Zucker – Süßen und Kochen

Zucker – Ohne Zucker wäre das Leben nicht so wundervoll

Jeder weiß heutzutage, dass Süßigkeiten, sei es Gebäck, Bonbons oder Schokolade nur in geringen Mengen gegessen werden sollten. Die Folgen von übermäßigem Zuckerkonsum gehören längst zum Allgemeinwissen der Bevölkerung. Doch warum tun sich so viele Menschen so unendlich schwer damit, der süßen Versuchung zu widerstehen?

Zuckerkonsum
Zucker – die täglich neue süße Versuchung

Unser unstillbarer Appetit auf Süßes liegt uns buchstäblich im Blut, nämlich in den Genen. Bevor die Menschen sesshaft wurden, lebten sie als Jäger und Sammler. Dieses Leben machte die Ernährung nicht planbar.

Vorratshaltung gab es nicht. Man lebte quasi von der Hand in den Mund. Süßes gab es nur zu den Zeiten, in denen die Pflanzen Früchte trugen. Konzentrierte Süße kannte man nur in Form von Honig.

Der Hohe Energiegehalt von zuckerhaltiger Nahrung war für unsere ständig hungrigen Vorfahren ein wichtiger, aber sehr seltener Bestandteil des Speiseplans. Daher manifestierte sich im Laufe der Evolution im menschlichen Gehirn der Grundsatz „Süß ist gut“. Um den Organismus möglichst oft mit Zucker zu versorgen, belohnt unser Gehirn den Verzehr von Süßem mit dem Ausschütten von Glückshormonen.

Aber die Energiezufuhr war nicht der einzige Grund, warum die Evolution uns auf Zucker geprägt hat. Die menschliche Zunge verfügt über fünf verschiedene Arten von Geschmacks-Rezeptoren.

Diese dienten den Menschen in der Steinzeit als Entscheidungshilfe, ob etwas genießbar war oder nicht. Giftiges hat häufig einen bitteren Geschmack, unreife Früchte sind oft sauer. Süßes hingegen signalisiert meistens, dass keine Gefahr droht und auch noch wertvolle Nährstoffe enthalten sind.

Auf diese Weise hat uns die Evolution quasi zuckersüchtig gemacht. Das Angebot war aber Jahrtausende lang so gering, dass diese „Sucht“ keinen Schaden anrichten konnte. Das änderte sich erst nach der Entdeckung Amerikas und dem Aufkommen der Zuckerrohrplantagen. Man hatte gelernt, die Saccharose aus den Pflanzen zu extrahieren und in konzentrierter Form zu erhalten.

Anfänglich noch ein Luxusgut, wurde Zucker nach der Entdeckung der Zuckerrübe durch Andreas Sigismund Marggraf im Jahr 1747 und die industrielle Zuckerproduktion mehr und mehr zur Massenware.

Um zu verstehen, warum erhöhter Zuckerkonsum zu gesundheitlichen Problemen führt, muss man einen kleinen Exkurs in die Stoffwechselphysiologie des Menschen machen:

Der Treibstoff des menschlichen Körpers ist der Einfachzucker Traubenzucker (Glucose). Im Energiestoffwechsel wird die Nahrung in vielen einzelnen Schritten in das Endprodukt Glucose umgewandelt.

Der Haushaltszucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker und kann vom Körper sehr schnell in Glucose zerlegt werden. Über das Blut wird die Glucose zu den Zellen Transportiert.

Ist der Organismus ausreichend mit Energie versorgt, wird die überschüssige Glucose in Glykogen umgewandelt und in der Leber und den Muskeln gespeichert. Durch das Speichern von Glykogen baut sich der Körper ein Energiedepot auf, denn das Glykogen kann bei Bedarf wieder in Glucose umgewandelt werden.

Dabei wird das in den Muskeln gespeicherte Glykogen ausschließlich von den Muskeln verwendet, während der Glykogenspeicher der Leber dem gesamten Organismus zur Verfügung steht. Vor allem in der Ernährungspause während des Nachtschlafs greift der Körper auf die Glykogenreserven zurück.

Ein Mensch kann ca. 500g Glykogen speichern. Ist dieser Speicher voll, wird die überschüssige Glukose in Körperfett umgewandelt.

Eine ständige Überversorgung mit Zucker führt also langfristig zu Übergewicht und den damit verbundenen Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

Heute wird Zucker fälschlicherweise häufig zu den Grundnahrungsmitteln gezählt. Die Lust auf Zucker, die in jedem steckt, ist im Laufe der Evolution entstanden. Aber während dieser Evolution hat sich auch das menschliche Gehirn entwickelt. Und der Verstand sagt, dass übermäßiger Zuckerkonsum krank macht.

Süßes in Form von frischem Obst, auch dass sagt der Verstand, ist dagegen unbedenklich. In anderen Bereichen gibt der moderne Mensch auch nicht seinen Urtrieben nach. In Sachen Ernährung sollte man also ebenfalls lieber auf seinen Verstand, als auf seinen Bauch hören.

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