Hunde und Katzen Erste Hilfe Maßnahmen

Nach einer erfolgreichen Erstversorgung hier nun Erste Hilfe Maßnahmen für Hunde und Katzen. Hier die häufigsten Situationen, in denen eine erste Hilfe Versorgung von Hunden oder Katzen erforderlich sein kann.

Erste Hilfe für Hunde und Katzen – Allergie / Insektenstich

American staffordshire terrier dog with little kitten
Erste Hilfe für Hunde und Katzen

Bei einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich schwillt die betroffene Körperpartie an und das Tier zeigt deutlichen Juckreiz. Lebensbedrohliche Folgen kann es haben, wenn, der Insektenstich im Rachen liegt und die Atemwege zuschwellen.

In diesem Fall muss sofort der Tierarzt aufgesucht werden, der durch Kortisonpräparate die Schwellung zum Abklingen bringen kann.

Stiche in der äußeren Haut behandelt man mit kalten Umschlägen. Einen sichtbaren Stachel sollte man nach Möglichkeit entfernen.

Anfall / Epilepsie

Epileptische Anfälle sehen in der Regel dramatischer aus, als sie sind. Die Tiere fallen aus heiterem Himmel um und beginnen zu zittern bzw. mit den Beinen zu „rudern“. Nach wenigen Minuten erlangen sie dann das Bewusstsein wieder und verhalten sich ganz normal.

Gefährlich wird es, wenn sich die Anfälle häufen oder länger andauern. Deshalb sollte man das Tier auf jedem Fall beim Tierarzt vorstellen und es untersuchen lassen, auch wenn es sich wieder vollständig erholt hat.

Einigen Anfallsleiden liegen Organerkrankungen zugrunde, andere gehen vom Gehirn selbst aus, können aber mit Medikamenten behandelt werden. Das Tier sollte während eines solchen Anfalls nicht angefasst werden, sondern man schafft Platz, so dass es sich nicht verletzen kann.

Augenverletzungen

Es handelt sich hierbei um einen ernstzunehmenden Notfall. Risse des Augenlids müssen unbedingt genäht werden, auch Verletzungen der Hornhaut, festsitzende Fremdkörper oder ein vorgefallener Augapfel muss ein Tierarzt möglichst bald behandeln.

Bei frei beweglichen Fremdkörpern kann man versuchen, diese mit einer Elektrolytlösung (Notfallapotheke) herauszuspülen.

Das Tier muss während des Transports zum Tierarzt unbedingt am Reiben des Auges gehindert werden. Aus diesem Grund wird eine feuchte Abdeckung darübergelegt und mit einem Kopfverband befestigt.

Die Flasche Elektrolytlösung kann mehrfach verwendet werden, wenn die Flüssigkeit mit einer sterilen Einwegspritze entnommen wird. Es ist dann wichtig, auf der Flasche das Datum zu notieren. Innerhalb von 10 Tagen muss die Lösung dann verbraucht werden.

Bissverletzungen

Nach Raufereien sollten die Tiere sorgfältig untersucht werden. Vor allem bei dichtem Fell werden kleine Hautwunden leicht übersehen und fallen dann erst nach Tagen durch Blutverkrustungen, ständiges Schlecken und auch übelriechende Eiterungen auf.

Perforierte Hautverletzungen, bei denen ein Zahn die Haut durchdrungen hat und womöglich Haare oder Verschmutzungen unter die Haut geraten sind, müssen grundsätzlich operiert werden, da sich sonst ein Abszess bilden kann. Man sollte daher nach jeder ernsthafteren Auseinandersetzung den Vierbeiner von einem Tierarzt untersuchen lassen.

Brusttrauma und Lungenriss

Besonders nach Unfällen kann ein Aufprall mit der Brust zu Lungenrissen mit Luftauspressung aus der Lunge in den freien Brustraum, einem Pneumothorax, führen.

Eine Lungenkontusion (Lungenquetschung oder -prellung) sind die häufigsten Unfallfolgen. Da sie sich oft erst bis zu 24 Stunden nach dem Brusttrauma zeigt, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Die ersten Anzeichen äußern sich darin, dass der Patient pumpend atmet, bei zusätzlichen Lungenblutungen hat er blasse Schleimhäute und durch die mangelnde Sauerstoffversorgung auch bläulich rote Lefzen. Bei Brustwandverletzungen hört man pfeifende Geräusche bei jedem Atemzug.

