ADHS und seine Symptome

Was ist eigentlich ADHS?

Unter der Abkürzung ADHS steckt der komplizierte Name Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung oder -Syndrom. Bekannte Beispiele aus der Literatur wären Michel aus Lönneberga von Astrid Lindgren, der Zappelphilipp aus dem Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann oder auch der Hanns Guck-in-die-Luft aus demselben Buch.

ADHS Symtome
Welches sind die typischsten ADHS-Symtome?

Diese Beispiele zeigen, dass ADHS keine neue Erkrankung unserer Zeit ist. Aber vielleicht ist die jetzige Generation Lebensbedingungen ausgesetzt, die ADHS begünstigen. Meist fallen die Kinder, die an diesem Syndrom leiden, durch ihr Sozialverhalten auf. Besonders in Gruppen zeigen sich nämlich die Symptome dieses Krankheitsbildes recht schnell.

Aber trotzdem ist nicht jedes impulsive, wilde Kind gleich betroffen. Um die Diagnose ADHS zu stellen, müssen eine Reihe von Auffälligkeiten zutreffen, die im Nachfolgenden aufgeführt sind. Abzugrenzen ist ADHS von ADS, der Aufmerksamkeits-Defizit-Störung, bei der die klassische Unruhe und der Bewegungsdrang der ADHS fehlen.

Die drei Kernsymptome vor ADHS

Motorische Unruhe, Impulsivität und die Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit sind die drei Hauptsymptome der ADHS. Unter die motorische Unruhe fallen die klassischen Zappelphilipp-Verhaltensweisen der Kinder. Sie können nicht still sitzen, fingern oft an Gegenständen herum, ohne einen Grund zu haben, sie wirken oft getrieben von einer unbekannten Motivation und neigen zu einschießenden, spontanen Bewegungen, die andere erschrecken können (zum Beispiel das plötzliche Aufspringen ohne Grund).

Unter Impulsivität fallen heftige Gefühlsausbrüche, die hinsichtlich des Vorfalls oft unangemessen erscheinen, weiterhin reden die Kinder oft sehr viel und ununterbrochen oder fallen anderen ins Wort. Gefährlich sind impulsive Reaktionen dann, wenn sie das Kind selbst gefährden. Kinder, die an ADHS leiden, rennen einfach über die Straße, ohne zu schauen. Sie handeln manchmal, bevor sie denken.

Die Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit beschreibt Symptome wie das Vor-sich-hin-Träumen, Ablenkbarkeit und die Unfähigkeit, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen oder etwas Angefangenes zu beenden (Puzzle werden oft abgelehnt oder unfertig zurückgelassen). Die Kinder wirken oft zerstreut, vergessen ihr Schulmaterial oder ihr Turnzeug und überhören Anweisungen.

Keine Panikmache wegen möglichem ADHS Symptom!

Nicht jedes Kind, das wild und ungestüm oder eben sehr temperamentvoll ist, leidet an ADHS. Ebenso wenig ist jedes Kind, das an ADHS leidet, hochintelligent – wie man oft hört. Wichtig ist, das Kind anhand seines Alters, seines Charakters und seiner Entwicklung zu begutachten. Nicht zuletzt sind auch die Lebensbedingungen wichtig.

Ein Kind, das schon im Alter von fünf Jahren mehrere Stunden am Tag vor dem Fernseher geparkt wird, entwickelt natürlich in der restlichen Zeit einen starken Bewegungsdrang. Dies ist keine Krankheit, sondern ein Ausgleich! Nur ein Fachmann kann die Diagnose ADHS stellen – und auch dieser muss das Kind genau beobachten und mehr als einmal untersuchen. ADHS zeigt sich oft auch im Verlauf, denn Kinder durchlaufen verschiedene Phasen der Entwicklung, in denen sie manchmal verträumt, abgelenkt, reizbar oder auch unruhig sind, ohne an dieser Störung zu leiden.

Was tun bei ADHS?

So komplex wie das Krankheitsbild ist auch dessen Therapie. Ist die Diagnose gestellt, müssen Therapieziele aufgelistet werden. Die Einbeziehung der Eltern, Geschwister, Großeltern und Lehrer ist zwingend. Psychomotorik, Verhaltentherapie und Ergotherapie sind anerkannte Behandlungsmethoden bei ADHS. Ziel der Therapie ist es, den drei Kernsymptomen entgegenzuwirken, Selbstvertrauen zu fördern und die Selbstwahrnehmung zu verbessern.

Ein umstrittenes Medikament ist Ritalin. Es wird mittlerweile sehr häufig verschrieben, da auch die Diagnose ADHS zunimmt. Allerdings sind Kritiker, zu denen auch Spezialisten gehören, der Ansicht, dass die Diagnose ADHS zu früh und zu häufig gestellt würde. Ritalin basiert auf dem Wirkstoff Methylphenidat, ein Abkömmling des Amphetamins. Paradoxerweise trägt Ritalin zur Ausschüttung von Adrenalin bei, dies bewirkt, dass die Kinder ruhiger werden, und nicht noch lebhafter, wie es zu erwarten wäre.

Die genaue Wirkweise kennt man allerdings noch nicht, ebenso weiß man heute noch wenig über die möglichen Nebenwirkungen nach jahrelanger Einnahme. Daher sollte eine Gabe von Ritalin auch erst dann erwogen werden, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft wurden und das Kind sehr unter den Symptomen von ADHS leidet.

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