Sport – Verletzungen Überblick

Übersicht über die häufigsten Sportverletzungen

Als Sportverletzungen bezeichnet man Verletzungen, die Sich Sportler bei der Ausübung ihres Sports zuziehen.

Verstauchung (Distorsion)

Gängige Sportverletzungen
Übersicht über die häufigsten Verletzungen beim Sport

Bei einer Verstauchung verschieben sich kurzfristig die Gelenkflächen. Die Gelenkkapsel, Muskeln und Bänder werden stark überdehnt. Es können bei Sportverletzungen auch Blutgefäße geschädigt werden und es kommt zum Hämatom. Bänderrisse sind auch möglich.

Man kann sich Fuß-, Kniegelenk, Daumen- und Fingergelenke verstauchen bei Ballsportarten wie Fußball, Handball, Basketball und Volleyball. Der Betroffene hat Schmerzen und die Bewegung kann eingeschränkt sein. Die Stelle schwillt an und es kann ein Hämatom entstehen.

Wenn man häufiger umknickt, können die Bänder ausleihern, das Gelenk wird instabil und kann sich vorzeitig abnutzen.Als erstes sollte das Gelenk gekühlt, hochgelagert und ein Kompressionsverband angelegt werden. Man vermeidet eine unnötige Belastung.

Schwere Verstauchungen müssen vom Arzt untersucht werden, um einen Bänderriss oder eine Fraktur auszuschließen. Der Arzt untersucht das Gelenk, macht eine Röntgenaufnahme oder eine Ultraschalluntersuchung. Bei Bänder- oder Kapselverletzungen muss eventuell operiert werden. Das Gelenk wird für mehrere Wochen ruhig gestellt.

Prellung (Kontusion)

Beim Aufprall auf ein Hindernis, bei Stoß oder Schlag, kann es zur Prellung kommen. Typische Sportverletzungen beim Fußball, Handball und Volleyball.

Weiches Gewebe wird direkt gegen harte Gewebestrukturen wie den Knochen gedrückt und gequetscht. Es können Muskeln und Gelenke geprellt werden. Symptomatisch findet man eine Schwellung und einen Bluterguss, da Blut- und Lymphgefäße zerquetscht werden und sich diese Flüssigkeit im Gewebe verteilt. Muskelprellungen verursachen Schmerzen und der Bluterguss schränkt die Beweglichkeit ein.

Bei Gelenksprellungen bildet sich ein Erguss, der schmerzhaft ist und die Funktion ist eingeschränkt. Knochenprellungen findet man häufig am Schienbein, weil dort nur eine dünne Hautschicht vorhanden ist.Werden innere Organe geprellt, kann es zu ernsten Verletzungen kommen. Es können Niere, Leber, Milz und Darm betroffen sein. Bei Verdacht sollte man unbedingt zum Arzt.

Bei einem Schlag auf das Auge kommt es zur Augenprellung, und es besteht Gefahr der Einblutung ins Auge. Die ärztliche Untersuchung ist auch hier Pflicht. Die betreffende Stelle sollte 15 bis 20 Minuten gekühlt werden, wenn möglich hochgelagert werden und ein Kompressionsverband angelegt werden. Auf Sport und körperliche Belastungen sollte einige Tage verzichtet werden.

Nur der Arzt kann unterscheiden, ob man ernsthaft verletzt ist oder nicht. Das ist besonders wichtig, wenn Kopf, Bauchraum und das Auge verletzt sind. Es wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Mit einer Röntgenuntersuchung werden Knochenbrüche ausgeschlossen. Bei sehr schweren Prellungen, wo sich große Hämatome gebildet haben, muss eventuell punktiert werden oder der Bluterguss operativ entfernt werden.

Bei einer schweren Muskelprellung kann das sogenannte Kompartment-Syndrom entstehen. Der Muskel schwillt derart an, dass Blutgefäße und Nerven abgedrückt werden, und der Muskel nicht mehr versorgt wird. Dort muss rasch operiert werden.

Bluterguss (Hämatom)

Blutergüsse sind blaue Flecken und man bekommt sie schnell. Es reißen ein oder mehrere Blutgefäße durch Prellung, Sturz oder Stoß und das Blut breitet sich ins umliegende Gewebe aus. Es kommt zu einer lokalen Schwellung, die bis zu zwei Wochen andauert.

Sind nicht nur oberflächliche Gefäße, sondern tiefer liegende verletzt, kommt es zur Schwellung, die schmerzhaft ist. Weitreichende Blutungen in Muskel oder Gelenke beeinträchtigen die Funktion. Eventuell löst sich das Hämatom im Muskel nicht auf und es bildet sich eine Verkalkung im Muskel.

Kleine Hämatome sind harmlos und verschwinden von alleine. Verletzungen an Kopf und Augen können gefährlich werden. Augenmuskel, Nerven und Augapfel können in Mitleidenschaft gezogen sein. Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sind äußerst gefährdet.

Die betroffene Stelle sollte gekühlt und hochgelagert werden. Weitere Bewegungen vermeidet man und das Körperteil sollte nicht zu stark belastet werden.Wenn der Verdacht auf zusätzliche Verletzungen wie Brüche oder Gelenksverletzungen, große Hämatome, Kopfstöße und Prellungen der Genitalien besteht, ist ein Arztbesuch notwendig. Auch wenn die Schmerzen und Schwellungen extrem stark und die Beweglichkeit der Gelenke eingeschränkt ist.

