Aprikosen & Aprikosenkerne – Medizin & Homöopathie

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Armenien, das Bergland im Kaukasus, das zwischen Georgien, Aserbaidschan, Iran und der Türkei liegt, wird als die Wiege der Aprikose (Prunus armeniaca) angesehen.

Dort war die kleine, pfirsichfarbene Frucht bereits in der Antike bekannt. Heute führen genetische Untersuchungen den Ursprung des Aprikosenstrauches oder Aprikosenbaumes nach China zurück.

Durch die Römer wurde die Aprikose bei den Germanen bekannt. Heute wird die pfirsichfarbene Kugelfrucht im österreichisch-bayrischen Sprachraum Marille genannt, in der Schweiz kennt man sie unter den Namen Barile, Baringeli und Äämerich. Hauptsaison in Europa: Mai – September. Von Oktober bis April sind Früchte aus Übersee im Handell

Die Aprikosen

Wirkstoffe der Aprikosenkerne
Aprikosen und Aprikosenkerne

Wer hätte gedacht, dass Mandeln, Äpfel, Pflaumen, Birnen, Kirschen und diverse Beeren mit der Aprikose verwandt sind?

Sie gehören alle zur selben Familie: Der Familie der Rosengewächse. Wie der Pfirsich übrigens auch.

Naschkatzen lieben die unvergleichliche Süße der Aprikose. Das Früchtchen schmeckt jedoch nicht nur hervorragend: Durch eine komplexe Kombination aus Wirkstoffen der B-Vitamin-Gruppe, Provitamin A (Carotin), Phosphor, Kalzium, Kalium und Vitamin C wirkt die Aprikose bei regelmäßigem Verzehr günstig auf Haut, Haare und Nägel.

Wirkung der Aprikosen

Die Aprikose sorgt bei regelmäßigem Verzehr für eine feine Pfirsichhaut. Die Süße aus dem Clan der Rosengewächse stärkt aufgrund ihres Gehaltes an Salicylsäure die Immunabwehr. Salicylsäure wirkt außerdem entzündungshemmend.

Symbolik

Die Frucht, die durch ihre ausladende Form an ein Hinterteil erinnert, wird allgemein als typisches Sexualsymbol gesehen. In vielen Gebieten Europas genoss die Aprikose lange Zeit den Ruf, ein wirksames Aphrodisiakum zu sein. Der zu erobernden Jungfrau oder dem Jüngling wurden Aprikosen gereicht, um damit das Liebesfeuer zu entfachen. Auch heutige mystische Traumdeuter setzen die Kugelfrucht mit Liebe, Versuchung und Fruchtbarkeit gleich.

In China steht sie noch heute für femininen Anmut und Kinderwunsch. Auch für C.G. Jungs berühmte Traumdeutung war die Marille ein Symbol der Verführung. Der Psychiater aus der Schweiz deutete Träume, in denen Aprikosen vorkamen, als Warnhinweis, sich nicht allzu leicht verführen zu lassen. In Indien gibt das Symbol der Aprikose einen Hinweis auf ein spätes Heiratsglück.

Aber die Aprikose wird nicht nur als das Sinnbild der Liebe und Sexualität gesehen. Konfuzius hielt seinen Unterricht unter einem Aprikosenbaum ab. Daher gilt die Aprikose bis heute als Symbol der Weisheit.

Jung brachte das Auftauchen einer Aprikose im Traum auch als den Beginn der geistigen Reifung in Verbindung. Und im arabischen Volksglauben bringt die Aprikose dem Träumer schlicht und einfach viel Glück.

Aprikosenkerne als Heilmittel

Zerstampfte Aprikosenkerne wurden in der traditionellen orientalischen Medizin für Erkrankungen der Haut, der Lunge und des Magen-Darm-Traktes eingesetzt. Es galt als Heilmittel gegen Akne, Furunkel, Schuppenflechte, Husten, Asthma oder Verstopfung. Man unterscheidet zwei Arten von Aprikosenkernen.

Bittere Aprikosenkerne

Bittere Aprikosenkerne werden den Steinen der säuerlichen Wildaprikose entnommen und sind für den Verzehr ungeeignet. Schuld daran ist der hohe Gehalt an Amygdalin (Vitamin B17, Laetril). In der Kosmetik ist es jedoch gerade der bittere Aprikosenkern, der besonders pflegende Eigenschaften für Haut und Haar aufweist.

Süße Aprikosenkerne

Die Mandeln aus den Steinen der Zuchtaprikose erinnern im Geschmack an Marzipan. Tatsächlich stammen Aprikosen und Mandeln, aus denen üblicherweise das Marzipan gewonnen wird, auch aus derselben Familie. Auch der süße Kern der Zuchtaprikose enthält eine verschwindend geringe Menge an Amygdalin. Der Verzehr ist daher völlig unbedenklich.

Das sogenannte „Persipan“ ist eine Süßigkeit, die aus Aprikosenkernen gewonnen wird und im Geschmack an Marzipan erinnert. Aufgrund seines Preises wird es auch das „Marzipan der Armen“ genannt.

Inhaltsstoffe des bitteren Aprikosenkerns:

Aprikosenkernöl besteht zum größten Teil aus der Ölsäure (Oleinsäure) und Linolsäure. Beide besitzen stark hautpflegende Eigenschaften.

Dem Stoff Amygdalin (Synonym: Laetril oder B17) werden heilende Eigenschaften zugeschrieben, der jedoch in der Schulmedizin nicht zur Anwendung gelangt. Er gehört nicht zu den Bestandteilen der menschlichen Ernährung.

Linolsäure ist eine Wohltat für die Haut

Aprikosenkernöl bewirkt bei regelmäßiger Anwendung eine sichtbare Verbesserung der Hautqualität. Das pflanzliche Öl ähnelt dem Eigenfett der Haut und hat dadurch die Fähigkeit, ihr fehlende Bestandteile zurückzugeben.

Besonders empfehlenswert für trockene, empfindliche und reife Haut. Auch Mitesser können mithilfe von Aprikosenölerzeugnissen entfernt werden.

Linolsäure gehört zur Gruppe der antioxidant wirkenden Omega-6-Fettsäuren. Die Linolsäure besitzt eine heilende Wirkung auf wunde Haut, was auch durch klinische Tests belegt wird. Auch andere Hautreizungen, wie beispielsweise Ekzeme oder die Kontaktdermatitis, werden durch die zweifach ungesättigte Fettsäure gelindert. Sie fängt freie Radikale auf, hilft der Haut bei der Regulierung des Wasserhaushaltes und bringt Lichtschäden wie Altersflecken zum Verschwinden.

Die hautpflegenden Ölsäuren und Mikronährstoffe im Aprikosenkernöl sind hervorragend dafür geeignet, trockenem Haar Glanz und Geschmeidigkeit zu verleihen. Verbessert die Kämmbarkeit bei Anwendung als Haarpackung. Pflegende Eigenschaften auf gereizte oder juckende Kopfhaut konnten ebenfalls klinisch belegt werden.

Besonders reichhaltige Quelle an Vitamin B3 und Vitamin E. Achtung! Enthält Amygdalin und ist somit nicht für den Verzehr geeignet.

Weitere Informationen zum Aprikosenkernöl