Zitate Friedrich Schiller

Zitate, Sprüche und Weisheiten von Friedrich Schiller

Friedrich Schiller, geadelt 1802 und somit mit vollständigem Namen Johann Christoph Friedrich von Schiller, wurde am 10.11.1759 geboren und verstarb am 09.05.1805 in Weimar.

Zitate Friedrich Schiller
Zitate und Sprüche von Friedrich Schiller

Schiller ist einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker und Lyriker. Schiller gehört zusammen mit Goethe, Herder und Wieland zum sogenannten Viegestirn der Weimarer Klassik.

Stöbern Sie nachfolgend in der umfangreichen Auflistung von Zitaten, Sprüchen und Weisheiten von Friedrich Schiller:

  • Abend ward’s und wurde Morgen, nimmer, nimmer stand ich still; aber immer blieb’s verborgen, was ich suche, was ich will.
  • Aber durch Anmut allein herrschet und herrsche das Weib.
  • Aber hat Natur uns viel entzogen, war die Kunst uns freundlich doch gewogen, unser Herz erwarmt an ihrem Licht.
  • Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel sinnend der Weise, beschleicht forschend den schaffenden Geist, prüft der Stoffe Gewalt, der Magnete Hassen und Lieben, folgt durch die Lüfte dem Klang, folgt durch den Äther dem Strahl, sucht das vertraute Gesetz in des Zufalls grausenden Wundern, sucht den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht.
  • Aber Rom in allem seinen Glanze ist ein Grab nur der Vergangenheit.
  • Ach! Allzu schnell nach kurzem Lenze entfloh die schöne Liebeszeit.
  • Ach! Des Lebens schönste Feier endigt auch den Lebensmai, mit dem Gürtel, mit dem Schleier reißt der schöne Wahn entzwei. Die Leidenschaft flieht, die Liebe muß bleiben. Die Blume verblüht, die Frucht muß treiben.
  • Ach, umsonst auf allen Länderkarten spähst du nach dem seligen Gebiet, wo der Freiheit ewig grüner Garten, wo der Menschheit schöne Jugend blüht. In des Herzens heilig stille Räume mußt du fliehen aus des Lebens Drang: Freiheit ist nur in dem Raum der Träume, und das Schöne blüht nur im Gesang.
  • Ach, wo verbärg sich ein gefallner König?
  • Adel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen zahlen mit dem, was sie tun, edle mit dem, was sie sind.

Alle anderen Dinge müssen. Der Mensch ist das Wesen, welches will.

  • Alle Kunst ist der Freude gewidmet.
  • Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest. Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst!
  • Alles an diesem Gedicht ist vollkommen, Sprache, Gedanke, Rhythmus; das einzige nur fehlt noch, es ist kein Gedicht.
  • Alles Göttliche auf Erden ist ein Lichtgedanke nur.
  • Alles kann mißlingen, wir können’s ertragen, vergeben; nur nicht, was sich bestrebt, reizend und lieblich zu sein.
  • Alles sei recht, was du tust; doch dabei laß es bewenden, Freund, und enthalte dich ja, alles, was recht ist, zu tun! Wahrem Eifer genügt, daß das Vorhandne vollkommen sei; der falsche will stets, daß das Vollkommene sei.
  • Alles Weltregiment, muß Er wissen, von dem Stock hat ausgehen müssen; und das Zepter in Königs Hand ist ein Stock nur, das ist bekannt. Und wer’s zum Korporal erst hat gebracht, der steht auf der Leiter zur höchsten Macht.
  • Alles wiederholt sich nur im Leben, ewig jung ist nur die Phantasie: Was sich nie und nirgends hat begeben, das allein veraltet nie.
  • Alles, du Ruhige, schließt sich in deinem Reiche; so kehret auch zum Kinde der Greis kindisch und kindlich zurück.
  • Alltagsverbrechen bringen das Blut des Beleidigten in Wallung, und alles kann der Mensch. Außerordentliche Frevel machen es vor Schrecken gefrieren.
  • An der Krone funkeln die Perlen nur und freilich nicht die Wunden, mit denen sie errungen ward.
  • An diesem Augenblicke hängt die Welt.
  • Anders ist der Studierplan, den sich der Brotgelehrte, anders derjenige, den der philosophische Kopf sich vorzeichnet.
  • Auch ist nicht zu leugnen, daß die Empfindung der meisten Menschen richtiger ist als ihr Räsonnement. Erst mit der Reflektion fängt der Irrtum an.
  • Auch verschämt sein hat sein gehörig Maß und seine Stunde.
  • Auf dem geschäftigen Markt, da führe Themis die Waage, und es messe der Lohn streng an der Mühe sich ab: Aber die Freude ruft nur ein Gott auf sterbliche Wangen, wo kein Wunder geschieht, ist kein Beglückter zu sehn.
  • Auf den Bergen ist Freiheit. Der Hauch der Grüfte steigt nicht hinauf in die reinen Lüfte.
  • Auf den Flügeln der Einbildungskraft verlässt der Mensch die engen Schranken der Gegenwart
  • Auf eine gute Handlung kommt’s ihm nicht an, wenn dabei etwas zu gewinnen ist.
  • Aus der Wolke quillt der Segen. strömt der Regen. Aus der Wolke ohne Wahl, zuckt der Strahl.
  • Bedenken Sie, Herr Firmin, daß man für das Gute, welches man nicht tut, so wie für das Böse, welches man zuläßt, verantwortlich ist.
  • Beherrschung der Triebe durch die moralische Kraft ist Geistesfreiheit, und Würde heißt ihr Ausdruck in der Erscheinung.

Besser in Schande leben als bewundert sterben.

  • Betrug ist überall und Heuchelschein, und Mord und Gift und Meineid und Verrat; der einzig reine Ort ist unsre Liebe, der unentweihte in der Menschlichkeit.
  • Bewahre dir überhaupt nur ein reges, kritisches Gefühl für das Schöne, so versiegen deine Quellen des Vergnügens nie!
  • Bin ich meinem Amte in der Tat nicht gewachsen, so ist der Chef zu tadeln, der es mir anvertraut.
  • Bist du die erste, die der Liebe Macht empfindet? Schwache Menschen sind wir alle.
  • Blut kann versöhnen, was das Blut verbrach.
  • Böses Gewerbe bringt bösen Lohn.
  • Böses muss mit Bösem enden!
  • Böses Werk muß untergehen, Rache folgt der Freveltat; denn gerecht in Himmelshöhen waltet des Kroniden Rat.
  • Brüder – überm Sternenzelt richtet Gott, wie wir gerichtet.
  • Da die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher.
  • Das erste Gesetz der tragischen Kunst war Darstellung der leidenden Natur. Das zweite ist die Darstellung des moralischen Widerstandes gegen das Leiden.
  • Das Gebot des Herrschers kann auch den Besten in Versuchung führen.
  • Das Genie ist schamhaft, weil dies die Natur immer ist.
  • Das ist der Liebe heiliger Götterstrahl, der in die Seele schlägt und trifft und zündet. Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet, da ist kein Widerstand und keine Wahl: Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.
  • Das ist’s ja, was den Menschen zieret, und dazu ward ihm der Verstand, daß er im innern Herzen spüret, was er erschafft mit seiner Hand.
  • Das Leben ist der Güter höchstes nicht. Der Übel größtes aber ist die Schuld
  • Das Leben ist nur ein Moment, der Tod ist auch nur einer!
  • Das Leben wagt der Mut, nicht das Gewissen.
  • Das Mädel ist schön, schlank, führt einen netten Fuß. Unterm Dach mag s aussehen, wie’s will. Darüber guckt man bei euch Weibsleuten weg, wenn s nur der liebe Gott parterre nicht hat fehlen lassen.
  • Das Meer ist der Raum der Hoffnung.
  • Das Richterschwert, womit der Mann sich ziert, verhaßt ist’s in der Frauen Hand. Die Welt glaubt nicht an Gerechtigkeit des Weibes, sobald ein Weib das Opfer wird.
  • Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.
  • Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an, wenn man den sichern Schatz im Herzen trägt.
  • Das süßeste Glück für die trauernde Brust, nach der schönen Liebe verschwundener Lust, sind der Liebe Schmerzen und Klagen.
  • Das Tier hat auch Vernunft, das wissen wir, die wir die Gemsen jagen. Die stellen klug, wo sie zur Weide gehn, ’ne Vorhut aus, die spitzt das Ohr und warnet mit heller Pfeife, wenn der Jäger naht.
  • Das Überraschende macht Glück.
  • Das Universum ist ein Gedanke Gottes.
  • Das Weib allein kennt wahre Liebestreue.
  • Daß der Mensch zum Menschen werde, stift‘ er einen ew’gen Bund gläubig mit der frommen Erde, seinem mütterlichen Grund.
  • Dein Herz verlieh mir diesen stolzen Rang, und was die Liebe gab, werd ich, bei Gott mit meinem Leben zu behaupten wissen.

Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt; alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

  • Deinen Jahren verzeiht man zehn Ausschweifungen vor einer einzigen Grille.
  • Dem alles wohl gelingt in seinem Leben, für den hat bald der Weltkreis nicht mehr Raum. Besitze nur, und bald wirst du entbehren.
  • Dem bösen Geist gehört die Erde, nicht dem guten.
  • Dem dunklen Schoß der heil’gen Erde vertrauen wir der Hände Tat, vertraut dem Sämann seine Saat und hofft, daß sie entkeimen werde zum Segen nach des Himmels Rat. Noch köstlicheren Samen bergen wir trauernd in der Erde Schoß und hoffen, daß er aus den Särgen erblühen soll zu schönrem Los.
  • Dem Friedlichen gewährt man gern den Frieden.
  • Dem Menschen bring ich nur die Tat in Rechnung, wozu ihn ruhig der Charakter treibt; denn blinder Mißverständnisse Gewalt drängt oft den Besten aus dem rechten Gleise.
  • Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
  • Dem Mutigen hilft Gott.
  • Den lauten Markt mag Momus unterhalten. Ein edler Sinn liebt edlere Gestalten.
  • Denn wer den Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten.
  • Denn wo das Strenge mit dem Zarten, wo Starkes sich und Mildes paarten, da gibt es einen guten Klang. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang.
  • Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich.

Der Augenblick ist kostbar wie das Leben eines Menschen.

  • Der ausgelassenste Bube ist zu verzagt, uns etwas Beschimpfendes zuzumuten, wenn wir ihm nicht selbst ermunternd entgegengehn.
  • Der Betrug, Der hüllt sich täuschend ein in große Worte Und in der Sprache rednerischen Schmuck.
  • Der Bettler scheidet ebenso schwer von seiner Armut wie der König von seiner Herrlichkeit.
  • Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt.
  • Der dem Tod ins Angesicht schauen kann, der Soldat allein ist der freie Mann.
  • Der Dilettant nimmt das Dunkle für das Tiefe, das Wilde für das Kräftige, das Unbestimmte für das Unendliche, das Sinnlose für das Übersinnliche.
  • Der Erde Gott verlerne zu bedürfen, Was ihm verweigert werden kann.
  • Der feine Griff und der rechte Ton, das lernt sich nur um des Feldherrn Person.
  • Der fremde Zauber reißt die Jugend fort.
  • Der Freunde Eifer ist’s, der mich zu Grunde richtet, nicht der Haß der Feinde.
  • Der gereizten Leidenschaft ist keine Torheit zu bunt.
  • Der hat nie das Glück gekostet, der die Frucht des Himmels nicht raubend an des Höllenflusses schauervollem Rande bricht.
  • Der hat sich wohl gebettet, der aus der stürmischen Lebenswelle, zeitig gewarnt, sich herausgerettet in des Klosters friedliche Zelle, der die stachelnde Sucht der Ehren von sich warf und die eitle Lust und die Wünsche, die ewig begehren, eingeschläfert in ruhiger Brust.
  • Der Kämpf‘ und Siege Lohn ist Reue nur.
  • Der kluge Mann baut vor.
  • Der Knabe Don Karl fängt an, mir fürchterlich zu werden. Er meidet meine Gegenwart, seitdem er von Alcalas hoher Schule kam. Sein Blut ist heiß, warum sein Blick so kalt? So abgemessen festlich sein Betragen? Seid wachsam.
  • Der Krieg ernährt den Krieg.

Der Liebe will ich liebend mich vertrauen,
gibt es ein schönres als der Liebe Glück?

  • Der Lüge kecke Zuversicht reißt hin. Das Wunderbare findet Gunst und Glauben.
  • Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben, muß wirken und streben und pflanzen und schaffen, erlisten, erraffen, muß wetten und wagen, das Glück zu erjagen.
  • Der Mann muss hinaus Ins feindliche Leben.
  • Der Mann von Talent, der sein Vaterland liebt, sucht selbst das Auge seines Chefs und bewirbt sich um die Stelle, die er zu verdienen sich bewußt ist.
  • Der Meister kann die Form zerbrechen mit weiser Hand zur rechten Zeit.
  • Der Mensch braucht wenig, und an Leben reich ist die Natur.
  • Der Mensch ist ein nachahmendes Geschöpf, und wer der Vorderste ist, führt die Herde.
  • Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd‘ er in Ketten geboren.
  • Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
  • Der Mensch ist, der lebendig fühlende, der leichte Raub des mächtigen Augenblicks.
  • Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
  • Der Mensch versuche die Götter nicht und begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.
  • Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben. Bewahret sie! Sie sinkt mit euch, mit euch wird sie sich heben.
  • Der Mohr hat seine Arbeit getan; der Mohr kann gehn.
  • Der Völker Herz ist wankelmütig, Fürstin! Sie lieben die Veränderung. Sie glauben durch eine neue Herrschaft zu gewinnen.
  • Der Wein erfindet nichts, er schwatzt’s nur aus.
  • Der Wille des Monarchen verleiht die Tugend wie das Glück.
  • Der Zorn verrät ein böses Gewissen.
  • Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme.
  • Des Bauern Handschlag, edler Herr, ist auch ein Manneswort! Was ist der Ritter ohne uns? Und unser Stand ist älter als der eure.
  • Des Herzens Andacht hebt sich hin zu Gott, Das Wort ist tot, der Glaube macht lebendig.
  • Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder.
  • Des Menschen Engel ist die Zeit. Die rasche Vollstreckung an das Urteil anzuheften, ziemt nur dem unveränderlichen Gott.
  • Des Menschen Wille, das ist sein Glück.
  • Die Äcker grenzen nachbarlich zusammen, die Herzen stimmen überein – das stiftet ein gutes Ehband!

Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.

