Zitate Francois de La Rochefoucauld

Zitate, Sprüche und Weisheiten von François de La Rochefoucauld

François VI de La Rochefoucauld, geboren am 15.9.1613 und verstorben am 17.3.1680 in Paris, ist als französischer Schriftsteller in die Weltgeschichte eingegangen und gilt als ein prominenter Vertreter der französischen Moralisten.

Zitate, Sprüche, Weisheiten Rochefoucauld
Zitate von François de La Rochefoucauld

Stöbern Sie in unserer Sammlung der schönsten Zitate, Sprüche und Weisheiten von Francois de La Rochefoucauld:

  • Alle Fehler, die man hat, sind verzeihlicher als die Mittel, welche man anwendet, um sie zu verbergen.
  • Alle Leidenschaften sind nur verschiedene Grade der Wärme und der Kälte des Blutes.
  • Alle Leidenschaften verleiten uns zu Fehlern, die Liebe aber zu den lächerlichsten.
  • Allzu große Eile, sich von Verbindlichkeiten zu befreien, ist eine Art Undank.
  • Alte Narren sind größere als junge.
  • Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen.
  • Aufrichtigkeit ist Offenheit des Herzens, und man findet sie bei sehr wenigen Menschen. Die man gewöhnlich so sieht, ist nichts als feine Verstellung, um das Vertrauen anderer zu gewinnen.
  • Begabung im Kleinen verlangt das entgegengesetzte Gemüt wie Begabung im Großen.
  • Beharrlichkeit ist eine Tugend, die weder großen Tadel noch großes Lob verdient, weil sie nichts ist als die Dauer von Launen und Gefühlen, die man sich weder nehmen noch geben kann.
  • Beurteilt man die Liebe nach ihren Wirkungen, so hat sie vom Haß als von der Freundschaft an sich.
  • Bürgerliches Benehmen verliert sich manchmal im Heer, aber niemals am Hof.
  • Da ist oft ebensoviel Beredsamkeit im Ton der Stimme, in den Augen und in der ganzen Atmosphäre, die ein Redner um sich verbreitet, wie in der Wahl seiner Worte.
  • Das Alter der Liebe wie des Lebens bringt uns Leid, aber keine Freude.
  • Das Alter ist die Hölle der Frauen.
  • Das Alter ist ein Tyrann, der alle Freuden der Jugend bei Todesstrafe verbietet.
  • Das Alter macht uns leichtsinniger und vernünftiger.
  • Das beste Mittel, sich betrügen zu lassen, ist, sich für schlauer zu halten als die anderen.
  • Das Glück heilt uns von mehr Fehlern, als die Vernunft es vermag.
  • Das Greisenalter ist ein Tyrann, der bei Todesstrafe alle Freuden der Jugend verbietet.
  • Das größte Wunder der Liebe: Von Koketterie zu heilen.
  • Das sicherste Zeichen des wahrhaft verständigen Menschen ist Neidlosigkeit.
  • Das Talent des Menschen hat seine Jahreszeiten wie Blumen und Früchte.
  • Das Vertrauen gibt dem Gespräch mehr Stoff als der Geist.
  • Der Beifall, der neuen Größen gespendet wird, entstammt nur zu oft dem heimlichen Neid auf die bereits anerkannten.
  • Der Eigennutz spricht alle Sprachen und spielt alle Rollen, sogar die der Selbstlosigkeit.
  • Der gesunde Menschenverstand ist für den Geist, was die Anmut für den Körper ist.
  • Der Hang, von uns selbst zu sprechen und unsere Fehler in einem Licht zu zeigen, das wir für wünschenswert halten, macht einen Teil unserer Offenherzigkeit aus.
  • Der Neid ist unversöhnlicher als der Haß.
  • Der Prunk der Begräbnisse dient mehr der Eitelkeit der Lebenden als der Ehre der Toten.
  • Der Sonne und dem Tode kann man nicht unverwandt ins Antlitz schauen.
  • Der Stolz ist bei allen Menschen gleich. Verschieden sind nur die Mittel und die Art, ihn an den Tag zu legen.
  • Der Wunsch klug zu erscheinen verhindert oft, es zu werden.
  • Der Wunsch, das Lob zu verdienen, das man uns erteilt, steigert Tugend, und das Lob, das man Geist und Mut und Schönheit gönnt, hilft mit, sie zu erhöhen.
  • Die Absicht, niemals zu täuschen, bringt uns in Gefahr, oft getäuscht zu werden.
  • Die alten Leute geben gerne gute Verhaltensmaßregeln, um sich darüber zu trösten, daß sie nicht mehr in der Lage sind, schlechte Beispiele zu geben.
  • Die Anerkennung ernster Menschen gewinnen wir durch Leistung, die der Masse durch Glück.
  • Die Aufrichtigkeit ist eine Eröffnung des Herzens. Man findet sie bei sehr wenig Menschen, und die, die man gewöhnlich sieht, ist nur eine feine Heuchelei, um das Vertrauen der anderen anzulocken.
