Streit zwischen Eltern und Kindern

Streit der Generationen: Wenn Eltern und Kinder sich zoffen

Heftiger Streit zwischen Mutter und Teenager
Streits zwischen Eltern und Kindern sind sehr belastend

Streit in der Familie ist etwas natürliches. In der Gesellschaft fechten wir unsere Dispute nicht nur mit Gewalt aus, sondern auch über verbale Kommunikation. In manchen Fällen kann ein Streit jedoch äußerst langwierig und belastend werden. Erschwerend für die Psyche wird es, wenn dieser Streit innerhalb der eigenen Familie ausgefochten wird.

Eltern und Kinder sind in vielen Situationen uneins. Sowohl die Kinder, als auch die Eltern vertreten ihre eigene Meinung und ihren Standpunkt.

Die Eltern

Die Eltern bilden den Kopf der Familie. Ihre Aufgabe ist es im Sinne der Kinder zu handeln und zu denken. Sie müssen sich aufopfernd um die Familie kümmern und ihren Pflichten nach gehen (Arbeit und Haushalt). Die Eltern haben mehr Lebenszeit auf dieser Welt verbracht als ihre Kinder, was ihnen neben Ausbildungen und Berufserfahrung ein gewisses Anrecht auf Meinungshoheit einräumen kann.

Manche Eltern übertreiben es jedoch mit ihrem „Wissen“, so dass Kinder sich von ihnen unterdrückt fühlen. Im schlimmsten Fall haben die Eltern unrecht und lassen keine Korrektur der Kinder zu. Dabei entwickelt sich die Welt äußerst schnell. Kinder die heute in die Schule kommen, werden mit sehr viel mehr Lernstoff und Allgemeinwissen konfrontiert, als damals vor 20 oder mehr Jahren. Dadurch steigt nicht nur ihre Kompetenz an (bis zu gewissen Grenzen), sondern auch ihre Fähigkeit sich eine Meinung zu bilden und diese zu vertreten.

Eltern müssen daher die Fähigkeit besitzen, nicht nur Kompromisse einzugehen, sondern auch zuzulassen, dass ihre Kinder auch Mal recht haben.

Häufig stehen jedoch bestimmte Wertvorstellungen dem im Weg. Wenn das Kind beispielsweis einen guten Biologieunterricht genießt und bestimmte Grundkenntnisse aus der Schulmedizin erhält, so tun sich Eltern, die im esoterischen oder naturheilkundlichen Bereich tätig sind oder waren, schwerer mit dem Allgemeinwissen der Kinder umzugehen oder ihnen gar ihre Vorstellungen aufzuzwingen.

Zum Pulverfass wird es, wenn das Kind sich nicht als vollwertiger Mensch beachtet fühlt und dies kann mit unter schwerste Belastungen für beide Seiten auslösen.

Eltern müssen mit ihren Kindern reden und das in aller Ruhe, in einen gemäßigten Ton. Unterbrechen sie ihr Kind nicht und stellen sie Fragen, wenn das Kind diese zulässt. Reagieren sie nicht mit Gegenvorwürfen, sondern versuchen sie gezielt zu ergründen, wie sich ihr Kind fühlt und was genau schlimm ist. Werten sie nicht, sondern schauen sie, dass sie an mehr Informationen heran kommen. Ohne jedoch das Kind dabei zu bedrängen.

Ihre Kinder und allgemein Kindheit

Kinder gelten in der Gesellschaft als unerfahren und erlangen ihre volle Mündigkeit erst mit 21 Jahren (vieles mit 18, aber bestimmte Kleinigkeiten verlangen 21 Jahre). Diese Mündigkeit wird ihnen in vielen Bereichen auch von den Eltern vorgehalten, so dass den Kindern aberkannt wird, dass sie selber Entscheidungsträger ihres Lebens sein können. Welche religiösen Vorstellungen sie als Eltern haben oder welche politische Orientierung sie vertreten (und andere Grundsatzfragen), sie können durchaus ihrem Kind alles näher bringen und vielleicht lässt es sich von sich aus davon überzeugen, aus eigener Kraft. Zwingen sie jedoch nicht ihre „Wahrheiten“ dem Kind auf, denn in vielen Fällen gehen ihre Ansichten mit denen ihres Nachwuchses weit auseinander.

Erinnern sie sich auch an ihre eigene Kindheit?

Wie oft haben sie sich mit ihren Eltern gestritten? Waren sie immer der gleichen Meinung? Ebenso vergessen sie nicht, dass die Hormonumstellung zwar einen gewissen Grund ausmacht, dass ihr Kind sich vom Verhalten her verändert. Aber gleichzeitig mit dem Eintritt der Pubertät, erreicht das Kind auch im schulischen Sektor einen gewissen Bildungsstand, der mehr geistigen Spielraum zulässt.

Wenden sie in ihrem Streitgespräch niemals Gewalt an, denn Gewalt gegen Kinder bzw. Personen allgemein ist ein Straftatbestand der sich je nach Härtegrad im Bereich von Körperverletzung, Nötigung oder gar Totschlag bis Mord ausdehnen lässt.