Eine offene Brustwand ist einer der dringendsten Notfälle, da das Tier zu ersticken droht. Wichtig ist, dass die Stelle abgedeckt wird und man diese dann anschließend noch mit Tüchern oder Mullbinden fixiert. Der Vierbeiner muss schnellstens einem Tierarzt vorgestellt werden.

Durch Röntgenbilder wird dann das gesamte Ausmaß eines Pneumothorax sichtbar. Brustwandverletzungen werden unter Beatmungsnarkose, bei der die Lunge wieder aufgeblasen wird, versorgt.

Gefahr von Ertrinken

Erste Hilfe für Tiere
Erste Hilfe leisten bei Gefahr von Ertrinken von Hunden

Hunde und in Maßen auch Katzen können schwimmen und sich retten, wenn sie ins Wasser fallen. Gefährlich wird es erst dann, wenn das Ufer zu steil ist wie beispielsweise ein Fass, ein Kanal oder auch ein Swimmingpool oder wenn die Tiere im Winter ins Eis einbrechen.

Das Tier muss gerettet werden, aber man sollte sich dabei nicht selber gefährden. Anschließend muss es warm eingewickelt werden.

Wenn es bereits das Bewusstsein verloren hat, entfernt man zunächst das Wasser aus den Lungen, indem das Tier an den Hinterbeinen festgehalten und dann vorsichtig kopfüber hin und her geschwungen wird.

Bei größeren Hunden ist oft nur möglich, den Körper schräg anzuheben. Anschließend wird dann mit der Wiederbelebung begonnen. Dazu wird das Maul geöffnet und die Zunge nach vorn gezogen. Die Atemwege müssen frei sein. Man schließt dann die Schnauze des Tieres und streckt den Hals. Nun kann der Vierbeiner durch seine Nase alle drei Sekunden beatmet werden. Man muss dabei darauf achten, dass sich der Brustkorb hebt, aber dabei nicht zu sehr vorwölbt.

Anschließend wird der Herzschlag an der seitlichen Brustwand und der Puls an der Innenseite des Oberschenkels geprüft. Bei einem Herzstillstand muss eine externe Herzmassage erfolgen. Dazu wird die linke Hand flach auf den Brustkorb des Tieres in Höhe des Ellenbogens gelegt. Mit der rechten Hand wird dann in schneller Folge fünf- bis zehnmal auf die Linke gepresst.

Das Tier wird dann ein-bis zweimal beatmet, bevor man den Herzschlag kontrolliert. Bei Katzen und kleineren Tieren erfolgt die Massage mit zwei Fingern. Auf jeden Fall muss unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, da eine Schockgefahr besteht und auch Spätfolgen auftreten können.

Geburtsschwierigkeiten

Bei erstgebärenden Tieren kann es leicht zu einem verzögerten Geburtsablauf kommen. Wichtig ist hier, dass bei Verzögerungen und auch anderen Auffälligkeiten immer sofort der Tierarzt angerufen und dort nach Rat gefragt wird.

Das gilt auch, wenn trotz Geburtstermin keinerlei Anzeichen für Wehen bestehen. Wenn das Tier bei gutem Allgemeinbefinden ist, kann bis zum 70. Tag der Trächtigkeit gewartet werden.

Falls das Tier übelriechendes, dunkelgrünes Sekret aus der Scheide absondert oder die Körpertemperatur ansteigt, ist das ein Hinweis auf abgestorbene Welpen, bzw. eine Infektion der Geburtswege.

Bei Hündinnen wird eine Körpertemperatur über 39 °C und bei Katzen über 39,3 °C kritisch. In solchen Fällen sollte das betreffende Tier baldmöglichst beim Tierarzt vorgestellt werden, ebenso, aber auch wenn sich die Mutter während der Geburt auffällig verhält, nach der Geburt schwach ist, nicht frisst oder auch die Welpen vernachlässigt.

Sollten während der Wehen größere Mengen an hellrotem Blut austreten, kann vermutlich eine Verletzung der Geburtswege vorliegen, auch hier muss das Tier dann schnellstens zu einem Tierarzt gebracht werden.