  • Die Ehre wohnt beim Reichtum. Reichtum übt die größte Herrschaft über Menschenseelen.
  • Die einzige ausbeute, die wir aus dem Kampf des Lebens wegtragen, ist die Einsicht in das Nichts und herzliche Verachtung alles dessen, was uns erhaben schien und wünschenswert.
  • Die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand.
  • Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt, gern wohnt sie unter Feen, Talismanen, glaubt gern an Götter, weil sie göttlich ist.
  • Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt.
  • Die fremden Eroberer kommen und gehen; wir gehorchen, aber wir bleiben stehen.
  • Die Freundschaft ist wahr und kühn. Die kranke Majestät hält ihren fürchterlichen Strahl nicht aus.
  • Die ganze Weltgeschichte ist ein ewig wiederholter Kampf der Herrschsucht und Freiheit.
  • Die Geheimnisse des Kabinetts stecken sich gern in die Falten eines Weiberrocks.
  • Die großen Herren sind so selten dabei, wenn sie Böses tun.
  • Die lächerliche Wut der Neuerung, die nur der Ketten Last, die sie nicht ganz zerbrechen kann, vergrößert, wird mein Blut nie erhitzen. Das Jahrhundert ist meinem Ideal nicht reif. Ich lebe ein Bürger derer, welche kommen werden.
  • Die letzte Wahl steht auch dem Schwächsten offen. Ein Sprung von dieser Brücke macht mich frei.
  • Die Liebe ist schlauer als die Bosheit und kühner.
  • Die Liebe wird leicht zur Wut in heftigen Naturen.
  • Die Meinung hält es mit dem Unglücklichen; es wird der Neid stets den obsiegend Glücklichen verfolgen.
  • Die Menschen, in der Regel, verstehen sich aufs Flicken und aufs Stückeln und finden sich in ein verhaßtes Müssen weit besser als in eine bittre Wahl.
  • Die Natur ist ein unendlich geteilter Gott.
  • Die Neigung gibt den Freund, es gibt der Vorteil den Gefährten; wohl dem, dem die Geburt den Bruder gab! Ihn kann das Glück nicht geben. Anerschaffen ist ihm der Freund.
  • Die Rachegötter schaffen im stillen.
  • Die Schlange sticht nicht ungereizt.
  • Die schönsten Träume von Freiheit werden ja im Kerker geträumt.
  • Die Sonne geht in meinem Staat nicht unter doch alles das besaß ein andrer schon, wird nach mir mancher andre noch besitzen. Das ist mein eigen. Was der König hat, gehört dem Glück – Elisabeth dem Philipp. Hier ist die Stelle, wo ich sterblich bin.
  • Die Treue warnt vor drohenden Verbrechen, die Rachgier spricht von den begangenen.
  • Die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.
  • Die Unschuld hat im Himmel einen Freund.
  • Die Wahrheit ist vorhanden für den Weisen, die Schönheit für ein fühlend Herz. Sie beide gehören füreinander.
  • Die Welt ist Sterbenden so süß!
  • Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.
  • Die Weltgeschichte ist ein Weltgericht.
  • Die Zeit bringt Rat. Erwartet’s in Geduld! Man muß dem Augenblick auch was vertraun.
  • Doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst, auch eurem Herzen menschlich näher bringen. Denn jedes Äußerste führt sie, die alles begrenzt und bindet, zur Natur zurück, sie sieht den Menschen in des Lebens Drang und wälzt die größre Hälfte seiner Schuld den unglückseligen Gestirnen zu.
  • Doch ewig bleibt der Pfeil in deiner Brust; ich kenn‘ ihn, nie vernarben seine Wunden. Dein Frieden ist vorbei: Du hast empfunden!
  • Doch glaub, dem alles schön gelingt in seinem Leben, für den hat bald der Weltkreis nicht mehr Raum.
  • Duldet mutig, Millionen! Duldet für die bess’re Welt! Droben überm Sternenzelt wird ein großer Gott belohnen.
  • Durch die Straßen der Städte, vom Jammer gefolget, schreitet das Unglück. Lauernd umschleicht es die Häuser der Menschen, heute an dieser Pforte pocht es, morgen an jener, aber noch keinen hat es verschont.
  • Egoismus ist Einsamkeit.
  • Eh in das offne Grab mich stürzen als in eines Mannes Arme!
  • Ehe noch die Wahrheit ihr siegendes Licht in die Tiefen der Herzen sendet, fängt die Dichtungskraft ihre Strahlen auf, und die Gipfel der Menschheit werden glänzen, wenn noch feuchte Nacht in den Tälern liegt.
  • Ehret die Frauen! Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben, flechten der Liebe beglückendes Bad, und in der Grazie züchtigem Schleier nähren sie wachsam das ewige Feuer schöner Gefühle mit heiliger Hand.
  • Ehrlicher Name! Wahrhaftig eine reichhaltige Münze, mit der sich meisterlich schachern läßt, wer’s versteht, sie gut auszugeben.
  • Eifersucht ist die abgefeimteste Kupplerin.
  • Eifersüchtig sind des Schicksals Mächte. Voreilig Jauchzen greift in ihre Rechte.
  • Eigentlich trennt doch nur die Seele, so wie nur sie allein verbindet. Du bist mein, wo Du auch mein bist. Freilich ist es anders, wenn meine ganze Seele in Worten und Augen sich gegen Dich ausbreiten darf, aber nur die ungewisse Sehnsucht macht die Entbehrung für mich zum Schmerz.
  • Ein andres Antlitz, eh‘ sie geschehen, ein anderes zeigt die vollbrachte Tat.
  • Ein Augenblick gelebt im Paradies, wird nicht zu teuer mit dem Tod gebüßt.
  • Ein Diadem erkämpfen ist groß. Es wegwerfen ist göttlich.
  • Ein edles Herz bekennt sich gern von der Vernunft besiegt.

Ein Erröten zurückzunehmen, haben manche schon der Schande sich geopfert.

  • Ein Geist, der sich allein liebt, ist ein schwimmendes Atom im unermesslichen leeren Raume.
  • Ein großer Sünder kann nimmermehr umkehren.
  • Ein großes Muster weckt Nacheiferung und gibt dem Urteil höhere Gesetze.
  • Ein hohes Kleinod ist der gute Name.
  • Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen. Wo kein Gewinn zu hoffen, droht Verlust.
  • Ein jeder wird besteuert nach Vermögen.
  • Ein mächtiger Vermittler ist der Tod. Da löschen alle Zornesflammen aus, der Haß versöhnt sich, und das schöne Mitleid neigt sich, ein weinend Schwesterbild, mit sanft anschmiegender Umarmung auf die Urne.
  • Ein Mädchen von ihren Jahren hat immer zwei Spiegel zugleich, den wahren und ihren Bewunderer. Die gefällige Geschmeidigkeit des letzteren macht die rauhe Offenherzigkeit des ersteren wieder gut. Der eine rügt eine häßliche Blatternarbe. Weit gefehlt, sagt der andere, es ist ein Grübchen der Grazien.
  • Ein neu Gefühl, ein fremdes, sprech ich aus, und sprech ich’s übel, denke, Königin, daß du die erste bist, die mich’s gelehrt.
  • Ein schönes Herz hat bald sich heimgefunden, es schafft sich selbst, still wirkend, seine Welt.
  • Ein tiefer Sinn wohnt in den alten Bräuchen.
  • Ein üppig lastervolles Leben büßt sich in Mangel und Erniedrigung allein.
  • Ein Vater bleibt auch Vater noch im Strafen.
  • Ein Verborgenes ist sich das Schöne, und es erschrickt vor seiner eignen Macht.
  • Ein verzweifeltes Übel will eine verwegene Arznei.

Ein vorzüglicher Kopf muß es immer sein,
von dem die Wahrheit ohne Ohrfeige wegkommt.

