Kinder & Gemüse essen

So mobilisieren Sie Ihr Kind zum Gemüsekonsum

Runter mit dem Gemüse. Und das am besten ohne Widerrede. So oder so ähnlich denken viele Eltern, wenn es darum geht, den Nachwuchs mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Und an dieser Stelle fängt die Leidensgeschichte auch schon an.

Denn Kinder wollen in der Regel kein Gemüse essen. Da Brokkoli, Sellerie und Co. Aber wichtig für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind, führt kein Weg daran vorbei den Kindern das Gemüse schmackhaft zu machen. Wie das funktioniert, lesen Sie in folgendem Artikel.

so isst ihr Kind Gemüse
10 Tipps damit Ihre Kinder Gemüse essen

Geht es um das Outfit für den Tag, so sind kleine Kinder ziemlich leidenschaftslos. Ganz anders verhält es sich mit den Farben, welche sie auf dem Teller wiederfinden.

Hier scheinen Kinder das Motto zu leben: Bunt ist igitt. Und Grün auf gar keinen Fall. So kommt es in vielen Familien zu Diskussionen und Auseinandersetzungen, wo doch eigentlich Harmonie und Ruhe herrschen sollten: am Esstisch. Um dort wieder für ein fröhliches Miteinander zu sorgen, werden nachfolgend 10 Tipps aufgelistet, wie Sie Kinder dazu bringen, wertvolles Gemüse ohne Protest zu essen.

Tipp 1

Stellen Sie Ihre eigene Ernährung um

Eltern fungieren als Vorbild, das ist bekannt. Diese Vorbildfunktion tritt aber auch vor dem Teller in Erscheinung. Dementsprechend sollten Eltern zunächst einmal ihre eigenen Essgewohnheiten auf den Prüfstand stellen. Denn wenn der Fokus hier auf Fast Food gelegt wird und Gemüse nur selten den Weg auf den Teller findet, ist es nicht verwunderlich, wenn die Kinder in den Gemüse-Streik treten. Denn schließlich fragt sich der Nachwuchs zurecht, warum etwas gegessen werden soll, was die Eltern selbst von sich weisen.

Aus diesem Grund sollten sich Eltern ihrer Vorbildfunktion bei Tisch bewusst werden und die eigene Ernährung so umstellen, dass diese mit dem Speiseplan der Kleinen konform geht. Wichtig ist, dass Eltern verstehen, dass es nicht um einen Machtkampf geht, welcher unbedingt gewonnen werden muss. Viel wichtiger ist es, die Kinder in eine angemessene Esskultur zu integrieren. Und zwar von Anfang an. Das bedeutet, dass Eltern darauf achten müssen, den Kindern ein ansprechendes Essverhalten vorzuleben. Nur so können Sie von ihren Kindern erwarten, dass sie eben dieses Essverhalten selbst auch umsetzen

Tipp 2

Den Geschmack der Kleinen treffen

Vermutlich haben alle Eltern dieses Szenario zwangsläufig schon einmal durchgespielt. Auf dem Teller liegen ein paar Röschen Brokkoli und die Kinder protestieren mit den Worten „Wir mögen keinen Brokkoli.“ Viele Eltern kommen an dieser Stelle in die Bredouille den folgenden oder einen ähnlichen Satz zu sagen: „Entweder du isst den Brokkoli oder eben nicht. Aber etwas Anderes gibt es nicht.“ Die Folge nach dieser Konversation: Ein unglücklich am Tisch sitzendes Kind, welches hungrig aufstehen muss. Das möchte keine Mutter und auch kein Vater.

Welche Alternativen gibt es an dieser Stelle?

Sie nehmen den Teller mit dem unerwünschten Brokkoli weg und stellen Pommes mit Ketchup und Mayo hin. Auch das wollen Eltern vermeiden. Denn schließlich ist auf diesem Weg vorprogrammiert, dass das Kind in absehbarer Zeit definitiv nicht zum Gemüsefan wird. An dieser Stelle ist es ratsam herauszufinden, was das Kind wirklich will. Vielleicht schmeckt ihrem Kind nur einfach der Brokkoli nicht. Vielleicht würde ihr Kind stattdessen gerne anderes Gemüse essen. Nur eben keinen Brokkoli. Hier gilt: Ausprobieren. So lange, bis das passende Gemüse gefunden wurde. Zur Not auch mit allen greifbaren Gemüsesorten, welche sich im Supermarkt finden lassen. Es ist jedoch wichtig, dass Sie ihrem Kind nicht suggerieren, dass Sie alle diesen Aufwand extra für den Gemüsemuffel veranstalten. Sie sollten stets die Meinung vertreten, dass Sie der gesamten Familie etwas Gutes tun wollen und dementsprechend unauffällig das Gemüse servieren.

