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Zitate, Sprüche und Weisheiten von Laotse

Laotse (auch Laozi, Laotse, Lao-tzu)  ist ein chinesischer Philosoph aus dem 6. Jahrhundert vor Christuns gilt als Begründer des Taoismus.

Laotse Statue
Laotse Statue am Taoist Tempel in Guangzhou, China

Stöbern Sie in unserer Sammlung von Zitaten und Weisheiten von Laotse:

  • Achtet nicht die Achtenswerten, und es wird nicht Streit sein im Volk.
  • Alle Frauenkleider sind nur Variationen des ewigen Streites zwischen dem eingestandenen Wunsch, sich zu kleiden, und dem uneingestandenen Wunsch, sich zu entkleiden.
  • Alle Welt weiß: Wenn Schönheit schön sein will, wandelt sie sich in Häßlichkeit. Wenn Güte als gut gelten will, wird sie zu Ungutem. So nah sind Sein und Nichtsein.
  • Alles, was gelehrt werden kann, ist nicht der Mühe wert, gelernt zu werden.
  • Also der Erwachte: Weil er nicht scheinen will, leuchtet er. Weil er von sich absieht, wird er beachtet. Weil er nichts für sich will, hat er Erfolg. Weil er nichts aus sich macht, hat er Macht. Weil er nicht widersteht, widersteht ihm nichts.
  • An Habe gewinnen heißt an Sein verlieren.
  • Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.
  • Auf der Welt gibt es nichts, was weicher und dünner ist, als Wasser. Doch um Hartes und Starres zu bezwingen, kommt nichts diesem gleich. Daß das Schwache das Starke besiegt, das Harte dem Weichen unterliegt, jeder weiß es, doch keiner handelt danach.
  • Das ist der beste Führer, dessen Leute sagen, wenn er sie ans Ziel geführt hat: „Wir selbst haben den Erfolg zustande gebracht.“
  • Das Vergnügen ist nun einmal weit größer, wenn man im Ascheneimer auf eine kleine Perle stößt, als wenn man beim Juwelier im Schaufenster eine noch so große von Ferne bewundert.
  • Dass er Maß hält, wenn das Werk vollendet ist, daß er sein Selbst zurückstellt und sich dem Ruhm entzieht, darin erweist sich die Weisheit des Erwachten.
  • Der Berufene häuft keinen Besitz auf. Je mehr er für andere tut, desto mehr besitzt er.
  • Der Lichtabgrund des Tao ist aller Wesen Mutter. Wer die Mutter erkennt, weiß um seine Gotteskindschaft. Seiner Kindschaft bewußt, ist er auf dem Heimweg. Heimkehrend ist er dem Vergehen enthoben.

Der Sprechende mag ein Narr sein,
Hauptsache der Zuhörer ist weise.

  • Der Tao, den man künden kann, ist nicht der absolute Tao. Der Name, den man nennen kann, ist nicht des Ewigen Name.
  • Der Tugendhafte ist nicht sprachgewandt, der Sprachgewandte nicht tugendhaft.
  • Der Vollendete gleicht dem Wasser: Allen Wesen spendet es willig Erquikkung und Segen. Streitlos erfüllt es die Tiefen, die der Mensch flieht, und ist dem Tao am nächsten.
  • Der Weise hat keine unumstößlichen Grundsätze. Er paßt sich anderen an.
  • Der Weise ist nicht gelehrt, der Gelehrte ist nicht weise.
  • Der Weise redet nicht; der Redende weiß nicht.
  • Der Weise stellt sein Selbst hintan – und siehe: Es tritt hervor. Er gibt auf sein Selbst – und siehe: Es wird bewahrt.
  • Des Himmels Sinn ist segnen, ohne zu schaden. Des Berufenen Sinn ist wirken, ohne zu streiten.
  • Die alten Weisen, Täter des Tao, brachten den Menschen nicht die Vielfalt des Wissens, sondern lehrten die Einfalt der Weisheit. Denn Vielwisser sind Zielungewisse und schwer zu leiten. Wer die Menschen nur durch Wissensmehrung fördern will, führt sie ins Verderben.
  • Die größte Offenbarung ist die Stille.
  • Die Sitte ist nur Schein des Sittlichen und Zeichen vom Zerfall.
  • Die Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus.
  • Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz.
  • Drei Schätze wahre ich, die währen: Der erste ist Güte, der zweite Genügsamkeit, der dritte Bescheidenheit. Die Güte macht mich mutig, die Genügsamkeit freigebig, die Bescheidenheit zum Träger des Ewigen.
  • Drei von zehn bejahen das diesseitige Leben. Drei von zehn bejahen das jenseitige Leben. Drei von zehn verneinen das Leben und fürchten den Tod. Diese neun sehen nur das äußere Leben und verfallen dem Tod. Der Zehnte aber, der Weise, schreitet durchs äußere Leben ohne Ja und Nein, ohne Gier und Furcht, des inneren gewiß.
  • Einer nur entscheidet über Leben und Tod. Wer an seiner Statt richtet und tötet, gleicht einem Blinden, der statt des Zimmermanns die Axt führt und sich selbst verletzt.
  • Es ist kein Übel ärger als Begehren, kein Unheil böser als sich nicht begnügen, kein Fehler größer als Erwerben wollen.
  • Es war ein Anfang des Alls, benannt Urmutter des Alls, wer die Urmutter erschaut hat, erkennt durch sie ihre Kinder, wer ihre Kinder erkannt hat, kehre zurück zur Urmutter; sich eng an sie haltend, ist er gefeit bis an sein Ende.
  • Freundlichkeit in Worten schafft Vertrauen. Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe. Freundlichkeit im Geben schafft Liebe.
  • Geistige Größe kann alle körperliche Gebrechen unsichtbar machen.
  • Genug zu haben ist Glück, mehr als genug zu haben ist unheilvoll. Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.