  • Eine notwendige Operation des Dichters ist Idealisierung seines Gegenstandes, ohne welche er aufhört, seinen Namen zu verdienen.
  • Eine Staatsveränderung soll mir Luft machen, hoff‘ ich. Wenn sie mir auch nicht zum Bezahlen hilft, soll sie doch meinen Gläubigern das Fordern entleiden.
  • Eine vollkommene Büberei ist auch eine Vollkommenheit.
  • Einem ist sie die hohe, die himmliche Göttin, dem andern eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.
  • Einem Liebhaber, der den Vater zu Hilfe ruft, trau ich – erlauben Sie – keine hohle Haselnuß zu.
  • Einen honetten Mann kann man aus jedem Weidenstotzen formen, aber zu einem Spitzbuben will’s Grütz.
  • Einen Schmerz zu zeigen, von dem das Herz nichts weiß. ist eine Pflicht, die dem Unredlichen nicht schwer ankommt.
  • Einer, das höret man wohl, spricht nach dem andern, doch keiner mit dem andern. Wer nennt zwei Monologen Gespräch?
  • Eines Mannes Tugend erprobt allein die Stunde der Gefahr.
  • Einfachheit ist das Resultat der Reife.
  • Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.
  • Entwischte Worte sind beleidigte Vertraute.
  • Entworfen bloß ist’s ein gemeiner Frevel, vollführt ist’s ein unsterblich Unternehmen; und wenn es glückt, so ist es auch verziehn, denn aller Ausgang ist ein Gottesurteil.
  • Er hat vor dir gezittert. Wehe dir! Daß du ihn schwach gesehn, vergibt er nie.
  • Er ist euer Augapfel gewesen bisher; nun aber ärgert dich dein Auge, sagt die Schrift, so reiß es aus. Es ist besser, einäugig gen Himmel als mit zwei Augen in die Hölle.
  • Erloschen sind die heitern Sonnen, die meiner Jugend Pfad erhellt; die Ideale sind zerronnen, die einst das trunkne Herz geschwellt.
  • Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.
  • Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit.
  • Ertragen muss man, was der Himmel sendet; Unbilliges erträgt kein edles Herz.
  • Es bringt die Zeit ein anderes Gesetz.
  • Es gibt böse Geister. die in des Menschen unverwahrter Brust sich augenblicklich ihren Wohnsitz nehmen, die schnell in uns das Schreckliche begehen und, zu der Höll entfliehend, das Entsetzen in dem befleckten Busen hinterlassen.
  • Es gibt gegen eine Stunde des Muts und Vertrauens immer zehn, wo ich kleinmütig bin.
  • Es gibt im Menschenleben Augenblicke, wo er dem Weltgeist näher ist als sonst und eine Frage frei hat an das Schicksal.
  • Es gibt keinen Menschenhasser in der Natur, als wer sich allein anbetet oder sich selbst verachtet.
  • Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen und das Erhabne in den Staub zu ziehn.
  • Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.
  • Es treibt sich der Bürgersmann, träg und dumm, wie des Färbers Gaul nur im Ring herum.
  • Etwas fürchten und hoffen und sorgen muß der Mensch für den kommenden Morgen, daß er die Schwere des Daseins ertrage und das ermüdende Gleichmaß der Tage.
  • Etwas muß er sein eigen nennen, oder der Mensch wird morden und brennen.
  • Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.
  • Feindschaft sei zwischen euch, noch kommt das Bündnis zu frühe! Wenn ihr im Suchen euch trennt, wird erst die Wahrheit erkannt.
  • Flucht ist erlaubt, wenn man Tyrannen flieht.
  • Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne Taten; aber über den Mann sprechet das richtende Wort!
  • Frei geht das Unglück über die ganze Erde.
  • Frei von Tadel zu sein, ist der niedrigste Grad und der höchste; denn nur die Ohnmacht führt oder die Größe dazu.
  • Freiheit liebt das Tier der Wüste, frei im Äther herrscht der Gott, ihrer Brust gewalt’ge Lüste zähmet das Naturgebot; doch der Mensch in ihrer Mitte soll sich an den Menschen reihn, und allein durch seine Sitte kann er frei und mächtig sein.
  • Freundliche Schrift des Gesetzes, des menschenerhaltenden Gottes, seit aus der ehernen Welt fliehend die Liebe verschwand.
  • Freundlos war der große Weltenmeister, fühlte Mangel – darum schuf er Geister, sel’ge Spiegel seiner Seligkeit!
  • Früh übt sich, was ein Meister werden will.
  • Fürsten, diese mißratenen Projekte der wollenden und nicht könnenden Natur, sitzen so gern zwischen Menschheit und Gottheit nieder.
  • Gefährlich ist’s den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn.
  • Geflügelt ist das Glück und schwer zu binden, nur in verschloßner Lade wird’s bewahrt; das Schweigen ist zum Hüter ihm gesetzt, und rasch entfliegt es, wenn Geschwätzigkeit voreilig wagt, die Decke zu erheben.

Gegen Goethe bin ich und bleibe ich ein poetischer Lump.

  • Gesang und Liebe im schönen Verein, sie erhalten dem Leben den Jugendschein.
  • Geschmeid’ge Sklaven, wenn sie um uns werben, sind sie Tyrannen gleich, wo sie besitzen.
  • Gewisse Dienste Königen zu leisten, ist mißlich, Herzog – ein gewagter Wurf, der, fehlt er seine Beute, auf den Schützen zurücke prallt.
  • Gibt’s schönre Pflichten für ein edles Herz, als ein Verteidiger der Unschuld zu sein, das Recht des Unterdrückten zu beschirmen?
  • Glücklich, wem der Gattin Treue rein und keusch das Haus bewahrt! Denn das Weib ist falscher Art, und die Arge liebt das Neue.
  • Glücklicher Säugling! Dir ist ein unendlicher Raum noch die Wiege. Werde Mann, und dir wird eng die unendliche Welt!
  • Glückliches Volk der Gefilde! Noch nicht zur Freiheit erwachet, teilst du mit deiner Flur fröhlich das enge Gesetz.
  • Goethe verlangt von einem schönen Gebäude, daß es nicht bloß auf das Auge berechnet sei, sondern auch einem Menschen, der mit verbundenen Augen hindurchgeführt würde, noch empfindsam sein und ihm gefallen müsse.
  • Gönne dem Knaben, zu spielen, in wilder Begierde zu toben! Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmut zurück.
  • Gott ist überall, wo man das Recht verwaltet.
  • Greift an mit Gott! Dem Nächsten muss man helfen.
  • Größe ist dem Schöpfer zur Last gefallen, und er hat Geister zu Vertrauten gemacht.
  • Große Monarchen erzeugtest du und bist ihrer würdig: Den Gebietenden macht nur der Gehorchende groß. Aber versuch‘ es, o Deutschland, und mach‘ es deinen Beherrschern schwerer, als Könige groß, leichter, nur Menschen zu sein!
  • Große Seelen dulden still.
  • Große Seelen macht die Liebe größer.
  • Hängt nicht das Dasein der meisten Menschen mehrenteils an der Hitze eines Juliusmittags oder am anziehenden Anblick eines Bettuchs oder an der waagerechten Lage einer schlafenden Küchengrazie oder an einem ausgelöschten Licht?
  • Herzlich ist mir das Laster zuwider, und doppelt zuwider ist mir’s, weil es soviel Schwatzen von Tugend gemacht. „Wie hassest du die Tugend?“ – Ich wollte wir übten sie alle, und so spräche, will’s Gott, ferner kein Mensch mehr davon.
  • Hochmut ist’s, wodurch die Engel fielen, woran der Höllengeist den Menschen faßt.
  • Hoffnungslos weicht der Mensch der Götterstärke, müßig sieht er seine Werke und bewundernd untergehen.
  • Hoheit, selbst wenn ein gewisser Grad von Schönheit sie schmückt, ist ohne Anmut nicht sicher, zu gefallen.
  • Höhere Geister sehen die zarten Spinneweben einer Tat durch die ganze Dehnung des Weltsystems laufen und vielleicht an die entlegensten Grenzen der Zukunft und Vergangenheit anhängen – wo der Mensch nichts als das in freien Lüften schwebende Faktum sieht.
  • Im dem Gürtel bewahrt Aphrodite der Reize Geheimnis: Was ihr den Zauber verleiht ist, was sie bindet, die Scham
  • Im engen Kreis verengert sich der Sinn, es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken.
  • Im Fleiß kann dich die Biene meistern, in der Geschicklichkeit der Wurm dein Lehrer sein, dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern, die Kunst, o Mensch, hast du allein.
  • Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule, im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.
  • Im Krieg gilt jeder Vorteil.
  • Immer strebe zum Ganzen und, kannst du selber kein Ganzes werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an!
  • Immer treibe die Furcht den Sklaven mit eisernem Stabe; Freude, führe du mich immer an rosichtem Band!
  • In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.
  • In den heitern Regionen, wo die reinen Formen wohnen, rauscht des Jammers trüber Sturm nicht mehr. Hier darf Schmerz die Seele nicht durchschneiden, keine Träne fließt hier mehr dem Leiden, nur des Geistes tapfrer Gegenwehr.
  • In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling; still, auf gerettetem Boot, treibt in den Hafen der Greis.
  • In der Not allein Bewährt sich der Adel großer Seelen.
  • In einer Stunde rinnen viel tausend Körner Sandes. Schnell wie sie bewegen sich im Menschen die Gedanken.
  • In einer Stunde rinnen viel tausend Körner Sandes; schnell wie sie bewegen sich im Menschen die Gedanken. Nur eine Stunde! Euer Herz kann sich, das seinige sich wenden – eine Nachricht kann kommen – ein beglückendes Ereignis entscheidend, rettend, schnell vom Himmel fallen – o, was vermag nicht eine Stunde!
  • In gärend Drachengift hast du die Milch der frommen Denkart mir verwandelt.
  • In meiner Brust war meine Tat noch mein. Einmal entlassen aus dem sichern Winkel des Herzens, ihrem mütterlichen Boden, hinausgegeben in des Lebens Fremde, gehört sie jenen tück’schen Mächten an, die keines Menschen Kunst vertraulich macht.
  • In Rom ist keine Débauche mit ledigen Frauenzimmern, aber desto hergebrachter mit verheirateten. Umgekehrt ist es in Neapel.
  • Innig mir verbunden warst du in Äonen, die verschwunden. Meine Muse sah es auf der trüben Tafel der Vergangenheit geschrieben.
  • Ist aber das, was ich dir sage, gut, wo anders als von oben konnt‘ ich’s schöpfen?
  • Ist es denn eine Wollust, der Fuß des trägen, vielbeinigten Tiers Republik zu sein? Dank‘ es dem, der ihm Flügel gibt und die Füße ihrer Ämter entsetzt.
  • Ist es schon hart genug, daß wir den Mann, den übermütigen, zum Herrn uns geben, so liegt doch Trost darin, daß wir uns selbst mit freier Wahl und Gunst an ihn verschenken.
  • Jetzt muß gehandelt werden, schleunig, eh die Glücksgestalt mir wieder wegflieht überm Haupt; denn stets in Wandlung ist der Himmelsbogen.
  • Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand?
  • Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, mach‘ es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm.
  • Keine Übereilung, mein Vater! Wenn Sie sich selbst lieben, keine Gewalttätigkeit! Es gibt eine Gegend in meinem Herzen, worin das Wort Vater noch nie gehört worden ist. Dringen Sie nicht bis in diese!
  • Keiner sei gleich dem andern, doch gleich sei jeder dem Höchsten. Wie das zu machen? Es sei jeder vollendet in sich.
  • Kleinmut ist die höchste Gefahr.
  • Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.
  • Krankheit verstöret das Gehirn und brütet tolle und wunderliche Träume aus.
  • Krieg führt der Witz auf ewig mit dem Schönen, er glaubt nicht an den Engel und den Gott. Dem Herzen will er seine Schätze rauben; den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben.
  • Kunst ist die rechte Hand der Natur. Diese hat nur Geschöpfe, jene hat Menschen gemacht.
  • Laß die Sprache dir sein, was der Körper der Liebenden: Er nur ist’s, der die Wesen trennt und der die Wesen vereint.
  • Lebe mit deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf.

