Cognac Herstellung – Getränke

Die Herstellung von Cognac beginnt bereits nach der Weinlese, welche im Cognac-Gebiet von mehreren tausend Winzern durchgeführt wird.

Vom Rebstock zur Gärung

Da auf die für die Cognacproduktion gestatteten Rebsorten bereits eingegangen wurde, sei noch erwähnt, dass vom Bureau National Interprofessionnel du Cognac, kurz BNIC, die Verwendung der Rebsorten nach einer im Mai des Jahres 1936 getroffenen Regelung überwacht wird. Auf weitere Regelungen wird im Rahmen des jeweiligen Produktionsschrittes eingegangen. Sämtliche Rebsorten wurden in der Region nach den Verwüstungen durch die Reblaus zum Ende des 19. Jahrhunderts auf gegen die Reblaus unempfindliche Unterlagen gepfropft.

Arbeiten vor der Weinlese

Ehe ab Mitte Oktober die Weinlese beginnt, obliegt den Winzern vor allem in den Wintermonaten die Aufgabe des Rebschnittes, um für Gleichgewicht zwischen Ertrag und dem Wachstum des Rebstocks zu sorgen. Mit anderen Worten soll dadurch verhindert werden, dass altes Holz gebildet wird und die Trauben am Wachstum gehindert werden. Bezüglich des Rebschnitts sind mehrere Methode gestattet, welche je nach Bodentyp, der Erziehungsform, wie etwa einzeln stehende Rebstöcke, durch Drahtrahmen gestützte Reben oder der Pergola-Methode, dem Klima, der Rebsorte, der Unterlage, sowie von lokalen Gegebenheiten abhängig ist. Der ideale Zeitpunkt für den Rebschnitt sind frostfreie Tage von Januar bis Februar.

Sehr häufig wird in der Region Cognac wird im Rahmen des Rebschnitts zwei Methoden des Doppelsteckbogens verwendet. Hierfür wurden die Reben in der Vergangenheit mit gewässerten Weidenruten festgebunden. Aktuell wird spezieller Bindedraht verwendet, welcher aus einem in Hanf ruhendem Drahtkern besteht. Die beiden Arten sind der Doppelstrecker, bei welchem zwei Ruten zu beiden Seiten des Stickels am untersten Draht befestigt werden. Für die zweite Art, dem Doppelbogen werden die Ruten zu je einem Halbbogen gebunden. Das Aufbinden muss sehr sorgfältig durchgeführt werden, da die Reben sehr leicht brechen können. Die aufwändigste Form ist das manuelle Schneiden der Triebe mit dem Rebmesser bzw. mit der Rebschere, wobei bis zu 90 % des einjährigen Holzes entfern werden.

In der Region Cognac muss die Pflanzdichte der Rebstöcke bei 2200 Reben pro Hektar liegen, wobei der Abstand zwischen den Rebreihen bei maximal 3,50 Meter beträgt. Auch die Anzahl der Augen pro Hektar ist reglementiert, sie darf je Hektar nicht mehr als 80000 betragen. Der Begriff Auge beschreibt die Knospen des Rebstocks, welche in den Blattachseln an den Knoten von einjährigen Trieben sitzen, diese werden auch Achselknospe oder Axillarknospe genannt. Die Winterknospe besteht äußerlich aus verholzten Hüllblättern, welche in mehreren Lagen übereinander geschichtet sind und die primären, bereits vordifferenzierten Anlagen des neuen Triebs umhüllen. In Miniaturform bereits zu erkennen sind die Triebsegmente der Sprossachse mit den seitlich angewinkelten Anlagen für das Laub, den Ranken und die Blütenstände. Hohlräume in der Knospe sind mit feinen Wollhaaren ausgefüllt, so dass die Triebanlage während der Winterruhe bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr vor Verletzungen, Winterfrost und Nässe geschützt ist. In der Region Cognac“ ist die Produktion von Branntweinen aus Weinen junger Rebstöcke erst ab dem zweiten Jahr nach dem Jahr gestattet, in welchem die Auspflanzung vor dem 31. Juli durchgeführt wurde.