Das gilt auch, wenn um den Geburtstermin Zitterkrämpfe einsetzen. Dazu kann es leicht kommen, wenn zu wenig Kalzium für die Milchproduktion zur Verfügung steht. Die Krämpfe müssen dann durch Kalziuminfusionen beim Tierarzt behandelt werden. Wichtig ist daher, bereits während der Trächtigkeit die Versorgung mit Kalzium zu optimieren.

Daher sollte man trächtige und auch säugende Tieren unbedingt mit einer speziellen Nahrung, die genau auf den erhöhten Energie – und Nährstoffbedarf in dieser Lebensphase abgestimmt ist, füttern.

Gegenständen im Maul

Beim Zerreißen von Knochen oder Zweigen können sich Teile davon zwischen den Backenzähnen oder auch im Rachen festsetzen. Betroffene Tiere reiben sich dann mit der Pfote am Maul, speicheln intensiv und versuchen sich, des Fremdkörpers durch Scheuern der Schnauze am Boden oder an Gegenständen zu entledigen.

Man muss versuchen dem Tier ins Maul zu schauen, indem man die Lefze im Mundwinkel zwischen die Backenzähne schiebt oder mit einem „Beißholz“ den Kiefer seitlich zwischen den Backenzähnen aufzuspreizt. Mit einer Pinzette oder Klemme lässt sich dann der verkeilte Fremdkörper gelegentlich sofort entfernen.

Vor allem bei widerspenstigen, hysterischen oder aggressiven Tieren bedarf es aber häufig einer Narkose, um das Malheur zu beheben. Ratsam ist es, dass Tier schon frühzeitig daran zu gewöhnen, sich ins Maul fassen zu lassen, dann kann es im Ernstfall leichter untersucht werden.

Haut und Muskulatur von Hunden und Katzen

Neben Unfällen, Verkehrsunfällen und Beißereien können auch Stiche und Schusswunden starke Blutungen verursachen. Bei hellrot pulsierendem Blut droht ein rascher Blutverlust, da dann ein arterielles Gefäß beschädigt wurde. In diesem Fall muss oberhalb der Wunde abgebunden, bzw. ein Druckverband angelegt werden.

Das Tier muss anschließend sofort zum Tierarzt gebracht werden. Auch hier muss man unbedingt auf Schocksymptome achten.

Falls durch die Wunde die Brusthöhle geöffnet wurde, droht ein Lungenkollaps. Man muss jetzt auf saugende Atemgeräusche achten. Auf die Wunde wird eine sterile Abdeckung gepresst.

Bisswunden sind in der Regel infiziert und sollten dabei, unabhängig von der Größe, immer von einem Tierarzt versorgt werden. Bei allen Verletzungen muss man darauf achten, dass das Tier die Wunde nicht belecken kann. Daher legt man einen Verband an oder bedeckt die Wunde mit einem frischen Handtuch.

Sollte in einer Wunde ein Fremdkörper stecken, darf er niemals mit Gewalt herausgezogen werden, sondern man schneidet ihn einige Zentimeter oberhalb der Wunde ab. Anschließend legt man für den Transport einen Verband an.

Schmutz und auch kleinere Fremdkörper können mit einer sterilen Elektrolytlösung vorsichtig aus der Wunde gespült werden, bevor man dann einen Verband anlegt. Wichtig ist beim Verbinden, dass die Blutzirkulation nicht abgeschnürt wird.

Herzversagen

Bei älteren Tieren mit bestehender Herzerkrankung kann eine starke Belastung wie Bewegung, Hitze oder auch Aufregung zum plötzlichen Herzversagen führen. Aber auch starke Flüssigkeitsverluste, beispielsweise durch Blutungen, hochgradigen Durchfall, Erbrechen oder Verbrennungen, können über den Schock zum Herzversagen führen.

Das Gehirn nimmt Schaden, wenn es länger als drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung ist, daher ist bei einem Herzversagen höchste Eile geboten. Es müssen erste Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dazu legt man ein gefaltetes Handtuch unter den Brustkorb des betroffenen Tieres und legt dann die linke Hand flach auf den Brustkorb etwa in Höhe des Ellenbogens.

Mit der rechten Hand presst man dann in einer schnellen Folge fünf- bis zehnmal auf die Linke, um das Herz anzuregen. Anschließend beatmet man das Tier ein- bis zweimal, bis der Herzschlag kontrolliert wird. Mitunter muss eine erneute Herzmassage erfolgen.

