Richtig Lüften und Heizen im Winter

Richtiges Heizen und Lüften ist besonders in den kalten Monaten notwendig, um ein angenehmes Raumklima aufrecht zu erhalten und Schimmelbildung in Wohnräumen zu vermeiden. Werden dabei ein paar Regeln beachtet, lässt sich eine Menge Geld für die Beseitigung von Folgeschäden sparen.

Keine Chance für Feuchtigkeit und Schimmel

Richtig heizen und lüften
Richtig heizen und lüften im Winter

Lüften sorgt nicht nur für frische Luft in den Räumen.

Neben unangenehmen Gerüchen kann auch Feuchtigkeit aus den Räumen abziehen.

  • Baden und Duschen
  • Kochen und Backen
  • Trocknen von Wäsche
  • Gießwasser für Pflanzen
  • Aquarien und Zimmerspringbrunnen
  • Reinigungsarbeiten, bei denen Wasser verwendet wird sorgen für mehrere Liter Wasserdampf, der aus den Räumen wieder abziehen muss. Wird dies vernachlässigt, sind Schimmel und gesundheitliche Beeinträchtigungen die Folge.

Die ideale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung

Die ideale Raumluftfeuchtigkeit ist – je nach Nutzung – für die einzelnen Räume unterschiedlich:

  • In Schlafzimmern, Wohn- und Arbeitszimmern liegt sie im Winter idealerweise zwischen 40 % und 45 %
  • Für die Küche sind 50 % bis 53 % optimal
  • Im Bad sollte die Luftfeuchtigkeit in der kalten Jahreszeit 55 % nicht übersteigen
  • Um feuchte Wände im Keller zu vermeiden, sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter zwischen 50 % – 55 % liegen

Mindestens zweimal täglich – am besten morgens und abends – ist auch bei Temperaturen unter Null Grad die Wohnung gründlich durchzulüften. Dazu werden alle Türen und Fenster für maximal fünf Minuten weit geöffnet.

Es ist auch möglich, zwei gegenüberliegende Fenster zu öffnen und die Tür geschlossen zu halten. So lässt sich die Raumluft am schnellsten komplett austauschen. Die Heizung wird während dieser Zeit abgestellt oder das Thermostat herunter gedreht. Wer sich den ganzen Tag in der Wohnung aufhält, sollte dies über den Tag mindestens dreimal wiederholen.

Sorgen, dass bei dieser Art des Lüftens die Räume zu stark auskühlen, sind unbegründet. Die kurze Zeit des Stoßlüftens reicht nicht aus, um die Wände auskühlen zu lassen.

Die Räume werden anschließend schnell wieder warm. Die verbreitete Unsitte, Fenster zum Lüften anzukippen, lässt es im Zimmer kalt werden, ohne dass die Raumluft komplett ausgetauscht wird. Die Feuchtigkeit kann nicht nach draußen entweichen. Das fördert die Bildung von Schimmel.

Risikozone Schlafzimmer

Durch Schwitzen und Atmung verliert ein gesunder Mensch während des Nachtschlafes etwa 500 ml Flüssigkeit. Ein Teil gelangt in die Raumluft, der andere versickert in Matratze und Bettzeug. Wird das Schlafzimmer nur wenig beheizt und nicht ausreichend gelüftet, kann die Luftfeuchtigkeit nicht aus dem Raum entweichen.

Feuchtigkeit verbleibt in den Matratzen, in Kissen und Decken. Schimmelsporen oder der Kot der Hausstaubmilbe können dann nicht nur für Asthmatiker und Allergiker zum Albtraum werden. Regelmäßiges Wechseln von Bettwäsche und das Umdrehen und Lüften der Matratzen sowie tägliches Auslüften der Bettdecke sollte nicht nur im Winter zur Gewohnheit werden.

Lüften bevor man ins Bett geht und unmittelbar nach dem Aufstehen sorgt für ein optimales Raumklima und vermeidet eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Die Heizung sollte während der Nacht auf niedriger Stufe durchlaufen.

Schon gewusst?

