Orchideen und ich – wie alles begann

Mehr als 22.000 Arten, 700 Gattungen: Orchideen machen uns das Aussuchen wirklich nicht leicht. Grazil, farbenfroh und extravagant … ideal als Geschenk, exotisch für den Innenbereich und natürlich wunderschön im Wintergarten.

Orchideen und ich pflegen eine ganz besondere Beziehung

Orchideen Pflege und meine Schusseligkeit
Orchideen und ich – eine ganz besondere Beziehung

Egal ob monopodiale Arten (bis zu einem Meter großer Trieb aus der Wurzel) oder symodiale Sorten (zahlreiche Triebe aus Rhizom): Ideal züchten lassen sie sich als Blumenfenster oder in Glasbehältern, wo Luftfeuchtigkeit, Lichteinfall und Temperatur stimmen.

Es sind immer sechs symmetrisch angeordnete Blütenblätter vorhanden: oben eines (Sepalum), unten ein Paar (Sepalen) und links und rechts ein Blütenblatt (Petalen) und das dritte Petalum unten als Lippe. Orchideen-Blüten können stehen oder hängen, Muster besitzen, viele duften.

Ganz klar: Auch ich als Garten- und Naturfan komme natürlich an dieser exotischen Blume auf keinen Fall vorbei.

Meine erste Orchidee

Noch bevor ich mir jedoch ein solches Prachtexemplar zulegen kann, bekomme ich eine geschenkt. Toll sieht sie aus: Ein bisschen weiß, ein wenig lila , traumhafte Form, himmlischer Duft, exotisch und filigran, gestützt mit einem Draht.

Warum dieser Draht? Ah ja, damit sie nicht abbricht. Wohin damit? Abseits von Kindern, Katze, Hund und Ehemann. Auf die Fensterbank? Zu sonnig, zu schattig, zu kühl, zu zugig? Verdammt, wo ist die Bedienungsanleitung? Keine dabei. Nur das Name: Phalaenopsis

Also ran ans Internet, denn mein Unterbewusst sagt mir, dass diese Pflanze ein Sensibelchen ist.

Orchideenpflege – ganz einfach: Viel Sonne, auch im Winter, mindestens 11 Stunden pro Tag. Also Fenster. Hohe Luftfeuchtigkeit, notfalls mit Kieselsteinen gefüllt Wasserschalen aufstellen.

  • Wird gemacht. Erde fast abtrocknen lassen, deshalb nur alle 7 bis 10 Tage gießen. Meinen die das ernst? Das soll die Pflanze überleben? Also, ich weiß nicht …
  • Kein Leitungswasser, sondern Regenwasser. Haben wir! Kein kaltes Wasser. Wird vorgemerkt. Trockene Blätter mit Schere abschneiden – hat sie noch nicht.
  • Pilze, Bakterien, Viren, Parasiten … oh je, jetzt gehts los. Teile entfernen, in Mülltonne entsorgen. Muss ich mir merken.
  • Vermehrung durch Rhizome. Was sind Rhizome? Lexikon: Knollenförmige Wurzeln. Pflanze bildet sechs bis acht Bulben. Was sind Bulben? Ah ja, richtig, diese Rhizo-dingsdas.
  • Umtopfen in Perlit oder Orchideensubstrat. Hab ich nicht, werde ich Torf/Sand nehmen. Hornmehl düngen … aber doch nicht im Wohnzimmer, oder? Viele Fragen; ich bin unsicher, ob das die richtige Pflanze für mich war.

8 Wochen später. Ehem … meine Orchidee ist eingegangen. Zu viel Zugluft, zu viel Wasser, Katzenpipi. Ich weiß es nicht. Aber schön war sie. Also kaufe ich eine neue.


Fehler bei der Orchideen Pflege


Meine zweite Orchidee

Diesmal gelb mit rot, Tigergesichtchen, auch ganz hübsch. Hab mir auch gleich Orchideendünger besorgt, gebe ich einmal pro Monat. Sie blüht und überlebt 6 Monate. Immerhin, ich habe zumindest einen Fortschritt erzielt.

Meine dritte Orchidee

Lila mit rosa und weiß. Selbst ausgesucht. Laut Gärtner pflegeleicht (hahaha!). Aber diese Orchidee überlebt nun wirklich länger als ein Jahr. Ich habe sie einmal umgetopft, dabei schön die beschädigten Wurzelteile abgeschnitten und in der Ruhezeit nicht gedüngt, obwohl Blätter gefallen sind. Möglicherweise war das letztes Mal mein Fehler.

Orchideen, der Gartentraum

Die nächste Orchidee (eigentlich müsste ich sagen: Orchideenpracht) erzeuge ich in einem unserer Gärten in Brasilien, direkt am Baum! Hier wachsen die Tracheophytas (Orchideen) fast wie von selbst, kaskadenartig, problemlos.

Sie lieben eben Sonne, Luftfeuchtigkeit und Bodentrocknheit; wenn man das einmal verstanden hat, klappt die Pflege besser. Und bei mehr als 30.000 Orchideenarten ist sicherlich auch für euch die richtige dabei. Man muss anfangs ein bisschen rumprobieren, finde ich, denn offenbar „kann“ man nicht mit jeder Pflanze.

Jedes Jahr bilden sich Neutriebe, es ist also wirklich eine ausdauernde Pflanze. Manche Sorten werfen während der Ruhephase ihre Blätter ab, andere nicht, einige besitzen überhaupt keine Blätter. Eine einzige Pflanze kann hunderte von Blüten hervorbringen!

Samen fallen oft aus, Vermehrungen macht ihr jedoch besser über die Rhizome, indem ihr vorsichtig den Wurzelstock mit den Händen teilt. Ich binde am liebsten neue Orchideenpflanzen direkt auf den Baum, lediglich mit etws Moos oder Rinde und einem Draht fixiert.

Das lässt sich auch prima in Wintergärten realisieren. Ansonsten könnt ihr die Orchidee im Kübel ziehen. Ich rate, alle zwei oder drei Jahre umzutopfen. Hierbei gleich Ableger machen. Orchideen lieben darüberhinaus einen festen Standplatz.

Die gelbe Orchidee mit Namen Goldregen (chuva de ouro) sitzt in einem Kokostopf, wurde dann direkt auf einem Baum fixiert. Die weiß-bräunliche, seltene und kostbare Orchidee trägt den Namen chocolate und wächst ehrlich gesagt kopfüber. Es tut ihrem Wachstum und ihrer Blühfreudigkeit jedoch nichts ab; sie ist glücklich und deshalb lasse ich sie auf diese originelle Weise weiterwachsen.

ACHTUNG: Einige Orchideensorten sind für ihre Halluzinogenwirkstoffe bekannt.

Weltweit werden laut Statistiken über 3 Millionen Orchideen im Wert von 40 Mio Euro jährlich exportiert, wobei die meisten Schnittblumen auf in-vitro-Zucht (Hybriden) stammen. Man kann deshalb behaupten, das es eine begehrte und beliebte Blume ist.

Übrigens (ich muss es jetzt gerade mal loswerden): Der Name der Orchidee wurde vom griechischen Wort όρχις „orchis“ (Hoden) abgeleitet; schaut euch einfach mal den Wurzelknollen an …

Mein Fazit zu Orchideen

Prachtvolle Pflanze, die jedoch Pflege und Aufmerksamkeit verlangt. Traut euch, es lohnt sich. Alle 5 Sterne und eine ganz dicke Kaufempfehlung (oder schenken lassen).

Vielen Dank für Ihre Kommentare!