Die Weinlese

Die Trauben wurden in der der Vergangenheit in Region Cognac zumeist von Hand gelesen, aktuell werden hierfür auch Weinlesemaschine verwendet, welche vor etwa dreißig Jahren entwickelt und für die Anforderungen der Winzer der Region optimiert wurden. Der Beginn der Weinlese richtet sich nach dem Reifegrad der Trauben und kann binnen eines Monats beendet werden. Der nächste Schritt ist das Pressen der Trauben. Diese Tätigkeit wird sofort nach der Lese der Trauben durchgeführt und erfolgt mittels so genannter Horizontalpressen oder pneumatischen Pressen. Die Verwendung von Endlospressen, welche auch archimedische Schraube genannt werden, ist in der Region Cognac verboten.

Mit pneumatischen Pressen werden ganze Trauben verarbeitet, da durch den sanften Pressvorgang die Kämme nicht gequetscht werden und nicht zu viele Gerbstoffe im Most verbleiben. Es existieren unterschiedliche Varianten, wobei die Trauben mit oder ohne Kämme gequetscht, die Beeren also aufgebrochen und die Mostbildung beginnt. Die gewünschte Intensität kann dabei variabel eingestellt werden. Ergänzend hierzu sei angemerkt, dass solche Pressen bereits in der frühen Antike benutzt wurden. Dies konnte durch Funde von mehreren tausend Jahren alten Pressen bzw. Teilen davon belegt werden. Bereits der römische Schriftsteller Cato der Ältere, welcher von 234 bis149 vor Christus lebte, berichtete in seinen Werken von solchen Pressen.

Die Arbeit der Pressen wird hierbei sorgsam überwacht und auch die Gärung des Mostes wird laufend kontrolliert. Die Beigabe von Zucker ist vor der Gärung in der Region Cognac nicht gestattet, da dies großen Einfluss auf Qualität des Getränks haben würde. Die mehr oder minder sofort einsetzende Gärung nimmt einen Zeitraum von etwa 21 Tagen in Anspruch, wonach das erste Brennen bzw. Destillation erfolgt.

Die Destillation

Nach drei Wochen Gärung weist die Flüssigkeit einen Alkoholgehalt von etwa 9 % Vol. auf. In diesem Stadium wird der Saft als sauer bezeichnet und ist aufgrund des geringen Alkoholgehalts bestens zur Destillation geeignet, welch nach der Bestimmung des bereits mehrfach erwähnten BNIC spätestens am 31. März des darauffolgenden Jahres beendet sein muss.
Nach drei Wochen der Lagerung wird im Rahmen einer ersten Destillation das fraktionierte Verfahren angewandt. Diesbezüglich sei vermerkt, dass im Gegensatz zu Armagnac zweimal gebrannt wird. Die dazu herangezogene Flüssigkeit erweist sich als ungeklärt, mit anderen Worten wird Hefe hierbei mitgebrannt. Als Hefe werden Mikroorganismen in kugeliger, ovaler, länglich bis zylindrischer oder gespitzter Form bezeichnet, deren Größe zwischen 5 und 14 Tausendstel Millimeter betragen. Die Vermehrung mittels Zellsprossung kann bis zu 35-mal stattfinden. Hierbei benötigen Hefen vor allem Zucker als Energiequelle, sowie Nährstoffe und Spurenelemente, welche im Traubenmost vorhanden sind. Hefen verwandeln bei der Gärung den Zucker im Most hauptsächlich in Alkohol und Kohlendioxid. Zur wichtigsten Gattung zahlen so genannte Zuckerpilze, von welchen mehr als hundert Arten bekannt sind.

Aufgrund des ersten Brennens entsteht ein Destillat, welches einen Alkoholgehalt von bis zu 30 % Vol. aufweist. Hierfür dürfen Brennkessel mit einer Kapazität von maximal 140 hl und 120 hl Füllmenge, wobei vom Bureau National Interprofessionnel du Cognac eine Abweichung von fünf % toleriert wird, verwendet werden. Bedingung, dass diese ausschließlich für den ersten Brennvorgang verwendet werden, um den so genannten Raubrand zu gewinnen. Nach dem zweiten Brennen entsteht ein als Bonne Chauffée bezeichnetes Produkt mit maximal 72 % Vol. Alkoholgehalt. Hierbei darf die Füllmenge des Brennkessels 30 hl nicht überschreiten, wobei auch hierbei die Menge zu fünf % unter- bzw. überschritten werden und bis zu zwei % Rohrzucker und karamellisierter Zucker zugesetzt werden dürfen.

