige Seelenhaltung ist allen zugänglich, alle sind wir im Hinblick auf diesen Maßstab adlig.
  • Die Schar der Bewunderer ist nicht größer oder kleiner als die der Neider.
  • Die Seele macht adlig, die sich aus jeder beliebigen Situation über das Schicksal zu erheben vermag.
  • Die Tapferkeit schwindet, wenn sie keinen Gegner hat.
  • Die Tugend ist sich selbst ihr Lohn.
  • Die wahre Freude ist eine ernste Sache.
  • Die, welche sie liebt, härtet die Gottheit ab, prüft und übt sie.
  • Du fragst, was wohl die weiteste Strecke sei, die einer im Leben zurücklegen kann? Bis zur Weisheit hinaufleben!
  • Du wirst aufhören zu fürchten, wenn du aufhörst zu hoffen.
  • Du wirst kaum jemand finden, der bei offener Türe leben könnte.
  • Du wirst selber zugeben, daß das Lesen vieler Schriftsteller und der verschiedenartigsten Bücher vage und unstet macht.
  • Edle Seelen nährt Anstrengung.
  • Eher muss man darauf achten, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt.
  • Ein einziges Beispiel von Genusssucht oder Habsucht richtet viel Unheil an: Ein verwöhnter Tischgenosse macht allmählich schlaff und weichlich, ein reicher Nachbar regt zur Begehrlichkeit an, ein bösartiger Begleiter überträgt auf einen noch so reinen und schlichten Menschen seine Verderbtheit.
  • Ein Gesetz muss kurz sein, damit es von Unkundigen desto leichter behalten werde.
  • Ein großer Mann ist, wer ein Tongeschirr so benutzt, als wäre es Silber. Nicht weniger groß ist aber auch, wer Silber so benutzt, als sei es ein Tongeschirr.
  • Ein großer Teil des inneren Fortschrittes liegt schon im Willen zum Fortschritt.
  • Ein Verbrechen muss durch ein Verbrechen vertuscht werden.
  • Ein wirksames Heilmittel gegen Angst ist Milde.
  • Eine Gesellschaft von wilden Tieren machen sie aus, nur dass diese unter sich friedlich sind und denen ihrer Gattung nichts zuleide tun, sie aber dadurch sich sättigen, dass einer den andern zerreißt.
  • Einen Nackten lässt der Straßenräuber vorbei, auch auf einer belauerten Straße hat der Arme Frieden.
  • Entweder ist es ein Mächtigerer, der dich beleidigt hat, oder ein Schwächerer. Ist er schwächer, so schone ihn, ist er mächtiger, so schone dich!
  • Erfährst Du, dass jemand schlecht über Dich gesprochen hat, so überlege, ob Du es nicht zuerst selbst getan hast und über wie viele Du selbst sprichst!
  • Es gibt ein altes Sprichwort: Ein Ermüdeter sucht Streit. Dasselbe gilt vom Hungrigen und Durstigen und überhaupt von jedem Menschen, den etwas quält. Denn wie Geschwüre bei leichter Berührung, ja schon bei dem Gedanken, sie könnten berührt werden, schmerzen, so wird ein leidendes Gemüt bei geringster Ursache gekränkt, so dass ein Gruß, ein Brief, eine Rede oder eine Frage zum Streit führen kann.
  • Es gibt keinen zuverlässigeren Beweis von Geistesgröße, als wenn man sich durch nichts, was begegnen kann, in Aufruhr bringen lässt.
  • Es gibt nämlich auch bei Beifall guten Geschmack.
  • Es gibt wohl manches, das man annehmen muss, ohne zu Dank verpflichtet zu sein.
  • Es hat mich einer nicht freundlich gegrüßt, ein anderer nicht herzlich geküsst, ein anderer ein angeknüpftes Gespräch plötzlich abgebrochen, ein anderer mich nicht zur Tafel geladen, ein anderer eine unfreundliche Miene gegen mich gemacht. Daraus macht der Argwohn sogleich Folgerungen. Darum ist Unbefangenheit not und wohlwollende Beurteilung der Verhältnisse. Nur was in die Augen springt und offenbar am Tage liegt, dürfen wir glauben.
  • Es hat noch keinen großen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben.
  • Es ist ein hartes, lästiges, nur mit niedergeschlagenem Blick auszusprechendes Wort: Ich bitte. Das muss man einem Freunde und einem jeden, den man sich durch zuvorkommendes Verdienst zum Freunde machen will, erleichtern.
  • Es ist etwas Schönes, sagt Epikur, um eine vergnügte Armut. Aber das ist schon nicht mehr Armut, wenn man dabei vergnügt ist. Wer mit der Armut gut auskommt, der ist reich.

Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nützen.

