Redewendung Kein Blatt vor den Mund nehmen

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Woher stammt die Redewendung „Kein Blatt vor den Mund nehmen“

Es klingelt an der Tür. „Das muss der Paketbote sein!“ ruft Steffi und öffnet die Tür. Und tatsächlich bringt der Paketbote ein Paket mit der Bluse, die Steffi schon so lange gesucht hat und nun endlich in ihren Händen hält.

Blatt vor den Mund nehmen
Woher stammt die Redewendung „Kein Blatt vor den Mund nehmen“

Da ihre Freundin Heike gerade zu Besuch ist, führt Steffi ihr die neue Bluse gleich vor.

Aber Heike’s Reaktion ist dann doch nicht so euphorisch wie erwartet. „Oh je, das ist aber ganz und gar nicht Deine Farbe, die sieht schrecklich aus. Und die Bluse ist auch zu klein, die spannt.“

„Mensch Heike, Du nimmst aber wirklich kein Blatt vor den Mund“ „Bitte was?“ denkt Heike.

Der Ausdruck „ein Blatt vor den Mund nehmen“ stammt ursprünglich aus der Theaterwelt von vor einigen Jahrunderten. Zu dieser Zeit ging es im Theater recht schonungslos zu, selbst Könige und hohe Staatsdiener wurden öffentlich kritisiert und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Um für diese Form der Kritik nicht zur Rechenschaft gezogen werden zu können, hielten sich die Schauspieler – bis es später Masken gab – ein Blatt wie eine Maske vor das Gesicht. Somit nahmen Schauspieler, die ihr Gesicht offen zeigten, eben kein Blatt vor den Mund.

Wer heute offen und ehrlich seine Meinung sagt, ohne Beschönigung redet, etwas direkt ausspricht, auch wenn es unangenehm ist, nimmt sprichwörtlich kein Blatt vor den Mund.

Weitere Synonyme für „kein Blatt vor den Mund nehmen“ sind je nach Situation „Tacheles reden“, „keinen Hehl aus seiner Meinung machen“ oder „sein Herz ausschütten“.

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