Über Eifersucht, Neid und Missgunst

Eine gute Freundin von mir war lange Zeit sehr unglücklich, was ihr Liebesleben anging. Sie war jahrelang mit einem Mann zusammen, der sie immer wieder betrogen und belogen hatte. Als sie dann endlich merkte, dass es für sie und ihn keine Hoffnung mehr gab, trennte sie sich von ihm. Einige Monate voller Schmerz und Trauer waren die Folge.

Was tun gegen Eifersucht und Neid?

Eifersucht und Neid erschweren das Leben
Wohin mit all der Eifersucht und dem Neid?

Und dann passierte es. Sie lernte einen anderen Mann kennen, der das komplette Gegenteil war: Nett, lustig, respektvoll und vor allem ehrlich. Außerdem sah er wirklich gut aus. Die beiden waren das Traumpaar schlechthin.

Doch dann kam es, wie es kommen musste: Meine Freundin war so glücklich, dass sie endlich so einen tollen Freund gefunden hatte, dass sie plötzlich schreckliche Angst bekam, ihn wieder zu verlieren. Und immer, wenn er auch nur ein paar Minuten später aus der Arbeit kam, wurde sie misstrauisch.

Wenn er am Wochenende mal mit seinen Freunden unterwegs war, fürchtete sie, er könnte eine andere Frau kennen lernen. Wenn er nicht Zuhause war, konnte sie nicht schlafen und war krank vor Sorge.

Aber anstatt sich mit ihren Freundinnen zu treffen und einen schönen Abend zu haben, blieb sie allein Zuhause und stellte sich die verrücktesten Dinge vor. Sie kontrollierte sogar sein Handy und folgte ihm manchmal, um zu überprüfen, ob er auch wirklich nur bei einem Kumpel und nicht bei einer anderen Frau war.

Da ihr Freund aber wirklich ein guter Kerl war, hatte er tatsächlich nichts zu verbergen. Doch als er all das rausfand, war er sehr wütend und stellte die gesamte Beziehung in Frage. Er war sehr verletzt, weil sie ihm nicht vertraute. Und sie wurde immer verzweifelter. Sie war völlig verändert und sah wirklich aus wie ein Wrack. Sie konnte an nichts anderes mehr denken, als daran, dass er eine Bessere finden könnte. Und ihre Angst ihn zu verlieren, war so groß, dass sie sie dazu brachte neurotisch und misstrauisch zu werden.

Genau das führte dann dazu, dass nun ihre schlimmsten Befürchtungen wahr wurden. Er begann sich immer mehr von ihr zu entfernen und wollte eine Pause. Doch was war schief gelaufen? Er hatte ja schließlich nichts falsch gemacht.

Die Eifersucht war das Problem. Und mit Sicherheit sind meine Freundin und ihr Partner damit kein Einzelfall.

So oder so ähnlich läuft es in vielen Beziehungen ab. Aber warum?

Meine Freundin erklärte es mir so: Durch ihre schlechten Erfahrungen mit ihrem Exfreund hatte sie aufgehört, an das Gute in den Menschen (und vor allem in den Männern) zu glauben. Sie fühlte sich wertlos und hässlich. Sie wusste auch, dass es einige Frauen dort draußen gab, die besser aussahen als sie (obwohl sie eigentlich ziemlich hübsch ist!).

Und so war es für sie nur eine Frage der Zeit, bis ihr Freund das auch bemerken und sie deshalb verlassen oder betrügen würde. Doch das hat er nie! Für ihn war sie die Einzige, er hatte immer nur Augen für sie und wollte den Rest seines Lebens mit ihr verbringen.

Warum also all das Chaos? Das Problem war, dass meine Freundin völlig vergessen hatte, wer sie eigentlich ist. Sie war nicht mehr die lustige, spontane Person, in die er sich verliebt hatte, sondern eine notorische Nörglerin, die nichts und niemandem mehr vertraute (das hat er über sie gesagt).

Anstatt sich auf die Dinge zu konzentrieren, die sie glücklich machten und anstatt einfach nur dankbar dafür zu sein, malte sie sich rund um die Uhr die wildesten Szenarien aus und beschwörte so erst das Unglück herauf.

Das war jedoch nicht, dass er sie betrogen oder belogen hatte, sondern dass ihre Beziehung nun unter ihrem Kontrollwahn zu zerbrechen schien. Nach einem Monat Pause wurde ihr das auch klar. Sie wurde wieder die Alte. Nett, immer gut gelaunt und lustig.

