Fernsehkonsum – Medien und Internet

Kinder und Fernsehen – wann hört der Spaß auf?

Die Kombination Kind und Fernsehen ist in mancherlei Hinsicht sehr unverträglich. Würde man den Nachwuchs in Ruhe gucken lassen, kämen sie wahrscheinlich gar nicht mehr aus ihrem Kinderzimmer heraus.

Fernseher
Wieviel Fernsehen am Tag.

Genau hier liegt eines der Grundübel von zu hohem Fernsehkonsum beim Nachwuchs. Fernsehgeräte, die im Kinderzimmer stehen, tragen alleine schon damit zu einem Übermaß an Stunden bei, die das Kind vor der Mattscheibe hockt.

Alle Eltern wissen, dass Kinder in ihrem Zimmer nicht unter der gleichen Kontrolle stehen, wie im Wohnzimmer. Ob die Türe offen oder geschlossen ist, rücken sie in der Abgeschiedenheit des Kinderzimmers zwangsläufig in den Hintergrund. Während die Mutter ihrer Hausarbeit nachgeht oder Vater im Garten arbeitet, kann der Knirps ungehindert gucken, was er will.

Kein Fernseher im Kinderzimmer

Ist das Kinderzimmer zur Fernseher-freien Zone erklärt worden, können Kinder im Wohnzimmer die Sendung ansehen, die sie möchten. Hier sind Kinder präsenter und Mütter und Väter haben eine bessere Kontrolle über das laufende Programm. Trotzdem bleibt die Frage zu klären, wie viel Fernsehen ist grundsätzlich für Kinder gesund und auch, wie viel in welchem Alter?

Dazu ein paar kurze und knackige Regeln:

– Kinder im Alter unter 3 Jahren = so gut wie gar nicht
– Kindergartenalter = ½ Stunde täglich altersgerechte Sendung mit Begleitperson
– Grundschulkinder = 1 Stunde täglich, altersgerechte Sendung
– Kinder zwischen 10 und 13 Jahren = 1,5 Stunden täglich

Das ist fernab von dem, was viele Kinder heute an Zeit vor dem Fernseher verbringen. Im Nachhinein ist es deutlich schwieriger, die Zeiten wieder „zurückzufahren“, deshalb sollten Eltern bei sehr kleinen Kindern darauf achten, in die richtigen Bahnen zu lenken.

Kinder ab einem Alter von 14 Jahren können einen Fernseher in ihrem Zimmer haben, sie kommen in die Pubertät und streben nach Unabhängigkeit von den Eltern.

Trotzdem sollten diese hin und wieder einen kontrollierenden Blick ins Zimmer werfen, auch wenn dies eventuell mit protestierenden Kommentaren des Zimmerbewohners verbunden ist.

Kinder müssen Fernsehprogramme verarbeiten können

Es mag mit Sicherheit so manches Mal sehr verlockend sein, wenn Kinder fernsehen und dabei mucksmäuschenstill sind. Eltern, die am Nachmittag eine Pause brauchen, können natürlich dem Kind für die empfohlene Zeit das Fernsehen erlauben.

Es sollte aber nicht dazu (ver)führen, den Fernseher als Babysitter zu missbrauchen. Besonders kleine Kinder sind von ihrer Gehirnleistung noch nicht in der Lage, die schnellen Bilder im Fernsehen zu verarbeiten, interpretieren vieles falsch oder speichern es falsch ab.

Außerdem können sie davon nervös und unruhig werden und lernen mit Sicherheit nicht nur die lehrreichen Sendungen kennen. Eltern sollten sich zusammen mit dem Kind einen Film oder eine Sendung ansehen, so können Erklärungen oder Fragen gleich beantwortet werden.

Dauert ein Film zu lange, kann er auch aufgenommen werden und wird dann in zwei Hälften an zwei Tagen angesehen. Keinesfalls sollte der Fernseher einen zu großen Stellenwert im Alltag bekommen, auch nicht bei Eltern oder Geschwistern.

Kinder übernehmen das schnell, aus diesem Grund ist ein Fernsehverbot als Strafe auch nicht die richtige Konsequenz. Dadurch würde das Gerät einen zu hohen Status erhalten.

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