  • Die Begeisterung der Jungen schadet dem allgemeinen Wohl nicht mehr als die Lauheit der Alten.
  • Die Bescheidenheit glücklicher Menschen kommt von der Ruhe, welche das Glück ihren Gemütern verleiht.
  • Die Bescheidenheit ist nichts anderes als Faulheit, Mattigkeit und Mangel an Mut, so daß man mit Recht sagen kann, daß die Bescheidenheit für die Seele eine Erniedrigung ist.
  • Die Beständigkeit in der Liebe ist eine dauernde Unbeständigkeit, in der wir abwechselnd der einen und dann der anderen Eigenschaft des geliebten Wesens den Vorzug geben. Beständigkeit ist also die auf einen Menschen konzentrierte Unbeständigkeit.
  • Die Dankbarkeit der meisten Menschen ist nichts als eine geheime Begierde nach größeren Wohltaten.
  • Die Dauer unserer Leidenschaften hängt nicht mehr von uns ab als die Dauer unseres Lebens.
  • Die Demut ist oft nichts anderes als eine vorgespiegelte Unterwerfung, um andere zu unterwerfen: Es ist ein Kunstgriff des Stolzes, der sich erniedrigt, um zu erhöhen.
  • Die Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerechtfertigt und verständlich, weil sie nichts anderes will als ein Gut bewahren, das uns gehört oder von dem wir annehmen, daß es uns gehöre; wohingegen der Neid eine Wut ist, welche die Güter anderer nicht ertragen kann.
  • Die Eifersucht wächst heran unter Zweifeln, und sie wird rasend oder stirbt dahin, sobald der Zweifel zur Gewißheit wird.
  • Die Eifersucht wird immer mit der Liebe geboren, aber sie stirbt nicht immer mit ihr.
  • Die Eitelkeit anderer Menschen wird uns unerträglich, weil sie unsere eigene verletzt.
  • Die Eitelkeit ist die größte aller Schmeichlerinnen.
  • Die erworbene Ehre ist eine Kaution für jene, die man noch erwerben muss.
  • Die feinste aller Listen besteht darin, sich geschickt so zu stellen, als ob man in die Falle ginge, die einem gelegt wird. Denn niemand wird so leicht getäuscht, als wer einen anderen zu täuschen glaubt.
  • Die großen und glänzenden Taten, welche das Auge blenden, werden von den Politikern als die Wirkungen großer Pläne hingestellt, obwohl sie gewöhnlich nichts anderes sind als die Wirkungen von Launen und Leidenschaften.
  • Die größte Weltklugheit besteht darin, den Preis der Dinge zu kennen.
  • Die höchste Kunst des Betruges ist, scheinbar in die gestellte Falle zu gehen.
  • Die Hoffnung, so trügerisch sie ist, dient wenigstens dazu, uns auf angenehmem Weg an das Ende des Lebens zu führen.
  • Die Jugend wechselt ihre Neigungen aus Heißblütigkeit. Und das Alter bewahrt die seinen aus Gewohnheit.
  • Die Jugend wechselt ihre Neigungen aus Lebenslust, das Alter bewahrt sie aus Gewohnheit.
  • Die kleinen Geister stoßen sich gar sehr an Kleinigkeiten. Die großen Geister sehen sie alle, aber stoßen sich nicht daran.
  • Die lästigsten Dummköpfe sind die, welche Witz haben.
  • Die Leidenschaften der Jugend sind der Gesundheit kaum mehr entgegengesetzt als die Lauheit des Alters.
  • Die Liebe gibt ihren Namen für zahllose Verhältnisse her, an denen sie keinen größeren Anteil hat als der Doge an den Vorgängen in Venedig.
  • Die Liebe kann wie das Feuer nicht ohne beständiges Anfachen bestehen, und sie stirbt, sobald sie zu hoffen oder fürchten aufhört.
  • Die Mängel des Verstandes mehren sich im Alter wie die Falten des Gesichts.
  • Die Mehrzahl der Frauen ergibt sich eher aus Schwäche als aus Leidenschaft: Daher kommt es, daß unternehmungslustige Männer gewöhnlich eher zum Ziele gelangen als die andern, obwohl sie nicht liebenswerter sind.
  • Die Mehrzahl junger Leute glaubt, natürlich zu sein, wenn sie nichts ist als unhöflich und plump.
  • Die meisten Frauen sind darum so wenig empfänglich für Freundschaft, weil sie reizlos ist, wenn man die Liebe erlebt hat.
  • Die meisten Freunde verleiden einem die Freundschaft, die meisten Frommen die Frömmigkeit.
  • Die meisten sittsamen Frauen sind verborgene Schätze, die nur in Sicherheit sind, weil man nicht nach ihnen sucht.
  • Die Menschen finden anscheinend nicht genügend Fehler an sich, denn sie erhöhen deren Zahl durch gewisse Absonderlichkeiten des Benehmens, die sie für reizvoll halten und so sorgfältig entwickeln, dass sie wie angeborene Fehler nicht mehr abgelegt werden können.
  • Die Menschen können nur deshalb in Gemeinschaft leben, weil sie Betrüger und Betrogene zugleich sind.