Leben atme die bildende Kunst, Geist fordr‘ ich vom Dichter;
aber die Seele spricht nur Polyhymnia aus.

  • Leben heißt träumen; weise sein heißt angenehm träumen.
  • Lebt wohl ihr Berge, ihr geliebten Triften, Ihr traulich stillen Täler lebet wohl.
  • Leicht verschwindet der Taten Spur von der sonnenbeleuchteten Erde wie aus dem Antlitz die leichte Gebärde – aber nichts ist verloren und verschwunden, was die geheimnisvoll waltenden Stunden in den dunkel schaffenden Schoß aufnahmen – die Zeit ist eine blühende Flur, ein großes Lebendiges ist die Natur, und alles ist Furcht, und alles ist Samen.
  • Leidenschaften mißhandeln die Lebenskraft.
  • Leutselig macht das Mißgeschick, die Schuld, und schmeichelnd zum geringeren Manne pflegt gefallner Stolz herunter sich zu beugen.
  • Liebe greift auch in die Ferne, Liebe fesselt ja kein Ort.
  • Liebe kennt der allein, der ohne Hoffnung liebt.
  • Liebe macht den Himmel himmlischer – die Erde zu dem Himmelreich.
  • Lobt ihn, er schmiert ein Buch, euch zu loben; verfolgt ihn, er schmiert eins, euch zu schelten. Er schmiert, was ihr auch treibet, ein Buch.
  • Loslassen kann der Gewaltige den Krieg; doch nicht gelehrig, wie der Falk sich aus den Lüften zurückschwingt auf des Jägers Hand, gehorcht der wilde Gott dem Ruf der Menschenstimme.
  • Lykurg schuf nicht nur Gesetze für seine Bürger, sondern er schuf auch Bürger für seine Gesetze.
  • Macbeth ist reif zum Schneiden, und die Mächte dort oben setzen schon die Sichel an.
  • Majestät der Menschennatur! Dich soll ich beim Haufen suchen? Bei wenigen nur hast du von jeher gewohnt! Einzelne wenige zählen, die übrigen alle sind blinde Nieten: ihr leeres Gewühl hüllet die Treffer nur ein.
  • Man hat Exempel, daß man den Mord liebt und den Mörder straft.
  • Man löst sich nicht allmählich von dem Leben! Mit einem Mal, schnell, augenblicklich muß der Tausch geschehen zwischen Zeitlichem und Ewigem.
  • Meine Freude ist so groß, daß sie vom Kummer Tränen borgt, sich zu entladen.
  • Meine Schulden verbittern mir das Leben, und bei dieser Seelenlage ist es ganz und gar um schriftstellerische Tätigkeit getan.
  • Menschen sind für Sie nur Zahlen, weiter nichts. Muß ich die Elemente der Monarchenkunst mit meinem grauen Schüler überhören? Der Erde Gott verlerne zu bedürfen, was ihm verweigert werden kann. Wenn Sie um Mitgefühle wimmern, haben Sie der Welt nicht Ihresgleichen zugestanden? Und welche Rechte, möcht‘ ich wissen, haben Sie aufzuweisen über Ihresgleichen?
  • Mich schuf aus gröberm Stoffe die Natur, Und zu der Erde zieht mich die Begierde.
  • Mir ahnet ein unglücksvoller Augenblick.
  • Mir erscheint der Lenz vergebens, der die Erde festlich schmückt. Wer erfreute sich des Lebens, der in seine Tiefe blickt?
  • Mir gnügt die leichte Ehre nicht, ein Herz zu fesseln, welches Tausende gewannen. Den Mut zu brechen, welchen nichts gebeugt, ein Herz zu rühren, welches nie gefühlt, den stolzen Mann als Siegerin zu fesseln, der nicht begreift, wie ihm geschieht, umsonst sich seinem Joch entwindet. das er liebt, das lockt mich an.
  • Mir grauet vor der Götter Neide: Des Lebens ungemischte Freude wird keinem Irdischen zuteil.
  • Mir ist die Bibel nur wahr, wo sie naiv ist, in allem andern, was mit einem eigentlichen Bewusstsein geschrieben ist, fürchte ich einen Zweck und späteren Ursprung.
  • Mit dem Genius steht die Natur in ewigem Bunde; was der eine verspricht, leistet die andre gewiß.
  • Mit der Mutter und ihren Söhnen krönt sich die herrlich vollendete Welt. Selber die Kirche, die göttliche, stellt nicht Schöneres dar auf dem himmlischen Thron; Höheres bildet selber die Kunst nicht, die göttlich geborne, als die Mutter mit ihrem Sohn.
  • Mit heißen Tränen wirst du dich dereinst Heim sehnen nach den väterlichen Bergen.
  • Mit leichtem Mute knüpft der arme Fischer den kleinen Nachen an im sichern Port, sieht er im Sturm das große Meerschiff stranden.
  • Mit Meineid hilft sich jeder Bösewicht.
  • Mit meinem Glücke schloß er den Bund und bricht ihn, nicht mit mir. War ich ihm was, er mir? Das Schiff nur bin ich, auf das er seine Hoffnung hat geladen, mit dem er wohlgemut das freie Meer durchsegelte; er sieht es über Klippen gefährlich gehn und rettet schnell die Ware.
  • Mit Mord muß herrschen, wer den Thron geraubt.
  • Muß Unrecht sein, so sei’s um eine Krone; in allem andern sei man tugendhaft.
  • Mut zeiget auch der Mameluck, Gehorsam ist des Christen Schmuck.
  • Nach Ehre geizt die Jugend.
  • Nacht muß es sein, wo Friedlands Sterne strahlen.

