Rauchen in der Schwangerschaft

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Um es klar vorweg zu sagen: Rauchen in der Schwangerschaft gefährdet das Ungeborene! Laut einer Statistik greifen aber immer noch rund 30 Prozent der Raucherinnen zu Beginn der Schwangerschaft zur Zigarette. Davon schafft es wiederum die Hälfte im Laufe der ersten Schwangerschaftsmonate die Finger von den Glimmstängeln zu lassen.

Rauchen trotz Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschft
Rauchen in der Schwangerschaft ist tabu!

Für die restlichen, rund 15 Prozent, bestimmt die Nikotinsucht jedoch so stark den Alltag, dass diese Ihrem Kind vorsätzlich schaden.

Der erste Windelinhalt

Der erste Windelinhalt verrät die Rauchbelastung der Mutter während der Schwangerschaft. Als Mekonium – oder umgangssprachlich auch als Kindspech – schimpft sich der erste Stuhl nach der Geburt, der vom Baby ausgeschieden wird. Dieser bildet sich bereits ab dem vierten Schwangerschaftsmonat gebildet. Er enthält eingedickte Galle, Zellen von Schleimhut sowie verschlucktem Fruchtwasser, welches Spuren von Hautzellen und Haaren enthalten kann.

Untersuchungen ergaben außerdem, dass sich darin auch Schadstoffe und Drogenabbauprodukte, welche in den letzten 6 Monaten der Schwangerschaft konsumiert wurden, nachgewiesen werden können. Jedoch ist eine genaue Analyse der Rauchmenge, welcher die Mutter während der Schwangerschaft ausgesetzt war, nicht möglich.

Fehlgeburt durch Rauchen während der Schwangerschaft

Wie nicht anderes zu erwarten raten Ärzte und Experten dringend davon ab während der Schwangerschaft zu rauchen. Vor allem das Wachstum des Fötus wird dadurch beeinträchtigt und auch das Risiko einer Früh- oder im schlimmsten Falle Fehlgeburt wird dadurch nachhaltig erhöht.

Weiterhin wird auch das Risiko von Missbildungen wie etwa verkrüppelte Gliedmaßen oder Organe davon erhöht. Zudem ist nachgewiesen, dass bei rauchenden Schwangeren die geborenen Babys im Durchschnitt 200 Gramm leichter sind als bei einer normalen Schwangerschaft.

Dies liegt daran, dass sich in Folge des Rauchens die Blutgefäße der Mutter verengen. Damit wird auch die Versorgung über die Nabelschnur verschlechter und das Baby bekommt weniger Nährstoffe und Sauerstoff zur Verfügung gestellt, was sich nachhaltig negativ auf dessen Wachstum und Entwicklung auswirkt. Zudem ist das Risiko eines späteren Infekts oder Kindstods rund doppelt so hoch.

Erhöhtes Krebsrisiko nicht nur bei der rauchenden Mutter

Studien ergaben, dass rauchende Schwangere im Schnitt 13-mal am Tag zu einem Glimmstängel greifen. Hochgerechnet auf die Dauer einer normal verlaufenden Schwangerschaft von neun Monaten ergeben sich somit ungefähr 3600 Zigaretten.

Wenn hier noch die im Zigarettenrauch enthaltenen rund 4000 Chemikalien, die teilweise kanzerogen und sehr giftig sind, in Betracht gezogen werden, so kann einem schlecht werden.

Dass Raucher ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Menge Krebsarten in Kauf nehmen ist länglich bekannt. Doch auch beim Kind wird beim Rauchen während der Schwangerschaft der Grundstein für eine spätere Erkrankung an Krebs gelegt. Im Bezug darauf ergab eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums, dass Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Zigaretten qualmten, rund eine 1,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen der Blase und oberen Luftwege sind. Bei Lungenkrebs ist es ungefähr 1,7-fach erhöht und bei Nasenkrebs sogar verdreifacht.

Das Fazit kann also nur lauten, dass schwangere Frauen das Rauchen unbedingt sein lassen sollten.

Dies lohnt sich nicht nur für das ungeborene Baby. Auch die Mutter wird nach wenigen Stunden bereits die positiven Auswirkungen des Rauchverzichts feststellen können. So sind bereits nach rund 20 Minuten ein sinkender Blutdruck und Puls festzustellen.

Innerhalb von acht Stunden sinkt der Kohlenmonoxidgehalt im Blut bereits merklich. Dies wird auch das Baby schnell merken, denn nun bekommt auch es die ausreichende Menge an Sauerstoff und Nährstoffen.

Beim Rauchverbot sollten sich jedoch die Mitbewohner bzw. Lebensgefährten und Männer der Schwangeren keineswegs unangesprochen fühlen. Auch das Passivrauchen der Mutter kann das Kind im Mutterleib bereits gefährden. Deshalb sollte der Haushalt in dem sich die Schwangere aufhält grundsätzlich rauchfrei sein. Natürlich sollte auch nach der Schwangerschaft komplett auf das Rauchen verzichtet werden.

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