Unwichtige Versicherungen

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Unwichtige Versicherungen – nicht für Jedermann geeignete Versicherungen

Neben sehr sinnvollen und dringend zu empfehlenden Versicherungen gibt es auf dem Versicherungsmarkt in Deutschland auch eine ganze Reihe an Angeboten, die sich eher als überflüssig erweisen. Zu diesen unwichtigen Versicherungen zählen etwa die Reisegepäckversicherung, die Brillenversicherung, die Handy- und/oder PC-Versicherung und die Versicherung gegen häusliche Notfälle.

Unwichtige Versicherungen zuhause und im Urlaub
Wie wichtig sind Versicherungen wie die Reisegepäckversicherung

Auch die Insassenunfallversicherung, die Sterbegeldversicherung, Krankenhaustagegeldversicherung und die Glasbruchversicherung sind eher nicht zu empfehlen.

Überflüssige Versicherungen

Generell gilt natürlich, dass der Sinn einer Versicherung sich individuell unterscheiden kann. Bei den hier aufgeführten Versicherungen handelt es sich jedoch um Angebote, deren Nutzen fragwürdig oder zumindest mehrheitlich umstritten ist.

Eine Brillenversicherung oder Handy- und/oder PC Versicherung deckt regelmäßig nicht die Kosten sehr teurer Produkte beziehungsweise Geräte ab. Umgekehrt lassen sich sehr günstige Produkte auch aus eigener Kasse neu anschaffen, ohne dass hier der Umweg über eine Versicherung gegangen werden muss, die schließlich immer bezahlt wird – und zwar unabhängig davon, ob das Gerät tatsächlich kaputtgeht oder nicht.

Der Schutz für diese Geräte besteht oftmals auch nur eingeschränkt.

Dies gilt auch für die Reisegepäckversicherung. Sie soll Schäden am Reisegepäck oder vor dessen Diebstahl absichern und wird oftmals bei zahlreichen Urlaubsreisen vom Veranstalter für einen Kostenaufpreis zusätzlich angeboten. Experten und auch der Bund der Versicherten (BdV) kritisieren die Angebote jedoch als wenig empfehlenswert.

Melden Sie etwa den Diebstahl Ihres Reisegepäcks, so gehen Versicherer in der Regel davon aus, dass dies auf das eigene Verschulden des Versicherten zurückzuführen sei. Wer etwa sein Gepäck am Flughafen oder Bahnhof für einige Sekunden außer Blick lässt, hat keinen Anspruch auf Schadensersatz seitens der Versicherung – trotz des Abschlusses einer Reisegepäckversicherung.

Insbesondere die Reisegepäckversicherung zählt damit zu einer realitätsfernen Versicherung, denn abgesehen von einem Diebstahl, bei dem Sie vom Dieb direkt bedroht und genötigt werden, Ihr Gepäck herauszugeben, finde diese Versicherung nur schwer eindeutige Anwendung.

Sollte Ihr Gepäck beim Transport durch eine Flug- oder Busgesellschaft gestohlen oder beschädigt werden, greifen hier im Übrigen bereits andere Versicherungen – und zwar die Transportversicherung des jeweiligen Unternehmens. Damit wird die eigene private Versicherung in diesen Fällen schlicht überflüssig.

Zu den recht eindeutig überflüssigen Versicherungen zählt auch die relativ neue Versicherung gegen häusliche Notfälle. Sie besitzt zwar einen dramatischen Namen, deckt aber lediglich Fälle ab wie eine verstopfte Toilette, den Ausfall einer Heizung oder das Aussperren aus einer Wohnung. Sie übernimmt dann die Kosten, die bei der Behebung eines solchen Problems anfallen, also etwa die Rechnung des Schlüsseldienstes.

Während insbesondere die Rechnungen von Schlüsseldiensten gemessen an ihrem Arbeitsaufwand oft ärgerlich teuer erscheinen, so handelt es sich hier jedoch selten um mehrere Hundert Euro. Das Preis-/Leistungsverhältnis, für derartige Fälle tatsächlich eine Versicherung abzuschließen, ist daher sehr fragwürdig.

