Redewendung Fersengeld geben

Was bedeutet die Redewendung „Fersengeld geben“?

Die Mutter liest am Abend aus der Zeitung vor, dass ein junger Mann beim Ladendiebstahl drei Polizisten entkommen konnte. Sie kommentiert den Beitrag: „Na, da hat er ja ordentlich Fersengeld gegeben, wenn er gegen drei Polizisten anrennen konnte.“

Fersengeld geben
Was bedeutet die Redewendung „Fersengeld geben“?

Jenny denkt lange über den Satz nach. Hat der Dieb dafür bezahlt, damit er entkommen konnte oder was hat die Mutter damit gemeint?

Beim Zähneputzen vor dem Zubettgehen hat Jenny immer noch die Frage im Kopf und beschließt ihre Eltern noch einmal darauf anzusprechen.

Der Vater erklärt: „Fersengeld geben bedeutet, dass jemand schnell entfliehen oder durch Laufen entkommen konnte.

Diese Redewendung stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert, als es bei einem slawischen Volksstamm noch üblich war, dass verheiratete Frauen sich aus ihrer Ehe freikaufen konnten.

Für drei Pfennig (wofür man damals eine junge Kuh, die noch kein Kalb bekam, also eine Färse) erhielt, konnte eine Frau ihren Ehemann verlassen. Aus dem Wort Färsengeld wurde dann im Laufe der Zeit Fersengeld.“

Die Mutter schließt sich dem Gespräch an und erzählt, dass sie eine weitere Möglichkeit kenne, worauf sich das Fersengeld bezieht.

„Bei den Alemannen war es üblich, Männer, die bei einer kriegerischen Auseinandersetzung das Weite gesucht haben, mit einer Geldbuße zu belegen. Dies wurde Fersengeld bezeichnet, weil man bei der Flucht nur die Rückseite der Männer sah und somit natürlich auch die Fersen und nicht den gesamten Fuß.“

Mutter und Vater sind sich jedoch einig, dass beide Versionen stimmen können, auch wenn sie von zwei verschiedenen Dingen abgeleitet werden.

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