Nachzuahmen erniedrigt einen Mann von Kopf.

  • Nehmt die Gottheit auf in euren Willen, und sie steigt von ihrem Weltenthron! Des Gesetzes strenge Fessel bindet nur den Sklavensinn, der es verschmäht; mit des Menschen Widerstand verschwindet auch des Gottes Majestät.
  • Neigungen haben die Götter. Sie lieben der grünenden Jugend lockichte Scheitel, es zieht Freude die Fröhlichen an.
  • Neu Regiment bringt neue Menschen auf, und früheres Verdienst veraltet schnell.
  • Nicht an die Güter hänge dein Herz, die das Leben vergänglich zieren! Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, der lerne den Schmerz!
  • Nicht bloß der Stolz des Menschen füllt den Raum mit Geistern, mit geheimnisvollen Kräften, auch für ein liebend Herz ist die gemeine Natur zu eng, und tiefere Bedeutung liegt in dem Märchen meiner Kinderjahre als in der Wahrheit, die das Leben lehrt.
  • Nicht Fleisch und Blut, das Herz macht uns zu Vätern und Söhnen. Liebt Ihr ihn nicht mehr, so ist diese Abart auch Euer Sohn nicht mehr.
  • Nicht hoffe, wer des Drachen Zähne sät, Erfreuliches zu ernten.
  • Nicht jeder Stimme, find‘ ich, ist zu glauben, die warnend sich im Herzen läßt Vernehmen. Uns zu berücken, borgt der Lügengeist nachahmend oft die Stimme von der Wahrheit und streut betrügliche Orakel aus.
  • Nicht ohne Schauer greift des Menschen Hand in des Geschicks geheimnisvolle Urne.
  • Nicht Stimmenmehrheit ist des Rechtes Probe.
  • Nicht Strenge legte Gott ins weiche Herz des Weibes.
  • Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist’s, das ewig Gestrige, was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil’s heute hat gegolten. Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, und die Gewohnheit nennt er seine Amme.
  • Nicht Wurzeln auf der Lippe schlägt das Wort, das unbedacht dem schnellen Zorn entflohen; doch von dem Ohr des Argwohns aufgefangen, kriecht es wie Schlingkraut endlos treibend fort.
  • Nicht, wo die goldene Ceres lacht und der friedliche Pan, der Flurenbehüter, wo das Eisen wächst in der Berge Schacht, da entspringen der Erde Gebieter.
  • Nichts in der Welt ist unbedeutend.
  • Nichts in der Welt ist unbedeutend.
  • Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles freudig setzt an die Ehre.
  • Nie kommt das Glück allein, es folgt ihm stets, mit reicher Gaben Fülle beladen, die Begleitung nach.
  • Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter, nimmer allein. Kaum, daß ich Bacchus den lustigen habe, kommt auch schon Amor, der lächelnde Knabe, Phöbus, der Herrliche, findet sich ein.
  • Noch niemand entfloh dem verhängten Geschick, und wer sich vermißt, es klüglich zu wenden, der muß es selber erbauend vollenden.

Nur ein verzweifelter Spieler setzt alles auf einen einzigen Wurf.

  • Nur in Wegwerfung des Zufälligen und in dem reinen Ausdruck des Notwendigen liegt der große Stil.
  • Nur Liebe darf der Liebe Blume brechen.
  • Nur zwei Tugenden gibt’s. O, wären sie immer vereinigt: Immer die Güte auch groß, immer die Größe auch gut!
  • O eine edle Himmelsgabe ist das Licht des Auges. Alle Wesen leben vom Lichte, jedes glückliche Geschöpf, die Pflanze selbst kehrt freudig sich zum Lichte.
  • O Fluch der Könige, der ihren Worten das fürcherliche Leben gibt, dem schnell vergänglichen Gedankten gleich die Tat, die fest unwiderrufliche, ankettet!
  • O über die schlaue Sünde, die einen Engel vor jeden Teufel stellt!
  • O wer weiß, was in der Zeiten Hintergrunde schlummert?
  • O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, der ersten Liebe gold’ne Zeit!
  • O! Der ist aus dem Himmel schon gefallen, der an der Stunden Wechsel denken muß. Die Uhr schlägt keinem Glücklichen.
  • O, dass sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe!
  • O, der ist noch nicht König, der der Welt gefallen muß. Nur der ist’s, der bei seinem Tun nach keines Menschen Beifall braucht zu fragen.
  • O, es ist schön, von einem Helden sich geliebt zu sehn – es ist noch schöner, ihn zu lieben!
  • O, hättest du vom Menschen besser stets gedacht, du hättest besser auch gehandelt! Fluchwürd’ger Argwohn!
  • O, nimm der Stunde wahr, eh‘ sie entschlüpft! So selten kommt der Augenblick im Leben, der wahrhaft wichtig ist und groß.
  • Oft kommt ein nützlich Wort aus schlechtem Munde.

Ohne Liebe kehrt kein Frühling wieder, ohne Liebe preist kein Wesen Gott.

  • Ohne Wal verteilt die Gaben, ohne Billigkeit das Glück; denn Patroklus liegt begraben, und Thersites kommt zurück.
  • Philosoph’scher Roman, du Gliedermann, der so geduldig stillhält, wenn die Natur gegen den Schneider sich wehrt.
  • Prächtiger als wir in unserm Norden wohnt der Bettler an der Engelspforten; denn er sieht das ewig einz’ge Rom! Ihn umgibt der Schönheit Glanzgewimmel, und ein zweiter Himmel in den Himmel steigt Sankt Peters wunderbarer Dom.
  • Rache trägt keine Frucht!
  • Rasch tritt der Tod den Menschen an. Es ist ihm keine Frist gegeben.
  • Sag etwas Gutes, und ich folge gern dem edlen Beispiel.
  • Sahest du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens, niemals hast du die Schönheit gesehn. Sahst du die Freude nie in einem schönen Gesichte, niemals hast du die Freude gesehn.
  • Scharf sieht die Liebe.
  • Schätze sind kein Eigentum des Menschen; der Mensch verwaltet nur, was ihm die Götter verliehn und, wenn sie wollen, wieder nehmen. Ein Tag macht den Begüterten zum Bettler.
  • Schlechte Bursche zu entlarven, ist ein gutes, ein verdienstliches Werk.
  • Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, Das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide; Aus ihrem heißen Kopfe nimmt sie keck Der Dinge Maß, die nur sich selber richten.
  • Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort.
  • Schnell knüpfen sich der Liebe zarte Bande. Wo man beglückt, ist man im Vaterlande.
  • Schon in der Schule sah man, welch Früchtchen das geben würde! Das schwänzelte um den Lehrmeister herum und horchte und schmeichelte und wußte sich fremdes Verdienst zuzueignen und seine Eier in fremde Nester zu legen.
  • Schöner, als er dich von sich ließ, soll der Himmel dich wieder haben und mit Verwunderung eingestehn, daß nur die Liebe die letzte Hand an die Seelen legt.