Gewalt zerbricht an sich selbst

  • Gut geht, wer ohne Spuren geht.
  • Guter Verwalter waltet gewaltlos. Guter Kämpfer siegt kampflos. Guter Überwinder wendet widerstandslos. Guter Zwinger meistert zwanglos.
  • Ich stehe still, gelassen und wunschlos, wie ein Neugeborenes, das noch nicht lächelt, wie ein Heimatloser, den nichts mehr hält.
  • Je mehr Gesetze, desto mehr Diebe.
  • Klar sieht, wer von ferne sieht, und nebelhaft, wer Anteil nimmt.
  • Leicht ist es, das noch Ruhende zu lenken, dem erst Kommenden zuvorzukommen, das noch Schwache zu beugen, das noch Kleine zu meistern. Darum ordne die Dinge in ihrem Noch-nicht-Sein! Lenke im Keim, was später ungelenk und unlenkbar ist!
  • Nicht wer nach ihm sucht und ausschaut, sondern wer die Augen schließt, wird des Unsichtbaren gewahr.
  • Nichtstun ist besser als mit vieler Mühe nichts schaffen.
  • Nur wer selber ruhig bleibt, kann zu Ruhestätte all dessen werden, was Ruhe sucht.
  • Schmiegsam und geschmeidig ist der Mensch, wenn er geboren wird, starr, störrig und steif, wenn er stirbt. Biegsam, weich und zart sind Kräuter und Bäume im Wachstum, dürr, hart und stark im Entwerden. Darum gehören Starre und Stärke zum Tode, Weichheit und Zartheit zum Leben.
  • Stets sorge, daß das Volk ohne Wissen und Wunsch sei. Und sorge zugleich, daß die Wissenden nicht zu handeln wagen.
  • Ton knetend, formt man Gefäße. Doch erst ihr Hohlraum, das Nichts, ermöglicht die Füllung. Aus Mauern, durchbrochen von Türen und Fenstern, baut man ein Haus. Doch erst sein Leerraum, das Nichts, gibt ihm den Wert. Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das Nichts, gibt ihm Wesen und Sinn.
  • Um seine männliche Schöpferkraft wissen und doch seine weibliche Empfänglichkeit bewahren heißt zum Strombett des Lebens werden.
  • Verantwortlich ist man nicht nur, für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.
  • Wahre Worte sind nicht schön. Schöne Worte sind nicht wahr.
  • Wahrhafte Führer werden kaum verspürt.
  • Was schrumpfen soll, laß sich erst aufblähen! Was schwach werden soll, laß zuvor stark werden! Was fallen soll, laß zuerst aufsteigen!
  • Weisheit waltet durch Nicht-Tun. Woher ich das weiß? Weil es so ist: Je mehr Verwaltung und Verbote, umso mehr Gewalt und Armut. Je mehr Gewalt und Waffen, umso mehr Unruhe und Widerstand. Je mehr Schlauheit und Berechnung, umso mehr Verschlagenheit und Rückschläge. Je mehr Verordnungen, umso mehr Feinde der Ordnung.
  • Wen der Himmel bewahren will, den erfüllt er mit Güte.
  • Wer andere besiegt ist stark. Wer sich selbst besiegt, hat Macht.
  • Wer anderer Not löst, ist der Erlöste.

Wer gern Recht behält, den überhört man.

  • Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen gehen.
  • Wer nicht aufs Kleine schaut, scheitert am Großen. Weil der Weise unbefangen das Ende am Anfang sieht, das Große im Kleinen, wird auch das Verfänglichste und Schwerste ihm leicht.
  • Wer sich am Ziele glaubt, geht zurück.
  • Wer sich auf die Zehen stellt, steht nicht fest.
  • Wer sich rühmt, dem traut man nicht.
  • Wie das Weib den Mann durch Sanftmut besiegt, durch Hingabe gewinnt, so gewinnen die Großen durch Dienen die Kleinen und die Kleinen die Großen. Dienen läßt gewinnen; Dienen macht überlegen.
  • Wo unter Menschen die Ehrfurcht schwindet, schwillt die Furcht.
  • Wo zwei zusammenstoßen, siegt der Besonnene.
  • Zeigt mir einen Mann der Gewalttat, mit dem es ein gutes Ende genommen hat, und ich will ihn zu meinem Lehrer machen.
  • Zeigt nichts Begehrenswertes, und es wird keine Verwirrung sein im Herzen des Volkes.
  • Zu grelles Licht gefährdet das Sehen. Übermäßiger Lärm betäubt das Gehör. Zu stark Gewürztes verdirbt den Geschmack. Übergroße Erregung stumpft das Gefühl.

 

Ein guter Wanderer hinterläßt keine Spuren.
Ein guter Redner erntet keinen Widerspruch.
Ein guter Rechner braucht keine Rechenmaschine.
Ein guter Schließer braucht keine Riegel,
und doch kann keiner die Tür öffnen.

 

Wer andere kennt, ist klug.
Wer sich selber kennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selber besiegt, ist stark.
Wer sich durchsetzt, hat Willen.
Wer sich selber genügt, ist reich.
Wer seinen Platz nicht verliert, hat Dauer.
Wer auch im Tode nicht untergeht, der lebt.

 

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