Karneval Fasching Fastnacht

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Je nach Region hat der Karneval in Deutschland unterschiedliche Namen. In Norddeutschland und in einigen Teilen Bayerns heißt es Fasching, in Hessen, Baden und Württemberg nennt man die Zeit Fastnacht, in den Hochburgen Köln und Düsseldorf wird Karneval gefeiert.

Die Geschichte des Karnevals

Warum feiern wir Karneval
Warum feiern wir Karneval. Oder Fasching. Oder Fastnacht.

Der Ursprung der Fastnacht findet sich im katholischen Glauben bereits seit dem 4. Jahrhundert und betrug 40 Tage vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag. Seit 1966 ist für die Katholiken das Fasten jedoch nur noch am Aschermittwoch und am Karfreitag eine Verpflichtung. Grund dafür ist ein apostolischer Erlass von Papst Paul IV.

Durch die Reformation war die Fastenzeit in der evangelischen Kirche weniger wichtig. Das heutige Feiern dieser tollen Tage erfreut sich großer Beliebtheit auch bei Menschen, die keiner Kirche angehören.

In Deutschland entwickelte sich wahrscheinlich bereits im 11. Jahrhundert das Brauchtum der Fastnacht. Genaue Belege darüber sind nicht vorhanden. Aus dem Jahr 1341 liegt der älteste schriftliche Beweis über eine Feier in Köln vor.

Im Mittelalter waren die Fastenvorschriften sehr streng und bezogen sich nicht nur auf den Genuss von Fleisch, es waren alle tierischen Produkte wie Milch, Käse, Fett und Eier verboten. Daher gab es vor dem Beginn der Fastenzeit große öffentliche Gelage mit Schlachtungen. Um verderbliche Waren aufzubrauchen, entstanden die in Schmalz gebackenen Krapfen.

Spiel und Theater zeichneten im 14. und 15. Jahrhundert diese Fastnacht aus. Damals gab es die ersten Umzüge von Handwerksgesellen mit Schaukämpfen und nächtlichem Lärmen. Im 16. Jahrhundert änderte sich die Einstellung der Kirche zu diesem Treiben. Durch die Zwei-Staaten-Theorie des Kirchenlehrers Augustinus war die Fastenzeit der Gottesstaat und die Fastnacht der Teufelsstaat. Zu dieser Zeit veränderte sich die Kostümierung. Nun trug man an Fastnacht eher Teufelsmasken und Fratzen, um auch äußerlich den Teufelsstaat zu demonstrieren.

Auch das Kostüm des Narren entwickelte sich zu dieser Zeit, allerdings galt der Narr damals als dumm und sogar geistig behindert. Heute sieht man eher einen lustigen Possenreißer in dieser Kostümierung. Auch Tanzveranstaltungen fanden statt, denn während der Fastenzeit war Enthaltsamkeit vorgeschrieben, was auch den Verzicht auf Tanzen und Singen beinhaltete und sexuelle Zurückhaltung verlangte.

Die regionalen Unterschiede des heutigen Karnevals

Nicht nur die Bezeichnung der tollen Tage unterscheidet sich regional, auch die Karnevalsrufe sind differenziert. Die Bräuche ähneln sich, jedoch gibt es Hochburgen, in denen an Fastnacht ein Ausnahmezustand herrscht.

Karneval in Köln

Köln ist noch heute eine der Karnevalshochburgen in Deutschland. Jedes Jahr wird dort das Dreigespann ernannt; Prinz, Bauer und Jungfrau, wobei die Jungfrau traditionsgemäß durch einen Mann verkörpert wird. Diese drei sind die Oberhäupter der Narren. Die Karnevalssaison beginnt am 11.11. und 11.11 Uhr auf dem Kölner „Alter Markt“ mit Auftritten bekannter Musiker und der Vorstellung des Dreigestirns. Während der Advents- und Weihnachtszeit gibt es keine Karnevalsfeste, jedoch beginnen diese ab Neujahr und steigern sich bis zum Faschingsdienstag mit Karnevals- Sitzungen und Bällen. Der Straßenkarneval wird am Donnerstag vor Aschermittwoch, der Weiberfastnacht, eröffnet. Von diesem Tag wird durchgefeiert bis zum Karnevalsdienstag. Der Höhepunkt ist ein Umzug am Rosenmontag.

Karneval in Düsseldorf

Der Düsseldorfer Karneval beginnt am 11.11., wenn der Hoppeditz erwacht und eine erste bissige Eröffnungsrede hält, die vom jeweiligen Oberbürgermeister erwidert wird. Mit Beginn des neuen Jahres gibt es viele Sitzungen mit Büttenreden, Gardetänzen und Karnevalsliedern. In Düsseldorf wird statt des Dreigestirns ein Prinzenpaar gekürt. Der Höhepunkt ist auch hier der Rosenmontagsumzug, der durch Fernsehübertragungen große Bekanntheit erhielt.

Fastnacht in Mainz

Die Mainzer Fastnacht gibt es zwar bereits seit dem 16. Jahrhundert, doch Vereine wurden erst im 19. Jahrhundert gegründet. Die Mainzer Ranzengarde besteht seit 1837. Sie „schützt“ die Sitzungen der Karnevalsvereine und ist die Leibgarde des Karnevalsprinzen. Der Name entstand übrigens aus der Tatsache, dass Mitglieder der Ranzengarde ein Mindestgewicht von zwei Zentnern aufweisen, das heißt, einen ordentlichen Ranzen (Bauch) haben mussten. Der Rosenmontagsumzug greift heute meist politische Themen auf und ist auch in Mainz der Höhepunkt des Straßenkarnevals. Die Mainzer Fastnacht ist spezialisiert darauf, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und auf politische Missstände in ironischer Form hinzuweisen. Die Mainzer Fastnacht wird am 11.11. um 11:11 Uhr durch den Oberbürgermeister eröffnet, der die elf Fastnachtsgesetze verliest.

Karneval in Aachen

Eine weitere deutsche Hochburg des Karnevals ist Aachen. In Aachen wird der Orden wider den tierischen Ernst verliehen, deren Preisträger Personen des öffentlichen Lebens sind. Allein diese Tatsache machte den Orden international bekannt. Einige Träger dieser Auszeichnung waren Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Walter Scheel, Johannes Rau, Franz Josef Strauß, Theodor Waigel und viele andere mehr.

Auch in Aachen regiert während der Karnevalszeit ein Prinz und am Rosenmontag findet ein Umzug statt.

Bei allen Karnevalsumzügen werden von den Wagen Süßigkeiten oder kleine Blumensträußchen in die Menge geworfen.

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