Toxoplasmose Gefahr durch Katzen

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die insbesondere von schwangeren Katzenbesitzerinnen gefürchtet wird. Denn der für die Erkrankung verantwortliche Erreger, der die Bezeichnung Toxoplasma gondii trägt, befällt in verschiedenen Ansteckungszyklen die Hauskatze. Innerhalb der Infektionszyklen kann er auch auf den Menschen übertragen werden.

Informationen zur Toxoplasmose
Informationen zur Toxoplasmose

Für die Schwangere und ihr Ungeborenes, für Personen mit einem geschwächten Immunsystem, für Babys, Kleinkinder und alte Menschen stellt dies ein hohes gesundheitliches Risiko dar, da Spätfolgen auftreten können.

Die Entwicklung des Erregers Toxoplasma gondii

Toxoplasma gondii ist ein weltweit verbreiteter Parasit, der sich auf unterschiedliche Weise vermehren kann. Beispielsweise kann die direkte Übertragung von einem Endwirt auf den anderen erfolgen. Dieser ist in der Regel die Katze. Scheidet ein bereits infiziertes Tier mit dem Kot mit Keimen versetzte Oozysten aus, kann dieser durch andere Katzen aufgenommen werden. Während des Verdauungsprozesses werden die zuvor inaktiven Sporozoiten freigesetzt, die dann die Darmwand durchwandern, anschließend in das Blut oder die Lymphe gelangen und mit diesen Flüssigkeiten in diverse Organe und Gewebe transportiert werden.

Dort können sich die Sporozoiten in den Vakuolen der Körperzellen ungeschlechtlich weiter vermehren. Es bilden sich Trophozoiten. Da sich der befallene Organismus sehr schnell gegen die Eindringlinge wehrt, bildet er Antikörper, die dafür sorgen, dass die Erreger durch Zystenbildung eingekapselt werden. Innerhalb dieser Zysten vermehren sich die Keime allerdings noch einmal. Sie werden nun als Sporozoiten bezeichnet.

Nach etwa 18 Tagen gelangen die Sporozoiten erneut zurück in den Darm und vermehren sich wiederum rasant. Ein Teil der neuen Erreger wird in Oozysten verkapselt und mit dem Kot ausgeschieden. Dieser steht neuen Wirten zur Verfügung.

Ist hingegen ein Zwischenwirt am Zyklus beteiligt, handelt es sich bei diesem um ein von Keimen befallenes Beutetier, welches die Katze zu sich nimmt. Der weitere Verlauf der Keim-Entwicklung gleicht dem bereits benannten Zyklus. Ebenfalls kann die Aufnahme von verkeimtem Wasser dazu führen, dass die Katze sich infiziert.

Die dritte Möglichkeit der Ansteckung ist der Zwischenwirt-Zwischenwirt-Zyklus. Hierbei erfolgt die Übertragung der Keime von einem Zwischenwirt auf den anderen. Dies kann beispielsweise durch den Verzehr von rohem Fleisch geschehen, welches von Toxoplasma gondii befallen ist. Möglich ist ebenfalls die Übertragung der Keime von der Mutter über den Mutterkuchen auf das ungeborene Kind.

Wie sich die Toxoplasmose bei der Katze äußert

Nicht alle mit Toxoplasma gondii infizierten Katzen erkranken an Toxoplasmose. Vielmehr kommt es darauf an, in welchem Stadium die Keime aufgenommen wurden. Handelt es sich um die Infektion im Endwirt-Endwirt-Zyklus, bricht die Krankheit bei ungefähr 16 Prozent der Tiere aus. Gelangen die Keime über den Zwischenwirt-Endwirt-Zyklus in den Körper, erkranken immerhin 97 Prozent der Katzen.

Häufig sind bei erkrankten Katzen keinerlei Krankheitszeichen bemerkbar. Selten und lediglich während der Vermehrungsphase der Keime im Darm können Durchfall und/oder Erbrechen auftreten. Sind innere Organe befallen, kann es je nach Ausmaß und Krankheitsverlauf zu Husten, Schnupfen, Atemnot, motorischen oder neurologischen Störungen oder zur Gelbsucht kommen. Werden kranke, schwache und junge Tiere befallen, kann die Erkrankung tödlich enden.

Nach einmal überstandener Infektion sind Katzen normalerweise lebenslang gegen die Erreger der Toxoplasmose immun. Lediglich geschwächte Tiere können chronisch erkranken.

Wie sich die Toxoplasmose beim Menschen äußert

Beinahe alle Toxoplasmose-Infektionen beim Menschen verlaufen beschwerdefrei. Dennoch kann die Erkrankung in Schüben auftreten und erst nach Monaten oder Jahren ausbrechen. Lediglich bei 10 Prozent der Betroffenen zeigen sich sofort Symptome. Dies können leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen beziehungsweise Lymphknotenschwellungen sein. Eine Behandlung der Erkrankung bei ansonsten gesunden Menschen ist nicht erforderlich.

Ist der Organismus geschwächt, kann es zu diversen Organschäden kommen. Betroffen ist sehr häufig das Gehirn, so dass in der Folge Lähmungserscheinungen oder Wesensveränderungen auftreten können. Ebenfalls möglich sind Lungen- oder Hirnhautentzündungen, die lebensgefährlich verlaufen können. Gleiches gilt für Babys, Kinder und alte Menschen. Daher ist eine medikamentöse Behandlung dieser Personengruppen angezeigt.

Toxoplasmose – Gefahren in der Schwangerschaft

Frauen, die bereits eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht haben, besitzen Antikörper gegen die Erreger. Für sie stellt die Toxoplasmose keine Gefahr dar.

Ansonsten ist die Infektion insbesondere in den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft gefährlich, da es zu Fehlgeburten und zu erhebliche Schäden beim Ungeborenen kommen kann. Beispielsweise können Herz-, Lungen- oder Hirnschäden auftreten.

Eine umgehende Behandlung der infizierten Mutter ist dringend erforderlich, damit die Spätfolgen eingedämmt werden können. Diese erfolgt durch eine gezielte intervallartige Dauertherapie bis zum Ende der Schwangerschaft.

Vorbeugung gegen Toxoplasmose

Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollte auf den Verzehr von rohem Fleisch und Innereien verzichtet werden. Katzenhalter müssen darauf achten, dass die Tiere keinen direkten Zugang zu Ställen erhalten.

Die regelmäßige Reinigung der Katzentoilette sowie die unschädliche Beseitigung des Kots sorgen dafür, dass eventuelle Infektionszyklen unterbrochen werden. Bei der Katzenhaltung muss insgesamt auf Hygiene geachtet werden. Dazu zählt die regelmäßige Desinfektion der Katzen-Schlafstätte sowie deren Umgebung. Zudem sollten Katzen keinen Zugang zu Lebensmitteln erhalten.

Nach dem Streicheln des Tieres ist das Händewaschen notwendig. Katzen sollten nicht in den Betten ihrer Besitzer schlafen dürfen. Insbesondere Kindern sollten diese Verhaltensregeln so früh wie möglich beigebracht werden.

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