Buddhismus Lehren

Die Hinayana-Lehre (das kleine Fahrzeug) – Anhänger dieser Richtung des Buddhismus (auch Therawada-Buddhismus genannt) finden sich zur Hauptsache in den Ländern Sri Lanka, Burma, Thailand, Kambodscha. (2.) (Therawada = Anhänger der Lehre der ältesten Mönche). Hauptgegenstand aller Verehrung ist Gautama-Buddha. Er gilt als Vorbild, nicht als Gnadenspender oder Erlöser.

Die vier Lehren des Buddismus

Buddhismus - Weltreligion
Die Lehren des Buddhismus

Demnach erwirbt jeder Mensch Erleuchtung und Erlösung durch eigene Kraft, ohne Vermittlung eines Erlösers, ohne von außen kommende Gnade, ausschließlich durch Befolgung seiner Lehre. Nur so wird der Gläubige das Heil erlangen. Diese Glaubensrichtung ist ein streng mönchischer Buddhismus. Das Nirvana ist eigentlich nur den Mönchen und Nonnen vergönnt.

Der Ausdruck „kleines Fahrzeug“ ist bezeichnend:Nur wenige Menschen erreichen die Buddhaschaft, können doch nur Mönche und Nonnen sich ernsthaft mit dieser Lehre befassen. Alle übrigen Menschen müssen vorerst durch weitere Leben gehen, bis sie „soweit sind“.

Die Mahayana-Lehre (das große Fahrzeug)

Dies ist heute die größte buddhistische Schulrichtung. Wir finden sie hauptsächlich in China, der Mongolei, Japan, Korea, Nepal, Nordindien und Tibet. (2.)

Als Vermittler von Erlösung spielen Bodhisattvas die Hauptrolle. Diese sind mit den Heiligen und Engeln im Christentum vergleichbar. Ihr religiöses Ideal ist das Erbarmen. Bodhisattvas werden als überirdische Wesen verehrt. Diese begnaden den Gläubigen in ihrer höheren Welten, stehen den Frommen als Nothelfer immerzu bei. Ein Bodhisattva ist ein „zur Erleuchtung Befähigter“. Statt aber als Buddha ins Nirvana einzugehen, verzichtet er so lange ausdrücklich auf seine Erlösung, bis dank ihm alle Wesen den Heilsweg „auf dem großen Fahrzeug“ gefunden haben.

Auch hier macht der Begriff „großes Fahrzeug“ durchaus Sinn: Das Paradies ist in dieser Lehre auch der „großen Masse“ zugänglich; es bleibt nicht nur der mönchischen Elite vorbehalten. Alle Gläubigen können an der Erlösung teilhaben.

Die Vajrayana-Lehre (das diamantene Fahrzeug)

Diese dritte große Schulrichtung des Buddhismus wird hauptsächlich in den Himalya-Staaten und zum Teil auch in Japan praktiziert.(2.) Vajara heißt Donnerkeil. Diamant, der Stein, der alle Verblendung und alles Böse mit der Macht absoluter Wahrheit vernichtet.

Im diamantenen Fahrzeug erlangten die Buddhas immer mehr gottähnlichen Rang. Es wurden ihnen Frauen und Kinder beigesellt, Symbole, ein Leittier, Farben. Im Mittelpunkt stehen die fünf DHYANI-BUDDHAS. Die Zahl Fünf steht für die fünf menschlichen Sinne, die fünf Farben sowie Weltgegenden, über die sie herrschen.

Die vier edlen Wahrheiten und der edle achtfache Pfad

Buddha fasste seine Erkenntnis in der Nacht unter dem “Bodhi”-Baum in die Lehre von den “vier edlen Wahrheiten”, die sich später zu einem eigentlichen Glaubensbekenntnis der Buddhisten entwickelte.

1. Die edle Wahrheit vom Leiden

Was ist das Leiden?

Geburt ist leidvoll. Altern ist leidvoll. Krankheit ist leidvoll, Sterben ebenso. Trauer, Schmerz, Gram und Verzweiflung sind leidvoll. Mit Unliebem verbunden sein ist leidvoll. Vom Lieben getrennt sein ist leidvoll. Das Nichterlangen von Begehrtem ist leidvoll. Summa: Jegliche Art des Begehrens ist leidvoll.

2. Die edle Wahrheit von der Entstehung des Leidens

Was ist die Ursache des Leidens?

Gier bewirkt Leid, jenen Durst, der von Wiedergeburt zu Wiedergeburt führt, der von Lust und Leidenschaft begleitet ist, der hier und dort seine Freude findet, der nach Sinnesgenuss, Werden, Dasein und Vergänglichkeit strebt.

3. Die edle Wahrheit von der Aufhebung des Leidens

Wie kann das Leiden aufgehoben werden?

Nur wer sich von Begierde und Durst löst, wer sie vernichtet und aufgibt, kann sich des Leidens entledigen.

4. Die edle Wahrheit vom Pfad zur Aufhebung des Leidens

“Der edle, achtgliedrige Pfad”. Das Rad der Lehre symbolisiert mit seinen acht Speichen den “Edlen, achtgliedrigen Pfad”.

1. Rechte Anschauung: Das Wissen um das Leid, seine Entstehung, seine Aufhebung und den Weg zu seiner Aufhebung kennen.

2. Rechte Gesinnung: Frei sein von jeglicher Begierde, Gewalttätigkeit und Uebelwollen.

3. Rechtes Reden: Lügen und Verleumdung entsagen.

4. Rechtes Handeln: Unterlasse Töten, Stehlen, unerlaubten Geschlechtsverkehr.

5. Rechter Lebensunterhalt: Aufgabe unrechten Lebenserwerbs wie Handel mit Fleisch, berauschendem Getränk, Gift, Waffen, Lebewesen. Also keine Tätigkeit als Fischer, Jäger, Schlachter oder Vogelfänger, Gefangenenwärter, Henker und Räuber.

6. Rechtes Streben: Dahingehendes Bemühen, noch nicht bestehende, schlechte und unheilvolle Gemütsregungen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Entstehen sie trotzdem, gilt es, sie zu beseitigen. Gute, heilvolle Gemütsregungen sollen entstehen und sich entfalten.

7. Rechtes Bedenken: Besonnenes Betrachten des eigenen Körpers, der Empfindungen, von Denken und Denkobjekten.

8. Rechtes Sichversenken: Meditation, Konzentration und Verweilen in den verschiedenen Versenkungsstufen.

Diese verkürzt dargestellten Grundsätze bilden die Grundlage von Siddharta Gautamas Philosophie.