Stimmprobleme durch Vorbeugung verhindern

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Stimmprobleme: Soforthilfe und Vorbeugung

Von weltabgewandten Einsiedlern einmal abgesehen, sind die meisten Menschen tagtäglich darauf angewiesen, dass ihr wertvollstes Instrument zur Kommunikation, die Stimme, auch verlässlich funktioniert.

Stimmprobleme vermeiden
Stimmprobleme – Vorbeugung durch richtigen Einsatz der Stimme

Natürlich sind vor allem Sänger, Lehrer und andere Vielsprecher besonders darauf bedacht, die Kraft und das Vermögen ihrer Stimme zu erhalten, aber auch Eltern müssen jederzeit dazu fähig sein, ihre Vorstellungen eines harmonischen Familienlebens zuverlässig artikulieren zu können.

Der schonende und bewusste Umgang mit der eigenen Stimme hilft dabei, sich auch in gesprächs- und geräuschintensiveren Situationen des Lebens ausreichend Gehör zu verschaffen.

Von den Profis lernen: akute Maßnahmen bei Heiserkeit

Professionelle Sänger wissen: Mit angeschlagener und belegter Stimme zu singen, ist wohl der sicherste Weg, sich seine Fähigkeiten auf Dauer zu ruinieren. Bei stärkeren Erkältungen und Entzündungen der Stimmbänder oder des Kehlkopfes gilt daher: unbedingt die in Mitleidenschaft gezogene Stimme schonen, wie es irgend geht.

Wenn der anstehende Auftritt aber trotz Heiserkeit auf gar keinen Fall abgesagt werden kann, ergreifen Musiker bisweilen jedoch Maßnahmen, die man sich auch für den Hausgebrauch zunutze machen kann.

Hierzu zählen:

Halsbonbons: Viele Lutschpastillen regen den Speichelfluss an und helfen dadurch, die trockenen Schleimhäute im Rachenraum zu befeuchten und die Stimmbänder geschmeidig zu halten

Keine alkoholischen Getränke und nicht rauchen: Ganz abgesehen von den ohnehin gravierenden gesundheitlichen Folgen der beiden Suchtmittel Alkohol und Nikotin, greifen diese zusätzlich die angeschlagenen Schleimhäute an.

Inhalationen: Bei Heiserkeit am besten mit Wasserdampf oder leichter Salzlösung inhalieren, um die Stimmlippen und Stimmbänder zu befeuchten. Vorsicht bei Inhalationen mit Minze oder anderen ätherischen Stoffen, diese können die Stimmbänder zusätzlich reizen.

Viel Trinken: Mindestens zwei Liter Wasser am Tag, gerne auch mehr und gerne auch Salbeitee, halten den Rachenraum feucht und fördern die körpereigenen Abwehrmechanismen.
Bei leichter Heiserkeit können diese schonenden Mittel durchaus Abhilfe schaffen und die anstehende Besprechung, den wichtigen Vortrag oder das dringende Telefonat wieder möglich machen.

Die Stimme auch im Alltag richtig einsetzen

Eine dauerhaft angeschlagene und gereizte Stimme kann auf eine grundsätzliche Fehlbelastung hinweisen. Die meisten Menschen benutzen ihre Stimme jedoch unbewusst, sie sprechen buchstäblich wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Dabei ist es durchaus lohnend, die eigene Artikulation einmal aufmerksam zu beobachten, um das Sprechvermögen auch in anstrengenden Phasen zu erhalten. Besonders auffällig ist der strapazierende Einsatz der Stimme beim Schreien.

Hierbei wird die Luft aus der Lunge mit größerer Kraft durch die Stimmlippen gepresst als bei der normalen Konversation. Sich bei dieser anstrengenden Kommunikationsform heiser zu schreien, ist keine Seltenheit und kann sich schon nach wenigen Minuten bemerkbar machen.

Das Schreien lässt sich auf zweierlei Arten vermeiden: Erstens durch den Verzicht auf Gespräche in lärmender, lauter Umgebung – wenn möglich, seinem Gesprächspartner einen Ortswechsel vorschlagen oder die Unterhaltung vertagen.

Und zweitens gilt ein Grundsatz, den wohl jeder Sprech- und Gesanglehrer unterschreiben würde: eine präzise, bedachte und deutliche Artikulation mit bewusst gesetzten Pausen ist in jedem Fall besser als zu brüllen.

Wichtig: Wenn die Stimme bereits angeschlagen ist, auf keinen Fall anfangen zu flüstern oder versuchen, den Stimmverlust durch besonders lautes Sprechen zu kompensieren. Durch das Flüstern und das Herauspressen der Töne werden die Stimmbänder zusätzlich angespannt.

Wegen Heiserkeit zum Arzt?

An sich ist ein Kratzen im Hals oder eine heisere, raue Stimme noch kein Grund zur Beunruhigung und vor allem im Rahmen einer Erkältung völlig normal.

Wenn sich die Symptome jedoch über einen Zeitraum von einer Woche oder länger hinziehen, sollte die vorliegende Erkrankung von einem Arzt abgeklärt werden. Auch bei gleichzeitigen Atembeschwerden, hohem Fieber oder zusätzlichen Ohrenschmerzen und Schwierigkeiten beim Schlucken sollte man sich auf gar keinen Fall schämen, wegen „Halsweh“ einen Arzt zu konsultieren.

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