Umso mehr, da die Verstopfung einer Toilette oder der Ausfall einer Heizung schlicht vom Vermieter reguliert werden muss. Zumindest für den Mieter ist eine private Versicherung also komplett überflüssig.

Eher nicht zu empfehlende Versicherungen

Auch die Insassenunfallversicherung, die Sterbegeldversicherung, Krankenhaustagegeldversicherung und die Glasbruchversicherung sind nur bedingt zu empfehlen. Diese Versicherungen sind in Bezug auf ihr Preis-/Leistungsverhältnis schlicht als negativ zu bewerten.

Im Fall der Insassenunfallversicherung, die in Deutschland von etwa drei Millionen Verbrauchern genutzt wird, um Personen innerhalb des eigenen Autos im Falle eines Unfalls abzusichern, greifen in der Regel bereits ganz andere Versicherungen.

Wie auch der Bund der Versicherten (BdV) kritisiert, werden mögliche Schäden und Kosten bereits von der gesetzlichen oder der privaten Unfallversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt. Im Fall der Sterbegeldversicherung lohnt es sich zum Beispiel auch eher, selbst privat Geld zurückzulegen. Sie ist eine Art der minimalen Lebensversicherung und soll den Angehörigen die Kosten für eine Beerdigung ersparen. Sie greift in ihrer Begründung vor allem auf emotionale Argumente zurück.

Wer will schließlich nach seinem Tod die Angehörigen mit den eigenen Beerdigungskosten belasten? Obwohl hierfür zwar etwas mehr Disziplin aufgebracht werden muss, sollte das Geld dafür privat zur Seite gelegt werden, wie unser Rechenbeispiel im ausführlichen Artikel zu unwichtigen Versicherungen (Link!) zeigt.

Hier ist es, wie in vielen der im Artikel aufgeführten Fälle, nahezu absurd, regelmäßig Geld für eine Versicherung abzuführen, die im Endeffekt oft kostspieliger ist als die zu erwartende Leistung.

Ähnliches gilt auch etwa für die Krankenhaustagegeldversicherung und die Glasbruchversicherung. Die Krankenhaustagegeldversicherung zahlt dem Patienten pro Tag, den er im Krankenhaus verbringen muss, einen bestimmten Betrag, in der Regel etwa 20 bis 50 Euro, aus.

Dies kann zum einen vor allem bei Selbstständigen das Einkommen ohnehin nicht ersetzen. Zum anderen liegt der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt in Deutschland bei unter 10 Tagen, so dass man hier von einer Leistung oder Auszahlung von 200 bis 500 spricht. Eine Leistung, die das regelmäßige Einzahlen schlicht nicht wert ist.

Wie bei der Sterbegeldversicherung sind Verbraucher hier oftmals besser damit beraten, etwas Geld vorsorglich selbst zur Seite zu legen, das dann eben auch flexibler genutzt werden kann. Wie bei vielen anderen zuvor genannte Angeboten greift vor der Glasbruchversicherung in der Regel auch bereits eine andere Versicherung, nämlich die Hausratversicherung. Sie ergibt daher nur in Ausnahmefällen Sinn.

Detailliertere Informationen zu überflüssigen Versicherungen

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Verbraucher in jedem Fall Versicherungsangebote kritisch prüfen und auf ihre Anwendbarkeit sowie die zu erwartenden Kosten und Leistungen prüfen sollten. Viele der neueren Versicherungen greifen selten und sind oftmals bereits durch andere Versicherungen abgedeckt.

In unserem ausführlichen Beitrag zu unwichtigen Versicherungen behandeln wir die einzelnen Nachteile im größeren Detail und bereiten sie mit Beispielen auf. Sie erreichen diesen Beitrag unter www.vv360.de.

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