Unerfüllter Kinderwunsch

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Unerfüllter Kinderwunsch – Unfruchtbarkeit und mögliche Ursachen

Bleibt einem Paar über längere Zeit der Kinderwunsch unerfüllt, kann dies verschiedenste Ursachen haben. Einerseits kann eine Unfruchtbarkeit möglicherweise organische Gründe haben.

Ungewollt ohne eigene Kinder
Ungewollt kinderlos kann verschiedene Ursachen haben

Beim Mann können beispielsweise eine verminderte Spermienqualität oder -produktion, Störung der Samenwege, Hodenfehlfunktion, aber auch Entzündungen oder hormonelle Störungen zu einer ungewollten Kinderlosigkeit führen.

Bei Frauen können Eileiterverschlüsse, Verwachsungen, angeborene Fehlbildungen, Entzündungen oder Störungen des Hormonhaushalts Gründe für eine Unfruchtbarkeit sein.

Können körperliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden, sollten psychische Ursachen oder die Lebensumstände der Betroffenen näher analysiert werden. Großer Stress sowie körperliche oder psychische Belastungen wirken sich oftmals negativ auf die weibliche und männliche Fruchtbarkeit aus.

Doch auch andere Faktoren können dazu führen, dass Paare auf ihr Wunschkind warten oder sogar ganz verzichten müssen.

Koffein hemmt die Befruchtung

Frauen mit Kinderwunsch sollten auf koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Kaffee verzichten. US-Forscher konnten in einer Studie beobachten, dass sich bei Mäusen nach dem Konsum von Koffein die Muskelkontraktionen ihrer Eileiter verringert haben.

Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass Koffein die Aktivität von Zellen in der Eileiterwand bremst. Diese spielen aber für eine Befruchtung eine wichtige Rolle. Die Eizellen müssen, um sich in der Gebärmutter einnisten zu können, erst einen Weg durch die Eileiter zurücklegen. Wie dies genau passiert, ist bisher nur wenig untersucht.

Aber wahrscheinlich benötigen die Eizellen regelmäßige Muskelkontraktionen in den Eileiterwänden, um sich mithilfe von kleinen Härchen zügig zur Gebärmutter fortbewegen zu können. Sind die Kontraktionen gebremst oder sogar gehemmt, kann das Ei seinen Weg nicht fortsetzen.

Auch wenn die Versuche bisher nur an Mäusen durchgeführt wurden, vermuten die Forscher trotzdem, dass ein hoher Koffeinkonsum bei Frauen eine ähnliche Wirkung auf die Eileiter haben könnte.

Nikotin beeinträchtigt die Fruchtbarkeit

Studien belegen, dass Rauchen die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigt. Einerseits sorgen Gifte, die mit dem Rauch eingeatmet werden, dafür, dass die Empfängnisbereitschaft verringert ist. Zusätzlich senkt Rauchen die Konzentration der weiblichen Hormone Progesteron und Östrogen, weshalb rauchende Frauen weniger empfängnisbereit sind, als Nichtraucherinnen.

Dabei gilt, je stärker eine Frau raucht, desto geringer sind ihre Chancen, schwanger zu werden. Bereits bei einem Konsum von etwa zehn Zigaretten am Tag sind Raucherinnen häufiger unfruchtbar als Nichtraucherinnen. Dies liegt zum einen daran, dass rauchende Frauen im Schnitt weniger Eizellen entwickeln als Nichtraucherinnen.

Aber auch nach dem Eisprung sinkt bei Raucherinnen die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung, Einnistung und Schwangerschaft. Tabakkonsum wirkt sich ebenfalls auf eine künstliche Befruchtung negativ aus. Raucherinnen brauchen in etwa doppelt so viele Befruchtungszyklen wie Frauen, die nicht rauchen.

Alkohol senkt die Schwangerschaftsquote

In Dänemark wurde eine Studie durchgeführt, bei der 7000 Frauen, die bereits seit mehreren Jahren erfolglos versuchten, schwanger zu werden, nach ihren Rauch- und Trinkgewohnheiten befragt wurden. Dabei kam heraus, dass Alkohol- und Nikotinkonsum einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit bei Frauen über 30 Jahre haben.

Frauen, die pro Woche mehr als sieben alkoholische Getränke zu sich nahmen, hatten im Rahmen dieser Studie eine 50 Prozent niedrigere Schwangerschaftsquote als Frauen, die weniger als ein alkoholisches Getränk pro Woche konsumierten.

Die Forscher vermuten, dass Alkohol Einfluss auf den Gelbkörper nimmt, so dass dieser weniger Progesteron produziert. Dieses aber ist eines der wichtigsten Hormone, um eine Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Des Weiteren kann Alkohol dazu führen, dass sich die Eireifung verzögert und Zyklusstörungen auftreten.

Auch ein Vitaminmangel kann durch den erhöhten Konsum von Alkohol erzeugt werden, wenn Folsäure, Magnesium und Zink nicht vermehrt zugeführt werden.

Übergewicht und Untergewicht führen zu hormonellen Störungen

Starkes Über- oder Untergewicht kann sich bei Frauen negativ auf ihre Fruchtbarkeit auswirken. Bei Übergewicht besteht die Gefahr, dass übermäßig viele männliche Hormone, beispielsweise Testosteron und Dehydroepiandrosteron, gebildet werden. Eine geringe Menge dieser Hormone, die in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und im Fettgewebe gebildet werden, sind zwar im weiblichen Körper für die Funktionsfähigkeit des Organismus wichtig.

Aber im Übermaß können sie hormonelle Störungen verursachen, welche zu unregelmäßigen Regelblutungen oder gar einem Ausbleiben der Regel führen können. Auch starkes Untergewicht kann bei Frauen in eine Unfruchtbarkeit münden.

Untergewicht kann sich auf die Hormondrüsen des Gehirns auswirken, wodurch vom Hypothalamus keine ausreichenden Mengen des Hormons GnRH mehr ausgeschüttet wird. Folglich kann auch die Hypophyse die Hormone LH und FSH nicht mehr ausreichend produzieren. Hierdurch gerät der weibliche Zyklus aus dem Gleichgewicht, was zu einem Ausbleiben des Eisprungs führen kann.

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