Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder – Früherkennung für ein gesundes Kinderleben

Die Früherkennung ist ein wichtiger Bestandteil der Kinderheilkunde. Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Gleich nach der Geburt wird der erste Gesundheitscheck für das Neugeborene durchgeführt.

Vorsorgeuntersuchungen nicht verpassen
Vorsorgeuntersuchungen bei Babys und Kleinkindern nicht versäumen

Danach folgen in regelmäßigen Abständen weitere Untersuchungen, die mit U1-U6 betitelt und im „Gelben Heft“ eingetragen werden.

Ab der U7 ist das Kind aus dem Säuglingsalter heraus. Diese wird meist erst nach zwei Jahren vollzogen. Ab dem 13. Lebensjahr folgen die J1 und später die J2, die mit 17 Jahren beendet sein sollte.

Die U1 bei der Geburt

Die erste Untersuchung wird direkt nach der Geburt durchgeführt. Hierzu gehört auch der APGAR-Wert, bei dem nach einer Minute, nach fünf und nach sechzig Minuten – sobald der Säugling auf der Welt ist- von 0 bis 2 Punkte vergeben werden. A steht für Atmung, P für Puls, G für die Reflexe (Grimassieren), A für Appearance (gemeint ist hier die Hautfarbe) und R steht für den Muskeltonus. In klinischen Einrichtungen wird oft auch aus dem Nabelschnurblut der pH-Wert gemessen.

Die U2 nach 3-10 Tagen

Diese Untersuchung umfasst die Gelenkbeweglichkeit, die Reflexfähigkeit und das Sehvermögen. Außerdem werden Herz und Lunge abgehört und die Muskelkontraktion getestet. Bei Auffälligkeiten der Motorik oder der Haltung können weitere Untersuchungen für eine eindeutige Diagnose durchgeführt werden, damit notfalls gleich die richtige Therapie verordnet wird.

In den ersten 10 Lebenstagen lassen sich auch schon Stoffwechselerkrankungen oder Erkrankungen der Schilddrüse bei den Untersuchungen erkennen. Hierfür benötigt der Arzt lediglich einige Tropfen Blut. Mütter, die ihr Kind ambulant zur Welt bringen, sollten diese Untersuchung in der ersten Lebenswoche nicht vergessen.

Die U3 in der 4.-5. Lebenswoche

Die U3 gehört zu den aufwendigsten Untersuchungen, ist aber besonders notwendig, da hier viele Krankheiten und Fehlbildungen noch frühzeitig erkannt werden können. Die Untersuchung beginnt mit dem Wiegen und dem Messen des Kindes. Die Eltern werden gefragt, ob sie Auffälligkeiten beim Essen, Trinken oder Stuhlgang wahrgenommen haben. Großeltern, die in den ersten Lebenswochen bei der Betreuung des Babys mitgewirkt haben, sollten ebenfalls auf Auffälligkeiten achten und diese mitteilen.

Bei dieser Untersuchung zeigen sich auch Allergien und Stoffwechselkrankheiten, falls diese vorher noch nicht auffällig waren. Des Weiteren wird auf die Gelenksentwicklung geachtet und die Reflexe geprüft. Schwerpunkt der U3 ist die neurologische Entwicklung des Kindes, die wie folgt beobachtet wird.

  • Folgen die Augen des Kindes einer Lichtquelle, die sich seitwärts bewegt?
  • Reagiert das Baby auf Geräusche/Glockenschlag?
  • Nimmt der Säugling Blickkontakt auf und reagiert er auf Worte der Mutter oder des Vaters?
  • Folgt das Kind einem beweglichen Gegenstand mit dem Kopf?
  • Gibt es Laute von sich außer Schreien?
  • Kann das Baby den Kopf in Bauchlage kurz anheben?
  • Wird ein Gegenstand für kurze Zeit mit den Händen gegriffen und festgehalten?

Während der U3 werden die Eltern auch über die ersten Impfungen aufgeklärt und können entscheiden, inwieweit ihr Kind geimpft werden soll.

Die U4 zwischen dem 4. und 5. Monat

Auch hier steht die neurologische Untersuchung wieder im Vordergrund. Gleichzeitig wird jedoch auch die Sprachentwicklung verfolgt. Im Gespräch wird meist auf die Notwendigkeit von Vitamin D- und Fluorid hingewiesen, damit Rachitis vorgebeugt wird und sich die Knochen gut entwickeln. Eltern werden noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig frische Luft und Sonnenlicht für die körperliche Entwicklung des Kindes sind.

Die U5 zwischen dem 6. und 7. Monat

Diese Vorsorgeuntersuchung ist entscheidend für den Weg zum aufrechten Gang und für die soziale Integration in den Familienkreis. Hier wird deswegen untersucht:

  • soziale und sprachliche Entwicklung
  • Spontanmotorik
  • Feinmotorik
  • Seitstützreaktion in gehaltener Sitzposition
  • Greifen mit beiden Händen und Wechselgriff.
  • Vokalisierung und Bildung von Silbenketten
  • Seh- und Hörvermögen

Die U6

Dies ist die letzte Untersuchung im Säuglingsalter. Nun werden noch einmal die motorischen, reflektorischen, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten des Babys anhand von acht Tests beobachtet.

  • Krabbeln: Das Kind krabbelt auf Händen und Knien.
  • Sitzen: Es setzt sich aus der Rückenlage mit Festhalten an Gegenständen und Möbelstücken auf und kann frei mit gestreckten Beinen sitzen.
  • Laufen: Das Kind hält sich an Gegenständen oder an der Hand fest und macht die ersten Schritte.
  • Greifen: Es greift kleine Apfelstücke mit gebeugtem Zeigefinger und opponiertem Daumen wie auch mit
    gestrecktem Zeigefinger und Daumen.
  • Perzeption: Es wirft Spielzeug weg, lässt Dinge in eine Schachtel fallen oder holt sie heraus.
  • Sprache: Silbenverdoppelungen und erste sinnvolle Silben. Versucht nachzusprechen. Versteht leichte
    Aufforderungen, reagiert auf Verbote, sucht mit den Augen nach Personen oder Gegenständen, wenn man es danach fragt.
  • Sozialverhalten: Reagiert mit Freude auf kleine Spiele, fremdelt, reicht bei Anfrage Gegenstände.

Beobachten und reagieren

Sie müssen nicht übervorsichtig werden, dennoch sollten auch Sie als Großeltern das Neugeborene beobachten und notfalls, falls Sie Auffälligkeiten bemerken, reagieren. Sprechen Sie die Eltern ruhig und in einem entspannten Moment an, damit sich niemand angegriffen fühlt.

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