Redewendung Da brat mir einer einen Storch

Woher stammt die Redewendung „Da brat mir einer einen Storch“?

„Schau mal Mama, den Fernseher, den Papa letzte Woche gekauft hat, bekommt man jetzt für 200 Euro weniger“, erzählt Kena ihrer Mutter und hält dabei eine Reklameseite der Tageszeitung hoch.

Da brat mir einer einen Storch
Woher stammt die Redewendung „Da brat mir einer einen Storch“?

Die Mutter nimmt das Blatt in die Hand, liest sich die Werbung durch und sagt verwundert: „Da brat mir doch einer einen Storch, so viel günstiger? Das ist ja Wahnsinn!“

Kena schaut ihre Mutter verblüfft an. Was hat denn jetzt der gebratene Storch damit zu tun? Sie kennt den Storch nur aus dem Ammenmärchen, dass er die Babys bringt und somit als Glückssymbol dient. Bringt es vielleicht Unheil, diesen Storch braten zu wollen? Will ihre Mutter damit ausdrücken, dass sie Pech haben, weil sie den Fernseher zwei Wochen zuvor teuer gekauft hatten?

Am Abend zeigt Kena die Anzeige ihrem Vater, der mit derselben Redewendung reagiert. Nun fragt sie nach, was die Eltern damit meinen. Der Vater erklärt: „Hier ist mal wieder die Bibel die Ursache der Redewendung. Nach dem Buch Moses dürfen Störche nicht gegessen werden. Später im Mittelalter wurde der Storch als Glücksbringer angesehen, dessen Fleisch man nicht verzehren konnte, weil es nicht schmeckte.

In der Renaissance, also der Epoche der Aufklärung, wurde der Storch literarisch scherzhaft als Leckerbissen bezeichnet, um auf den Irrglauben des Mittelalters hinzuweisen. Der gebratene Storch wurde somit zum Symbol des Neuen, des nie Gesehenen oder nie Ausprobierten, das plötzlich aufgedeckt oder aufgeklärt wird.

Erkenntnisse, die neu ins Leben treten, werden damit ebenfalls ausgedrückt. Es ist ein Ausdruck des Erstaunens, wie auch „Potz Blitz“ oft verwendet wird, wenn etwas Überraschendes passiert.“

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