Hochzeit Planen – Hochzeitsratgeber

Niemand wird behaupten, dass wir in einer romantischen Zeit leben. Nur wenn von einer Hochzeit die Rede ist, umweht uns ein Hauch von Romantik. So war es immer, und so wird es bestimmt auch bleiben. Schon wochenlang vorher wirft eine Hochzeit ihre Schatten voraus.

Hochzeitsplanung für einen guten Start in die Ehe

Guter Start in die Ehe
Gute Planung für einen guten Start in die Ehe

Für die Braut und die Brauteltern, die das Fest ausrichten müssen, beginnt eine anstrengende Zeit. Der Bräutigam hat es noch gut. Er kann es sich erlauben, in den siebten Himmel der Liebe zu entschweben.

Sein Beitrag zur Hochzeit besteht zunächst darin, die Papiere, passende Garderobe, den Brautstrauß und viel Mut mitzubringen.

Große oder kleine Hochzeit?

Natürlich kann man übereinkommen, die Hochzeit in ganz kleinem Rahmen zu feiern. Das junge Brautpaar hat aber zumeist den Wunsch, den großen Tag festlich zu begehen. Braut und Bräutigam stellen gemeinsam die Gästeliste zusammen. Dabei sind die Räumlichkeiten zu berücksichtigen und die Tatsache, dass auswärtige Gäste gut untergebracht werden müssen, wenn ihnen die Heimreise am gleichen Tag nicht zugemutet werden kann.

Die Einladungen sollten wenigstens vier Wochen und Drucksachen und der Anzeige in der Zeitung, wobei beide denselben Wortlaut haben. Ihre Aufgabe ist es nur, gute Freunde und Bekannte von der bevorstehenden Hochzeit in Kenntnis zu setzen. Wenige Tage vor der Hochzeit reichen dafür aus, so hat jeder Angesprochene Gelegenheit, der kirchlichen Trauung beizuwohnen oder eine Aufmerksamkeit ins Haus zu schicken.

In diesem Zusammenhang soll noch auf die Trinkgelder hingewiesen werden, jeder Bote erwartet sie, darum muss Kleingeld bereitliegen, das aber nicht zu klein sein sollte in Anbetracht des außergewöhnlichen Anlasses.

Nach der Hochzeit darf eine Drucksache nur verschickt werden oder eine Anzeige erscheinen, wenn keine Geschenke erwünscht sind. Es heißt dann zumeist: Als Vermählte empfehlen sich. . .“ oder „Wir haben am… geheiratet.“ Teilen Eltern und Kinder gemeinsam die Vermählung mit, geschieht das auf einer doppelseitigen Karte. Die linke Seite ist den Eltern und die rechte den Kindern vorbehalten. Die Zeitungsanzeige wird von den Eltern des Bräutigams aufgegeben.

Kleidung, Standesamt, Brautstrauß und was denn noch alles?

„Was ziehe ich an?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich vor allem die weiblichen Beteiligten. Die Braut sollte dafür sorgen, dass der Brautstaat wenigstens einige Tage vor der Hochzeit komplett bereitliegt. Zum Standesamt bevorzugen unsere Bräute zwar heute noch das dunkle Kostüm. Aber auch ein Ensemble in hellen Farben kann sehr elegant aussehen. Der eventuell nötige Mantel kann vor der Trauung abgelegt werden. Die Schuhe sollten nicht so hochhackig sein, dass die Sicherheit des Ganges und damit der Gesamteindruck darunter leiden. Ein passender Hut, elegante Handschuhe und eine Nachmittags-Tasche vervollständigen die Kleidung.

Vor dem Gang zum Standesamt überreicht der Bräutigam seiner Braut einen kleinen Blumenstrauß. Er selbst trägt einen angemusterten dunkelblauen oder dunkelgrauen Anzug, eventuell mit Weste. Ein feiner Nadelstreifen ist allenfalls erlaubt, dazu ein weißes oder pastellfarbenes Oberhemd mit unauffälliger Krawatte, Schuhe und Socken. Die beiden Trauzeugen erscheinen schlicht und dunkel gekleidet.

Die kirchliche Trauung

Den Höhepunkt einer Hochzeit bildet die kirchliche Trauung. Das weiße Brautkleid ist keine zwingende Vorschrift, doch eine richtige große Hochzeit ohne weiße Braut, wer könnte sich das vorstellen! Sie hat die Wahl zwischen dem kurzen Kleid mit kurzem Schleier oder dem langen Kleid mit langem oder kurzem Schleier. Das Brautkleid hat kein großes Dekolleté. Kurze Ärmel werden durch lange weiße Handschuhe ergänzt, die bis über den Ellenbogen reichen. Sind die Ärmel lang, müssen die Handschuhe kurz sein. Die Schuhe sind ebenfalls weiß.