Schnellstmöglich sollte dann ein Tierarzt aufgesucht werden. Bei einem Flüssigkeitsdefizit kann nur eine sofortige Notfallversorgung mit Infusionen das Tier retten.

Liegt ein Herzschaden oder auch eine andere schwere Grunderkrankung wie beispielsweise Tumore vor, sind in der Regel trotz einer Wiederbelebung die Überlebenschancen oft gering. Vorbeugend kann man regelmäßig das Herz des Tieres untersuchen lassen und vor allem Übergewicht vermeiden. Eine Gewichtsreduzierung kann durch Fütterung einer geeigneten, energiereduzierten Nahrung erfolgen.

Hitzschlag

Dog in hot car in summer
Achtung: Gefahr von Hitzschlag – Hund im Sommer im Auto

Werden Tiere an warmen Tagen in Autos eingesperrt, kann sich der Innenraum sogar im Halbschatten so stark aufheizen, dass es zu einem Hitzschlag kommt.

Die Tiere hecheln dann stark, sind panisch, taumeln und zeigen daneben gerötete Schleimhäute wie das Zahnfleisch. Auch Katzen können natürlich einen Hitzschlag erleiden.

Betroffene Tiere müssen umgehend an einen kühlen und schattigen Ort gebracht werden. Zur Abkühlung, besonders am Kopf, sollte vorsichtig ein feuchtes Tuch Verwendung finden. Um den Kreislauf wieder anzuregen werden dann die Gliedmaßen vorsichtig massiert.

Falls das Tier bereits bewusstlos ist, sich erbricht oder Anzeichen für einen Schock sichtbar sind, muss der Patient sofort zu einem Tierarzt gebracht werden. Erste Anzeichen für einen Schock sind eine schnelle Atmung, rasender Puls, kalte Gliedmaßen, eine Körpertemperatur unter 37 °C und blasse Schleimhäute.

Innere Verletzungen

Besonders bei Autounfällen oder auch hohen Stürzen kann es schnell zu inneren Verletzungen kommen, die mitunter nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Auch wenn mitunter ein solcher Zwischenfall scheinbar glimpflich abgegangen ist, sollte das betroffene Tier unbedingt vom Tierarzt untersucht werden.

Wichtig ist hier auch eine aufmerksame Beobachtung für einige Zeit. Dabei sollte man dann unbedingt auf erste Anzeichen für eine Kreislaufschwäche wie Hecheln, blasse oder auch bläuliche Schleimhäute und Schwäche achten.

Ratsam ist es hier die Druckprobe am Zahnfleisch durchzuführen. Dazu wird die Oberlippe angehoben und mit dem Finger auf das Zahnfleisch gedrückt. Diese Stelle sollte sich dann innerhalb von zwei Sekunden wieder rosa färben, andernfalls hat das Tier vermutlich einen Kreislaufschock.

Daneben sollte man ebenfalls auf eine ungestörte Atmung ohne Rasselgeräusche achten.

Wenn sich der Zustand des Tieres verschlechtert oder es zeigt Anzeichen eines Schocks (Körpertemperatur unter 37°C, kalte Gliedmaßen, blasse Schleimhäute, rasender Puls, schnelle Atmung) muss das Tier unbedingt zum Tierarzt gebracht werden.

Knochenbrüche

Brüche sind nicht immer sofort erkennbar. Besonders bei geschlossenen Brüchen, bei denen die Haut über den gebrochenen Knochen unverletzt bleibt, können unbemerkt bleiben oder wie eine Verrenkung oder Bänderdehnung aussehen.

Bei einem Verdacht auf einen Knochenbruch, beispielsweise nach einem Unfall, muss auf jeden Fall der Tierarzt konsultiert werden. Erst durch eine Untersuchung und Röntgenaufnahmen lässt sich das Ausmaß des Schadens erst richtig beurteilen.

Erste Anzeichen für einen Bruch können Lahmheit und eine abnorme Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaßen oder Gelenke sein. Bei Berührung reiben die Knochenstücke aneinander und knistern (Krepitation).