Wenn sie sich mit ihrem Kind gestritten haben, suchen sie Rat bei vertrauensvollen Personen auf, die damit nicht hausieren gehen. Denn sie sollten den Ärger, den sie mit ihrem Kind haben, nicht an die große Glocke hängen, dies verschlechtert in vielen Fällen eine Lösungsbereitschaft seitens des Kindes.

Wenn sie sich mit ihrem Kind streiten, sollten sie vorsichtig sein, was Bestrafungen angeht. Oder wollen sie ihrem Kind bei bringen, dass die eigene Meinung etwas schlechtes sei und sich dafür nicht einzutreten lohne?

Bei gewissen Fehlverhalten, wie Beleidigungen oder Zerstörung von Eigentum wären Strafen angebracht. Zu einer Frage, gibt es häufig mehrere Antworten. Vielleicht ist die Meinung ihres Kindes ja nicht das Problem, was ihnen Grund zum Streiten gibt. Sondern die Tatsache das ihr Kind älter wird, mehr Wissen anhäuft und ihnen das Gefühl gibt, dass es mit jedem weiteren Lebensjahr ihre Autorität untergräbt.

Es zeugt von Stärke die eigenen Fehler zuzugeben und auch neues in die eigene Welt zu lassen. Streben sie Versöhnung an, jedoch nicht auf Kosten des Kindeswohl oder dem eignen Wohl bzw. das der Familie. Sie können kein Familiengefühl erzwingen, wenn sich zum Beispiel alle Kinder mehr und mehr von ihnen abkapseln, aber durch Verständnis, Unterstützung und Vertrauen, können sie die Familienbande stärken.

Kennen sie ihr Kind wirklich?

Viele Eltern, besonders Mütter neigen dazu. Stempeln sich gerne einen gewissen Spruch auf die Stirne „Keiner kennt mein Kind, so gut wie ich“. Dabei ist dies in den meisten Fällen eine Fehlkalkulation. Sie kennen oftmals ihr Kind in der Rolle des Kindes. Aber nicht in der Rolle als Mensch bzw. Teilnehmer an der Gesellschaft.

Der Blick der Eltern ist häufig um einige Grad verschoben im Vergleich zur übrigen Gesellschaft. Kinder fühlen sich daher häufig „missverstanden“ oder werfen ihnen direkt oder indirekt vor, dass sie ihr Kind nicht kennen. Im Gegenzug können sie dem Kind vorwerfen, dass es sich ihnen nicht öffnet oder bei Problemen nicht zu ihnen kommt.

Sie müssen sich aber eins im klaren sein: Ihr Kind ist ihr Kind, sie müssen für das Kind dasein und daher selber in die Gänge kommen. Kümmern sie sich um ihr Kind und warten sie nicht, bis es von selber auf sie zu kommt, sie müssen in vielen Fällen den ersten Schritt wagen und wenn es daneben geht, dann versuchen sie es nochmal oder in eine andere Weise.

Fühlt sich das Kind wohl mit ihnen?

Sie können tolle Eltern sein, ihr Kind kann sie lieben, möchte jedoch nicht, dass sie mit ihrem Kind zu häufig in der Öffentlichkeit gesehen werden. Das ist ein harter Schlag für die Eltern, wenn das Kind sie als „peinlich“ empfindet.

Dabei ist dies völlig normal, sehr viele Kinder empfinden ihre Eltern außerhalb der familiären Behausung als peinlich oder nervend. Sie sollten darauf Rücksicht nehmen und ihr Kind nicht überall hin begleiten, kalkulieren sie jedoch gut, immerhin dürfen sie ihre Aufsichtspflicht nicht vernachlässigen und müssen wissen wo sich ihr Kind aufhält und ob es dort erreichbar ist.

Räumen sie jedoch auch ein gewisses Vertrauen ein und übertreiben sie es nicht mit der Kontrolle.

Wenn sie bestimmte gesellschaftlich weniger anerkannten Ansichten haben, dann gehen sie nicht damit hausieren, während ihr Kind einen Gast hat. Geben sie sich möglichst höflich, freundlich und neutral. Ihre schlechten Marotten müssen sie am besten kennen und sollten sie auch schnell „verbuddeln“, damit ihr Kind Zugang zur Gesellschaft findet.

So kommt auch mal Besuch ins Haus. Achten sie jedoch darauf, ihrem Kind und dem Gast ihres Kindes nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken. Verbleiben sie in einem anderen Zimmer und beschäftigen sie sich womit oder erledigen häusliche Pflichten (kein Staubsaugen, da es schon an Lärmbelästigung grenzt).

Mit etwas Feingefühl, Verständnis und dem eigenen Wissen, nicht perfekt und die ultimative Wahrheit zu kennen, können sie das Leben mit ihrem Kind vereinfachen und laufen nicht Gefahr in einen Streit zu geraten, der ihnen nicht nur ewige Feindschaft mit ihrem Kind bescheren kann (im Extremfall), sondern auch ihr Leben auf äußerst ungesunde Weise belastet.

Wobei ein normaler Streit einfach üblich ist, ab einer gewissen Härte bzw. Dauer, sollten sie jedoch Veränderungsbedarf haben. Beleidigen sie ihr Kind nicht und zeigen sie Respekt, denn nur dann wird es auch ehrlichen Respekt und keine Furcht für sie bzw. vor ihnen empfinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.