  • Es ist nichts Rühmliches daran, dankbar zu sein, wenn man nicht ohne Gefahr undankbar sein kann.
  • Es ist schön, unter angesehenen Männern hervorzustechen.
  • Es kommt nicht darauf an, wie vielen, sondern welchen du gefällst.
  • Es wird keiner sein, der sich nicht über einen Undankbaren zu beschweren hätte. Es wäre aber nicht möglich, dass sich alle beschwerten, wenn man sich nicht über alle zu beschweren hätte. Folglich sind alle undankbar.
  • Es wird sich einer gegen Unbilden nicht zu stellen wissen, wenn man ihm nie etwas abgeschlagen, wenn ihm das sorgliche Mütterchen immer die Tränen abgewischt, wenn man ihn immer gegen den Hofmeister in Schutz genommen hat.
  • Fang jetzt an zu leben und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.
  • Für einen, der nicht weiß, welchen Hafen er ansteuern will, gibt es keinen günstigen Wind.
  • Gefolgschaft, mit Geld erkauft, wird von Geld zerstört.
  • Gerade das aber ist ein Beweis dafür, dass wir auf dem Weg der Besserung sind, wenn wir unsere Fehler, von denen wir bisher nichts wussten, klar erkennen. Manche Kranke beglückwünscht man, wenn sie anfangen, sich krank zu fühlen.
  • Gleich wichtig ist es, sich bei der Freude wie beim Schmerz zu mäßigen.

Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält


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  • Gott dienen ist Freiheit.
  • Hässlichkeit des Leibes schändet nicht die Seele, aber eine schöne Seele adelt den Leib.
  • Hauptsächlich müssen wir ja trachten, keine Geschenke auszuteilen, die man nicht brauchen kann, zum Beispiel einem Greise oder einer Frau Jagdgeräte oder einem Bauern Bücher oder einem Gelehrten Netze.
  • Ich habe begonnen, mir selbst ein Freund zu sein. Damit ist schon viel gewonnen, denn man kann dann nie mehr einsam sein.
  • Ich habe die Augen verloren. Auch die Nacht hat ihre Schönheit. Weißt Du nicht, dass Blindheit eine Art Unschuld bedeutet?
  • Ich halte Dich für unglücklich, weil Du niemals unglücklich warst. Ohne auf Widerstand zu stoßen, bist Du durchs Leben geschritten. Niemand kann beurteilen, was in Deinen Kräften steht, nicht einmal Du selbst.
  • Ich wundere mich oft darüber, wie leichtfertig man um Zeit bittet und sie anderen gewährt. Es ist gleichsam, als wenn um ein Nichts gebeten wird.
  • Im Feuer erweist sich das Gold als echt, im Unglück der tapfere Mann.
  • Im rechten Lebenswandel liegt die einzig würdige Gottesverehrung.
  • Irren ist menschlich.
  • Je mehr wir in uns aufnehmen, um so größer wird unser geistiges Fassungsvermögen.
  • Jede Dummheit leidet am Ekel vor sich selbst.
  • Jede Rohheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.
  • Jeder ist so unglücklich, als er es zu sein glaubt.
  • Kann wohl jemand dankbar sein gegen einen Menschen, der eine Wohltat entweder übermütig hinschleudert oder dem Bittenden im Zorne an den Hals wirft oder müde seine Hand auftut, nur um nicht mehr belästigt zu werden?
  • Kein Gut hilft dem Besitzer, wenn nicht auf dessen Verlust vorbereitet ist die Seele.
  • Kürze die lange Rede, damit sie nicht verdächtig wirke!
  • Lieben und weise sein, das ist kaum einem Gott möglich.
  • Man irrt, wenn man glaubt, dass Schenken eine leichte Sache sei. Es hat recht viel Schwierigkeiten, wenn man mit Überlegung geben und nicht nach Zufall und Laune verschleudern will.
  • Man macht sich den Schmerz leicht, wenn man ihn für leicht hält.
  • Man muss sich der Zeit anpassen.
  • Man muss sich täglich Rechenschaft ablegen.
  • Man schaffe sich daher so viele Bücher an, wie genug ist, aber keine des bloßen Prunks wegen.
  • Man verringert seine Freuden allzu sehr, wenn man nur von denen einen Genuss zu haben glaubt, die man hat und sieht. Bald verlässt uns ja jede Lust. Darum muss man die Seele in die Vergangenheit zurückweisen und, was uns je ergötzt hat, heraufbeschwören und es sich dadurch, daß man es sich oft vorstellt, recht zu eigen machen.
  • Manche weise Männer haben den Zorn als eine vorübergehende Geistesstörung bezeichnet.
  • Manche Zeit wird uns entrissen, manche unvermerkt entzogen, manche fließt fort. Doch am schimpflichsten ist der Verlust, der aus Unachtsamkeit geschieht.
  • Manches muss man heilen, ohne das der Kranke davon weiß.
  • Mittelmäßiges und für die Masse Entstehendes bringt häufig das Schicksal hervor, Außergewöhnliches aber zeichnet es schon allein durch die Seltenheit aus.
  • Naturgegebene Bedürfnisse sind beschränkt, aus trügerischem Wunschdenken entstehende wissen nicht, wo sie aufhören sollen.
  • Nicht der Hunger unseres Leibes kommt uns teuer zu stehen, sondern der Ehrgeiz.
  • Nicht empfinde ich in meiner Seele des Alters Einbuße, obwohl ich sie empfinde am Körper.
  • Nicht nur einen Tod gibt es. Der uns dahinrafft, ist nur der letzte.
  • Nicht seien die Ohren Beschuldigenden willfährig; dieser Fehler der menschlichen Natur sei uns verdächtig und bekannt: Was wir ungern hören, glauben wir gern, und bevor wir zu einem Urteil kommen, zürnen wir.
  • Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
  • Nicht wer auf Befehl etwas tut, ist unglücklich, sondern wer es gegen seinen Willen tut.
  • Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.
  • Nicht wer zu wenig besitzt, sondern wer mehr begehrt, ist arm.
  • Nicht wird dem Argwohn ein schlüssiger Beweis fehlen: Unbefangenheit ist nötig und wohlwollende Einschätzung der Dinge.
  • Niemals leihe ich mehr aus, als wenn ich schenke.
  • Niemand irrt für sich allein. Er verbreitet seinen Unsinn auch in seiner Umgebung.
  • Niemand irrt nur für sich allein, sondern er ist auch Ursache und Urheber fremden Irrtums.
  • Niemand ist so alt, dass er unbilligerweise einen weiteren Tag erhofft.
  • Niemand kann die Mächtigen ungefährdet angreifen.
  • Nur die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben, sind frei von Unruhe. Sie allein leben.
  • Nur ein begeisterter Mann kann etwas Großes und über das Gewöhnliche Erhabenes aussprechen.
  • Nur eine Kette ist es, die uns gebunden hält: Die Liebe zum Leben.
  • Ohne Gegner erschlafft die Tugend.
  • Prüfe, ob du lieber dich oder etwas von deinem Besitz aufgeben willst.
  • Richte dein Streben dahin, dass der Name des Todes seinen Schrecken für dich verliert. Mach ihn dir durch häufiges Nachdenken vertraut, damit du, wenn es die Umstände fordern, ihm sogar entgegengehen kannst.
  • Schlaff ist, was in trägem Behagen gemästet worden ist, und nicht bei Anstrengung allein, sondern bei Bewegung und einfach durch das Gewicht seiner selbst versagt es.
  • Sehen wir zu, dass nicht das, womit wir Bewunderung hervorrufen wollen, lächerlich und hassenswert wird.
  • Selten ist derselbe Mensch glücklich und alt.
  • Selten tritt dem Weisen das Schicksal in den Weg.
  • So lebe mit den Menschen, als ob der Gott es sähe; so sprich mit dem Gott, als ob die Menschen es hörten.
  • Treue, die durch Bestechung zustande kam, wird durch Bestechung aufgelöst.
  • Um der grauen Haar und Runzeln willen darfst du nicht denken, es habe einer lange gelebt. Nicht lange gelebt hat er, nur lange dagewesen ist er.
  • Unglücklich ist nicht, wer etwas auf Befehl tut, sondern wer es widerwillig tut. Wir sollten daher die innere Einstellung gewinnen, daß wir wollen, was die Umstände von uns verlangen.
  • Unser Inneres soll von der großen Menge verschieden sein. Unser Äußeres passe sich ihr an.
  • Unsere Söhne halten wir in strenger Disziplin. Nimm nun das Gleiche von Gott an: Er verzärtelt den guten Menschen nicht, er legt ihm Prüfungen auf, er lässt ihn durch harte Proben hindurchgehen, er formt ihn nach seiner Idee.

Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht,
ganz wenige nur sich selbst