Offene Brüche, bei denen die Haut verletzt ist oder gar ein Stück des Knochens vorsteht, müssen dringend tierärztlich versorgt werden. Zunächst prüft man, ob das Tier einen Schock erlitten hat. Der Hund sollte möglichst wenig bewegt werden. Am besten legt man ihn auf eine Decke, die durch ein Brett oder eine Platte von unten gestützt wird, so dass sich der Körper des Tieres beim Tragen nicht durchbiegt.

Die betroffene Extremität muss weitgehend geschont werden. Man sollte sie nicht berühren oder gar versuchen, gerade zu richten. Der Vierbeiner muss auf der gesunden Seite liegen, das verletzte Bein sollte in Normalstellung mit einer Decke gepolstert werden.

Für den Transport zum Tierarzt ist unter Umständen, das Anlegen eines provisorischen Schienenverbandes zu empfehlen. Dem Tier sollte dabei auf jeden Fall die Schnauze zugebunden werden.

Die Wunden offener Brüche werden mit sterilem Verbandsmaterial, Mull oder einem frischen Handtuch abgedeckt. Auf keinen Fall darf man Wundbalsam oder Salben in den offenen Bruch geben.

Beim Anlegen eines Schienenverbandes wird zuerst eine Mullbinde zur Polsterung angelegt, über die zur Schienung Holzleisten, Stöckchen oder ein Lineal gelegt werden können. Diese werden dann mit einer weiteren Binde in der Normallage des Beines befestigt. Man orientiert sich dabei am gesunden Bein. Nun sollte der Transport zum Tierarzt schnellstens erfolgen, dabei darf sich die Bruchstelle nicht bewegen oder berührt werden.

Pfotenverletzungen

Bei stark blutenden Schnittverletzungen der Ballen, wie sie vor allem durch Glassplitter entstehen, ist ein Druckverband anzulegen. Zuerst wird die Wunde von grober Verschmutzung und Fremdkörpern gereinigt und dann möglichst kompakt mit Kompressen oder Papiertaschentüchern unter Druck bedeckt.

Junger Hund und junge Katze
Erste Hilfe für Katzen und Hunde

Dann wird die Pfote mit elastischen Gazebinden oder Stoffstreifen so fest umwickelt, dass die Blutung aufhört. Gelingt dies nicht, muss das Bein abgebunden werden. Daneben können Pfotenverletzungen aber auch durch einen Dorn oder Insektenstiche hervorgerufen werden.

Anzeichen hierfür sind plötzlich auftretende Lahmheit eines Beines oder Hochheben der Pfote, intensives Schlecken, Winseln und Humpeln.

Hat der Hund großes Vertrauen zu seinem Besitzer, dann hält er ihm manchmal sogar die verletzte Pfote entgegen. Mit der nötigen Vorsicht kann man dann den Stachel oder Dorn entfernen.

Schädeltrauma

Verletzungen im Kopfbereich ziehen sehr oft eine Gehirnerschütterung (Comotio cerebri), einen Schädel- oder gar einen Schädelbasisbruch nach sich. In solchen Fällen zeigt der Vierbeiner Benommenheit, eventuell sogar Erbrechen, unterschiedlich große Pupillen und ebenfalls eine verzögerte Pupillenreaktion.

Bei Schädelbrüchen kommt es zusätzlich zu Augenzittern, Blutungen aus dem Ohr bei Verletzungen der Schädelbasis und eventuell blutunterlaufenen Augen. Das betroffene Tier muss ruhig gelagert werden und es muss umgehend und erschütterungsfrei ein Transport zum Tierarzt erfolgen.

Dieser verabreicht dem Unfallopfer entwässernde und das Gehirnödem abschwellende Infusionen. Brüche der Schädeldecke müssen meist operativ versorgt werden.

Schock

Nach Unfällen können sich Tiere wie auch Menschen in einem Schockzustand befinden. Dabei gerät der Kreislauf unter eine extreme Belastung und bewirkt, dass lebensnotwendige Organe nur noch ungenügend mit Sauerstoff versorgt werden.

Durch Blutleere im Hirn kann auch eine Ohnmacht eintreten. Bei einem gleichzeitigen Blutverlust entsteht dann schnell eine lebensbedrohliche Situation. Bei allen Notfallsituationen muss das Tier zuerst auf Anzeichen für einen Schock untersucht werden.

