Kinderkrankheiten – Scharlach

Geschätzte Lesedauer 2 Minute(n)

Scharlach erkennen und richtig behandeln

Scharlach gehört zu den Krankheiten die an Häufigkeit wie an Gefährlichkeit zurückgegangen sind. Das hängt mit einer verminderten Virulenz (Giftigkeit) des Scharlacherregers zusammen

Kinderkrankheiten erkennen und richtig behandeln
Ansteckende Kinderkrankheiten – Masern, Röteln, Scharlach, Windpocken

Auch spielt es eine Rolle, dass Kinder heute besser ernährt und durch fortgeschrittene Hygiene widerstandsfähiger sind als früher. Und schließlich helfen die neuen Mittel der Sulfa- und Antibiotikagruppe gefährliche Komplikationen zu vermeiden.

Scharlach wird durch hämolytische Streptokokken hervorgerufen ein Zweig einer Bakteriengruppe, die auch andere Krankheiten erzeugt. Die Erreger dringen vom Rachen und den Mandeln aus in den Körper ein. So ist es kein Zufall, dass Scharlach in der Regel mit hohem Fieber und Halsschmerzen beginnt sowie Mandelentzündung mit und ohne Belag.

Ausschlag und Erdbeerzunge

Die exakte Diagnose auf Scharlach lässt sich oft erst nach zwei Tagen stellen, wenn der typische Ausschlag auf der Haut erscheint. Anders ist es wenn gerade eine Scharlachepidemie besteht hier ergibt sich die Diagnose bei den ersten verdächtigen Anzeichen. Charakteristisch ist das hochrote Gesicht der Kinder, während Lippen und Kinn blass aussehen. Dieses eigenartige Bild findet sich, bei kaum einer anderen Krankheit.

Die Zunge ist erst stark belegt, wird nach einigen Tagen hochrot und hat stark vergrößerte Papillen („Erdbeerzunge“). Die anfangs dichtstehenden kleinen Punkte auf der Haut fließen bald zu einem stark röten („scharlachroten“) Ausschlag zusammen, der am Hals hinter den Ohren beginnend schließlich den ganzen Körper bedeckt. Er hält sich ein bis drei Tage auf der Höhe Mit seinem allmählichen Abblassen geht auch das oft sehr hohe Fieber zurück.

Dann beginnt in 80% der Fälle eine Abschuppung der Haut. Es ist eine Lieblingsbeschäftigung ‚der kleinen Patienten sich diese Lamellen selbst abzuziehen. Der Höhepunkt der Abschuppung ist in der zweiten Woche erreicht, und nach vier Wochen ist sie vollendet. Die Inkubationszeit von Scharlach ist 2 bis 5 Tage, In vielen Fällen wird durch, die Erkrankung dauernde Immunität erzeugt. Aber es kommt auch zur Wiederholung, vermutlich weil dann eine andere Art der Streptokokkenfamilie Erreger ist. Eine Woche Isolierung.

Von den bei Scharlach früher häufigen Komplikationen waren vor allem die Nieren und das Herz betroffen. Auch heute ist es noch nötig, den Urin im Anschluss an eine Scharlacherkrankung fortlaufend zu prüfen. Doch alle Komplikationen sind selten geworden, seit Antibiotika und Sulfapräparate bei der Behandlung verwendet werden.

Sie dienen auch zur Vorbeugung für solche Kinder, die Scharlach hinter sich haben, um eine etwaige Folgeerkrankung zu verhüten. Ebenso geben viele Ärzte den Familienmitgliedern eines scharlachkranken Kindes 5 bis 7 Tage lang kleine Dosen dieser Mittel, damit ist in der Regel die Gefahr einer Ansteckung behoben.

Scharlachkranke Kinder müssen ebenso wie masernkranke isoliert werden. Die Dauer wird vom Arzt bestimmt. Im Allgemeinen sind es 7 Tage oder solange das Fieber anhält. Nach Ablauf der Erkrankung sollte das Krankenzimmer sorgfältig gereinigt werden, ebenso alle Dinge, mit denen das kranke Kind in Berührung kam. Die Erreger des Scharlachs sind ziemlich widerstandsfähig. Sie werden nicht so leicht vernichtet wie die Viren von Masern, Mumps oder Windpocken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.