Tipp 3

Langsam herantasten

Sobald Sie sich dazu entschieden haben, mehr Gemüse auf den Tisch zu bringen, sollten Sie nicht mit unbeliebtesten aller Gemüsesorten anfangen. Verzichten Sie zunächst auf Spinat oder Rosenkohl und servieren Sie stattdessen optisch ansprechende Gemüse-Sorten. Das kann zum Beispiel bunter Paprika sein. Aber auch Süßkartoffeln, Möhren und der Hokkaidokürbis eignen sich hervorragend, um den Kleinen das Gemüse schmackhaft zu machen.

Tipp 4

Kindgerechte Gemüserezepte

Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Kinder keine aufwendigen Gerichte benötigen. Getreu dem Motto: „Je einfacher, desto besser“, sollte Gemüse ausschließlich gedämpft und mit ein wenig Butter serviert werden. Einfache und kindgerechte Rezepte finden Sie zahlreich im Internet. So zum Beispiel der beliebte Möhrensalat, welcher zusammen mit Äpfeln geraspelt und mit Orangensaft als Dressing gereicht wird.

Tipp 5

Roh oder gekocht?

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind keines Ihrer gedünsteten Gemüsesorten anrührt, könnte das unter Umständen daran liegen, dass Ihr Kind ganz einfach kein gekochtes Gemüse mag. Dementsprechend sollten Sie es lieber mit rohem Gemüse versuchen. Dasselbe gilt auch für Obst. Alle Obstsorten sollten lieber roh verzehrt werden. Das spart den Aufwand beim Kompott kochen und erhält wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Obst lässt sich stattdessen ganz einfach durch Honig mit Vanille aufwerten.

Tipp 6

Fingerfood

Ersetzen Sie doch einfach mal das gewöhnliche Fingerfood durch Obst und Gemüse. Dort, sonst Pommes oder Chips den Weg in die Schüssel finden, könnten auch zurechtgeschnittene Obst- und Gemüsestücke in Erscheinung treten.

  • Schneiden Sie das Obst und Gemüse in handliche Stücke und bringen Sie dieses am besten in Form. So können Sie zum Beispiel Sterne aus Gurken oder Karotten schneiden. Melonen lassen sich in kleine Kugeln verwandeln und Äpfel lassen sich ideal in kleinen Schiffchen servieren.
  • Dazu legen Sie das Vitamingut am besten in Schüsseln und platzieren diese überall dort, wo das Kind die Schüssel gut erreichen kann. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind darauf hinweisen, dass es sich etwas aus der Schüssel nehmen darf, wann immer es will. Um das Fingerfood in Form zu bringen, können Sie Kugelausstecher, Kanneliermesser und Ausstechförmchen nutzen.

Tipp 7

Grüne Smoothies

Diese eignen sich hervorragend, um wertvolle Blattsalate und grüne Gemüsesorten im Mixer zu pürieren. Für den ansprechenden Geschmack sorgen Obstsorten, welche ebenfalls im Smoothie verarbeitet werden können. Bei Bedarf kann ein Smoothie auch mit Wasser oder Orangensaft verdünnt werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. So können Sie beispielsweise Salatgurke, Fenchel, Minze, Erdbeeren, Banane und Honig zu einem leckeren Brei verarbeiten. Damit bekommt ihr Kind gar nicht mit, dass es Gemüse essen soll, da der Smoothie im Glas serviert wird und beispielsweise mit einem Schirmchen verziert werden kann.

Tipp 8

Gemüse und Trickfilmhelden

Integrieren Sie das Gemüse doch einfach mal in die Abenteuer des Trickfilmhelden. Ganz gleich ob Spongebob, Prinzessin Lillifee oder Feuerwehrmann Sam. Welchen Trickfilmhelden Ihr Kind auch immer favorisiert, nutzen Sie die Gelegenheit um den Helden mit Obst und Gemüse in Verbindung zu bringen. So könnte beispielsweise Spongebob die Nase voll von Pudding und Kuchen haben und stattdessen lieber zu Obst und Gemüse greifen.

Tipp 9

Gemeinsam bei der Dinnerzubereitung

Involvieren Sie Ihr Kind in den Prozess der Essenszubereitung und machen Sie daraus ein spannendes Abenteuer, indem Sie gemeinsam das „Zaubermenü“ zubereiten.

Tipp 10

Belohnungen

Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck und arbeiten stattdessen lieber mit Belohnungen, auch wenn diese im ersten Moment nach Erpressungen klingen. Versprechen Sie Ihrem Kind einen leckeren Nachtisch, sobald es den Teller mit Gemüse aufgegessen hat.

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