Symptome sind hierbei eine schnelle Atmung, jagender, dünner Puls, weite Pupillen, blasse Schleimhäute mit verzögerter Füllung der Gefäße nach einer Druckprobe, eine Körpertemperatur unter 37 °C, kalte Gliedmaßen, Mattigkeit, Schwindel und ein taumelnder Gang.

In einem späteren Stadium kommt es dann zu einer flachen und langsamen Atmung, unregelmäßigem Herzschlag und Reaktionslosigkeit. Vor allen anderen Notfallmaßnahmen hat die Bekämpfung des Schocks den Vorrang. Wie auch beim Menschen gilt es in einer solchen Situation, das Tier, in eine stabile Lage zu bringen, wobei es auf der weniger verletzten Seite liegen sollte.

Dabei wird der Kopf gestreckt und sollte etwas tiefer liegen, damit das Gehirn besser durchblutet wird. Dazu hebt man das Becken und die Hinterläufe an und legt ein Kissen oder ähnliches darunter. Starke Blutungen stillt man dann mit dem Anlegen eines Druckverbandes.

Falls notwendig, führt man Wiederbelebungsmaßnahmen (Herz-Druck-Massage und Beatmung) durch. Zum Warmhalten sollte das Tier mit einer Decke oder Mantel, Jacke vorsichtig zugedeckt werden. Wichtig dabei ist, dass der Vierbeiner frei atmen kann.

Anschließend sollte der Patient schnellstens zum Tierarzt gebracht werden. Zusätzlich verabreicht dieser dann Infusionen und ein Kreislaufmittel. Neben Unfällen können aber auch allergische Reaktionen wie Insektenstiche oder auch Medikamente zu einem Schock führen.

Stromschlag

Tiere können beim Zerbeißen von stromführenden Kabeln einen Stromschlag erleiden. Eine solche Situation kann auch für den Helfer sehr gefährlich sein. Also sollte hier vor jeder Hilfsaktion auch an die eigene Sicherheit gedacht werden.

Das verunfallte Tier zittert. Es können Krämpfe, ein Schockzustand bis hin zur Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall ein Herzstillstand eintreten. Wichtig ist, dass weder das Tier noch Flüssigkeiten in der Nähe der Stromquelle berührt werden. Daher dreht man zuerst den Strom ab.

Anschließend wird das Tier dann, notfalls mit einem Holzstiel, befreit. Jetzt kann man gefahrlos den Herzschlag und auch die Atmung überprüfen und ggf. mit der Wiederbelebung (Herz-Druck-Massage und Beatmung) beginnen. Wichtig ist auch, dass man dabei auch auf Anzeichen eines Schocks achtet. Stromschläge verursachen Brandwunden mit hellem Zentrum und gerötetem Rand.

Die Verbrennungen müssen sofort 20 Minuten lang mit kaltem Wasser gespült werden, wenn möglich unter fließendem Wasser. Anschließend muss der Vierbeiner zum Tierarzt transportiert werden. Man deckt ihn zum Transport mit einer Decke oder Thermofolie zu.

Vorbeugend sollte man elektrische Kabel verdeckt verlegen. Sie können aber auch mit einem bitter schmeckenden Spray eingesprüht werden, um junge Tiere davon abzuhalten, darauf herumzukauen.

Unterkühlung

Hunde und Katzen sind durch ihr Fell gut vor Kälte geschützt. Bei extremen Temperaturen kann es allerdings an den Ohrrändern zu Erfrierungen kommen.

Gefährlich wird es für das Tier, wenn es im Winter in ein Gewässer stürzt oder auch ins Eis einbricht. Dann verliert das durchnässte Fell seine Dämmfunktion und die Tiere können sehr schnell auskühlen. Eine Unterkühlung führt zu Zittern, Schwäche, Krämpfen und auch Bewusstlosigkeit.

Häufig besteht ein Schock. Vor allen Hilfsmaßnahmen muss zuerst der Schock behandelt, bzw. falls notwendig Wiederbelebungsmaßnahmen (Herz-Druck-Massage, Beatmung) durchgeführt werden.

Dann führt man dem Tier Wärme zu. Dazu wird es in eine Decke oder Thermofolie gewickelt. Falls die Möglichkeit besteht, kann man auch zusätzlich noch eine Wärmflasche auf die Decke legen. Das Tier muss nun sofort zum Tierarzt gebracht werden. Dieser behandelt auch Erfrierungen, welche sich in roten, geschwollenen Ohrrändern oder auch geröteten Schwanzspitzen zeigen.