Schönheit ist durch sich selbst gebändigte Kraft.

  • Schrecklich immer auch in gerechter Sache, ist Gewalt.
  • Sehen Sie sich um in seiner herrlichen Natur! Auf Freiheit ist sie gegründet, und wie reich ist sie durch Freiheit! Er, der große Schöpfer, wirft in einen Tropfen Tau den Wurm und läßt noch in den toten Räumen der Verwesung die Willkür sich ergötzen.
  • Seht diese Flanken, die Strebepfeiler, Die stehn, wie für die Ewigkeit gebaut.
  • Sei im Besitze und du wohnst im Recht, und heilig wird’s die Menge dir bewahren.
  • Sei im Besitze, und du wohnst im Recht.
  • Sei immer menschlich, Herr, im Glück, wie du’s im Unglück warst – und auf der Größe Gipfel vergiß nicht, was ein Freund wiegt in der Not.
  • Sei, wie du willst, namenloses Jenseits – bleibt mir nur dieses mein Selbst getreu! Sei, wie du willst, wenn ich nur mich selbst mit hinübernehme!
  • Seid ihr nicht wie die Weiber, die beständig zurück nur kommen auf ihr erstes Wort, wenn man Vernunft gesprochen stundenlang?
  • Selbstmord ist die abscheulichste Sünde, mein Kind, die einzige, die man nicht mehr bereuen kann, weil Tod und die Missetat zusammenfallen.
  • Sind das unsere Freunde, die unseren Lastern dienen?
  • So du Gerechtigkeit vom Himmel hoffest, so erzeig sie uns!
  • So erhaben, so groß ist, so weit entlegen der Himmel! Aber der Kleinigkeitsgeist fand auch bis dahin den Weg.
  • So leer sein Kopf an allen nützlichen Kenntnissen ist, so reich ist er an Kniffen. So, zum Beispiel, spielt er den Überhäuften, den Geschäftvollen, und weiß dadurch jeder gründlichen Unterredung zu entschlüpfen, wo seine Unwissenheit ans Licht kommen könnte.
  • So selten kommt der Augenblick im Leben, Der wahrhaft wichtig ist und groß.
  • So viel Geld lässt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
  • So war’s immer, mein Freund, und so wird’s bleiben: Die Ohnmacht hat die Regel für sich, aber die Kraft den Erfolg.
  • So wie die Anmut der Ausdruck einer schönen Seele ist, so ist Würde der Ausdruck einer erhabenen Gesinnung.
  • Soll ich vor Furcht eines qualvollen Lebens sterben? Soll ich dem Elend den Sieg über mich einräumen? Nein, ich will’s dulden. Die Qual erlahme an meinem Stolz! Ich will’s vollenden.
  • Stanze, dich schuf die Liebe, die zärtlich schmachtende: Dreimal fliehest du schamhaft und kehrst dreimal verlangend zurück.
  • Sterben ist nichts – doch leben und nicht sehen, das ist ein Unglück.
  • Stets ist die Sprache kecker als die Tat.
  • Stolz will ich den Spanier.
  • Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.
  • Strenge, wie mein Gewissen bemerkst du, wo ich gefehlet: Darum hab‘ ich dich stets wie mein Gewissen geliebt.

Trink ihn aus, den Trank der Labe, und vergiß den großen Schmerz!
Balsam für’s zerriss’ne Herz, wundervoll ist Bacchus Gabe.

  • Über den Gebrauch des Chors in der Tragödie Wenn du das große Spiel der Welt gesehen, so kehrst du reicher in dich selbst zurück; denn, wer den Sinn aufs Ganze hält gerichtet, dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet.
  • Um das Roß des Reiters schweben, um das Schiff die Sorgen her. Morgen können wir’s nicht mehr, darum laßt uns heute leben!
  • Um sich greift der Mensch, nicht darf man ihn der eignen Mäßigung vertraun. Ihn hält in Schranken nur das deutliche Gesetz und der Gebräuche tiefgetretne Spur.
  • Unaufhaltsam enteilet die Zeit! – Sie sucht das Beständige. Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.
  • Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß.
  • Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, der Mensch kann sie üben im Leben.
  • Und ich bin mitleidswürdiger als er; denn er schied rein hinweg, und ich bin schuldig.
  • Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein.
  • Und was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
  • Unerträglich, daß Weiber für Weiberschwächen solche Luchsaugen haben!
  • Veränderung nur ist das Salz des Vergnügens.
  • Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.
  • Verflucht, wer mit dem Teufel spielt!
  • Vergeben und Vergessen ist die Rache eines braven Mannes.
  • Verrat trennt alle Bande.
  • Verräterische Hoheit! Dem Wunsche süß, doch schmerzhaft dem Besitzer!
  • Verwandte sind sich alle starken Seelen.
  • Verwegner Dienst belohnt sich auch verwegen!
  • Vivos voco. Mortuos plango. Fulgura frango. Lebende rufe ich. Tote beklage ich. Blitze zerbreche ich.
  • Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe. Er stürmt ins Leben wild hinaus, durchmißt die Welt am Wanderstabe. Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus.
  • Vom sichern Port läßt sich’s gemächlich raten.
  • Von der Menschheit – du kannst von ihr nie groß genug denken; wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus. Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet, reich ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand! Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter laß du den Himmel, Freund, sorgen wie gestern so heut!
  • Wahres Unglück bringt der falsche Wahn.
  • Wahrheit liebt Einfalt. Die gerechte Sache hat künstlich schlauer Wendung nicht vonnöten.
  • Wahrheit suchen wir beide, du außen im Leben, ich innen in dem Herzen, und so findet sie jeder gewiß. Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer, ist es das Herz, dann gewiß spiegelt es innen die Welt.
  • Wanderer, kommst Du nach Sparta, verkündige dorten, Du habest uns hier liegen geseh’n, wie das Gesetz es Befah.
  • Warum kann der lebendige Geist dem Geist nicht erscheinen? Spricht die Seele, so spricht, ach!, schon die Seele nicht mehr.
  • Warum nicht einem leeren, hohlen Hut? Bückst du dich doch vor manchem hohlen Schädel.
  • Warum soll ich mich verändern, wenn ich mich wohlbefinde?
  • Was ist das Leben ohne Liebesglanz?
  • Was ist der eitle Ruhm, wenn Liebe spricht? Gesteht es, eure Stunde ist gekommen! Weg mit dem Stolze! Weicht der stärkeren Gewalt.
  • Was ist der Liebe Ehre? Was der Himmel ohne sie?
  • Was ist Leben? Ein Schatten, der vorüberstreicht! Ein armer Gaukler, der seine Stunde lang sich auf der Bühne zerquält und tobt; dann hört man ihn nicht mehr.
  • Was ist ohne Liebe Ehre?
  • Was ist vergeßlicher als Dankbarkeit?
  • Was ist Zufall anders als der rohe Stein, der Leben annimmt unter Bildners Hand? Den Zufall gibt die Vorsehung – zum Zwecke muß ihn der Mensch gestalten.
  • Was man von der Minute ausgeschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück.
  • Was nicht zusammen kann bestehen, tut am besten, sich zu lösen.
  • Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie!
  • Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe, die der Mensch, der vergängliche baut?
  • Was sollen deine Götter, des kranken Weltplans schlau erdachte Retter, die Menschenwitz des Menschen Notdurft leiht?
  • Was unsterblich im Gesang soll leben, muß im Leben untergehn.
  • Was weiht den Priester ein zum Mund des Herrn? Das reine Herz, der unbefleckte Wandel.
  • Weh dem Manne, den weibliches Erröten mutig macht!
  • Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld: Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.
  • Weh denen, die dem Ewigblinden des Lichtes Himmelsfackel leihn! Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden und äschert Städt‘ und Länder ein.
  • Wehe dem armen Opfer, wenn derselbe Mund, der das Gesetz gab, auch das Urteil spricht!
  • Weiber schmähen gern.
  • Weihen Sie dem Glück der Völker die Regentenkraft, die – ach, so lang – des Thrones Größe nur gewuchert hatte! Stellen Sie der Menschheit verlornen Adel wieder her! Der Bürger sei wiederum, was er zuvor gewesen, der Krone Zweck.
  • Weil du vieles geschleppt und schleppst und schleppen wirst, meinst du, was sich selber bewegt, könne vor dir nicht bestehn.
  • Weil ein Vers dir gelingt in einer gebildeten Sprache, die für dich dichtet und denkt, glaubst du schon Dichter zu sein.
  • Wenn auf dem Brett alles liegt, ist jeder Wurf Gotteslästerung.
  • Wenn die Glock‘ soll auferstehen, muß die Form in Stücke gehen.
  • Wenn er dem Teufel sein Wort darauf gegeben hätte, in die Hölle zu fahren, er würde nie beten, wenn er mit einem halben Vaterunser selig werden könnte!
  • Wenn gute Reden sie begleiten Dann fließt die Arbeit munter fort.
  • Wenn Haupt und Glieder sich trennen, da wird sich zeigen, wo die Seele wohnte.
  • Wenn ich einmal zu fürchten angefangen, hab, ich zu fürchten aufgehört.
  • Wenn sich die Völker selbst befrein, da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.
  • Wenn wir ihn über dem Gemälde vernachlässigen, findet sich ja der Künstler am feinsten gelobt. Wenn meine Freude über sein Meisterstück mich ihn selbst übersehen macht, Vater, muß das Gott nicht ergötzen?
  • Wenn’s so recht schwarz wird um mich herum, hab‘ ich meine besten Besuche.
  • Wer anders macht ihn als seine Soldaten zu dem großmächtigen Potentaten? Verschafft und bewahrt ihn weit und breit das große Wort in der Christenheit?
  • Wer besitzt, der lerne verlieren, Wer im Glück ist, der lerne den Schmerz.
  • Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, lerne Schmerz.
  • Wer darf sagen, daß er an der Freude verzweifle, solange noch Arbeiten lohnen und Hoffnungen einschlagen?
  • Wer durchs Leben sich frisch will schlagen, muß zu Schutz und Trutz gerüstet sein.
  • Wer einen Gruß an das liebe Fleisch zu bestellen hat, darf nur das gute Herz Boten gehen lassen.
  • Wer es glaubt, dem ist das Heil’ge nah.
  • Wer nicht vertrieben sein will, muß vertreiben.
  • Wer nichts fürchtet, ist nicht weniger mächtig als der, den alles fürchtet.
  • Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.
  • Wer schon so früh der Täuschung schwere Kunst ausübte, der ist mündig vor der Zeit.
  • Wer Tränen ernten will, muss Liebe säen.
  • Wer treulos sich des Dankes will entschlagen, dem fehlt des Lügners freche Stirne nicht.
  • Werden wir uns in Gesprächen der Liebe erschöpfen? Ein Lächeln meiner Louise ist Stoff für Jahrhunderte, und der Traum des Lebens ist aus, bis ich diese Träne ergründe!