Der Brautstrauß, vom Bräutigam ausgewählt, besteht meistens aus den Lieblingsblumen der Braut. Für den Bräutigam gibt es drei Möglichkeiten, sich zu kleiden. Cut mit dunkelgrauer Hose ist heute kaum mehr gefragt. Zum Cut gehört unbedingt ein langes Brautkleid. Lang oder kurz kann das Kleid sein, wenn der Bräutigam im sogenannten Stresemann (dunkle Jacke mit gestreifter Hose) erscheint. Meistens wird heute der elegante dunkle Anzug mit oder ohne graue Tuchweste bevorzugt, dazu weißes Hemd, weiße Fliege oder silbergraue Krawatte, schwarze Schuhe. Völlig unmöglich ist der Smoking am Vormittag; erlaubt ist er nur, wenn die Trauung am Spätnachmittag stattfindet.

Die Hochzeitsgesellschaft soll sich in der Kleidung dem Brautpaar weitgehend anpassen, das heißt, geht die Braut im langen Kleid, tragen auch die beiden Mütter und Brautjungfern lange Kleider. Das gleiche gilt für die Herren. Trägt der Bräutigam einen Stresemann, sollten wenigstens die beiden Väter einen tragen. Die Kleider der Brautjungfern sind niemals weiß. Auch die Brautjungfern haben einen kleinen Blumenstrauß. Brautjungfern und ihre Partner sollen übrigens immer unverheiratet sein.

Hochzeit zu Hause oder auswärts feiern

Während früher die Hochzeit überwiegend zu Hause gefeiert wurde, verlegt man sie heute immer mehr in ein Restaurant. Zwei Gründe sprechen dafür: Einmal reicht der Platz in der modernen Etagenwohnung nicht aus, zum anderen fehlen Hilfskräfte. Die Speisen- und Getränkefolge wird vorher genau mit dem Wirt besprochen. Die Bedienungsgelder sind im Kostenvoranschlag enthalten. Die Ausstattung der Festtafel übernimmt der Wirt; hübscher ist jedoch ein individueller Tischschmuck, den die Braut gemeinsam mit ihrer Mutter zusammenstellt. Sie werden allerdings langstielige Blumen vermeiden, die überall im Weg sind und die Sicht auf den Gegenübersitzenden nehmen. Viel schöner sind niedrige Blumenschalen und Streublumen. Der Ehrenplatz des Brautpaares wird reicher geschmückt.

Bei der häuslichen Feier muss die Festtafel so aufgebaut werden, dass jeder Gast seinen Platz bequem erreichen und einnehmen kann. Nichts ist ungemütlicher als eine dicht zusammengedrängte Hochzeitsgesellschaft. Die Tafel sollte einheitlich gedeckt sein. Reicht das eigene Geschirr nicht aus, so leihen größere Fachgeschäfte oder Restaurants die Gedecke gegen Entrichtung einer Leihgebühr aus.

Beim Decken wird das zuerst benutzte Besteck ganz nach außen gelegt. In der Reihenfolge der Speisen geht es weiter, von außen nach innen. Quer hinter dem Teller liegen die verschiedenen Löffel und das Käsemesser. Die Gabeln kommen links und die Messer rechts neben den Teller. In umgekehrter Reihenfolge verfahrt man beim Aufstellen der Gläser. Das zuerst benutzte Glas steht dem Teller am nächsten. Die übrigen Gläser schließen sich an, schräg zur Tischmitte verlaufend, Die Speisen werden jedem Gast von links angeboten, bereits gefüllte Teller von rechts gereicht. Man bietet Vor- und Nachspeisen einmal, Hauptgerichte zweimal an. Von rechts wird auch der Wein eingegossen. Nach jedem Gang wird das benutzte Geschirr abgetragen.

Was wäre eine Hochzeit ohne Musik? Man muss nicht unbedingt eine Kapelle engagieren. Eine reiche Auswahl von Schallplatten oder Tonbändern tut es auch. Die Musik soll so ausgesucht sein, dass jung und alt das Tanzbein schwingen kann.