Verbrennungen

Erste Hilfe für Katzen
Erste Hilfe für Tiere bei Verbrennungen

Verbrennungen entstehen am häufigsten durch Verbrühen mit heißem Wasser, durch Berührung heißer Oberflächen wie Öfen, Ofenrohre oder Heizplatten. Daneben treten aber auch bei Stromschlägen Verbrennungen auf.

Die wichtigste Sofortmaßnahme besteht hier in einer intensiven Kühlung der verbrannten Stellen. Diese werden 20 Minuten lang mit kaltem Wasser gespült.

Danach legt man für eine längere Zeit, über mehrere Stunden, einen Eisbeutel auf. Dadurch kann der Grad der Verbrennung deutlich gelindert werden. Bei Verbrennungen 3. Grades (offene Hautwunden mit angesengtem Fleisch) ist die Wunde dann nach intensiver Kühlung mit möglichst sauberen Wasser auszuspülen. Danach wird sie mit sterilen Mullbinden oder einem sauberen Tuch abgedeckt.

Es dürfen keine Brandsalben o.ä. aufgetragen werden. Wichtig ist auch, dass man unbedingt das Tier beobachtet, um eventuell Schocksymptome zu erkennen. Diese können allerdings auch erst nach Tagen auftreten.

Das Tier muss unbedingt zur Weiterbehandlung dem Tierarzt vorgestellt werden. Selbst relativ kleine Verbrennungen können lebensbedrohliche Folgen haben, wenn durch den Flüssigkeitsverlust und die Entzündungsreaktion der Haut ein Schock ausgelöst wird.

Vergiftung

Besonders Katzen reagieren sehr empfindlich auf Giftstoffe und Kontaminationen des Fells. Aber auch Hunde können in ihrer Gier giftige Substanzen aufnehmen.

Falls man nun die Aufnahme des Gifts beobachtet hat, sollte das Tier und nach Möglichkeit auch eine Giftprobe schnellstens zum Tierarzt gebracht werden. Dieser kann dann nach Rücksprache mit der Giftzentrale geeignete Gegenmaßnahmen, wie beispielsweise ein Erbrechen des Tieres, einleiten.

Man sollte aber auch nicht vergessen, dass auch Tabak, Schokolade und auch menschliche Arzneimittel für Tiere giftig sein können. Falls man nun lediglich den Verdacht auf eine Vergiftung hat, ist es ratsam zunächst telefonisch mit dem Tierarzt Kontakt aufzunehmen.

Erbrechen tritt zwar bei vielen, aber nicht bei allen, Vergiftungen auf. Daneben kann es auch andere Ursachen haben. Anzeichen für eine Vergiftung sind vielfach ganz unspezifisch wie Erbrechen, Speicheln, Rötungen der Mundschleimhaut, Blässe, Durchfall, Zittern, Bewegungsstörungen, Atemnot, Husten, Teilnahmslosigkeit und Schmerzen.

Meist tritt dann eine Verschlechterung des Zustandes auf. Wichtig ist, dass man auch immer auf Schocksymptome achtet. Das Tier sollte auf jeden Fall dem Tierarzt vorgestellt werden.

Wirbelsäulenverletzungen von Hunden und Katzen

In der Regel treten bei Vierbeinern Wirbelsäulenverletzungen vorwiegend im Bereich der hinteren Hals- und vorderen Lendenwirbel auf.

Der Patient zeigt schmerzhafte Reaktionen bei der leisesten Berührung und Lahmheit bis zur Querschnittslähmung. Vorsicht ist daher beim Anfassen geboten. Das Tier sollte so wenig wie möglich bewegt werden.

Das verletzte Tier soll flach auf einer Decke, die ein Brett von unten stabilisiert, schnellsten zum Tierarzt transportiert werden. So wird gewährleistet, dass sich der Körper des Tieres beim Tragen nicht durchbiegen kann. Der Rücken muss dabei möglichst ruhig und gerade liegen.

Der Tierarzt wird dann nach weiteren Untersuchungen und Röntgenaufnahmen entscheiden, ob der verletzte Patient operiert werden muss.

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