  • Die menschliche Anmut ist eine Geschlossenheit des Wesens, deren Gesetze man nicht kennt: Eine geheime Sympathie aller Züge untereinander und jedes einzelnen Zuges mit dem Ganzen.
  • Die Mittelmäßigkeit pflegt alles zu verurteilen, was ihren Horizont übersteigt.
  • Die Natur gibt einen Menschen die Fähigkeiten, und das Glück bringt sie zur Wirkung.
  • Die Philosophie triumphiert leicht über vergangene und zukünftige Leiden, aber die gegenwärtigen Leiden triumphieren über sie.
  • Die Sittsamkeit der Frauen ist oft Liebe zu ihrem Ruf und zu ihrer Ruhe.
  • Die sogenannte Freigebigkeit ist meistens nur die Eitelkeit des Schenkens.
  • Die Torheit begleitet uns in allen Perioden des Lebens. Wenn jemand weise scheint, liegt es daran, daß seine Torheiten seinem Alter und Vermögen angemessen sind.
  • Die Tugend würde nicht so weit gehen, wenn die Eitelkeit ihr nicht Gesellschaft leistete.
  • Die Tugenden verlieren sich im Eigennutz, wie die Ströme sich im Meer verlieren.
  • Die Unnahbarkeit der Frauen ist ein Kleid und eine Schminke, die sie ihrer Schönheit hinzufügen.
  • Die uns bewundern, lieben wir immer; die wir bewundern, nicht immer.
  • Die Verachtung des Reichtums war bei Philosophen ein Geheimnis, sich vor den Demütigungen der Armut zu schützen. Es war ein Umweg, um zu dem Ansehen zu gelangen, das sie durch Reichtum nicht besitzen konnten.
  • Die wahre Beredsamkeit besteht darin, das zu sagen, was zur Sache gehört, und eben nur das.
  • Ehe man etwas brennend begehrt, soll man das Glück dessen prüfen, der es besitzt.
  • Eigenliebe duldet leichter Verdammung unserer Ansichten als unserer Neigungen.
  • Eigennutz macht die einen blind, die andern sehend.
  • Ein gewisses Übermaß von Glück und Unglück übersteigt unser Empfindungsvermögen.
  • Ein vornehmer Mann verliebt sich wie ein Narr, aber nicht wie ein Dummkopf
  • Eine anständige Frau ist ein verborgener Schatz. Wer ihn findet, tut gut daran, sich seiner nicht zu rühmen.
  • Eine der Ursachen, welche macht, daß man so wenig Leute findet, welche in der Konversation vernünftig und angenehm erscheinen, ist, daß es fast niemand gibt, der nicht lieber an das dächte, was er sagen will, als daß er auf das hörte, was man ihm sagte.
  • Eine kleine Aufgabe kann uns groß erscheinen lassen, aber eine Aufgabe, die größer ist als wir, wird uns meist klein machen.
  • Eine schöne Handlung aus vollem Herzen loben heißt in gewissem Sinne an ihr teilhaben.
  • Es gibt böse Menschen, die weniger gefährlich wären, wenn sie keine guten Eigenschaften hätten.
  • Es gibt eine Unbeständigkeit, welche von der Leichtigkeit des Geistes oder seiner Schwäche herkommt, welche ihn alle Meinungen anderer annehmen läßt, und eine andere, mehr entschuldbare, welche aus dem Ekel an den Dingen stammt.
  • Es gibt einfältige Leute, welche sich kennen und ihre Einfältigkeit geschickt verwenden.
  • Es gibt gewisse Fehler, welche, gut dargestellt, besser glänzen als Tugenden.
  • Es gibt kaum Menschen, die beim ersten Nahen des Alters nicht erkennen lassen, woran ihr Geist oder Körper zugrunde gehen wird.
  • Es gibt kaum Menschen, die sich nicht schämen, einander geliebt zu haben, wenn es mit ihrer Liebe vorbei ist.
  • Es gibt Menschen, die so belanglos sind, daß sie weder Fehler noch Vorzüge haben.
  • Es gibt nicht allzuviel ehrbare Frauen, die ihrer Ehrbarkeit nicht müde wären.
  • Es gibt schlechte Eigenschaften, welche große Talente machen.
  • Es gibt unendlich viele Arten des Benehmens, welche lächerlich erscheinen und deren verborgene Gründe doch sehr klug und fest sind.
  • Es gibt wenig anständige Frauen, die nicht ihrer Anständigkeit müde wären.
  • Es ist das Zeichen einer außerordentlichen Leistung, dass selbst die größten Neider sie loben müssen.
  • Es ist ebenso leicht, sich selbst zu täuschen, ohne es zu merken, wie es schwer ist, die andern zu täuschen, ohne daß sie es bemerken.
  • Es ist ein Beweis geringer Freundschaft, wenn man deren Erkalten bei unseren Freunden nicht bemerkt.
  • Es ist eine große Schlauheit, seine Schlauheit verbergen zu können.
