Weihnachten in Russland

Geschätzte Lesedauer 2 Minute(n)

Seit dem 11. Jahrhundert hat die Verehrung für St. Nikolaus in Russland und in der orthodoxen Kirche eine große Tradition. St. Nikolaus war und ist eine Figur, die sehr verehrt wird. Viele Kirchen wurden nach ihm benannt. Vor allem ist der Name Nikolaus seit jeher sehr beliebt für die Namensgebung der Söhne. Er ist fast sowas wie ein Überheiliger und einer der wenigen Heiligen der Weihnachtszeit, die nachweislich gelebt haben.

Wie feiert man Weihnachten in Russland

Weihnachten in Russland
Wie feiert man Weihnachten in Russland?

Nach der kommunistischen Revolution wurde Nikolaus durch „Dyed Maroz“ (Großväterchen Frost) ersetzt. An der Figur blieb allerdings einiges gleich, so wie die rote Robe, der weiße Bart und die schwarzen Stiefel.

„Dyed Maroz“ bringt den Kindern am 1. Januar, an Neujahr, und nicht zu Weihnachten die Geschenke. Er stützt sich auf einem Eiszapfen und verteilt zum Jahreswechsel mit seiner „Troika“ (Pferdeschlitten, gezogen von 3 Pferden) die Gaben. Begleitet wird er von seiner Helferin, die „Snegorochka“ (Schneeflöckchen) heißt und einem Jungen namens „Neujahr“.

In Russland wird übrigens wegen der verschiedenen Zeitzonen elf Mal auf das Neue Jahr angestoßen.

Die Vorweihnachtszeit beginnt am 28. November mit der 40-tägigen Fastenzeit. Es dürfen also vor Weihnachten keine Süßigkeiten genascht werden. Wobei in Maßen Nüsse, Honig oder Trockenfrüchte erlaubt sind. Auf keinen Fall dürfen Fleisch, Eier oder Milchprodukte auf den Tisch kommen. Ab 2. Januar darf auch kein Fisch mehr gegessen werden.

Der 6. Januar ist „Sochelnik“ oder „Koljadki“ (Heiligabend). Da wird traditionell sogar komplett den ganzen Tag gefastet und erst mit dem Aufleuchten des ersten Sternes Abendhimmel beginnt das vegetarische Heilige Mahl. Dabei ist der Ablauf genau festgelegt: Die Speisen stehen auf dem Tisch, in der Mitte des Tisches steht eine Kerze, die Jesus als das Licht der Welt symbolisiert. Auf dem Tisch liegt eine weiße Tischdecke, die für das Tuch steht, das Jesus im Stall bedeckte. Die Tischdecke selber ist mit etwas Stroh dekoriert, was die Armut darstellt, in die Christus hinein geboren wurde.

Das Heilige Mahl besteht aus 12 Speisen, für die 12 Apostel: Kutya (Weizenbrei), Pagach (Fastenbrot), Zapraska (Mehlsuppe aus Zwiebeln und Pilzen), Fisch, Honig, Früchte, Knoblauch, Nüsse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Gebäck und Wein. Auch wenn es aus der Aufzählung nicht auf dem ersten Blick zu erkennen ist, aus diesen Zutaten kann ein wunderbares vegetarisches Weihnachtsessen entstehen.

Das Familienoberhaupt spricht die Worte „Christus ist geboren“ und die Familienmitglieder antworten „Preise ihn“. Danach segnet die Mutter alle Anwesenden. Dann tunken alle ein Stück Brot in Honig und danach in eine Schale mit gehacktem Knoblauch. Dies steht für das Süße und Bittere im Leben. Nun erst beginnt das eigentliche Essen.

Nach dem Essen geht man danach gemeinsam in die Mitternachtsmesse, das wichtigste Ereignis des Abends vor Weihnachten. Dabei handelt es sich um einen stundenlangen Gottesdienst mit viel Gesang und schönen Lichter-Prozessionen. Heute wird der wichtigste russisch-orthodoxe Weihnachtsgottesdienst, am dem auch russische Politiker teilnehmen, im Fernsehen übertragen. Der Heilige Abend endet somit erst in den frühen Morgenstunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.