Heißluftballon fahren – Fliegen ohne Motor

Einmal dem Himmel ganz nah sein, diesen Traum haben viele Menschen, den Stress und die Sorgen am Boden lassen und sich einfach nur vom Wind treiben lassen. All das ist beim Heißluftballon fahren möglich.

Heißluftballon fahren

Wenn sie die „Giganten der Lüfte“ am Himmel zeigen, sehen viele Menschen gebannt noch oben, und manch einer fragt sich, was steckt eigentlich hinter dem Ganzen und wie funktioniert es wirklich.

Heißluftballon fahren
Heißluftballon fahren

Die Ballonhülle dient zum Umfassen von erwärmter Luft. Das Volumen der leichteren heißen Luft in der Ballonhülle, bringt den erwünschten Auftrieb. Je nach Größe des Hüllenvolumens kann die sich ergebende Tragkraft genutzt werden, um die Leermasse des Heißluftballons mit der möglichen Zuladung in die Höhe zu bringen.

„Der Heißluftballon mit der warmen Luft in der Hülle ist insgesamt leichter,
als die von ihm verdrängte Luft.“

Der Stoff besteht aus einem dünnen und reißfesten Nylongewebe, das einseitig mit einer dünnen Polyurethanschicht abgedichtet ist. Der Hüllenstoff wird insgesamt leicht gehalten, damit die Eigenmasse / Leermasse so gering wie eben möglich bleibt.

An stark temperaturbelasteten Stellen der Hülle wird ein resistenterer, mit Silicon beschichteter Stoff verwendet. An der unteren Hüllenöffnung, wo die Brennerflamme in die Hülle eintritt, wird ca. 2 Meter hoch ein nichtbrennbares Nomexgewebe eingenäht.

Zum tragenden Gerippe der Hülle dienen horizontale und vertikale Lastgurte, die je nach Größe des Ballons angeordnet sind. Zum Manövrieren des Heißluftballons ist oben in der Hülle ein Parachuteventil und seitlich sind Drehventile eingebaut.

Entscheidend für die Lebensdauer des Heißluftballons ist einerseits die Qualität des Stoffes und andererseits die Belastung durch UV-Strahlung, Temperatur, Feuchtigkeit und die Wartung sowie Pflege. Die Gesamtbetriebszeit ist abhängig von der abnehmenden Reißfestigkeit und von der höher werden Luftdurchlässigkeit des Stoffes.

Die Farbe des Ballonstoffes beeinflusst die vorgenannten Faktoren erheblich, d. h. je heller der Stoff ist, umso höher ist die Betriebszeiterwartung. Im Mittel können 600 Betriebsstunden eines Heißluftballons erwartet werden.


Fotos der Niagara Fälle


Aufbau des Heißluftballons

Der Korb unter dem Ballon dient als Passagierraum und soll den Insassen Schutz bieten. Des Weiteren werden im Ballonkorb 3-4 gepolsterte Propangasbehälter befestigt. Das Traggerüst ist stabil und gleichzeitig elastisch.

Der Ballonkorb besteht in der Regel aus einem Stahlrahmen, einem Geflecht aus leichtem aber widerstandsfähigem Peddigrohr und einer Bodenplatte aus Holz. Edelstahlseile verlaufen geschützt im Geflecht, unter dem Korbboden und mit den Enden zum Brennerrahmen.

Auf der Korbbrüstung aufgesteckte Nylonstützen tragen das Brennersystem. Der ganze Aufbau kann schnell und problemlos auf und abgerüstet werden. Der obere Metallrahmen der Brüstung ist mit einer Polsterung umgeben.

Der Brenner für einen 3000 m³ großen Heißluftballon, ist ein Doppelbrenner, der zur Erwärmung der Luft in der Hülle dient. Wichtig ist das redundante Betriebssystem mit genügender Leistungsreserve, eine hohe Betriebssicherheit und eine geringe Geräuschentwicklung.