Die Charentaiser Brennblase

Zur Destillation wird die Charentaiser Brennblase verwendet, deren Beschaffenheit ebenfalls kontrolliert und in den Bestimmungen der AOC Cognac festgeschrieben sind. Der Brennkessel muss demnach auf offenem Feuer erhitzt werden. Dies bewirkt, nachdem die Flüssigkeit mit dem Kesselboden in Berührung kam, die Bildung zusätzlicher Aromen. Nach der zweifachen Destillation darf der Alkoholgehalt der Flüssigkeit 72,4% Vol. bei 20 Grad Celsius im Behälter nicht überschreiten.

Der Destillierkolben besteht aus drei Teilen: Zum einen aus dem charakteristisch geformten Brennkessel, welcher von einem zwiebelförmigem Helm an der Oberseite abgeschlossen wird. Der Helm verengt sich zum so genannten Schwanenhals, welcher in die Kühlschlange übergeht. Diese wird durch ein Kühlbecken geführt, welche Pipe genannt wird. Ein weiter Teil, der Vorwärmer, wird zum Anwärmen der Flüssigkeit benötigt, wodurch benötigte Energie und Zeit eingespart werden können. Es handelt sich um ein nicht verbindlich vorgeschriebenes Gerät. Die aufsteigenden Dämpfe der erhitzten Flüssigkeit sammeln sich im Helm, wonach die flüchtigsten Dämpfe als erste in den Schwanenhals gelangen. In weiterer Folge kondensieren die Dämpfe bei Kontakt mit kaltem Wasser und laufen als so genannter Raubrand ab. Es handelt sich hierbei um eine leicht trübe Flüssigkeit, welche einen Alkoholgehalt von bis zu 32 % Vol. aufweist, in den Brennkessel gefüllt und ein zweites Mal destilliert wird, wobei auch hier die Füllmenge des Brennkessels mit 30 hl mit einer Abweichung von fünf Prozent reglementiert ist.

Im Rahmen der zweiten Destillation, der so genannten „Bonne Chauffe“, wird der Vorlauf, mit anderen Worten der zu Beginn der Erhitzung erhaltene erste Teil des Destillats mit einem Alkoholgehalt von bis zu 82 % Vol. entfernt, wobei es sich um lediglich zwei Prozent der gesamten Menge handelt. Es obliegt dem Destillateur, diese Trennung vorzunehmen. Nach dem Vorlauf, läuft das klare, farblose „Herz“ des Branntweins ab, aus welchem schließlich Cognac hergestellt wird. Nach dem Abtrennen fließt das zweitrangige Destillat, welches erneut destilliert wird, und danach der Nachlauf ab. Anschließend fängt der Kellermeister das zweitrangige Destillat wenn der Alkoholmeter 60 Vol.-Prozent anzeigt auf und anschließend den Nachlauf am Ende der Destillation, welche ebenfalls mit Wein oder mit Raubrand destilliert werden.
Die Destillation nimmt einen Zeitraum von 24 Stunden in Anspruch, welcher ununterbrochen vom Kellermeister kontrolliert und gegebenenfalls darauf Einfluss nimmt. So bestimmt er etwa die Wiederverwendung des zweitrangigen Destillats oder die Temperatur während der Destillation, welche einem Cognac die persönliche Note verleiht.
Der noch klare Cognac wird in Fässer mit einem Fassungsvermögen von 340 Litern gelagert.

Herkunft und Herstellung der zur Lagerung von Cognac verwendeten Fässer

Cognac wird vornehmlich in Eichenfässern gelagert, deren Holz aus Wäldern der Regionen Tronçais und Limousin stammen. Diese werden je nach Art der Verwendung auch Trauben- oder Stieleichen bezeichnet. Die Wahl fiel auf dieses Holz, da es hart und nur schwach durchlässig ist und für Cognac interessante Extrakte enthält.

Die zum Teil mächtigen Stämme des Tronçaiswald erbringen feinporiges, weiches Holz, welches besonders durchlässig für Alkohol ist. Der Wald ist im Departement Allier im Zentrum Frankreichs zu finden, welches nach dem gleichnamigen Fluss, einem Nebenlauf der Loire benannt ist. Im Norden grenzt das ebenfalls für Eichenholz bedeutsame Département Nièvre an. Eichen dieses Waldes werden als besonders hochwertig angesehen. Die in geringem Ausmaß im Holz inne wohnenden Tannine weisen ausgeprägten, süßen Geschmack nach Vanille auf. Ergänzend sei angemerkt, dass auch die Hölzer der Wälder in Dreuille und Gros Bois als hochwertig angesehen werden. Neben der allgemeinen Bezeichnung Allier werden die Hölzer auch unter dem Namen dieser Forste vermarktet. Dieses am häufigsten verwendete Eichenholz ist auch Rot- und Weißweine geeignet.

