Obst & Gemüse – Brokkoli

Der Brokkoli gehört der Kreuzblütlerfamilie an. Er ist eng mit der Gemüsepflanze Blumenkohl verwandt, welcher ähnlichen Anbaubedingungen unterliegt. Jedoch schmeckt der Brokkoli kräftiger und beinhaltet weitere wichtige Inhaltsstoffe. Zudem wird er auch als Broccoli bzw. als Bröckel-, Winterblumen-, Sprossen- oder Spargelkohl bezeichnet.

Der Anbau von Brokkoli

Brokkoli Gemüse
Wie sieht Brokkoli aus?

Den Ursprung hat der Brokkoli in Kleinasien. Mit der Zeit fand er jedoch den Weg nach Italien, Frankreich und England. Auch heute sind die Anbaugebiete in Europa vor allem die westlichen Mittelmeerländer. Besonders in der italienischen Stadt Verona wird viel Brokkoli gezüchtet.

Der Anbau ist aber auch im heimischen Garten möglich. Allerdings stellt das Gemüse hohe Anforderungen. Der Brokkoli benötigt einen humusreichen Boden. Sein Standort sollte warm und sonnig sein.

Zudem muss zuvor eine Auswahl zwischen ein- und zweijährigen Brokkoli getroffen werden. Die zweijährige Kultur trägt auch im Folgejahr wieder. Mehr verbreitet ist jedoch die einjährige Variante. Bezüglich der Aussaat kann Ende Februar im geheizten Gewächshaus mit Säen begonnen werden. Auch im warmen Frühbeet ist dies nun schon möglich. Hierbei werden die Samen ca. 2 mm mit der Erde bedeckt.

Bald kommen die kleinen Pflanzen hervor. Nachdem sich die ersten richtigen Blätter entwickelt haben, müssen die Gemüsepflanzen pikiert werden. Ihr Abstand sollte folgend 5 cm betragen.

Nach weiteren 4 bis 6 Wochen kann der junge Brokkoli hinausgepflanzt werden. Es empfiehlt sich, hierzu nur die besten und gesündesten Pflanzen zu nehmen. Während des Setzens ist außerdem darauf zu achten, dass ein Abstand von 50×50 cm eingehalten wird.

Ist das Wetter zu der Zeit noch rau oder drohen Frostnächte, kann eine Lochfolie oder Vlies als Schutz dienen. Bei guter Witterung ist es möglich, die Abdeckung im Nachhinein wieder abzunehmen. Außerdem ist Brokkoli ein Starkzehrer. Auch frischer Dünger organische Herkunft wie Kompost oder Stallmist ist für ihn als Grunddünger gut geeignet.

Im weiteren Verlauf sollten außerdem noch 3 bis 4 mal mit Stickstoff gedüngt werden. Lediglich in der Woche vor der Ernte ist hierauf zu verzichten, damit die Nitratanreicherung nicht so weit nach oben steigt. Außerdem wächst die Gemüsepflanze gut, im neutralen Erdboden. Somit ist es auch möglich, vor dem Pflanzen zu kalken.

Während des gesamten Anbaus dürfen natürlich auch das Gießen und das Hacken nicht vergessen werden. Gerade bei trockenem Wetter ist die Flüssigkeit für den Brokkoli wichtig. Das Hacken dient hingegen, um den Erdboden luftig zu halten. Darüber hinaus kann währenddessen mögliches Unkraut leichter entfernt werden. Im Anschluss des Hackens ist meist ein leichtes Anhäufeln ratsam, um den Brokkoli einen besseren Halt zu geben. Bei Bedarf können die Pflanzen auch zwischendurch angehäufelt werden.

Wer sämtliche Anbau-Anfoderungen beachtet, kann von Juni bis September den Brokkoli ernten. Es sei denn, die Pflanzen werden zuvor von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Damit ist etwa der Kohlweißling gemeint. Das ist ein Schädling, der seine Eier an die Blattunterseite verschiedener Kohlsorten legt. Die daraus schlüpfenden Maden ernähren sich anschließend von den Blättern. Ihnen kann entgegen gewirkt werden, in dem die Eier mit den Fingern abgestreift werden.

Außerdem ist es möglich, vorab ein Vogelschutznetz anzubringen. Ebenso eine Gefahr für den jungen Brokkoli ist die Kohlhernie, ein Schimmelpilz. Die Kohlhernie lässt die Pflanzenwurzel verdicken und verformen. Die Wasseraufnahme wird damit erschwert. Oft gehen die Gemüsepflanzen ein und müssen umgehend (nicht auf dem Kompost!) entsorgt werden.


