Bodypainting – Kunst am Körper

Das Bodypainting ist eine neuzeitliche Form von Kunst, bei der ein Teil des Körpers oder der gesamte Körper bemalt wird. Daher stammt auch der englische Begriff „Bodypainting“, welcher übersetzt Körperbemalung heißt.

Die Gründe für eine solche Art der künstlerischen Gestaltung sind unterschiedlich und richten sich auch nach dem jeweiligen Herkunftsland. So könnte die Religion oder ein Ritual ebenso der Anlass für eine Körperbemalung sein wie die Selbstinszenierung, die Tarnung, der Wunsch nach Individualität oder ein bestimmtes Kunstprojekt. Diese Tradition reicht weit zurück, denn Körperbemalung fand bereits zu Urzeiten statt.

Bodypainting für Frau und Mann

Bodypainting - Kunst am Körper
Bodypainting und Körperkunst

Die ersten Hinweise auf eine Körperbemalung sind in der Steinzeit datiert. Die damalige Höhlenmalerei zeigt den Kult, wenngleich früher noch Naturprodukte wie Holzkohle und Erdfarbe verwendet wurden.

Auch unter den Indianerstämmen war die Körperverzierung mittels Farbe ein fester Brauch, der über geführte Kriege oder erfolgreiche Jagdausflüge Aufschluss gab.

Insbesondere die Hippie-Bewegung in den 60er Jahren brachte das kunstvolle Verschönern des Körpers mit Farben dann in die westliche Welt und galt als Symbol der Unabhängigkeit.

Mittlerweile reichen die Einsatzgebiete des Bodypaintings von entsprechenden Festivals, über internationale Veranstaltungen wie Fußballweltmeisterschaften oder Technopartys bis hin zu der dekorativen Verwandlung von Clowns sowie Artisten im Zirkus.

Sogar Meisterschaften im Bodypainting werden ausgetragen, weil die malerische Darstellung auf einem lebendigen und beweglichen Untergrund eine der schwierigsten Disziplinen eines Künstlers ist. Je nach Land hat sie zudem einen festen Brauch.

Die kulturelle Verbreitung der Körperbemalung

Bodypainting ist in vielen Teilen der Welt eher eine rituelle Angelegenheit, aus der die moderne Körpermalerei hervorging. In Neuseeland war das sogenannte „Moko“ beispielsweise seit Beginn an ein Erkennungszeichen, zu welchem Stamm die Einwohner gehörten, während das Bodypainting in Australien eine religiöse Zeremonie begleitet.

Eine der bekanntesten Arten von Körperbemalung ist das Make-up der japanischen Geisha und gerade in Verbindung mit Henna hat das Bodypaiting in Indien die Aufgabe, junge Bräute zu verschönern. Letztere Variante hält daraufhin mehrere Monate und kann auch als semi-permanente Tätowierung betrachtet werden. Das Bemalen nackter Haut hat allerdings mehrere Facetten, denn es sind die unterschiedlichsten Verfahrensweisen für ein perfektes Bodypaiting geläufig.

Techniken und Equipment für das Bodypainting

Bodypainting Frau
Bodypainting – Techniken und Materialien

Die Körperbemalung sollte stets mit exzellenten Farben durchgeführt werden, die hautverträglich, vegan und frei von jeglichen Duftstoffen sind. Dies umgeht allergische Reaktionen. Weiterhin ist es ratsam, ausschließlich sterile Werkzeuge wie Pinsel zu verwenden, damit die Hygiene gewährleistet wird.


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Meistens arbeiten die Künstler mit Farben, die sich an der Bodypainting-Variante orientieren. Wer mit klassischen Pinseln oder Schwämmen malt, nutzt Cremeschminke, während großflächige Bemalungen besser mit Nassschminke funktionieren. Colourblogging gelingt dagegen mit einem Flachpinsel und einer sparsamen Wassermenge, die verhindert, dass die Farben zu sehr verlaufen.

Inzwischen konnte sich auch die Airbrush-Technik etablieren, weil sie ebenmäßige und schnelle Ergebnisse garantiert, bei denen die fettige Farbe äußerst dünn aufgetragen wird.

Ein dazugehöriges Gerät, der Kompressor sowie diverse Schablonen erzielen fließende Farbverläufe, Schattierungen und täuschend echte Kunstwerke. Manchmal kommt ebenfalls UV-Schminke oder Glitzer zum Einsatz, speziell, wenn das Bodypainting Special Effects präsentieren soll.

Zur Vorbereitung müssen die Models geduscht und an Beinen oder Armen rasiert sein. Somit wird sichergestellt, dass die Farben gut haften und das Bild am Ende keine störenden Härchen ziert. Handelt es sich um eine Teilkörperbemalung, nimmt sie etwa zwei bis höchstens vier Stunden in Anspruch. Ganzkörpermalerei kann wiederum mehr als sechs Stunden voraussetzen.

Gemäß dem Motiv darf das Model in dieser Zeit stehen, liegen oder sitzen. Hinsichtlich der Kreativität hat der Künstler aber freie Hand.

Die Muster und Entfernung der Körpermalerei

Das Bodypainting ist geprägt von Vielseitigkeit. Demnach treten die ausgefallensten Motive in Erscheinung. Sehr beliebt sind Wildtiere, Landschaften oder auch Bauwerke, da sich die vielen Details der Vorlage ideal in das Kunstwerk integrieren lassen. Professionelle Künstler sind hierbei in der Lage, die Malerei so auszuführen, dass das lebendige Objekt von einer Leinwand mit dem Original-Bild nicht mehr zu unterscheiden wäre.

Grundsätzlich ist das Bodypainting aber eine Kunst, die nur einige Stunden oder höchstens einen Tag anhält. Im Vergleich zu dem aufwendigen Bemalungsprozess zeigt sich das Abwaschen deutlich unkomplizierter. Eine warme Dusche mit etwas Seife oder Duschgel genügt, um die Malerei zu entfernen. Nach Gebrauch empfiehlt sich eine trockene und saubere Lagerung der Farben, die eine Schimmelbildung verhindert.

Das Bodypainting selbst ist jedoch eine extravagante Kunst, die fantasievolle Unikate mithilfe von menschlichen Leinwänden realisieren kann.

Beispiele für professionelles Bodypainting

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