Polterabend

Dem Hochzeitstag voran geht der Polterabend. Er ist der Abschied vom Junggesellendasein. Freunde, Freundinnen, gute Bekannte und Nachbarn, also alle, die nicht zur offiziellen Feier eingeladen werden, finden sich unaufgefordert an diesem Abend ein. Man geht heute immer mehr dazu über, den Polterabend, der in den verschiedenen Gegenden Deutschlands mit kleinen Abweichungen begangen wird, ein bis zwei Tage vor der Hochzeit stattfinden zu lassen; denn er erweist sich zumeist als ein zwar fröhlicher, doch recht langer und anstrengender Abend. Die Gäste erscheinen in Partykleidung. Sie kündigen ihre Ankunft durch das Zerschlagen von Geschirr an. Wenn der Lärm endet, zeigt sich das junge Paar und bittet die Gäste herein. Es werden Getränke angeboten und kalte Platten herumgereicht. Tanzen und Scherzen gehören zu jedem richtigen Polterabend. Die Gäste können kleine Geschenke überreichen oder für ein größeres das Geld zusammenlegen. Die Scherben sollten vom Brautpaar beseitigt werden, doch es ist ohnehin stark beansprucht und freut sich gewiss, wenn alle Beteiligten beim Aufräumen helfen.

Der große Tag ist da

Der große Tag beginnt mit der standesamtlichen Trauung am Vormittag, zu der nur die beiden Trauzeugen mitgenommen werden, danach folgt zumeist die kirchliche Trauung.

Für den Gang zum Traualtar finden sich die Gäste entweder im Vorraum der Kirche oder im Hochzeitshaus ein. Im letzten Fall müssen ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Bei der Hinfahrt bildet der Wagen mit dem Brautpaar den Schluss, bei der Rückfahrt ist er der erste. Nach alter Sitte, nicht etwa um dem Brautpaar den Rückzug abzuschneiden, formiert sich die ganze Gesellschaft im Vorraum der Kirche hinter dem Paar zu einem Hochzeitszug.

Früher wurde die Braut von ihrem Vater oder vom ersten Brautführer zum Altar geleitet. Inzwischen hat es sich immer mehr eingebürgert, dass der Bräutigam seine Braut selbst führt. Die Brautjungfern mit ihren Herren schließen sich an. Danach kommen die Elternpaare, hinter ihnen die Geschwister und die übrigen Gäste. Vor dem Altar übernimmt die erste Brautjungfer den Brautstrauß. In gleicher Ordnung wie beim Einzug verlässt man die Kirche.

Die Sitzordnung an der Hochzeitstafel ist mit Bedacht aufzustellen. Dem Brautpaar gebührt der Ehrenplatz. Zur rechten Seite der Braut sitzt der Schwiegervater, mit der Brautmutter als Tischdame. Zur Linken des Bräutigams sitzt seine Mutter. Ihr Tischherr ist der Brautvater. Wird der Pfarrer eingeladen, erhält er den Platz gegenüber dem Brautpaar. Die Brautjungfern mit ihren Herren die Trauzeugen sitzen als Vorzugsgäste rechts und links vom Pfarrer. Die übrigen Gäste werden in der Reihenfolge ihres Alters oder Ranges platziert.

Tischrede und Eröffnungstanz

Zu einer Hochzeit gehören die unvermeidlichen Tischreden. Alle Ansprachen werden kurz gehalten und im richtigen Augenblick vorgebracht, beim großen Essen zwischen den einzelnen Gängen. Der Brautvater hat zuerst das Wort. Er begrüßt die Gäste, dankt ihnen für ihr Erscheinen und endet mit einem Toast auf das junge Paar. Der Älteste oder Würdigste unter den Gästen wird als nächster im Namen der Gäste für die Einladung danken und ebenfalls seine guten Wünsche für das Paar anbringen. Daneben darf sich Jeder zu Wort melden der etwas sagen möchte.

Der Tanz wird vom Brautpaar eröffnet und von kleinen Darbietungen unterbrochen. Die Darbietungen sollen witzig, doch nicht taktlos sein. Viel Anlass zur Heiterkeit kann die Hochzeitszeitung bieten, wenn sie einfallsreich zusammengestellt ist.

Will das Paar noch am gleichen Abend verreisen, bricht es unauffällig auf, ohne großen Abschied von den Verwandten. Reist es nicht ab, erwarten die Gäste die Anwesenheit bis um Mitternacht. Dann wird der Schleier zerrissen Auch in diesem Fall erfolgt der spätere Aufbruch formlos und unauffällig, um die fröhliche Gesellschaft nicht zu stören, die ja gern noch weiterfeiern möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.