  • Es ist kein großes Unglück, sich Undankbare zu verpflichten, aber ein unerträgliches, einem schlechten Menschen verpflichtet zu sein.
  • Es ist leichter, anderen mit Weisheit zu dienen, als sich selbst.
  • Es ist leichter, der Ämter würdig zu erscheinen, die man nicht besitzt, als derer, die man bekleidet.
  • Es ist leichter, die Menschen als einen Menschen zu kennen.
  • Es ist leichter, die zu lieben, die uns bewundern, als die zu lieben, die wir bewundern.
  • Es ist leichter, jener Ämterwürdig zu erscheinen, die man nicht hat, als derer, die man ausübt.
  • Es ist mit der Dankbarkeit wie mit der Redlichkeit der Kaufleute: Sie hält den Handel aufrecht. Wir bezahlen nicht, weil es gerecht ist, unsere Schulden zu bezahlen, sondern um leichter wieder Leute zu finden, die uns borgen.
  • Es ist mit gewissen guten Eigenschaften wie mit den Sinnen: Die, welche ihrer gänzlich beraubt sind, können sie weder gewahren noch begreifen.
  • Es ist schwer zu entscheiden, ob eine reine, aufrichtige und ehrenhafte Handlungsweise eine Wirkung der Rechtschaffenheit oder der Schlauheit ist.
  • Es ist schwer, die Liebe zu definieren. In der Seele ist sie eine Leidenschaft zu herrschen, im Verstande Sympathie, im Körper ein geheimnisvoller Drang zu besitzen.
  • Es ist schwer, die zu lieben, die wir nicht schätzen, aber nicht minder schwer, die zu lieben, die wir höher schätzen als uns.
  • Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die man nicht hat, zu heucheln.
  • Es ist schwierig zu beurteilen, ob ein aufrichtiges und ehrliches Benehmen das Ergebnis der Anständigkeit oder der Berechnung ist.
  • Es ist wichtiger, Menschen zu studieren als Bücher.
  • Fast alle Menschen tragen gerne kleine Verbindlichkeiten ab; viele empfinden Erkenntlichkeit für größere, aber fast niemand hat für die großen etwas anderes als Undankbarkeit.
  • Frauen sind oft nur anständig aus Liebe zu ihrem Ruf und ihrer Ruhe.
  • Frauen, die niemals eine Liebschaft gehabt haben, mag es geben. Frauen, die nur eine einzige gehabt haben, gibt es kaum.
  • Für die meisten liegt der Wert eines Menschen in seiner augenblicklichen Beliebtheit und seinem Vermögen.
  • Galanterie besteht darin, leere Dinge auf angenehme Weise zu sagen.
  • Geist, Schönheit und Tapferkeit werden durch Anerkennung gesteigert und vervollkommnet und zeitigen dann bessere Wirkungen, als sie es von sich aus vermöchten.
  • Gewöhnlich ist man mehr aus Eitelkeit schmähsüchtig als aus Bosheit.
  • Gewöhnlich lobt man nur, um gelobt zu werden.
  • Gibt es eine reine Liebe, in die sich gar keine anderen Leidenschaften einmengen, so hält sie sich, uns selber unbekannt, im innersten Herzen verborgen.
  • Glück und Unglück hängen nicht nur vom Schicksal, sondern ebenso sehr vom Charakter ab.
  • Glückliche Menschen bessern sich kaum. Sie glauben, immer recht zu haben, wenn das Glück sie in ihrem schlechten Verhalten bestärkt.
  • Greise geben gern gute Ratschläge, um sich damit zu trösten, dass sie kein böses Beispiel mehr geben können.
  • Großmut verachtet alles, um alles zu besitzen.
  • Hätten wir keine Fehler, so fänden wir nicht so viel Vergnügen daran, bei andern welche aufzuspüren.
  • Häufig tut man Gutes, um ungestraft Böses tun zu können.
  • In dem Unglück unserer besten Freunde werden wir immer etwas finden was uns nicht mißfällt.
  • In der Absicht, niemals zu betrügen, werden wir oft betrogen werden.
  • In der Eifersucht liegt mehr Eigenliebe als Liebe.
  • In der ersten Liebe lieben die Frauen den Geliebten. In der zweiten lieben sie nur noch die Liebe.
  • In der Freundschaft wie in der Liebe ist man oft glücklicher durch das, was man nicht weiß, als durch das, was man weiß.
  • In der Liebe gleicht der Reiz der Neuheit dem Schmelz, der über den Früchten liegt: Er gibt ihr einen Glanz, der leicht verblaßt und niemals wiederkehrt.
  • In der Politik soll man weniger versuchen, neue Gelegenheit zu schaffen, als die sich bietenden zu nutzen.
  • In jedes Lebensalter treten wir als Neulinge und ermangeln darin der Erfahrung.
  • In unserem Geist steckt mehr Faulheit als in unserem Körper.
  • Je älter man wird, desto törichter und weiser wird man.
  • Jede menschliche Begabung bringt wie jeglicher Baum nur die ihr eigentümlichen Früchte hervor.
  • Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch die Lösung derselben rückt die Menschheit weiter. Sind wir einer Aufgabe nicht mehr gewachsen, so verlieren wir auch die Lust daran.
  • Jeder Mensch, gleichgültig welchen Berufs, wünscht durch Benehmen und Äußeres zu scheinen, wofür er gehalten werden will. Deshalb kann man sagen, die menschliche Gesellschaft bestehe nicht aus Lebewesen, sondern aus Benehmen.
  • Jene, welche sich der Pflichten der Dankbarkeit entledigen, müssen sich deshalb nicht schmeicheln, dankbar zu sein.
  • Jugend ist eine beständige Trunkenheit: Sie ist das Fieber der Vernunft.
  • Jugend ohne Schönheit dient ebensowenig zu etwas, wie die Schönheit ohne Jugend.
  • Junge Frauen, die nicht kokett, und alte Männer, die nicht lächerlich erscheinen wollen, dürfen von der Liebe niemals so reden, als ob sie daran beteiligt sein könnten.
  • Kein Ereignis ist so unglücklich, daß kluge Leute nicht irgendeinen Vorteil daraus zögen, und keines so glücklich, daß es ein Dummkopf nicht zu seinem Nachteil kehren könnte.
  • Kein Streit würde lange dauern, wenn das Recht oder das Unrecht nicht auf beiden Seiten wäre.
  • Keinem erscheint das Schicksal so blind wie dem, den es nicht begünstigt.
  • Keinen Fehler gestehen wir lieber ein als Trägheit. Wir meinen, sie hinge mit allen stillen Tugenden zusammen und machte die übrigen, ohne sie ganz zu vernichten, nur zeitweilig unwirksam.
  • KleinheitWir trauen fast niemand gesunden Menschenverstand zu als dem, der unserer Meinung ist.
  • Klugheit und Liebe sind nicht füreinander gemacht. Wächst die Liebe, so schwindet die Klugheit.
  • Koketterie ist der Grundzug im Charakter der Frauen. Daß sie nicht immer geübt wird, beruht auf Furchtsamkeit oder in seltenen Fällen auf vernünftiger Überlegung.
  • Körperliche Arbeit befreit von den Qualen des Denkens. Deshalb sind die Armen glücklich.
  • Körperliche Arbeit befreit von seelischen Schmerzen, und das ist es, was den Armen glücklich macht.
  • Leicht vergessen wir unsere Fehler, wenn wir allein um sie wissen.
  • Leidenschaft macht häufig einen fähigen Mann zum Dummkopf, aber die Dümmsten fähig.
  • Leidenschaftlichkeit, die sich im Alter steigert, grenzt an Narretei.
  • List und Verräterei sind nur die Folgen mangelnder Klugheit.
  • Lob ist eine listige, versteckte, feine Schmeichelei, die Spender und Empfänger anders befriedigt. Dieser nimmt sie als Preis für seine Verdienste an, und jener gibt sie, um seine Billigkeit und Urteilskraft ins rechte Bild zu setzen.
  • Luxus und allzu große Verfeinerung in den Staaten sind ein sicheres Zeichen ihres Unterganges, weil die einzelnen sich selbst nur so weit fördern konnten, wenn sie das allgemeine Wohl aus den Augen verloren.
  • Man darf sich nicht kränken, daß uns andere nicht die Wahrheit sagen; denn wir sagen sie uns oft selbst nicht.
  • Man findet Mittel, den Wahnsinn zu heilen, aber keine, um einen Querkopf einzurenken.
  • Man gibt Ratschläge, aber die Ausführung bringt man keinem bei.
  • Man hat den Verstand verloren, wenn man nicht mehr hofft, bei andern welchen zu finden.
  • Man ist manchmal von sich selbst so verschieden wie von andern.
  • Man ist nie so lächerlich durch die Eigenschaften, die man besitzt, wie durch jene, die man zu haben vorgibt.
  • Man ist niemals so glücklich oder unglücklich, wie man glaubt.
  • Man kann schlauer sein als ein anderer, nicht aber schlauer als alle andern.

Man kann sich über seine Fehler beruhigen,
wenn man die Stärke besitzt, sie zu gestehen.

  • Man kann unmöglich ein zweites Mal lieben, was man wirklich zu lieben aufgehört hat.
  • Man könnte sagen, die Laster erwarteten uns auf dem Weg des Lebens gleich Wirten, bei denen man nacheinander einkehren muss. Ich zweifle, ob die Erfahrung uns sie vermeiden ließe, wenn wir den Weg zweimal machen dürften.
  • Man muss den Ruhm der Menschen nach den Mitteln messen, deren sie sich bedient haben, um ihn zu erwerben.
  • Man muss es mit dem Schicksal halten wie mit dem Befinden des Körpers: Es genießen, wenn es gut ist, sich gedulden, wenn es schlecht ist, und nur in der äußersten Not starke Heilmittel anwenden.
  • Man sollte einen Menschen nicht nach seinen Vorzügen beurteilen, sondern nach dem Gebrauch, den er davon macht.
  • Man spreche lieber schlecht von mir als gar nicht.
