Spielzeug – eine Freizeitbeschäftigung mit pädagogischem Hintergrund
Für die meisten Eltern stellt sich die Frage nach dem tieferen Sinn von Spielzeug erst einmal nicht, denn das Leuchten von kleinen Augen ist eigentlich schon Grund genug, die Regale zu plündern. Davon abgesehen könnte es aber durchaus interessant sein, ihr ein wenig intensiver nachzugehen. Kindern eine Freude zu machen, dürfte zwar allein bereits als schlüssige Rechtfertigung für die Existenz von Spielwaren gelten, doch erfüllen sie zudem eine äußerst sinnvolle Funktion – um genau zu sein, sogar mehrere.
Spiele: Von Gewinnern, Verlierern und allem dazwischen
Gesellschaftsspiele
sind vermutlich so alt wie die Menschheit selbst und konfrontieren uns
früh mit wichtigen Weisheiten des Lebens. Klingt geheimnisvoll, ist aber
eigentlich ganz schnell erklärt. Zum einen gibt es stets Regeln, an die
sich jeder halten muss. Zum anderen sollte man zwar genug Ehrgeiz
aufbringen, um einen Gewinn möglich zu machen, aber trotzdem
akzeptieren, dass man nicht immer gewinnen kann. Nur so wird ein
Miteinander auf Dauer funktionieren.
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Knete: Es muss nicht gleich ein Rodin sein
Das Basteln mit Knetmasse unterscheidet sich eigentlich nicht großartig von der Arbeit mit Ton. Beides verlangt nach Aufmerksamkeit, Kreativität und einem Gefühl für das Material. Kinder erfahren all diese Dinge spielerisch, indem sie sich konzentriert der Aufgabe widmen, aus einem bunten Häufchen eine Giraffe oder ein Haus zu formen. Die Fähigkeit trotz eventueller Ablenkungen bei der Sache zu bleiben wird ihnen später mit Sicherheit in der Schule und bei den Hausaufgaben zugutekommen.
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Puppen: Von kleinen Müttern und Vätern
Wenn
Kinder mit Nele oder einer ihrer Schwestern beziehungsweise Brüder im
Puppenwagen spazieren fahren, sieht das nicht nur wie die Miniatur einer
Familie aus, in gewisser Weise handelt es sich genau um das. Obwohl nur
aus Stoff und Füllung zusammengenäht, übernehmen Kinder eine
erstaunliche Verantwortung für ihre Puppen oder Stofftiere. Sie werden
in den Alltag integriert als wären sie tatsächlich lebendig und ein
kaputtes Auge bedeutet nicht selten den Weltuntergang.
So
können sie zwanglos in zukünftige Rollen hineinwachsen und ihre sozialen
Fähigkeiten trainieren. Das gilt im Übrigen für Jungs genauso wie für
Mädchen, denn dass sie im Zuge falsch verstandener Männlichkeit nur mit
Autos spielen sollten, ist ein Vorurteil, das einer antiquierten
Vorstellung entspringt. Mit geschlechtstypischen Erwartungen werden sie
schließlich noch früh genug konfrontiert.
Musik: Was uns das Fitnessstudio und Karaoke sind
Wer
hat nicht schon mindestens einmal lauthals zu einem Schlager oder einem
Herzschmerzsong mitgebrüllt und im Yoga-Kurs unmögliche Verrenkungen
veranstaltet? Die Lust auf Bewegung und übersprudelnde Emotionen
brauchen gelegentlich einfach ein Ventil. Warum sollte es Kindern da
anders ergehen als Erwachsenen? Mithilfe von Texten wie auf den CDs von Detlev Jöcker, die die kindliche Gefühlswelt in
unterschiedlichsten Facetten widerspiegeln, können sie sich ungezwungen
mit Trauer, Glück oder Angst auseinandersetzen. Die Lieder sind
realitätsnah – Bei uns zuhause tut sich was beschäftigt sich zum
Beispiel mit dem Familienalltag - und damit ein guter Weg, Themen aus
einem anderen Blickwinkel aufzugreifen.
Darüber hinaus bietet
ihnen Musik die Gelegenheit, im Herum-springen zum Takt ein besseres
Körperbewusstsein und eine ausgeglichene Motorik in ihren Bewegungen zu
entwickeln. Gleiches gilt für die Fähigkeit, aufmerksam zuzuhören und
das Gehörte wiederzugeben.
In der Vielseitigkeit liegt der Schlüssel
Mal
wollen Kinder mit der HABA Kugelbahn ihr Talent als Konstrukteure unter
Beweis stellen, ein anderes Mal möchten sie am Computer die Olchis
durch ihre Abenteuer im Müll steuern. Dann wieder können sie fasziniert
vor dem Fernseher sitzen und die Geschichte der Brüder Löwenherz
verfolgen. Zwischendurch werden sie wohlmöglich ihre Stifte im Malbuch
Piraten versenken, mit Rufus Rabe Lernherausforderungen bestreiten oder
fragen, was Petterson und Findus so treiben.
