Wellensittich Käfig kaufen

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Augen auf beim Käfig-Kauf! 10 Goldene Regeln für Wellensittich-Käfige

Der Zoofachhandel, aber auch viele Onlineshops oder sogar Gartenmärkte bieten mittlerweile eine schier unüberschaubare Anzahl an den verschiedensten Käfig- und Volierenmodellen für Wellensittiche an.

Wellensittiche mit Käfig
Der richtige Käfig für einen Wellensittich

Der Kunde hat die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Größen, Materialien, Ausstattungen, Gitterabständen… Dabei ist es gar nicht so schwer, den perfekten Käfig für die gefiederten Mitbewohner zu finden, wenn ein paar einfache Grundregeln beachtet werden.

Regel 1: Zu groß gibt es nicht!

Leider preisen viele Verkäufer immer noch Käfige mit einer Länge von 50-60 cm als „groß“ an. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken. Ein Käfig für ein Wellensittichpärchen sollte die Maße 80x50x80 cm (lxbxh) nicht unterschreiten, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. empfiehlt sogar die Mindestmaße von 120x60x100 cm (lxbxh). Doch auch bei diesen Käfigmaßen ist täglicher Freiflug von mindestens 4-5 Stunden Pflicht. Sollen mehr als zwei Wellensittiche das Vogelheim bewohnen, so vergrößert sich die benötigte Grundfläche natürlich.

Regel 2: Die Länge ist entscheidend, nicht die Höhe!

Oftmals entpuppt sich die scheinbar „große Vogelvoliere“ daheim als absolute Fehlinvestition, denn die Vögel halten sich nur im oberen Drittel auf und die Nutzfläche verringert sich dadurch enorm, die große Voliere entpuppt sich als viel zu klein. Sie sollten beim Kauf bedenken, dass Wellensittiche keine Hubschrauber sind, die von oben nach unten fliegen. Sie bewegen sich von links nach rechts, was bedeutet, dass die Länge des Käfigs entscheidend ist, die Höhe spielt eine absolut untergeordnete Rolle. Achten Sie daher immer auf die Grundfläche, denn diese ist beispielsweise mit 60×60 cm auch bei einer Höhe von 150 cm eindeutig viel zu klein.

Regel 3: Achten Sie auf das Material!

Die Gitterstäbe der meisten im Handel angebotenen Käfige bestehen aus kritischen Materialien, durch die sich die nagewütigen Wellensittiche durchaus eine Schwermetallvergiftung zuziehen können. Messingkäfige sind allein aufgrund ihrer goldglänzenden Farbe nicht für die Tierhaltung geeignet, denn sie blenden die Bewohner nicht unerheblich. Außerdem kann das im Messing enthaltene Zink zu Vergiftungserscheinungen führen.

Das gleiche Problem weisen verzinkte Käfige auf, die daher mit Vorsicht zu genießen sind. Kunststoffbeschichtete Käfige sind solange unproblematisch, wie die Beschichtung nicht benagt und gefressen wird. Allein dies ist schon gesundheitsschädlich, unter dem Kunststoff kommen dann zusätzlich meist auch noch verzinkte Gitterstäbe zum Vorschein. Grundsätzlich sollte beim kunststoffbeschichteten Gitterstäben eine dunkle Farbe gewählt werden, Weiß ist aufgrund der Blendwirkung ungeeignet. Vollkommen unproblematisch sind Edelstahlkäfige, die jedoch noch nicht in Serie produziert werden, sondern nur als Sonderanfertigung erhältlich sind. Eine gute Alternative stellen sogenannte Hammerschlagbeschichtungen dar, die extra gehärtet wurden und aus ungiftigen Materialien bestehen.

Regel 4: Wählen Sie die einfachste Form!

Vogelkäfige in Häuschen- oder Tempelform, mit Schnörkeln und Erkerchen erfreuen vielleicht das menschliche Auge, den Wellensittichen ist solcher Schnickschnack vollkommen egal, im Gegenteil, er nimmt sogar Platz weg und spätestens beim Reinigen werden Sie Ihren neuen Käfig verfluchen. Achten sie daher auf einfache rechteckige Käfigmodelle. Bei diesen kann der Platz im Innern optimal genutzt werden, das flache Dach dient als Ablage für Spielzeug oder Spielplätze.
Rundkäfige sollten dagegen absolut tabu sein. Sie werden als tierschutzwidrig eingestuft, da sie den Wellensittichen keinerlei Orientierungs- oder Rückzugsmöglichkeiten bieten. Außerdem ist ihre Grundfläche viel zu klein.