  • Man verachtet nicht alle, welche Laster haben, wohl aber jeden, der keine Tugend hat.
  • Manche Menschen sind so von sich erfüllt, daß sie noch in der Verliebtheit Wege finden, sich statt mit der Person, die sie lieben, mit ihrer Leidenschaft zu beschäftigen.
  • Manche würden sich niemals verliebt haben, wenn sie nie etwas von der Liebe gehört hätten.
  • Mancher erzielt durch geschickte Anwendung seiner mittelmäßigen Fähigkeiten eher Achtung und Ansehen als ein anderer durch wahre Leistung.
  • Mancher ist undankbar und hat doch weniger Schuld an seiner Undankbarkeit als sein Wohltäter.
  • Manchmal meint man, die Schmeichelei zu hassen, während man nur die Art des Schmeichelns haßt.
  • Meister der Beredsamkeit ist der, der alles Nötige sagt und nur dies.
  • Menschen und Dinge verlangen verschiedene Perspektiven. Es gibt manche, die man aus der Nähe sehen muss, um sie richtig zu beurteilen, und andere, die man nie richtiger beurteilt, als wenn man sie aus der Ferne sieht.
  • Mit dem Glück muss man es machen wie mit der Gesundheit: Es genießen, wenn es günstig ist, Geduld haben, wenn es ungünstig ist, und zu gewaltsamen Mitteln nur im äußersten Notfall greifen.
  • Mit der Heuchelei bringt das Laster der Tugend seine Huldigung dar.
  • Mit der leidenschaftlichen Liebe ist es wie mit Gespenstern: Alle reden davon, aber keiner hat sie gesehen.
  • Mit nichts ist man freigebiger als mit Ratschlägen, und mit nichts sollte man zurückhaltender sein.
  • Nicht immer sind es Mut und Keuschheit, die die Männer mutig machen und die Weiber keusch.
  • Nichts hindert uns mehr, natürlich zu sein, als das Bestreben, so zu erscheinen.
  • Nichts ist seltener als wahre Güte. Zumeist wird sie mit Gutmütigkeit oder Gefälligkeit verwechselt.
  • Nichts ist so ansteckend wie das Beispiel, und wir stiften nie viel Gutes oder Böses, was nicht ähnliches Gutes oder Böses hervorbrächte.
  • Nichts ist so ansteckend wie das Beispiel. Aus großer Wohltat wächst Wohltat, aus großer Missetat Missetat. Wohltaten ahmen wir aus Ehrgeiz nach, Missetaten aus der Bösartigkeit unserer Natur, welche, bisher von der Scham empfangen, durch das böse Beispiel befreit wird.
  • Nichts schmeichelt mehr unserm Stolz als das Vertrauen der Großen, weil wir es für eine Wirkung unseres Verdienstes halten. Wir vergessen, daß es sehr oft aus Eitelkeit oder aus dem Unvermögen entspringt, ein Geheimnis zu bewahren.
  • Nichts sollte verdienstvolle Menschen mehr demütigen als ihr Bemühen, sich auch in Nichtigkeiten auszuzeichnen.
  • Niemand hetzt andere so wie die Faulen, wenn sie ausgefaulenzt haben, damit sie fleißig erscheinen.
  • Nur starke Naturen können wirklich liebreich sein. Die meisten Menschen sind nur aus Schwäche oder aus Berechnung sanft. Und nur zu leicht schlägt ihre scheinbare Güte in Bösartigkeit um.
  • Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lobe vorzuziehen.
  • Oft beklagen wird das Unglück unserer Feinde mehr aus Stolz als aus Mitleid. Um ihnen zu zeigen, daß wir erhaben über sie sind, geben wir ihnen Beweise unseres Mitleids.
  • Oft braucht man nur grob zu sein, um nicht höflich betrogen zu werden.
  • Oft kann ein Benehmen lächerlich wirken, und doch sind die verborgenen Gründe dafür stichhaltig und überlegt.
  • Oft verliert man sich nur deshalb nicht in einem Laster, weil man mehrere hat.
  • Reue ist oft nicht so sehr das Bedauern über das Böse, das wir getan haben, als die Furcht vor dem, was uns daraus erwachsen könnte.
  • Ruhe oder Unrast unserer Seele hängen nicht so sehr von großen Ereignissen ab als von der reibungslosen oder fehlerhaften Ordnung des Alltagslebens.

Schande und Eifersucht schmerzen deshalb so heftig,
weil die Eitelkeit uns nicht helfen kann, sie zu ertragen.

  • Scharfsinn hat einen gewissen Schein von Weissagung, der unserer Eitelkeit mehr schmeichelt als alle anderen Eigenschaften des Geistes.
  • Schmeichelei ist eine falsche Münze, welche nur durch unsere Eitelkeit in Umlauf erhalten wird.
  • Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.
  • Schwäche ist der einzige Fehler, den man nicht verbessern kann.
  • Schwache Menschen können nicht aufrichtig sein.
  • Schweigen ist der beste Ausweg für den, der seiner Sache nicht sicher ist.
