Olympische Spiele – überflüssig in Zeiten der Globalisierung?

Vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 lädt die japanische Hauptstadt Tokio die ganze Welt zu den 32. Olympischen Sommerspielen der Neuzeit und wird dabei versuchen, das letzte Spektakel noch zu überbieten. Völker der Welt, versammelt euch: sind Olympische Spiele in Zeiten der Globalisierung nicht völlig altmodisch und überflüssig? Und fördert das nicht Nationalismus überall auf der Welt?

Olympische Spiele – Schneller, höher, weiter…

Olympische Spiele - Scheller, höher, weiter
Olympische Spiele – immer noch sinnvoll oder altmodisch?

Getreu dem Motto: höher, schneller, weiter versammeln sich wieder einmal die besten Sportler der Welt zu den Olympischen Spielen. Doch wie begann der weltweit größte sportliche Wettstreit eigentlich und was macht seine Faszination aus?

Denn auch heute heißt es noch: Dabei sein ist alles!

Zu Ehren des Göttervater Zeus wurde in der Antike in einem damals nicht näher bestimmten Zeitraum ein Fest nebst einem sportlichem Wettkampf abgehalten. Über 192,24 Meter, also eine Stadionrunde, quälten sich die Athleten beim ersten inoffiziellen Wettstreit rund 776 vor dem Beginn unserer heutigen Zeitrechnung. In den Folgejahren kamen erst andere Laufwettbewerbe und später auch Pferdewettbewerbe dazu.

Mit dem wachsenden Einfluss des damaligen Römischen Reiches begann der Niedergang der Spiele. Die Plünderungen der Orte Olympia und Delphi taten ihr übriges und so fanden 393 n.Chr die letzten dokumentierten Wettkämpfe der Antike statt.

Naturgewalten wie Erdrutsche- oder beben ließen die einstigen Sportstätten von der Landkarte verschwinden und die Erinnerung daran verblassen. Durch Zufall wurde Olympia 1766 wiederentdeckt und gewann durch umfassende Ausgrabungen ab 1875 wieder an Populärität. 1896 in Athen war es dann so weit – die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden statt. Seitdem erfreuen sich die Spiele immer größerer Beliebtheit und sind mittlerweile das größte Sportereignis der Erde.

14 Nationen bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit

Hatten bei der Neuauflage kurz vor der Jahrhundertwende noch 250 Athleten aus 14 Nationen teilgenommen, wuchs die Zahl bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro im vergangenen Sommer auf beeindruckende 11.303 aus 204 Ländern. Viele Sportler beschreiben ihre Olympiasiege als die größten und bedeutendsten Momente ihrer Karriere.

Seit 1924 werden die Spiele mit stetig wachsendem Interesse auch im Winter ausgetragen. Der Startschuss fiel im französischen Chamoix und im Februar 2018 versammeln sich die Athleten in Pyeongchang, Südkorea. 1994 beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Sommer- und Winterspiele im alternierenden Zweijahresrhythmus stattfinden zu lassen.

Wo werden Olympische Spiele ausgetragen?

Jeweils sieben Jahre vor dem Startschuss bestimmt das IOC mit Sitz in der Schweiz, welche Bewerber-Stadt den Zuschlag erhält. Dabei muss jeder der Anwärter eine umfangreiche Präsentation vorlegen und einem Besuch des Komitees standhalten, um die letzte Abstimmungsrunde zu erreichen. Wer dann das bessere Ende für sich hat, kann mit dem komplexen Um- bzw. Ausbau der unzähligen Sportstätten beginnen – allerdings ohne Gelder des IOC.


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Olympische Spiele und die Kosten

Die Kosten tragen die Städte und Länder selbst, was manchmal für Verdruss bei der Bevölkerung sorgt, so schmetterten beispielsweise 2015 in Hamburg 51,6 % das Olympia-Referendum ab. Bei vielen Bewerberstädten wiegt die mögliche weltweite Strahlkraft der Olympiade die entstehenden finanziellen Kosten aber auf und so kommt es nur selten zu negativen Abstimmungen.

Olympische Spiele und das olympische Feuer

Um dem Geist der Antike zu huldigen, wird einige Monate vor der Eröffnungsfeier in einer bewegenden Zeremonie mittels eines Parabolspiegels die olympische Flamme entzündet und per Staffellauf in die gastgebende Stadt überführt.

Nach dem Hissen der Landesflagge und dem Ertönen der Nationalhymne folgt der streng durchgetaktete Einlauf der Athleten in das Hauptstadion. Hier findet nach etwas mehr als zwei Wochen auch die Abschlussfeier statt, die in der Regel jedoch weit weniger pompös ausfällt.

Aktuell umfasst das Repertoire der Sommerspiele 41 Sportarten und das der Winterspiele deren 15. Wobei Leichtathletik, Schwimmen und Ballsportarten im Sommer die Zuschauermagneten sind, im Winter sind es Biathlon und Eisschnellauf.

Wer besucht Olympische Spiele?

Auch heutzutage ist es noch Usus, dass ein jeder, der die heimische Qualfikation übersteht, an den Spielen teilnehmen darf – egal ob Amateur oder Profisportler. Lediglich beim Boxen dürfen nur Amateursportler teilnehmen und den teilnehmenden Fußballmannschaften ist es nicht erlaubt, mehr als drei Spieler mit einem Alter von über 23 Jahren, in ihren Reihen zu haben.

Den größten Skandal vermeldeten die Olympischen Spiele 1972 in München, bei dem eine palästinensische Terrororganisation 11 Mitglieder des israelischen Teams als Geiseln nahm. Die versuchte Befreiung endete in einem Desaster und mit dem Tod von insgesamt 16 Menschen. Dazu boykottierten die USA und die Sowjetunion 1980 und ’84 jeweils die Spiele im anderen Land.


Oft verwechselt: „Olympiade“ bezeichnet den Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen und ist somit nicht das Gleiche wie „Olympische Spiele“, auch wenn sich das im Sprachgebrauch durchgesetzt hat.


Der bislang erfolgreichste Olympionike ist der australische Schwimmer Michael Phelps – stolze 23 Goldmedaillen konnte er bei vier Spielen erringen. Dagegen wirken die neun Siege des finnischen Leichtathleten Paavo Nurmi aus der 1920er-Jahren geradezu amateurhaft. Im Länderranking liegen die USA mit großem Abstand vor der Russischen Föderation und Deutschland.

Und auch 2020, wenn das größte Sportereignis der Welt in Tokio stattfindet, heißt es wieder: Dabei sein ist alles.

Und nein: wir glauben, dass der olympische Gedanke nach wie vor lebt und das ist gut so! 

Ein Gedanke zu „Olympische Spiele – überflüssig in Zeiten der Globalisierung?“

  1. So ein Unsinn! Olympische Spiele sind wie jede andere Weltmeisterschaft auch, gleichzeitig auch ein Ort der Zusammenkunft und da ist jeder Euro sein Geld wert

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