Warum Kinderbücher wichtig sind

Kinderbücher beflügeln die Fantasie

„Lesen heißt durch fremde Hand träumen“. Dieses Zitat von Fernando Pessoa zeigt zum einen, was Lesen sein kann: nämlich das Wegträumen aus der Realität, welches unter anderem auch die eigene Fantasie anregt.  Lesen kann für unsere Kinder eine Ruheinsel im hektischen Alltag sein. Kinderbücher sind die Brücke, über die sie dorthin gelangen.

Kinderbücher sind wichtig
Kinderbücher sind auch heute noch wichtig

Auch Kinder haben heutzutage schon Stress. Die Schule ist durch neue Reformen längst nicht mehr so leicht zu bewältigen wie früher, der Leistungsdruck in der Gesellschaft nimmt stetig zu und auch in der Freizeit fühlen sich die Kinder oft überfordert, vor allem, wenn die Tage mit Tennis, Malkursen, Reiten, Sport und anderem überfüllt sind und kaum Zeit zum Spielen bleibt.

Ein Kinderbuch kann hier wie ein Kurzurlaub betrachtet werden. Beim Lesen muss sich ein Kind nicht behaupten, es kann abschalten und eine Figur dabei beobachten, wie sie sich im Alltag zurechtfindet. Oft erlebt es dabei auch noch die spannenden Abenteuer mit oder muss herzhaft über Scherze und Albernheiten der Figur lachen. Das ist Entspannung pur. Kinderbücher stellen keine Erwartungen, sie wollen einfach nur gelesen werden.

Warum sind Kinderbücher so wichtig?

Kinderbücher entspannen zum einen, zum anderen tragen sie aber auch zur geistigen Entwicklung der Kinder bei. Natürlich werden bei Lesen auch Fertigkeiten trainiert, aber das geschieht eher nebenbei. Gerade das Lesen im ersten und zweiten Schuljahr fördert die Lesefähigkeit ungemein, am besten sogar, wenn Kinderbücher laut vorgelesen werden. Heute gibt es Kinderbücher, die so konzipiert sind, dass Kinder und Eltern abwechselnd lesen. So wird es dem Kind auch möglich gemacht, immer wieder in die Geschichte einzutauchen und zur Ruhe zu kommen.

Lesen fördert aber nicht nur die Lesefähigkeit, sondern trägt auch zur Wissensvermittlung bei. In Kinderbüchern, sogar in einfachen Geschichten, sind viele Informationen enthalten, die die Kinder beim Lesen aufnehmen und verarbeiten. Noch dazu gibt es Kinderbücher, die auf reine Wissensvermittlung abzielen. Diese Bücher erfüllen natürlich eine ganz andere Funktion und dienen weniger der Entspannung, sondern sind extra so gestaltet, dass sie dem Wissensdurst der Kinder gerecht werden.

Welche Anforderungen muss ein gutes Kinderbuch erfüllen?

Diese Frage ist nicht so leicht pauschal zu beantworten und natürlich auch von den Interessen des Kindes abhängig. Kinderbücher sollten auf jeden Fall immer speziell für ein Kind ausgewählt werden. Was dem einen gefällt, kann ein anderes langweilen. Oft lesen Kinder auch nicht, weil sie noch nicht das richtige Buch für sich gefunden haben. Einer Pferdenärrin werden Ponygeschichten auf jeden Fall besser gefallen als Geschichten über Zauberer, eine Ballettratte wird natürlich Geschichten über Tänzerinnen bevorzugen.

Um dem Kind einen größtmöglichen Nutzen zu bieten, sollten Eltern sich also erst einmal überlegen, was dem eigenen Kind gefallen könnte und sich nicht an allgemeinen Aussagen oder Meinungen orientieren.

Kinderbücher unterstützen moralisches Handeln

Ein gutes Kinderbuch sollte im besten Falle Raum für eine Identifikation mit der Hauptfigur gewähren. Anhand dieser können Kindern lernen und mitverfolgen, wie sie Probleme bewältigt und in Konfliktsituationen reagiert. Gefühle sollten nachvollziehbar geschildert werden, so dass Kinder selbst entscheiden können, ob sie ähnlich handeln würden oder nicht und warum.

So fördert ein gutes Kinderbuch auch das moralische Verständnis. Oft werden die Buchfiguren gleichsam zu Helden oder Heldinnen und bekommen Vorbildfunktion. Man denke hier nur an „Harry Potter“, der eine ganze Generation, selbst die eher lesefaulen Jungs, zum Lesen animierte. Zum Helden konnte der junge Zauberer natürlich nur avancieren, weil er beständig gegen das Böse kämpfte und auch von Missgeschicken und Unglücken nicht verschont blieb.

Gute Kinderbücher sollten also nicht nur die Sonnenseiten einer Figur zeigen, sondern auch negative Gefühle und Handlungen schildern – und ebenso die Frage klären, wie man damit umgeht. Und nebenbei entführen sie dann in ein eigenes Reich, in dem der Alltag und seine Sorgen keinen Platz haben!

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