Netzhass und Gewalt gegen Flüchtlinge

Die aktuellen Ereignisse in der Welt sind beängstigend. Ein großes Thema: Flüchtlinge. Die Länder füllen sich zunehmend mit hilfesuchenden Menschen. Und täglich werden es mehr.

Es sind jene Menschen, die es geschafft haben, dem Krieg zu entkommen; die Familienmitglieder verloren haben; die alles aufgeben mussten, was sie besaßen; die das Meer in völlig überfüllten Booten überwunden haben, ohne Essen und Trinken.

Netzhass und Gewalt gegen Flüchtlinge – Ursachen und Möglichkeiten

Fremdenfeindlichkeit im Internet
Fremdenfeindlichkeit & Hass oder Mitgefühl und Solidarität?

Es sind Überlebende, mehr nicht. Doch viele schaffen es nicht; sie verhungern, verdursten, ertrinken und sterben, darunter unzählige Kinder. Jeden Tag.

Und als ob das allein nicht genug wäre, stehen zwei weitere große Probleme mit dem Flüchtlingsdrama in engem Zusammenhang: Online-Hetze und Fremdenhass. Eine regelrechte Netzhasswelle hat sich in den Sozialen Netzwerken aufgetan. Zwar ist Rassismus an sich schon ein großes Problem.

Aufgrund der Hasstiraden im Netz kommt es jedoch zu einem erschreckend großen Anstieg von Gewalttaten gegen Flüchtlinge. Und: die rechtsextremen Straftaten werden nicht mehr nur von einzelnen verübt, sondern von ganzen Gruppen.

Gruppenbildung statt Meinungsaustausch in Sozialen Netzwerken

Wo aber liegt das Problem? Ist es fehlende Kommunikationsfähigkeit? Ein falsches oder einseitiges Weltbild? Vermutlich. Zumindest ist scheinbar kein Wortwechsel auf vernünftiger Basis möglich. Wertet man die meisten Reaktionen der Menschen aus, gibt es entweder ein „für Flüchtlinge“ oder ein „gegen Flüchtlinge“.

Kompromisse und Verhandlungen scheinen viel zu kompliziert. Das ist der springende Punkt. Es wird der einfachste, radikalste Weg gesucht: Die Flüchtlinge müssen weg, denken sich viele. Und um dies zu beschleunigen, wird eben eine Flüchtlingsunterkunft einfach angezündet, ohne Rücksicht auf irgendwas oder irgend jemanden. Menschlichkeit und Mitgefühl? Fehlanzeige!

Eine „Brutstätte des Hasses“, wenn man so will, sind heute die Sozialen Netzwerke

Diese werden längst nicht mehr nur dafür genutzt, um Meinungen auszutauschen oder Bildchen zu teilen. Vielmehr geht es in Verbindung mit Fremdenhass darum, ‚Gleichgesinnte‘ zu finden, die sich zusammenschließen und gegen den Rest der ’schlechten‘ Welt antreten. Immer häufiger findet eine spontane Gruppenbildung von Personen statt, die Menschen aus anderen Ländern verachten und regelrecht hassen.

Das vermeintlich sorgenvolle und angsterfüllte Publikum, wie es sich selbst gern darstellt, beschreibt die Ausländer, die wohlgemerkt nicht anderes tun als zu überleben, als „Ungeziefer“, „Tiere“ oder „Opfer“. Es ist eine Entmenschlichung höchsten Grades und nicht selten eine Vorbereitung auf folgende Gewalttaten.

Lösungen: Aufklärung und hassfreie Gegenrede

Leider ist es noch immer so, dass ein Soziales Netzwerk wie Facebook zu wenig gegen eindeutige Hassreden gegen Flüchtlinge vorgeht. Ein anderes Problem sind die Menschen selbst. Auf Hasskommentare folgen häufig ebenso bösartige Gegenkommentare. Selbst wenn diese noch so gut gemeint sind; sie bewirken, dass ein „Gespräch“ noch hässlicher wird. Natürlich hilft es kaum, auf puren Hass mit liebevollen Worten zu reagieren.

Wenn den Menschen aber deutlich klar gemacht wird, dass Gewalt keine Lösung ist, dann gibt es eine Chance. Natürlich sollen Themen wie Fremdenhass, Rassismus und Gewalt nicht verharmlost werden. Es gilt aber, mit Aufklärung durch die Politik, mit prominenten Vorbildern und mit aussagekräftigen Gegenpositionen weiterhin einen Weg zu ebnen, und zwar ohne Hass. Weiteres zum Thema gibt es zum Beispiel hier.

An dieser Stelle eine große virtuelle Umarmung an alle Menschen, die sich von der beschriebenen Problematik nicht beeinflussen lassen, die helfen und geholfen haben, auf die eine oder andere Weise. Es gibt noch Menschlichkeit, also gibt es noch Hoffnung.