Der Arzt macht eine Ultraschalluntersuchung. Große Hämatome können neben den Sportverletzungen zu Schockzuständen führen und werden operativ entfernt.

Verrenkung (Luxation)

Zu einer Verrenkung kommt es, wenn die Gelenkflächen voneinander getrennt werden, ausgekugelt werden. Dies kann voll- oder unvollständig geschehen. Ursache ist eine Gewalteinwirkung durch Stoß, Schlag oder Sturz. Häufig sind Schulter, Ellenbogen, Finger und Kniescheibe betroffen bei Ballsportarten, Judo und Sprungübungen. Es kommt oft zu weiteren Sportverletzungen wie die der Gelenkkapsel und der Bänder.

Eine Luxation ist schmerzhaft. Die Bewegung ist eingeschränkt. Häufig findet man eine Fehlstellung des Gelenkes und es schwillt an. Wenn Nerven verletzt sind, kann die Sensorik gestört sein.Die betroffene Stelle sollte gekühlt und hochgelagert werden. Nur der Arzt sollte das Gelenk einrenken. Es wird geröntgt, um weitere Verletzungen auszuschließen, eventuell auch eine Ultraschall- oder Kernspintomografieuntersuchung durchgeführt.

Kleine Gelenke werden unter örtlicher Betäubung eingerenkt, ansonsten macht man dies unter Vollnarkose. Sind weitere Verletzungen entstanden, muss operiert werden. Das Gelenk wird für einige Wochen ruhig gestellt. Danach erfolgt Krankengymnastik mit speziellen Bewegungsübungen und eventuell Krafttraining.

Sehnenriss

Die Muskelkraft wird von den Sehnen auf das Skelett weitergeleitet. Sehnen sind nicht elastisch. Wenn eine plötzliche und starke Belastung wie Tritt, Schlag oder Aufprall auf die Sehne erfolgt, dann kann diese reißen.Relativ häufig kann die Achillessehne beim Joggen, Skifahren, Tennis oder beim Springen reißen.

Die Fingersehnen sind bei Ballsportarten betroffen. Vorbeugend wirken Aufwärmen, Dehnungsübungen und elastische Bandagen. Symptomatisch spürt der Betroffene einen plötzlichen, starken Schmerz, meist verbunden mit einem knallartigen Geräusch. Muskelbewegungen sind aktiv nicht möglich. Man kann eine Wulst vom zusammengezogenen Muskel sehen. Bei Teilrissen lässt sich der Muskel aber bewegen.

Bei Verdacht einer Sehnenruptur muss man sofort zum Arzt. Die Schwellung und die Schmerzen lindert man, indem man die Stelle kühlt, hochlagert und so wenig wie möglich bewegt.Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und macht einen Funktionstest. Beim Röntgen werden Knochenbeteiligungen ausgeschlossen und bei der Ultraschalluntersuchung wird die Diagnose bestätigt.

Wenn die Sehnen-Enden an der Rissstelle besonders nah beieinander liegen, kann konservativ behandelt werden, ansonsten wird der Riss operativ versorgt. Bei diesen Sportverletzungen wird die Sehne für Wochen ruhig gestellt. Danach erfolgt Krankengymnastik und vorsichtiges Auftrainieren über Monate.

Knochenbrüche (Frakturen)

Knochenbrüche kommen als Sportverletzungen leider auch häufig vor. So kann man sich beim Sturz vom Fahrrad und Inlineskaten den Unterarm oder das Schlüsselbein brechen, wenn man sich beim Sturz mit den Armen und Händen abfangen möchte. Frakturen zieht man sich allgemein bei Sturz und Stoß zu.Ermüdungsbrüche (Streßfrakturen) geschehen bei Überlastung des Knochens und sind hauptsächlich am Mittelfußknochen oder am Schienbein anzutreffen.

Läufer oder Fußballspieler ziehen sich hier mikroskopisch kleine Risse im Knochen zu, die man beim Röntgen kaum erkennen kann. Aber in der Computertomografie oder Szintigrafie sind auch diese sichtbar.Symptomatisch hat der Betroffene starke Schmerzen. Es kommt zu Schwellungen und Hämatomen.

Beim offenen Bruch blutet man aus der Wunde und die Knochenenden sind sichtbar. Die betroffene Stelle hat eine abnorme Fehlstellung. Bei Stressfrakturen herrschen unspezifische Schmerzen im Fuß oder am Schienbein.Bei Verdacht auf Knochenfrakturen muss man immer zum Arzt.

Man sollte den Verletzten wenig bewegen, um neben den eigentlichen Sportverletzungen weitere Verletzungen wie an Nerven und Blutgefäßen zu verhindern. Wunden deckt man keimfrei ab und der Betroffene sollte nicht allein gelassen werden und man misst Puls und Atmung.Der Arzt macht eine Röntgen- beziehungsweise eine Computertomografie- oder Kernspinuntersuchung. Eventuell kann die Fraktur konservativ mit einem Gipsverband ruhig gestellt werden. Oder der Bruch wird operativ mit Schrauben, Platten oder Nägeln fixiert.

Danach erfolgen krankengymnastische Behandlungen.Bei Ermüdungsbrüchen reicht eine Ruhigstellung über mehrere Wochen, um einen richtigen Bruch zu vermeiden.

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