Säuglingsbotulismus – Gefahr für das Baby

Säuglingsbotulismus – Auslöser Honig

Eine nicht so häufige aber doch sehr ernst zu nehmende Erkrankung bei Säuglingen ist Säuglingsbotulismus. Abgeleitet wird Botulismus vom lateinischen Botulus (Wurst), die sogenannte Fleischvergiftung und ist eine lebensbedrohliche, durch das Botulinumtoxin (Bakterium Clostridium botulinum) verursachte, Vergiftung.

Säuglings-Botulismus
Säuglingsbotulismus – Gefahr für Babys durch Honig

Als Überträger des Toxins wird das Zugeben von Honig oder auch Ahornsirup zum Süßen von z. B. Tees oder Babybreien genannt.

Honig schmeckt lecker süß und ist ein bekömmliches Lebensmittel, welches auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt wird. Dem goldenen Saft werden viele gesundheitliche Aspekte eingeräumt und trotzdem unterliegt dieses Nahrungsmittel keiner Kennzeichnungspflicht.

Um das Bakterium abtöten zu können, müssen Lebensmittel bei über 120° Grad über eine längere Zeit erhitzt werden. Dies ist bei Honig nicht möglich. Er ist ein Naturprodukt und so wird er auch in den Geschäften angeboten.

Schlecht konservierte oder luftdicht verschlossene Nahrungsmittel, so auch der Honig oder Ahornsirup, welche mit dem Toxin kontaminiert wurden, bilden die Sporen das Bakterium und gelangen beim Verzehr in die Darmflora.

Bei Säuglingen bis zu einem Jahr, am gefährdetsten bis 6 Monate, mit noch instabiler Körperabwehr und schwacher Darmflora, wird das Gift über die Darmscheidewand in den Blutkreislauf transportiert und von da ab gelangt es an die Nervenendigungen im peripheren Nervensystem, wo die Ausschüttung eines wichtigen neuronalen Botenstoffes verhindert wird.

Die Giftwirkung blockiert die Signalgebung zwischen Nerven und Muskeln. Eine schleichende Muskellähmung aller Körper- und Organregionen und Stillstand des Darmes ist die schwerwiegende Folge.

Die Auswirkung des Toxins wird nicht immer gleich bemerkt und so können oft die Symptome erst nach Tagen sogar Wochen erkannt werden. Schwächung der Augenmuskulatur, Ausbleiben von Mimik, Lähmung der Atemmuskulatur bis hin zur Atemnot und Stillstand der Atmung, Schluckbeschwerden sowie Muskelschwäche des Bewegungsapparates sind Anzeichen der Vergiftung durch Botulinum und können bei nicht sofortiger not- und intensivmedizinischer Behandlung zum Tode führen.

Unter ärztlicher Vollbetreuung ist eine Genesung möglich, aber man muss mit Folgeschäden rechnen.

Jährlich wird ein Fall von Säuglingsbotulismus dem Robert-Koch-Institut in Berlin gemeldet. Studien über diese Art der Vergiftung und ihrer Auswirkungen werden in Europa seit 1976 angestellt, nachdem der erste Fall in Amerika aufgetreten ist und diagnostiziert wurde.

Weitere Fälle traten nach und nach in Australien, den USA und im japanischen Lebensraum auf. Auch ein Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod ist hierbei gegeben. In Europa besteht Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz.

Der Gesundheit des Säuglings zuliebe, bis zum ersten Geburtstag, sollte auf Gabe von Honig sowie Ahornsirup verzichtet werden, um der Gefahr an Säuglingsbotulismus zu erkranken aus dem Weg zu gehen.

Bei Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit voll funktionierender Darmflora und gesunder Darmscheidewand wird das Toxin ausgeschieden, ohne das es in den Blutkreislauf des Körpers gelangt, da es durch den im Honig befindenden geringen Dosen auftritt.

Eine Aufnahme des Giftes bei stillenden Müttern, die Honig zu sich genommen haben, ist somit nicht gegeben. Eine Ausnahme dazu besteht aber bei der Wund- und Heilbehandlung von Brustwarzen mit Honig.

Generell wäre noch anzumerken, dass man auf das Süßen von Babynahrung, selbst hergestellten Breien und Tee/Getränken im Allgemeinen verzichten sollte, da dies weitere Gefahren oder Erkrankungen birgt und hervorrufen könnte.

Der erste Fall von Säuglingsbotulismus wurde übrigens 1976 in Kalifornien festgestellt. In Deutschland kommt es seit 1996 im Schnitt einmal pro Jahr zu solch einem Fall. Im Darm des Babys entwickeln sich giftige Toxine. Es kann allerdings einige Tage bis Wochen dauern, bis die Symptome deutlich werden.

Daher ist es für Ärzte sehr schwer einen Zusammenhang zwischen Nahrung und Erkrankung festzustellen. Kommt das Toxin über den Darm in den Blutkreislauf, wird es im Körper verteilt. Es haftet sich dann an die Nervenenden und verhindert die dort wichtigen Prozesse, wie zum Beispiel Muskeltraktionen. Die Folge ist eine Muskellähmung. Leider kann man wie bei einem Erwachsenen das Baby nicht mit dem Mittel Antitoxin behandeln.

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