  • Selbst die heftigste Leidenschaft gönnt uns zeitweise Rast, die Eitelkeit nie.
  • Selbstvertrauen ist die Quelle des Vertrauens zu anderen.
  • Selten reicht unser Glaube weiter als unser Auge.
  • So sehr wir an der Aufrichtigkeit von Menschen zweifeln, die mit uns sprechen, wir glauben doch immer, sie sagten eher uns die Wahrheit als anderen.
  • So selten sich die Neigungen ändern, so oft ändert sich die Richtung ihres Geschmackes.
  • So viele klagen über ihr Gedächtnis und sollten lieber über ihren Verstand klagen.
  • Stolz will nicht schulden, Eigennutz nicht zahlen.
  • Trennung läßt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen, wie der Wind die Kerze verlöscht und das Feuer entzündet.
  • Um es in der Welt zu etwas zu bringen, muss man tun, als habe man es zu etwas gebracht.
  • Um schließlich eine richtige Idee dieser Leidenschaft zu geben, man sagen, daß die Faulheit eine Glückseligkeit der Seele ist, welche sie über alle ihre Verluste tröstet und ihr als Ersatz aller ihrer Güter dient.
  • Um zu ertragen, was anderen zustößt, sind wir allemal stark genug.
  • Unser guter Charakter, der so gern für mitfühlend gilt, schweigt oft schon, wenn uns nur der kleinste Vorteil winkt.
  • Unser Mißtrauen rechtfertigt den Betrug anderer
  • Unser Neid dauert stets länger als das Glück derer, die wir beneiden.
  • Unser Verdienst verschafft uns Anerkennung ehrenwerter Menschen, unser Glück aber die der Menge.
  • Unsere Eigenliebe erträgt leichter die Mißbilligung unserer Meinung als die unseres Geschmacks.
  • Unsere Fehler ziehen uns nicht soviel Haß zu wie unsere Vorzüge.
  • Unsere Feinde kommen in ihrem Urteil über uns der Wahrheit oft näher als wir selber.
  • Unsere Tugenden sind meistens nichts als verstellte Laster
  • Unsere Weisheit ist nicht weniger ein Ball des Zufalls als unser Vermögen.
  • Unter allen Leidenschaften steht den Frauen die Liebe noch am besten.
  • Verliebten ist das Zusammensein darum nicht langweilig, weil sie immer von sich sprechen.
  • Viele Menschen verachten den Reichtum, aber wenige sind stark genug, darauf zu verzichten.
  • Vollendete Tapferkeit besteht darin, ohne Zeugen zu tun, was man vor aller Welt zu tun vermöchte.
  • Völlige Sprödigkeit ohne Abneigung ist bei Frauen unmöglich.
  • Wahre Beredsamkeit heißt, das Nötige, und nur das Nötige, sagen.
  • Wahre Liebe mag selten sein – wahre Freundschaft ist noch seltener.
  • Warum können wir uns an die kleinste Einzelheit eines Erlebnisses erinnern, aber nicht daran, wie oft wir es ein und derselben Person erzählt haben?
  • Was die Enttäuschung in der Dankbarkeit, die man für erwiesene Wohltaten erwartet, bewirkt, ist, daß der Stolz des Gebers und der Stolz des Empfängers sich über den Preis der Wohltat nicht einigen können.
  • Was Edelmut scheint, ist oft nur verkleidete Ehrsucht, die kleine Vorteile verachtet, um großen nachzugehen.
  • Was man aus Vernunft begehrt, begehrt man nie heiß.
  • Was man in der Galanterie am wenigsten findet, ist Liebe.
  • Was man uns auch Gutes über uns sagen mag: Man sagt uns nichts Neues.
  • Was uns hindert, unsere Freunde auf den Grund unseres Herzens blicken zu lassen, ist gewöhnlich nicht so sehr Mißtrauen gegen sie als gegen uns.
  • Welche Schande wir uns auch zugezogen haben, es steht fast immer in unserer Macht, unsern Ruf wiederherzustellen.
  • Wenige Leute verstehen, alt zu sein.
  • Wenn das Schicksal uns überraschend einen hohen Posten verleiht, ohne uns schrittweise hinaufgeführt zu haben oder ohne daß unsere Hoffnungen uns schon emporgehoben haben, so ist es fast unmöglich, sich auf demselben zu behaupten und seiner würdig zu erscheinen.
  • Wenn die Eitelkeit sie nicht reden ließe, würden die meisten Menschen überhaupt nicht reden.
  • Wenn die Laster uns verlassen, schmeicheln wir uns mit dem Wahn, wir hätten sie verlassen.
  • Wenn es Menschen gibt, deren Lächerlichkeit nie sichtbar geworden ist, dann hat man zu wenig danach gesucht.
  • Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen.
  • Wenn wir unsern Leidenschaften widerstehen, danken wir es mehr ihrer Schwäche als unserer Stärke.
  • Wer auf den Adel seiner Familie zu stolz ist, der ist zu wenig stolz auf den Grund, warum sie ihn erhielt.