Zahlreiche Legenden werden von Einheimischen über diesen Wald erzählt. Sie handeln von Nymphen und Feen, welche im Unterholz lebten oder auch von einem die Zukunft voraussagenden Brunnen. Der Wald war einst im Besitz der Herzöge von Bourbon. Nach der Konfiszierung durch den Staat wurden mehr als 70 Prozent des Bestandes abgeholzt. Jean-Baptiste Colbert, der Gründer der französischen Seemacht, rettete den Wald um das Jahr 1670 vor der endgültigen Vernichtung in dem er die Bäume für die königlichen Werften reservierte. So durfte niemand außer dem König selbst, dort Bäume fällen. Aus dieser Zeit sind einige Bäume erhalten.


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Aus Limousinwäldern wird mittelporiges Holz bezogen, welches als härter, zäher und poröser angesehen wird. Diese Wälder sind in der gleichnamigen Region in der Mitte Frankreichs, westlich des Zentralmassivs zu finden. Die Region umfasst die Départements Corrèze, Creuse und Haute-Vienne. Das großflächige Waldgebiet schließt südwestlich an das Département Allier an. Die Böden der Region sind von Granit, Ton und Kalkstein durchsetzt und liefern großporiges Holz mit geringeren Aromen, dessen reichhaltige Tannine rasch ausgelöst werden. Das Holz dieser Wälder wird nicht nur für Fässer zur Lagerung von Cognac herangezogen, auch Armagnac und kräftige Rotweine wie etwa Cabernet Sauvignon, Grenache, Syrah und Zinfandel werden in Fässern aus Limousineiche gelagert. Die Region Limousin wird aktuell stark von der Landwirtschaft geprägt und erinnert stark an die Landschaft Irlands. Abschließend sei bemerkt, dass die Tannine der Tronçaiseichen als besonders mild bekannt sind, jene der Limousineichen werden für ihre Kraft und Ausgewogenheit geschätzt, für welche auch Cognacs gerühmt werden.

Lagerung und Reifung von Cognac

Die Herstellung von Fässern zur Lagerung bzw. Reifung von Cognac wird auch Kunstfertigkeit angesehen und erfordert eine Reihe von Arbeitsschritten. Fasshersteller geben von Generation zu Generation diese Fertigkeiten weiter, welche bereits im Altertum bekannt waren. Zu dieser Zeit wurden für die Herstellung von Fässern bereits Hölzer von Akazien-, Eukalyptus-, Kastanien-, und Kirschenbäumen sowie Palmen, Pinien und Zedern verwendet. Im antiken Griechenland waren zwar Holzfässer noch nicht bekannt, jedoch berichtete der Grieche Herodot um das Jahr 450 vor Christus, dass in der Stadt Babylon, Fässer aus Palmholz hergestellt wurden. Historisch gesichert ist auch, dass Kelten ein Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung Holzfässer für den Transport von Flüssigkeiten verwendeten und Römer diese Fertigkeit von ihnen übernahmen. Bereits zu dieser Zeit war bekannt, dass Eiche eines der härtesten Hölzer hervorbringt, welches zwar zäh, jedoch zu bearbeiten ist. Aufgrund der ringförmig angeordneten Poren wird darin gelagerten Flüssigkeiten ein Austreten durch das Holz verwehrt.

Fasshersteller bzw. –binder werden auch aktuell noch Küfer genannt, eine Bezeichnung welche sich von der Kufe, einem alten Hohlmaß bzw. Fasstyp ableitet. An erster Stelle im Rahmen der Fassherstellung steht die Trocknung der Fassdauben. Hierfür werden Holzbretter zwischen dem Kernholz und dem Splint von Eichen entnommen, welche ein Alter von mindestens hundert Jahren aufweisen. Diese werden gespalten, um die Holzfasern nicht zu zerstören und etwa drei Jahre im Freien gelagert. Während dieser Zeit verliert das Holz Pflanzensaft und Bitterkeit. Im Anschluss daran werden die Fassdauben bearbeitet, indem sie mittels Eisenreifen über Feuer aus Eichenspänen und Holzstücken zusammengefügt werden. Kraft und Hitze des Feuers bewirkt bei regelmäßigem Befeuchten des Holzes, dass die Fassdauben die notwendige Elastizität erlangen. Der entstehende zarte Geruch erinnert dabei an frisches Brot. Die Intensität des Feuers hat großen Einfluss auf die Merkmale von Cognac. Während des Erhitzens wird ein Kabel am unteren Ende des Fasses befestigt und nach und nach zusammengezogen, wodurch sich die Dauben immer enger aneinanderlegen, bis sie schließlich dicht abschließen, ohne dass Leim oder Nägel verwendet werden müssen. Anschließend werden die Fässer Tests betreffend ihrer Beständigkeit und der Unempfindlichkeit gegen heißes Wasser unterzogen, um undichte Stellen feststellen zu können.
Nun kann der Lagerung bzw. Reifung von Cognac nicht mehr im Wege stehen.

