Weihnachtslieder – Weihnachten & Advent

Auf unzähligen Weihnachtskarten, in Emails, am Telefon und auf der Straße wünschen wir uns jedes Jahr aufs Neue eine „frohe und besinnliche Weihnachtszeit“. Dabei ist von wirklichem Frohsinn wenig zu spüren und das letzte, wonach uns der Sinn in der vorweihnachtlichen Hektik steht, ist Besinnlichkeit.

Besinnlichkeit ist der Grundgedanke von Weihnachten

Wenige verwenden heutzutage auch nur einen Gedanken darauf, sich an den eigentlichen Grundgedanken von Weihnachten zu erinnern, an den ursprünglichen Sinn dieses höchst kommerzialisierten Festes am Ende eines jeden Jahres.

Nachleben der Bibelgeschichte: Panik und Flucht vor und an Weihnachten

Weihnachten und Besinnlichkeit
Weihnachtslieder singen für mehr Besinnlichkeit an Weihnachten

Wer sich in der Vorweihnachtszeit in den Städten und Geschäften umschaut bekommt leicht den Eindruck, die umherschwirrende Masse sei von einer ähnlichen Panik ergriffen, wie einst Maria und Josef nach Christus Geburt.

Damals war es der auf das ‚Wunderkind‘ eifersüchtige König Herodes, der die frischgebackenen Eltern zur Flucht nach Ägypten zwang. Vor Todesangst um ihr Kind machten sie sich auf den beschwerlichen Weg.

Ist dieses Konzept erzwungenen Verhaltens und der Angst vor dem Scheitern also der Grundgedanke von Weihnachten, der sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts durchgesetzt hat? Man könnte dies meinen.

Nahezu besessen von der krampfhaften Suche nach den perfekten Geschenken, rennt der moderne Weihnachtsvorbereiter von einem Geschäft zum nächsten und verlässt am 24. Dezember fluchtartig um spätestens 13 Uhr das Büro, um den perfekten Gänsebraten pünktlich zum Abendessen um spätestens 19 Uhr fertig zu haben und dem schnurgeraden Weihnachtsbaum die letzten Dekorationen zu verpassen.

Vergessen wird dabei nur, dass es sich bei der heutigen Geschichte gewöhnlich nicht wie bei Jesus Eltern um einen Kampf um Leben oder Tod handelt, um ein Menschenleben. Es geht lediglich um die Aufrechterhaltung von lang eingefahrenen Traditionen, die alle Jahre wieder so sicher zurückkehren wie das Amen in der Kirche.

Ein paar Tage Zeit für sich selbst im Advent und an Weihnachten

Unabhängig davon, ob jemand nun gläubig ist oder nicht, bietet die Erinnerung an Christus Geburt sehr viel mehr als den Panik- und Fluchtgedanken. Dieser besondere Geburtstag beschert uns immerhin bis heute einige freie Tage, über die wir uns den Rest des Jahres richtig freuen würden um einfach mal auszuschlafen, zu entspannen und etwas für uns selbst zu tun.

Kein anderes Fest schenkt uns mitten in der kältesten, dunkelsten Zeit des Jahres einige Tage der Ruhe, die wir mit uns selbst verbringen können oder mit Menschen, für die wir sonst oft zu wenig Zeit haben. Steckten unsere Köpfe nicht so lange in den Wühlkisten der Geschäfte oder erhitzten sich im Streit über die alljährlichen Fragen, wie, wo, wann und mit wem Weihnachten gefeiert werden soll, so hätten wir eine einmalige Möglichkeit, diese Tage in aller Stille zu genießen.

Besinnlichkeit gar nicht so absurd?

Wenn man sich einen Moment lang vorstellt, es gäbe sie nicht, die vielen Erwartungen an Weihnachten, die ganzen gesellschaftlich und familiär etablierten Verhaltensregeln, könnte Weihnachten dann nicht tatsächlich eine wunderschön entspannte Zeit der Besinnlichkeit sein?

Immerhin stellt das Konzept von Weihnachten sowohl für christliche als auch weniger christlich geprägte Menschen eine Art Wendepunkt dar, an dem man auf ein vergangenes Kalenderjahr zurückblickt und ein neues unmittelbar bevorsteht. Viele Menschen haben an diesem Punkt das Bedürfnis darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll, was sich ändern sollte, wie man das Leben besser gestalten kann.

Weihnachten, in seinem ursprünglichen Sinn, beschert uns nicht nur ein wenig Zeit hierfür, sondern auch eine kleine Erinnerung daran, dass das Unfassbare geschehen kann, dass das Leben voller kleiner und großer Wunder ist und es in unseren Händen liegt, uns auf diese zu besinnen, sie zu verschenken oder ganz einfach fortzuwerfen.

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