Flüssiggas wird durch Schläuche aus den mitgeführten Behältern in die Verdampferspirale geleitet, hier entspannt sich das flüssige Gas durch Erwärmung und tritt aus den Brennerdüsen zum Teil gasförmig aus. Von einer Pilotflamme wird das aus den Brennerdüsen austretende Propangas gezündet und es entsteht eine 3 bis 5 Meter hohe Flamme. Erfahrung, Können und Umsicht des verantwortlichen Piloten ist beim Umgang mit Propangas erforderlich, um Gefahren nicht entstehen zulassen.


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Propangas erforderlich, um Gefahren beim Heißluftballon fahren nicht entstehen zulassen

Albuquerque Hot Air Balloon Festival
Heißluftballon beim Albuquerque Hot Air Balloon Festival

Dies ist die Theorie, doch wie läuft so eine Ballonfahrt ab, was habe ich als Gast zu beachten?

Als erstes muss der Ballon aufgebaut werden, Der komplette Ballon wird meist in einem Anhänger oder einem kleinem Pritschenlieferwagen transportiert.

Der Korb, die Ballonhülle und der Brenner werden im ersten Schritt miteinander verbunden. Im Ballonkorb ist Platz für die Gasflaschen und das weitere Equipment für den Piloten: Funkgerät, Landkarten, GPS und Höhenmesser.

Nachdem der Brenner am Korb befestigt wurde und eine kurze Brennerprobe die Funktionstüchtigkeit des Brennersystems bestätigt, wird der Ballonkorb auf die Seite gelegt und die Ballonhülle daran befestigt. Mehrere Stahlseile, die mit Karabinern am Brennerrahmen eingehängt werden, tragen später die Ballonhülle.

Nun ist es wichtig, dass die Ballonhülle genau in den Wind gelegt wird, damit ein problemloses „Kaltblasen“ stattfinden kann. Dies geschieht mit einer Windmaschine, die 15 bis 20 Minuten nur kalte Luft in die Ballonhülle bläst.

Während des Aufblasens schließt der Pilot am oberen Ende des Ballons das Parachute, welches während der Ballonfahrt und vor allem bei der Landung dazu benutzt wird, die heiße Luft aus der Ballonhülle entweichen zu lassen.

Sobald der Ballon ca. dreiviertel gefüllt ist, bläst der Pilot mit Hilfe des Brenners die erste heiße Luft in die Ballonhülle. Dabei muss er aufpassen, die schmale Öffnung des Ballons nicht zu verbrennen. Langsam hebt sich die Ballonhülle und der Ballonkorb stellt sich automatisch auf.

Nun heißt es für die Passagiere: Einsteigen!

Vorher prüft der Ballonpilot nochmals seine Ausrüstung sowie alle Seile des Ballons.

Die Richtung bestimmt alleine der Wind! Doch wer denkt, dass man einen Ballon nicht steuern kann, dem sei gesagt: Die Fahrtrichtung des Ballones kann man durch die Änderung der Fahrthöhe wechseln, denn in unterschiedlichen Höhen herrschen unterschiedliche Windrichtungen.

Der Ballonpilot beobachtet während der gesamten Ballonfahrt die Wetterverhältnisse und ganz besonders den Wind, um bei negativen Wetteränderungen schnell einen geeigneten Landeplatz zu finden.

Eine Ballonfahrt mit Gästen dauert meist zwischen 60 und 90 Minuten

Während der Fahrt ist neben dem Gasvorrat auch das mögliche Landegelände zu beobachten. Legt sich am Abend vor Sonnenuntergang z. B der Wind, sollte der Pilot nicht mehr über ein größeres Waldstück fahren.

Wenn es in Richtung Landung geht, lässt der Pilot den Ballon langsam fallen und sucht optimalerweise eine Wiese, die groß genug ist, um den Ballon sicher zu landen. Der Verfolger mit dem Ballonanhänger wird per Funkgerät über den Landeort informiert.

Der Verfolger kommt nun an den Landeort und nimmt die Gäste wieder in Empfang.