Während der Lagerung reduziert sich der Alkoholgehalt, des Weiteren erhält der gelagerte Cognac seine typische, goldbraune Farbe. Nach einigen Jahren wird die Flüssigkeit in Fässer mit 540 Liter umgefüllt und reift weiter. Um die Qualität zu verbessern, werden zumeist Cognacs unterschiedlichen Alters aus verschiedenen Zonen verschnitten. Es werden auch Jahrgangs Cognacs angeboten, deren Destillate aus einem einzigen Erntejahr stammen, auf welche zu einem späteren Zeitpunkt näher eingegangen wird. Cognac erhält seinen Alkoholgehalt von meist 40 % Vol. unmittelbar vor der Flaschenabfüllung durch Verdünnung mit destilliertem Wasser, welches mit geringen Mengen von Alkohol angereichert wird. Im Gegensatz zu Armagnac ist bei Cognac die Angabe des Jahrgangs nicht gestattet. Cognac darf erst ab zumindest zwei Jahren Fasslagerung abgefüllt und verkauft werden.

Das Alter eines Cognacs

Dieses wird durch geschützte Bezeichnungen angegeben, wobei sich dies auf die Reifezeit in den Fässern bezieht. Nach der Abfüllung in Flaschen reift Cognac im Gegensatz zu Wein nicht mehr. Gelagert werden die Produkte von zahlreichen Herstellern in einem speziellen Raum, welche die Bezeichnung „Paradis“ trägt. Der jährliche Verlust durch Verdunstung kann bis zu fünf % betragen, welcher als Anteil der Engels bezeichnet und mittels „Réserve des Anges“ersetzt werden muss. Herstellung und Alterung von Cognac wird ebenfalls durch das BNIC, dem „Bureau National Interprofessionnel du Cognac“ überwacht.

Das Alter eines im Handel angebotenen Cognacs wird durch das darin enthaltene jüngste Destillat bestimmt. Diesbezüglich wird jeder Cognac in einer Statisik erfasst und mit der Bezeichnung „Compte 00“, mit anderen Worten dem Konto 00 ausgewiesen, als erster Stichtag gilt der 1. April. Cognacs mit dieser Bezeichnung weisen ein Alter von zumindest einen Tag bis maximal dreieinhalb Monate im Fass auf. Am 1. April des Folgejahres weisen diese Cognacs zumindest ein Jahr Fasslagerung auf und werden dem „Konto 01“ zugerechnet. Ein Cognac aus dem Konto 2 wird mit drei bis sieben Sternen an Etikett mit Bezeichnungen wie Authentic, De Luxe, Elegance, Grand Choix, Monopole, Selection, Very Special oder Very Superior versehen.

Cognacs des Kontos 3 werden als Crest, Cuvée Speciale, Fine, Grande Selection, Privilege, Qualité Speciale, Superieur und Tres Bonne bezeichnet, jene mit der Bezeichnung Konto 4 tragen die Zusätze Premiere Croix, Rare, Reserve, Vieux, Very Old, Very Special Old Pale oder Very Superior Old Pale, Very Very Special oder Very Very Superior. Dem Konto 5 werden Cognacs zugerechnet, welche im Handel als Cuvée Reserve, Grande Fine, Grande Reserve, Reserve de la Maison, Reserve Particuliere, Very Very Special Old Pale oder Very Very Superior Old Pale bezeichnet werden. Zu guter Letzt sei das Konto 6 erwähnt, dessen Produkte mit Zusätzen wie Age Inconnu, Extra, Grande Reserve, Hors d’Age, Imperial, Napoleon, Extra Old, Tres rare, Tres Vieux, Vieille Reserve und Very Extra Old versehen werden.