Wer’s aber mit sich selbst gut meint, der nehme ja eine Gattin, die gefällig ist und sanften Herzens – oder lieber keine!

  • Wie verfährt die Natur, um Hohes und Niederes im Menschen zu verbinden? Sie stellt die Eitelkeit zwischen hinein.
  • Wie, vom Zephyr gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt, wie sich leise der Kahn schaukelt auf silberner Flut, hüpft der gelehrige Fuß auf des Takts melodischer Woge, säuselndes Saitengetön hebt den ätherischen Leib.
  • Wieder ein Gebot ist: Du sollst nicht stehlen. Ja, das befolgt ihr nach dem Wort; denn ihr tragt alles offen fort. Vor euren Klauen und Geiersgriffen, vor euren Praktiken und bösen Kniffen ist das Geld nicht geborgen in der Truh, das Kalb nicht sicher in der Kuh; ihr nehmt das Ei und das Huhn dazu.
  • Will der Starke geliebt sein, so mag er seine Überlegenheit durch Grazie mildern! Will der Schwache geachtet sein, so mag er seiner Ohnmacht durch Würde aufhelfen.
  • Wir waren Brüder, Brüder durch ein edler Band, als die Natur es schmiedet.
  • Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen
  • Wir, wir leben. Unser sind die Stunden, und der Lebende hat recht.
  • Wirke Gutes, du nährst der Menschheit göttliche Pflanze! Bilde Schönes, du streust Keime der göttlichen aus!
  • Wissen sie mir einen ärmeren Mann zwischen Himmel und Erde als den Menschenfeind?
  • Wo lebt denn das friedsame Geschöpf, das seines Lebens sich nicht mit allen Lebenskräften wehrt?
  • Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild gestalten.
  • Wo Tausende anbeten und verehren, Da wird die Glut zur Flamme, und beflügelt Schwingt sich der Geist in alle Himmel auf.
  • Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.
  • Wo von zwei gewissen Übeln eins ergriffen werden muß, wo sich das Herz nicht ganz zurückbringt aus dem Streit der Pflichten, da ist es Wohltat, keine Wahl zu haben, und eine Gunst ist die Notwendigkeit.
  • Wo wir sein mögen, Luise, geht eine Sonne auf, eine unter – Schauspiele, neben welchen der üppigste Schwung der Künste verblaßt.
  • Wohl dem Ganzen, findet sich einmal einer, der ein Mittelpunkt für viele tausend wird, ein Halt, – sich hinstellt wie eine feste Säul‘, an die man sich mit Lust mag schließen und mit Zuversicht.
  • Wohl dem! Selig muß ich ihn preisen, der in der Stille der ländlichen Flur, fern von des Lebens verworrenen Kreisen, kindlich liegt an der Brust der Natur.
  • Wohl dir, wenn die Vernunft immer im Herzen dir wohnt.
  • Wohl taugt ihr, mit dem Schwerte drein zu schlagen, der Franke nur weiß Zierliches zu sagen.
  • Wohl wär‘ es besser, überall dem Herzen zu folgen, doch darüber würde man sich manchen guten Zweck versagen müssen.
  • Zu ernst hat’s angefangen, um in Nichts zu enden.
  • Zu überzeugen fällt keinem Überzeugten schwer.
  • Zu weit getrieben, verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks, und allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen.
  • Zum Philosophieren ist schon der halbe Mensch genug, und die andre Hälfte kann ausruhen; aber die Musen saugen einen aus.
  • Zum Werke, das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein ernstes Wort. Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort.
  • Zur Hölle, in den tiefsten Schlund hinab mit diesen Ungeheuern der Natur, die kalt und herzlos nur sich selber lieben!
  • Zürne der Schönheit nicht, daß sie schön ist, daß sie verdienstlos, wie der Lilie Kelch, prangt durch der Venus Geschenk! Laß sie die Glückliche sein! Du schaust sie, du bist der Beglückte.
  • Zuvieles Loben, weiß ich wohl, macht dem, der edel denkt, den Lober nur zuwider.
  • Zwang erbittert die Schwärmer immer, aber bekehrt sie nie.
  • Zwischen Sinnenglück und Seelenfrieden bleibt dem Menschen nur die bange Wahl; auf der Stirn des hohen Uraniden leuchtet ihr vermählter Strahl.

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