Unerfüllter Kinderwunsch: Schwangerschaft lässt auf sich warten?

Für viele glückliche Paare ist ein unerfüllter Kinderwunsch eine enorme Belastung. Wenn sich trotz großer Anstrengung keine Schwangerschaft einstellt, kommt es zu starken psychischen Belastungen für Mann und Frau. Die Fruchtbarkeit beider Geschlechter ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen.

Aktuelle Studien belegen, dass jedes fünfte bis zehnte Frau auch nach mehr als einem halben Jahr nicht schwanger wird. Die Ursachen dafür sind vielfältig, und sie sind immer häufiger beim Mann zu finden.

Ursachen bei beiden Geschlechtern

Zeugungsunfähigkeit beim Mann
Gründe für eine Unfruchtbarkeit bei Männern

Statistisch gesehen liegt die Ursache einer ausbleibenden Schwangerschaft zu je 40 Prozent bei Mann und Frau. Bleibt der Kinderwunsch lange Zeit unerfüllt, suchen sich betroffene Paare Hilfe bei einem Facharzt. Mit speziellen Untersuchungsmethoden kann der Mediziner feststellen, warum sich keine Schwangerschaft einstellt.

Immer mehr Paare lassen sich aufgrund einer Fruchtbarkeitsstörung fachärztlich behandeln. Die Zahl unerfüllter Kinderwünsche steigt seit Jahrzehnten. Mediziner machen dafür vor allem Umweltgifte und den Mangel an Nährstoffen verantwortlich.

Umweltgifte nehmen Menschen bewusst oder unbewusst auf. Darunter fallen verschmutzte Luft oder mit Pestiziden verunreinigte Lebensmittel. Aber auch Alkohol, Nikotin, Drogen und Medikamente sind Umweltgifte, die die Fruchtbarkeit nachhaltig beeinflussen können.

Der Mangel an Nährstoffen kann die Zeugungsfähigkeit bei beiden Geschlechtern zusätzlich stark einschränken und sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Die Fruchtbarkeit des Mannes nimmt seit Jahren deutlich ab.

Samenprobe bringt Gewissheit

Die männliche Zeugungsfähigkeit kann bis zur Infertilität führen – der totalen Unfruchtbarkeit. Die genaue Ursache für die eingeschränkte oder totale Fruchtbarkeitsstörung beim männlichen Geschlecht ist komplex.

Sie kann auf hormonelle wie enzymatische Vorgänge zurückgehen, die oft ineinandergreifen. Die komplexen Vorgänge machen eine Diagnose nicht immer leicht.

Eine erste Auskunft kann eine Samenprobe geben. Bei einem sogenannten Spermiogramm wird die Anzahl der Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit, ihre Beweglichkeit und ihre Beschaffenheit untersucht. Es liefert eine Aussage über die Zeugungsfähigkeit.

Häufig liegt die mangelnde Zeugungsfähigkeit des Mannes an einem Mangel an hochwertigen Spermien. Sind zu wenig Spermien in der Samenflüssigkeit, sind diese unbeweglich oder falsch geformt, dann kann darin der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch liegen.

Unfruchtbarkeit des Mannes durch Mangel an Nährstoffen

Eine ungesunde und nicht ausgewogene Ernährung trägt zum großen Teil dazu bei, dass die Fruchtbarkeit beider Geschlechter sinkt. Häufig lässt sich ein Mangel an notwendigen Aminosäuren feststellen, die als Grundbaustein des Körpers bezeichnet werden. Sie sind in der Lage, Gewebe zu bilden und elementar für die Bildung hochwertiger Spermien.

Die Aminosäure L-Arginin beeinflusst nachhaltig die Qualität der Spermien. Oftmals lässt sich eine geringe Spermienzahl auf einen Mangel an L-Arginin zurückführen. Darüber hinaus besitzt auch L-Glutathion eine hohe Bedeutung für die männliche Fruchtbarkeit, da es die Spermienqualität verbessert. Der Mangel an Aminosäuren kann oftmals medizinisch behoben werden.

Weitere Ursachen der Unfruchtbarkeit

Ein unauffälliges Spermiogramm bringt nicht die Gewissheit, das der Mann vollends zeugungsfähig ist. Kommt es zu einer Störung des Spermientransports, erreichen nicht ausreichend viele Spermien den Eierstock der Frau.

Eine obstruktive Azoospermie beschreibt einen verengten oder komplett verschlossenen Samenweg.

Weitere Ursachen für die Fruchtbarkeitsstörung des Mannes:

  • Eine Störung der Nebenhodenfunktion
  • Mangelnder Harnblasenverschluss
  • Immunologische Sterilität

Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit

Wird die Ursache für einen ausbleibenden Kinderwunsch beim Mann gefunden, können Behandlungen oft zum Erfolg führen. Die Störungen gehen zwar oft auf eine frühe Entwicklungsstörung zurück. Die moderne Medizin kann in vielen Fällen jedoch erfolgsversprechende Therapien anbieten.

Hormonelle Störungen können beispielsweise durch den Ersatz fehlender Hormone oder eine Hormontherapie behoben werden. Eine Verengung der Samenwege kann operativ behandelt und behoben werden.

In etwa 30 Prozent aller Fälle ist keine Ursache für die männliche Unfruchtbarkeit bekannt. Sind die Diagnoseverfahren ausgeschöpft und keine Ursache gefunden, sprechen die Mediziner von einer idiopathischen Infertilität. In diesem Fall können Methoden wie die künstlichen Befruchtung Abhilfe schaffen.

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