  • Verachtet die Armut: Niemand stirbt so arm, wie er geboren ward.
  • Viel ist daran gelegen, dass man den Kindern freundliche Lehrer und Erzieher gibt. Alles richtet sich nach seiner Umgebung, was noch nicht erstarkt ist.
  • Vor Eintritt in das Alter sorgte ich dafür, gut zu leben, im Alter, gut zu sterben: Gut zu sterben heißt aber, gern zu sterben.
  • Wahren Adel verleiht uns nicht eine Vorhalle mit rauchgeschwärzten Bildern unserer Vorfahren. Niemand hat zu unserem Ruhme gelebt.
  • Während es aufgeschoben wird, enteilt das Leben.
  • Was auch immer für ein Ende mir das Schicksal bestimmt hat, ich werde es ertragen.
  • Was das Gesetz nicht verbietet, verbietet der Anstand.
  • Was einen treffen kann, kann jeden treffen.
  • Was hindert mich, einen für den Philosophen der Zukunft zu halten, der keine Silbe lesen kann? Die Weisheit beruht doch nicht in der Fachliteratur.
  • Was ist groß am Menschen? Nicht, daß er mit seinen Flotten die Meere erfüllt und am Gestade des roten Meeres seine Feldzeichen aufpflanzt, nicht, daß er auf der Suche nach Unbekanntem auf dem Ozean umherirrt, weil er auf dem Festland nicht genug Unrecht tun kann – sondern groß ist die klare Beurteilung alles dessen und die Überwindung der eigenen Fehler.
  • Was ist groß? Schicksalsschläge froh ertragen.
  • Was ist schöner als die Gewohnheit, seinen Tag einer genauen Prüfung zu unterwerfen? Welch ein Schlaf folgt auf diese Selbstbetrachtung, wie ruhig und unbeschwert!
  • Was nützt es dir, keinen Mitwisser zu haben, da du ein Gewissen hast?
  • Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muß, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.
  • Wenn du den Geist frei haben willst, musst du entweder arm sein oder einem Armen ähnlich.
  • Wenn du die wahre Beschaffenheit von irgendetwas kennenlernen willst, so überlasse es der Zeit! Im Vorüberströmen sieht man nichts genau und erkennt nichts.
  • Wenn Du nicht kämpfen willst, so kannst Du ja fliehen. Die Tür steht offen. Geh!
  • Wenn du urteilst, untersuche; wenn du herrschst, befiehl!
  • Wenn Du wünschst, dass ein anderer Dein Geheimnis bewahre, dann bewahre es zuerst selbst.
  • Wenn nicht Spiel und Scherz ein natürliches Vergnügen enthielten, würde nicht eine so heftige Begierde der Menschen nach ihnen streben.
  • Wenn uns Bilder abwesender Freunde willkommen sind, die die Erinnerung erneuern und die Sehnsucht der Abwesenheit mit trügerischem und nichtigem Trost erleichtern, wie viel willkommener ist ein Brief, der echte Spuren des abwesenden Freundes, echte Zeichen herbeibringt!
  • Wer allen allzu sehr bekannt ist, stirbt unbekannt sich selbst.
  • Wer auf Grund seines Reichtums und seiner Ehrenstellung einen höheren Rang einnimmt, ist nicht groß. Warum erscheint er aber als groß? Weil man ihn mit dem Sockel mißt.
  • Wer ein Pferd kaufen will und nicht das Pferd selbst, sondern nur Sattel und Zaumzeug betrachtet, ist ein Narr. Ein vollendeter Dummkopf aber ist, wer einen Menschen nach seiner Kleidung und äußeren Lebensstellung beurteilt.
  • Wer ist von Adel? Der zur sittlichen Vollkommenheit von der Natur gut veranlagt ist.
  • Wer nicht zu schweigen weiß, der weiß auch nicht zu reden.
  • Wer sich besitzt, hat nichts verloren: Aber wie wenigen gelingt es, sich zu besitzen?
  • Wer sich mit der Armut einrichtet, ist reich.
  • Wer sich zwischen den Sternen bewegt, kann nur noch lächeln über die kostbaren Fußböden der Reichen.
  • Wer unser Haus betritt, soll uns lieber bewundern als unsere Einrichtung.
  • Wie der Beginn, so das Ende.
  • Wie groß die Schar der Bewunderer, so groß ist die der Neider.
  • Willst du dich überzeugen, daß Armut schlechterdings kein Unglück sei, so vergleiche nur des Armen und des Reichen Miene miteinander! Öfter und herzlicher lacht der Arme.
  • Willst du eine freie Seele haben, so mußt du entweder arm sein oder wie ein Armer leben.
  • Willst du geliebt werden, so liebe!
  • Willst du nicht zornig sein, so sei nicht neugierig.
  • Wir sollten uns bei all unseren Vorhaben und Handlungen ebenso verhalten, wie wir das in einem Ladengeschäft zu tun pflegen. Wir sollten genau darauf sehen, zu welchem Preis verkauft wird, was wir verlangen.
  • Wisset, daß der Freund seiner selbst auch der Freund anderer ist.
  • Woher kann ich wissen, wie viel Widerstandskraft gegen Armut du hast, wenn du im Gelde schwimmst?
  • Wollen wir unser Leben in Frieden hinbringen und mit den Göttern selbst in der Frage des Glückes in Wettstreit treten, dann müssen wir die Seele reisefertig halten.

Gerne fügen wir unserer Sammlung weitere schöne Zitate, Sprüche und Weisheiten von Seneca hinzu!