Zecken – FSME & Borreliose Gefahr aus dem Garten

Zecken und die Gefahren

Zecken und deren Bisse werden leider auch in der heutigen Zeit noch immer sehr unterschätzt. Dabei ist mit einer Schutzimpfung, ein schwerwiegender Krankheitsverlauf durchaus einzuschränken.

Zecken und Zeckenbisse
Tipps zum Schutz vor Zecken und Zeckenbiss

Die Zeckenbisse treten vermehrt im Frühling bis in den späten Herbst hinein auf. Personen die beruflich oder auch privat sehr viel Zeit in der freien Natur verbringen, sind von Zeckenbissen sehr häufig betroffen. Handelt es sich um einen milden Winter, können Zecken durchaus früher auftreten.

Zecken befinden sich in Wiesen, an Wegen, an Bäumen oder in Gärten. Es ist ein Irrglaube, dass Zecken beißen, denn sie stechen und können dadurch das gefährliche Virus FSME übertragen.

Warum können Bisse gefährlich werden und wie schütze ich mich?

Der Zeckenbiss an sich ist keineswegs gefährlich. Während des Saugaktes, kann mit dem Speichel der Zecke jedoch ein Krankheitserreger übertragen werden. Es werden zumeist zwei Krankheiten übertragen. Die Borreliose (Hirnhautentzündung) und FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis). Zudem ist auch das persönliche Immunsystem ein sehr wichtiger Faktor, wie sich das Krankheitsbild bei einem Zeckenbiss verändern kann.

In vielen Fällen wird ein Zeckenbiss jedoch nicht bemerkt und die Zecke kann sich „einsaugen“. Zwar führen laut neuesten Statistiken lediglich 4% der Zeckenbisse zu einer Infektion, dennoch sollte rasch gehandelt werden.

Die Zecke sollte also so schnell wie nur irgendwie möglich entfernt werden. Am besten geschieht dies mit einer Pinzette oder mit einer sogenannten Zeckenzange. Diese können Sie bei einer Apotheke Ihrer Wahl kaufen oder sogar online, zum Beispiel bei einer dieser Apotheken, bestellen. Sollten Sie dennoch unsicher sein, können Sie selbstverständlich einen Arzt aufsuchen.

Wird die Zecke mit einer Pinzette entfernt, sollte sie sehr weit unten angepackt werden und mit leichten aber gezielten Wippbewegungen entfernt werden. Achten Sie zudem darauf, dass der Körper (der Zecke) keinesfalls zusammengequetscht wird, da sonst Bakterien oder Krankheitserreger in den menschlichen Körper gelangen können.

Bleibt der Kopf der Zecke unter der Haut stecken, so muss dieser nicht extra entfernt werden, denn dieser beinhaltet keinerlei Gefahren. Eine gründliche Desinfektion sollte dennoch erfolgen und gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Ein völlig falscher Weg wäre, mit Öl oder Klebstoff die Zecke aus der Haut zu bekommen. Hier gerät das Tier in Not und gibt dadurch auf alle Fälle Krankheitserreger ab. Statistiken haben zudem belegt, dass in rund 85% der Fälle, die Zecken keine Borrelien besitzen.

Wann sollte ein Arzt auf alle Fälle aufgesucht werden?

Wenn die Zecke entfernt wurde und nach einigen Tagen immer noch eine sehr deutliche Rötung an der Hautstelle ersichtlich ist, sollten Sie bei jedem Verdacht unbedingt fachärztliche Hilfe aufsuchen. Auch wenn Sie sich in einem bekannten FSME-Gebiet aufhalten und keine Schutzimpfung haben, sollten Sie so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Innerhalb von 4 Tagen besteht die Möglichkeit, sich nachträglich eine Impfung zu holen und so den gefährlichen Krankheitserregern keine Chance zu lassen. In der Regel tritt nach rund 6 bis 10 Tagen nach einem Zeckenbiss (mit dem Krankheitsbild FSME) sehr hohes Fieber auf. In solch einem Fall ist eine Schutzimpfung leider zu spät.

Wie kann man sich schützen?

Es wird seit vielen Jahren auch behauptet, dass die Zecken regelrecht vom Baum fallen. Diese Aussage ist schlicht und einfach eine Lüge. Zecken halten sich nicht in Baumspitzen auf. Sie befinden sich maximal in einer Höhe von 1 Meter. Der beliebteste Wohnort der Tiere ist das Grad und die Pflanzenwelt.

Wer nun der Meinung ist sich mit einer lagen Bekleidung schützen zu können, der irrt sich ebenfalls gewaltig. Die Zecke sucht sich ihren Weg vom Hosenbein oder den Schuhen an die Haustellen. Ein besserer Schutz wäre es, wenn die Socken über die Hosenbeine getragen werden.

So erschweren Sie den Zecken die Suche nach einer geeigneten Hautstellt. Bei längeren Arbeiten im Freien oder nach einem Spaziergang in der Natur ist es ratsam, den Körper nach Zecken abzusuchen. Sehr häufig bevorzugen die Zecken feuchte Hautstellen wie etwa Kniekehlen oder in der Achsel.

Was gibt es also zu beachten?

  • Zecken beißen nicht, sie stechen
  • Sie befinden sich häufig in einer maximalen Höhe von 1 Meter
  • Sie bevorzugen feuchte Hautstellen
  • Lange Kleidung schützt nicht
  • Nach jedem Aufenthalt in der Natur den Körper nach Zecken absuchen
  • In FSME-Gebieten empfiehlt sich eine Schutzimpfung
  • 4 Tage nach einem Zeckenbiss ist eine nachträgliche Impfung möglich
  • Im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen

Gefahren

Rund jede 5. Zecke trägt den Krankheitserreger Borreliose in sich. In wenigen Ausnahmefällen, kann diese Krankheit auch durch Stechmücken oder Bremsen übertragen werden.

Leider wird das Krankheitsbild sehr oft erst nach vielen Jahren bemerkbar. Borreliose wirkt sich auf Gelenke, die Psyche und die Nerven aus. Auch die inneren Organe sind betroffen (Herzmuskelentzündung). Gegen Borreliose ist leider bis dato kein wirksamer Impfstoff verfügbar.

Anders hingegen die FSME-Erkrankung. Dieser Virus ist deutlich geringer in Zecken zu finden. Leider ist auch hier ein eindeutiges Krankheitsbild nicht vorherzusagen. Zumeist erkranken Personen jedoch an einer sogenannten Sommergrippe. Andere Patienten klagen hingegen über sehr starke Kopfschmerzen und Erbrechen. Fest steht jedoch, eine Hirnhautentzündung heilt jedoch sehr gut wieder ab – vorausgesetzt der Patient begibt sich in ärztliche Behandlung. Werden die Symptome übergangen, kann durchaus Lebensgefahr bestehen

Fazit

Zusammengefasst bleibt zu sagen, mit einer FSME-Schutzimpfung können Sie eine schwerwiegende Erkrankung vorbeugen. Es ist in der heutigen Zeit also nicht mehr nötig, dass Personen (oder gar Kinder) an FSME-Erkranken bzw. daran sterben müssen. Eine Impfung bietet Schutz über mehrere Jahre hinweg und ist auch nicht schmerzvoll. Hat eine Zecke jedoch einmal doch einen Weg zu Ihnen gefunden, besteht zumeist kein Grund zur Sorge.

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