Baby Ernährung – Stillen oder nicht

Stillen – eine Sache des Gefühls

Stillen – ja oder nein? Eine Frage, die sich viele werdende Mütter stellen. Für manche ist es eine klare Sache, für andere jedoch nicht. Das Thema Stillen ist sicherlich sehr emotional belegt.

Baby stillen mit Muttermilch
Tipps und Informationen zum Stillen

Viele fragen sich, ob und wie sie es „richtig“ machen oder worauf sie achten sollen. Vor allem beim ersten Kind ist oft die Unsicherheit groß, doch auch erfahrende Mehrfachmütter erleben immer wieder Überraschungen, wenn das zweite oder dritte Kind plötzlich ganz andere Wünsche und Reaktionen bezüglich des Stillens signalisiert, als seine älteren Geschwister.

Stillen ist Teil der Kommunikation zwischen Mutter & Kind

Die Erfahrung von Müttern und Hebammen zeigt jedoch, dass Stress oder gar Planungen hinsichtlich des Stillens kaum  Sinn machen. Denn auf der einen Seite steht zwar das Wissen, aber auf der anderen Seite das Kind. Und das hat eben auch ein Wörtchen mitzureden. Seine Vorlieben, Bedürfnisse, Hungergefühle, aber auch der Wunsch nach Nähe und Geborgenheit werden mit der Zeit Ablauf und Rhythmus des Stillens festlegen.

Schließlich ist der kleine Erdenbürger ja die Hauptperson in Sachen Stillen. Wenn Mama ihrem Kind vertraut, sich darauf einlassen kann und etwas Ausdauer mitbringt, ist das eigentlich die beste Voraussetzung, um auch anfängliche Schwierigkeiten zu überwinden. Das gilt ebenso für die Frage, wie lange man stillen sollte.


Milch abpumpen. So wird’s gemacht


Auch hier gibt es keine Regel, keine Vorschrift. Solange es Mutter und Kind mögen, ist das in Ordnung. Lässt das Bedürfnis auf einer Seite nach, reagiert meist intuitiv die andere Seite ebenfalls mit dem Gefühl, dass es Zeit ist, damit aufzuhören. Die Kommunikation zwischen Mutter und Kind läuft ja fast ausschließlich über Intuition und Gefühle, das ist beim Stillen nicht anders.

Kraftspendende Muttermilch durch’s Stillen

Betrachtet man das Stillen zusätzlich noch von der Nährstoff- Seite, bleibt zu betonen, dass es keinen gleichwertigen Ersatz für die Muttermilch gibt. Die im Handel angebotenen Ersatzmischungen basieren auf Kuh-, Soja- oder Stutenmilch und ahmen die Muttermilch weitestgehend nach. Sie haben aber keine solche Zusammensetzung.

Denn nur diese enthält die lebenswichtigen Immunstoffe, die der kleine Mensch vor allem im ersten Halbjahr für seinen Nestschutz braucht. Diese sind vor allem im Kolostrum enthalten, der so genannten Vormilch, die in den ersten Tagen nach der Geburt abgegeben wird.

Danach kommt es zur Bildung der eigentlichen Muttermilch. Hier ist die Zusammensetzung schon wieder etwas anders. Auf dem Weg von der Vormilch zur Muttermilch nimmt der Eiweißgehalt ab, der Fett- und Kohlenhydratgehalt steigt an. Die produzierte Menge hängt vom Verhältnis Nachfrage – Angebot ab, wobei der Bedarf auch schwanken kann.

Kuhmilch enthält für einen Säugling zu viel Eiweiß bzw. zu große Eiweißmoleküle, was die Nieren schädigen kann. Daher sollte Kuhmilch im ersten Lebensjahr nicht gegeben werden. Der Kohlenhydrat- und Fettgehalt ist dagegen zu niedrig.

Hier einmal die wichtigsten Zahlen im Vergleich der Muttermilch mit Kuhmilch.

Die Tabelle zeigt, dass eben nur Menschenmilch genau auf die Bedürfnisse des Babys zugeschnitten ist.

Hauptbestandteile
(g/100g)

Eiweiß
(=Protein)

Kohlehydrate
(z.B. Zucker)

Fett

Muttermilch

1,2

7,0

4,0

Kuhmilch

3,3

4,6

3,6

Quelle: www.afs-stillen.de

 

Stillen gibt dem Baby Geborgenheit

Neben der Ernährungsfrage erfüllt das Stillen jedoch noch eine weitere wichtige Aufgabe: die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Gerade am Anfang, wenn man sich erst „kennenlernen“ muss, wenn sich das Kind ohne den wärmenden Schutz aus Mamas Bauch in seinem neuen Umfeld zurechtfinden soll und noch ganz viel Geborgenheit braucht. Gerade dann trägt das Stillen dazu bei, diese Aspekte zu fördern.

Die innige, liebevolle Verbindung zwischen Mutter und Kind, die beim Stillen hergestellt wird, ist ebenfalls kaum durch etwas anderes zu ersetzen.

Wichtig ist hierbei ein Umfeld mit viel Ruhe, Wärme und Bequemlichkeit. Kein Fernseher oder Radio sollte nebenbei laufen, das Telefon sollte abgestellt und Hausarbeit nach Möglichkeit in den ersten Wochen delegiert werden. In diesem Umfeld können beide die Nähe genießen und eine innige Beziehung zueinander aufbauen.

Zudem hat das Stillen natürlich auch noch ganz praktische Aspekte. Es steht immer und überall die passende Nahrung, in richtiger Zusammensetzung und Temperatur, frisch hergestellt und keimfrei zur Verfügung.

Keine Mitnahme von Flasche, Flaschenwärmer und sonstigem  Zubehör ist nötig. Das erlaubt auch der Mutter mehr Beweglichkeit und weniger Organisationsaufwand.

Alles in allem hat es die Weisheit der Natur so eingerichtet, dass das Stillen der optimale Start ins Leben für ein neues kleines Menschenkind ist. Ernährungsphysiologisch, emotional und logistisch. Natürlich gibt es Frauen, die nicht stillen können oder möchten.

Auch letzteres ist in Ordnung, denn es sollte kein Zwang gegen das eigene Gefühl entstehen. Das täte beiden Seiten nicht gut. Besteht jedoch der Wunsch und die Möglichkeit zum Stillen, sollte dies jedoch jeder künstlichen Lösung vorgezogen werden.

(c) Text von Anke Neumann

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