Regel 5: Querverstrebung ist besser als Längsverstrebung!

Achten Sie darauf, dass der Käfig an mindestens zwei Seiten querverstrebt ist, dass also die Gitterstäbe horizontal verlaufen. An senkrechten Gitterstäben können die Wellensittiche nur schwer klettern, da sie immer wieder nach unten rutschen. Insbesondere bei älteren Tieren ist daher eine Querverstrebung wichtig, denn Klettern ist eine beliebte Fortbewegungsart der kleinen Australier.

Regel 6: Auf die Gitterabstände achten!

Größere Käfige sind leider oftmals auch für größere Vögel konzipiert, was Sie sofort an den Abständen der Gitterstäbe erkennen können. Diese sollten bei Wellensittichen einen Abstand von 1,5 cm nicht überschreiten, optimal sind 1,0-1,2 cm. Beträgt der Gitterabstand mehr als 1,5 cm können die Wellensittiche versuchen, durch die Gitter den Käfig zu verlassen, was zu schwersten Verletzungen führen kann!

Regel 7: Spitzdächer sind ungeeignet!

Das Dach des Käfigs sollte ebenfalls aus Gittern bestehen, denn nur dann ist gewährleistet, dass genügend Licht in den Käfig hineinfällt. Nach oben spitz verlaufende oder auch abgerundete Dächer schaden zwar den Vögeln nicht, erweisen sich aber als sehr unpraktisch, wenn Sie Schaukeln oder ähnliches im Innern des Käfigs anbringen möchten. Wellensittiche sitzen gerne auf dem höchsten Punkt – bei einem Spitzdach sind diese Plätze rar, Zankereien sind oft die Folge. Außerdem können Sie nur auf einem flachen Dach Spielzeug oder Spielplätze anbringen.

Regel 8: Achten Sie auf genügend Türchen!

Eine ausreichende Anzahl von Türchen an günstigen Stellen ist die Voraussetzung dafür, dass Sie bei der Käfigreinigung alle Stellen im Innern des Käfigs problemlos erreichen können. Außerdem ist es praktisch, wenn neben dem Türchen, durch das die Tiere den Käfig verlassen können, ein weiteres für ein Badehäuschen oder ähnliches bereit steht.

Regel 9: Unnützes Zubehör am besten gleich entfernen!

Oftmals werden Sie nicht nur einen Käfig erwerben, sondern zusammen mit dem Käfig auch eine Menge Zubehör erhalten. Entsorgen sollten Sie Plastiksitzstangen, Hartholzstangen, Spiegel, Plastikvögel und Kotgitter. Plastik- und Hartholzstangen führen durch ihre glatte Oberfläche zu einer einseitigen Belastung der Vogelfüße und dadurch im schlimmsten Fall zu schmerzhaften Ballengeschwüren. Spiegel und Plastikvogel täuschen einen vermeintlichen Artgenossen vor und zählen zum tierschutzwidrigen Zubehör. Das Kotgitter verhindert, dass die Wellensittiche sich am Boden aufhalten können, was aber durchaus zu ihren natürlichen Verhaltensweisen gehört. Außerdem verschmutzt es sehr schnell durch herabfallenden Kot und ist dann nur schwer zu reinigen.

Regel 10: Ein Blick in die Nagerabteilung lohnt sich durchaus!

Nicht nur in der Vogelabteilung finden Sie passende Käfige, auch große Ratten-, Chinchilla- oder Streifenhörnchenkäfige eignen sich durchaus für die Wellensittichhaltung. Sofern Sie die Regeln 1-9 beachten, kann es Ihnen im Grunde genommen egal sein, als was der Käfig bezeichnet wird.

So sollte ihr neuer Käfig für Wellensittiche aussehen:

  • Mindestmaße von 80x50x80 cm (lxbxh), keine hohen Hubschraubervolieren mit kleiner Grundfläche
  • Material der Gitterstäbe: Edelstahl oder Hammerschlagbeschichtung
  • einfache rechteckige Form
  • an mindestens zwei Seiten querverstrebt
  • Gitterabstände nicht breiter als 1,5 cm
  • flaches Dach aus Gitterstäben
  • Türchen in ausreichender Anzahl und guter Lage

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