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Außerdem sollten auf dem Beet für die nächsten 7 Jahre kein Gemüse der Kreufblütler-Familie gezüchtet werden. Schließlich sind die Pilzsporen noch im Boden und können sich jahrelang halten. Als Ausnahme kann ein baldiger Anbau von Sorten infrage kommen, welche gegen Kohlhernie resistent sind.

Wer sich dem Anbau von Brokkoli widmet, muss außerdem mit der Kohlfliege rechnen. Sie legt ihre Eier an den Wurzelhals der Gemüsepflanzen ab, woran die Maden später nagen. Nicht selten sterben darauf die Pflanzen ab, müssen ausgegraben und (nicht auf dem Kompost!) vernichtet werden. Um dies alles zu verhindern, kann ein Kragen aus Pappe oder Kunststoff um alle Wurzelhälse platziert werden. So legt die Fliege die Eier auf dem Kragen ab und sie vertrocknen. Ebenso kann Gesteinsmehl um die Wurzelhälse herum verteilt oder Gemüseschutznetze aufgestellt werden.

Zu guter letzt sind auch Erdflöhe für den Brokkoli ein Problem. Die Erdflöhe durchlöchern bei trockenem Wetter die Blätter der Jungpflanzen. Damit lässt die Wuchskraft nach. Jedoch kann diesem Schädling recht einfach durch häufiges Gießen, Hacken, Harken und Mulchen entgegengewirkt werden.

Ernte und Lagerung vom Brokkoli

Die Ernte von Brokkoli ist im Freiland von Juni bis Ende September möglich. Von einer Brokkoli-Pflanze kann dabei über einen längeren Zeitraum geerntet werden. Die Hauptblüte wird in der Regel als Erstes reif. Nach und nach folgen die Nebenblüten.

Als Erntegut zählen die geschlossenen grünen, manchmal auch violetten, Blütenstände. Sobald diese sich gebildet haben, bleiben sie erst einmal hängen, um zu reifen. Bevor sie beginnen sich aufzulockern, muss das Gemüse allerdings geerntet werden. Denn das Auflockern ist ein Anzeichen der Überreife.

Nach der Ernte kann der Brokkoli für bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Außerdem ist es möglich, ihn gewaschen und in Röschen geschnitten, einzugefrieren. Natürlich gehen in beiden Fällen viele Vitamine verloren. Besser ist es, den Brokkoli frisch zu verarbeiten und zu verzehren.

Was beinhaltet der Brokkoli? Wozu wird er verwendet?

Brokkoli ist ein mineralstoffreiches Gemüse. Er beinhaltet unter anderem Calcium, Kalium, Phosphor, Zink, Natrium und Eisen. Auch enthält er viel Ascorbinsäure (Vitamin C) sowie Carotin (Provitamin A). Genauso ist es mit den Vitaminen B1, B2, B6 und E. Weiterhin stecken in ihm sekundäre Pflanzenstoffe, wie Glucosinolate und Flavonoide. Nicht anders ist es mit den Isothiocyanaten Sulforaphan, 3-Methylsulfinylpropylisothiocyanat, 4-Methylsulfinylbutylisothiocyanat, 3-Butenylisothiocyanat und Allylisothiocyanat.

Aufgrund seiner gesunden Inhaltsstoffe wird der Brokkoli vor allem in der Küche genutzt. Er kann roh, gegart, gekocht, gedünstet oder dampfgegart verzehrt werden. Um die Vitamine zu erhalten, ist das Dampfgaren das beste Garverfahren. Denn beim Kochen im siedenden Wasser werden die wasserlöslichen Nährstoffe gelöst.

Welche Methode nun angewendet wird, hängt jedoch nicht zu Letzt von dem jeweiligen Gericht ab. Denn Brokkoli kann zu Brokkoli-Gemüse, Brokkoliauflauf, Brokkolisalat, Brokkolicremesuppe und vielen anderen weiterverarbeitet werden. Außerdem sind nicht nur die Röschen verwendbar. Die Stängel können genauso gut zubereitet in Spargel-Optik serviert werden.

Nicht vergessen werden sollte jedoch auch die Verwendung des Brokkoli-Samens zu Brokkolisamenöl in der Industrie. Dieses wird als Pflegeprodukt für die Haare und das Gesicht verwendet.

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