Da ihr Freund ja wirklich nichts getan hatte, begann sie, ihm wirklich zu vertrauen. Wenn er mal nicht Zuhause war, war sie entspannt und ruhig – denn sie wusste ja, was sie zu bieten hatte!

Sie ist ein toller liebenswerter Mensch und jetzt weiß sie, dass er das auch weiß und dass sie deshalb nichts zu befürchten hat.

Aber nicht nur in der Liebe haben wir oft mit Eifersucht zu kämpfen. Auch in unserem Freundeskreis passiert es. Unsere beste Freundin kauft sich plötzlich das Auto, das wir schon immer wollten oder macht eine Reise, von der wir schon immer geträumt hatten.

Natürlich hätten wir auch gerne dieses Auto oder würden auch gerne diese Reise machen. Ein bisschen Neid ist normal. Nicht nur in einer Beziehung,

Doch anstatt uns darüber zu ärgern und sinnlose Vergleiche zwischen uns und unseren Freunden anzustellen – wie wäre es denn, wenn wir uns einfach für sie freuen würden? Es handelt sich hierbei schließlich um Menschen, die wir mögen und denen wir nur Gutes wünschen.

Anstatt zu denken: „Das ist unfair!“ oder „Das will ich auch!“ Sollte man doch lieber daran denken warum man diesen Menschen mag. Was hat er alles schon für einen getan? Oder was ist in seinem Leben vielleicht nicht so verlaufen, wie er es geplant hatte? Mit Sicherheit fallen einem dann auch nicht so schöne Dinge ein, die der andere erleben musste. Dann fällt es einem noch viel leichter, sich für den anderen zu freuen und ihm von Herzen alles Gute zu wünschen.

Doch was, wenn unseren Feinden etwas wirklich Gutes widerfährt, das einen vor Neid fast schon erblassen lässt? Es ist ganz natürlich, dass es einem schwer fällt, sich für Menschen zu freuen, die man nicht besonders mag. Doch anstatt dann innerlich Groll gegen sie zu hegen und anzufangen, sich selbst zu bedauern, sollte man einfach versuchen, damit abzuschließen.

Diese negativen Gefühle, die man sonst in sich hat, schaden im Endeffekt nur einem selbst. Auch wenn unser Erzfeind ein nach außen hin vielleicht perfektes Leben hat – mit Sicherheit hat auch er Probleme und ist nicht immer glücklich.

Vielleicht hilft es uns, wenn wir daran denken, was sein Leben nicht perfekt macht. Vielleicht hilft es uns aber noch mehr, wenn wir über unser eigenes Leben nachdenken und die Dinge (die unser Feind vielleicht nicht hat) gerade jetzt besonders schätzen.

Dazu gehört auch, dass wir unsere charakterlichen Eigenschaften und all unsere Stärken und Talente erkennen und schätzen.

Bei meiner Freundin hat das sehr gut geklappt – sie ist jetzt schon mehrere Jahre mit ihrem Freund zusammen und glücklicher als je zuvor.

3 Gedanken zu „Über Eifersucht, Neid und Missgunst“

  1. Dieses ewige Rumgenörgel „ach wie schlecht ist die Welt“, „alle sind böse zu mir“ und “ es wird ja grad alles immer schlimmer“ – ich kann es echt nicht mehr hören. Es tut mir aufrichtig leid um jeden, dem es nicht gut geht, keine Frage. Aber was für ein trauriges Leben müssen diese Leute haben, wenn wirklich alles und jedes nur noch mit so einem pauschalen Niedermachen kommentiert wird. Echt zu bedauern.

  2. Was dagegen zu tun ist, hast Du leider nicht geschrieben!
    Gute Worte allein helfen nicht.
    Empfehle Familien-Aufstellung,
    denn Neid und Eifersucht kommen aus frühkindlichen Verlusten oder Verlusten, auch weiter zurückligenden, die die Vorfahren erfahren haben und wiederholen sich permanent, wenn man sich die Ursachen nicht anschaut.

    1. Nein, das ist richtig, wir sind ja auch kein Fachblog. Wir beschreiben hier nur eine Einzelsituation und können auch nur einen Weg aufzeigen, der in diesem Fall geholfen hat. Mehr nicht. Und hier geht es ja auch um eine Bekannte, bei der die Ursachen erkennbar waren.

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