  • Mit einem Hygrometer lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit messen. Überschreiten die Werte die Höchstgrenzen für die Räume, ist es Zeit zum Lüften.
  • Halten Sie Türen von kälteren Räumen immer geschlossen. Kühlere Räume werden öfter und nur durch das geöffnete Fenster gelüftet.
  • Räume möglichst nicht unter 14 – 16 Grad auskühlen lassen. Das Aufheizen ausgekühlter Räume verbraucht mehr Energie als das Absenken der Raumtemperatur während der Nachtstunden oder bei Abwesenheit.
  • Wenig sinnvoll ist auch das „nur Mitheizen“ benachbarter Räume. Ein Trockenhalten der Räume und Ablüften der Feuchtigkeit ist dadurch nicht gewährleistet
  • Achtung! Die Frostschutzstellung am Thermostat bietet bei extremen Minustemperaturen keinen ausreichenden Schutz vor dem Einfrieren. Unter Umständen geht dadurch der Versicherungsschutz verloren, weil man der Heizpflicht nicht nachgekommen ist.
  • Um im Winter richtig lüften zu können, sollten die Fensterbänke nicht zugestellt werden. Außerdem lässt sich so schnell erkennen, wenn sich Kondenswasser auf den Fensterbänken sammelt. Dann sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, der den Ursachen auf den Grund geht.
  • Die Türen von Küche und Bad bleiben während des Duschens oder Kochens geschlossen. So wird vermieden, dass sich feuchte Luft unkontrolliert in der gesamten Wohnung ausbreitet. Gelüftet wird je nach Bedarf und so schnell wie möglich durch das weit geöffnete Fenster.
  • Feuchtigkeit, die sich an den Fliesen niederschlägt, lässt sich direkt nach dem Duschen oder Baden mit einem gummierten Wischer entfernen. Feuchte Handtücher werden am besten über speziellen Halterungen direkt an der Heizung getrocknet.

Heizen ohne schlechtes Gewissen

Das individuelle Wärmeempfinden ist sehr unterschiedlich. Während sich der eine bereits bei 20 Grad wohl fühlt, benötigt der andere ein paar Grad mehr. Die Heizkosten können sich dadurch drastisch erhöhen.

Ein Temperaturunterschied von nur zwei Grad steigert die Heizkostenrechnung um etwa zehn Prozent (Quelle: Kamdi24). Im Schlafzimmer ist für einen gesunden Schlaf eine Raumtemperatur von 18 Grad ausreichend.

Verstellte Heizkörper verhindern, dass sich der Raum ausreichend erwärmt. Die warme Luft staut sich und führt zu einem schnellen Abschalten des Heizkörpers. Oft wird dann ein Defekt an der Heizungsanlage oder am Thermostat vermutet.

Wissen warum – ein paar Zusammenhänge

Die warme Luft in den Räumen kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Kühlt die Luft im Raum wieder ab, schlägt sich die Feuchtigkeit auf Wänden oder Möbeln nieder. Durch regelmäßiges Lüften wird die feuchte Luft nach draußen befördert.

In den Wintermonaten ist die Außenluft sogar bei Regenwetter trockener als die Raumluft. Je kälter und trockener die Außenluft, desto schneller wird die Luft ausgetauscht. Zimmer, die wenig oder gar nicht beheizt werden, wie das beim Schlafzimmer üblich ist, müssen deshalb besonders sorgfältig gelüftet werden.

Schimmelpilzbefall bleibt hier lange unbemerkt, weil er hinter den meist zu dicht an der Wand stehenden Schränken nicht sichtbar ist.

Schimmel fachgerecht beseitigen zu lassen, ist mit hohen Kosten verbunden. Stellt ein Sachverständiger fest, dass die Schimmelbildung auf falsches Heizen oder fehlerhaftes Lüften zurückzuführen ist, kann das für einen Mieter teuer werden.

Wiederkehrende Infektionen oder chronische Atemwegserkrankungen sind oft der Anzeiger für Schimmel in der Wohnung.

Baufeuchte? Lüftungsverhalten überprüfen!

Baufeuchte kann sowohl in Neubauten als auch nach Sanierungen oder Reparaturarbeiten auftreten. Sind die Wände noch nicht ausreichend durchgetrocknet, gibt es Wasserschäden nach einer Havarie, muss unbedingt ausreichend geheizt und häufiger gelüftet werden. In diesen Fällen kann das gleichzeitige Heizen und Lüften über die Kippstellung des Fensters eine Lösung sein. Das Heiz- und Lüftungsverhalten muss sich den neuen Bedingungen anpassen.

Bei einem Neubau in Massivbauweise kann man davon ausgehen, dass dadurch für ein bis zwei Jahre höhere Heizkosten anfallen.

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