Nach dem Konto 6 sieht das BNIC keine weiteren Kontrollen vor. Zahlreiche Hersteller lassen ihre Produkte jedoch bis zu 20 Jahren und länger reifen. Diesbezüglich sind unterschiedliche und teilweise für Einsteiger verwirrende Bezeichnungen auf den Etiketten zu finden.

Ein Beschluss aus dem Jahre 1983 legt die Benutzung der Altersbezeichnungen nahe, welche je nach Alter des jüngsten Cognacs verwendet werden dürfen. Unter auf Etiketten zu findenden fünf Sternen werden Bezeichnungen wie etwa Cuvée Supérieure Grande Seléction angegeben. In den vergangenen Jahren wurden Vorschriften aufgestellt, um jegliche Nachahmung im Rahmen der Herstellung wie auch im Design der Flaschen und Etiketten zu verhindern.

Jahrgangs-Cognacs

Diese auch Millésimes genannten Produkte müssen Destillate enthalten, welche aus einem einzigen Erntejahr stammen. Ist dies der Fall, wird das Erntejahr auf dem Etikett angegeben. Lediglich in sehr seltenen Fällen werden Millesimes Cognacs hergestellt stellt. Zudem sei vermerkt, dass „Millésime“ Congacs in der gleichnamigen meist in versiegelten Fässern oder in besonderen „Millésime“-Lagern aufbewahrt werden. Für ein solches Lager existieren zwei Schlüssel, wobei ein Exemplar der Besitzer der Destillerie verwahrt und ein Duplikat dem BNIC überlassen wird. Dieser Vorgehensweise dient dazu, das Alter der als „Millésime“ vermarkteten Cognacs nachweisen zu können. Dieses Vorgehen wird in der Praxis noch in geringem Ausmaß angewandt.

Bemerkungen zur Tätigkeit eines Kellermeisters

Kellermeister überwachen die Destillation, die Lagerung bzw. Reifung der Destillate und entscheiden im Rahmen von Verkostungen den Zeitpunkt der Umfüllung in andere Fässer oder ob diese in ein anderes Lager gebracht werden müssen, um den Geschmack eines Cognacs zu erhalten, ihn zu verbessern oder trockener werden zu lassen. Hierbei besteht für ihn auch die Möglichkeit, destilliertes oder demineralisiertes Wasser zuzuführen, um den beim Verkauf erwünschten Alkoholgehalt von 40 % Vol.-zu erhalten. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache „Reduktion“ genannt.
Die Arbeit eines Kellermeisters fußt auf langjähriger Erfahrung und ermöglicht es Cognac-Herstellern, die Qualität ihres Produkts zu meistern. Mit seinen Kompositionen aus Cognacs unterschiedlichen Alters und verschiedener Lagen wird garantiert, dass sich jeder Verbraucher des gleichbleibenden Geschmacks seines bevorzugten Cognacs sicher sein kann. Im Regelfall werden zur Herstellung der Produkte Kompositionen sehr viel ältere Branntweine, als es gesetzlich vorgeschrieben ist.

Das geeignete Glas für einen Cognac

Wie bei anderen Getränken wird auch in Sachen Cognac über die geeignetste Glasform diskutiert. Beruflich mit Cognac Befasste neigen zur Verwendung von tulpenförmigen Gläsern, wobei zum Teil blau eingefärbte Gläser verwendet werden, um nicht von der Farbe oder Schwebestoffe des Cognacs beeinflusst zu werden. Auch kleine Weingläser eignen sich zum Genuss von Cognac.

Die Verwendung eines großen Cognacschwenkers wird aktuell als unvorteilhaft angesehen, da sich die Aromen rasch verflüchtigen können und lediglich der Geruch von Alkohol zu verspüren ist. Da aus diesem Grund nicht zu große Gläser verwendet werden sollten, hat sich der Gebrauch von tulpenförmigen Gläsern als vorteilhaft erwiesen, um Aromen zu identifizieren ohne sie zu sehr zu verdichten oder zu verlängern.

Diesbezüglich sei vermerkt, dass etwa ein halbe Minute nach dem Einschenken Cognac andere Nuancen bereithält als in den Minuten danach. Wird ein Glas ruhig in der Hand gehalten und abgewartet etwas, zeigen sich Aromen noch schwach ausgeprägt. Wird durch Schwenken die Glaswand benetzt und das Aromen aufgenommen, zeigen sich diese intensiver, und frischer, wobei auch Alkohol deutlich zu verspüren ist. Daher haben sich nicht zur große Gläser in Tulpenform als vorteilhaft für den Genuss von Cognac erwiesen.

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