  • Wer ein Lob zurückweist, will nochmals gelobt werden.
  • Wer glaubt, auf alle Welt verzichten zu können, täuscht sich. Wer aber glaubt, daß die Welt auf ihn nicht verzichten könnte, täuscht sich noch mehr.
  • Wer klug sein will, soll seine Bedürfnisse in eine Rangordnung bringen und sie gemäß dieser Ordnung befriedigen. Freilich stört uns dabei die Begierde, die uns vielen Dingen zugleich nachjagen lässt, so dass wir Wichtiges verfehlen, weil wir nach Unwichtigem greifen.
  • Wer ohne die Welt auszukommen glaubt, irrt sich. Wer aber glaubt, daß die Welt nicht ohne ihn auskommen könne, irrt sich noch viel mehr
  • Wer ohne jede Narrheit ist, ist nicht so weise, wie er meint.
  • Wer seine Gesundheit durch allzu strenge Lebensweise zu erhalten sucht, begibt sich damit in eine fortlaufende und langweilige Krankheit.
  • Wer sich durch unsere List täuschen ließ, erscheint uns bei weitem nicht so lächerlich, wie wir uns selbst erscheinen, wenn die List eines anderen uns täuschte.
  • Wer sich zuviel mit dem Kleinen abgibt, der wird gewöhnlich unfähig für das Große.
  • Wer sich zuviel mit Kleinigkeiten befaßt, wird unfähig zum Großen.
  • Wer stark und wer kaum mehr liebt, ist gleich schwer zu befriedigen.
  • Wer von der Liebe zuerst geheilt wird, ist immer am besten geheilt.
  • Wie die Pflanzen haben auch die meisten Menschen versteckte Eigenschaften. Nur der Zufall bringt sie ans Licht.
  • Wie glänzend eine Handlung auch sei – sie kann nicht für eine große Tat gelten, wenn sie nicht aus einer großartigen Absicht entsprang.
  • Wie kann man annehmen, ein anderer würde unser Geheimnis hüten, wenn wir es doch selber nicht hüten konnten?
  • Wie verschieden auch die Schicksale scheinen, es waltet doch eine gewisse Ausgleichung zwischen Glück und Unglück.
  • Wiederangeknüpfte Freundschaften erfordern größere Sorgfalt als jene, die nie gebrochen worden sind.
  • Wir beklagen nicht immer den Verlust unserer Freunde ihrer Verdienste halber, sondern unserer Bedürfnisse und der guten Meinung halber, die sie von uns hatten.
  • Wir fürchten als sterbliche Geschöpfe und wünschen, als wären wir unsterblich.
  • Wir gefallen in der Gesellschaft mehr durch unsere Fehler als durch unsere Vorzüge.
  • Wir gestehen unsere Fehler ein, um durch Aufrichtigkeit den Schaden zu tilgen, den sie uns in der Meinung anderer zugefügt haben.
  • Wir gestehen unsere kleinen Fehler nur, um zu überzeugen, daß wir keine großen haben.
  • Wir glauben die Fehler anderer so leicht, weil man überhaupt leicht glaubt, was man wünscht.
  • Wir kennen uns bei weitem nicht in allen unsern Wünschen aus.
  • Wir lieben neue Bekannte nicht so sehr, weil wir der alten überdrüssig sind oder Freude an der Abwechslung finden. Der wahre Grund ist der Ärger, dass uns jene, die uns zu gut kennen, nicht genügend bewundern, und die Hoffnung, dass jene, die uns nicht kennen, es umso mehr tun werden.
  • Wir sind erbittert auf Leute, die uns überlisten wollen, weil sie sich für klüger halten als uns.
  • Wir sind so gewohnt, uns vor anderen zu verbergen, daß wir uns schließlich vor uns selber verbergen.
  • Wir vergeben, solange wir lieben.
  • Wir versprechen aus Hoffnung und wir halten aus Furcht.
  • Wir versprechen unseren Hoffnungen gemäß, und wir halten unseren Befürchtungen gemäß.
  • Wir verzeihen es oft andern, wenn sie uns Langeweile machen, aber nie, wenn wir sie ihnen bereiten.
  • Wir wählen oft giftige Lobsprüche und lassen damit durch einen Gegenstoß Fehler an dem Gelobten hervorspringen, die wir auf keine Art aufzudecken wagen.
  • Wir werden eher durch das Schicksal als durch unsere Vernunft gebessert.
  • Wir würden kaum etwas brennend begehren, wenn es uns genau bekannt wäre.
  • Wir würden uns oft unserer schönsten Taten schämen, wenn die Welt alle Beweggründe sähe, aus denen sie hervorgehen.
  • Wir würden weit mehr gewinnen, wenn wir uns zeigten, wie wir sind, als bei dem Versuche, das zu scheinen, was wir nicht sind.
  • Würde ist eine körperliche Kunst, erfunden, um die Mängel des Geistes zu verbergen.

Gerne fügen wir unserer Sammlung der schönsten Zitate, Sprüche und Weisheiten von Francois de La Rochefoucauld weitere Zitate hinzu!

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