Ratten als Haustier halten

Geschätzte Lesedauer 3 Minute(n)

Ratten als Haustiere für Kinder

Ratten sind für Kinder im Schulalter das ideale Haustier. Sie sind nicht nur faszinierend zu beobachten, Kinder lernen im täglichen Umgang mit den kleinen Nagern auch den sensiblen Umgang mit einem Tier.

Ratten in der Wohnung
Ratten als Haustiere

Dazu kommt, dass Ratten als Haustiere täglich regelmäßige Zuwendung und vor allem Abwechslung fordern.

Kinder und Ratten

Ratten sind flinke Tiere, mit denen behutsam umgegangen werden muss. Fühlen sie sich zu grob angefasst, kommt es vor, dass sie beißen. Beim Rumzappeln werden sie vor Schreck schnell mal fallen gelassen und falsches Handling, z. B. Ziehen am Schwanz, kann große Verletzungen verursachen. Für ganz kleine Kinder sind Ratten deshalb nicht geeignet, genauso wenig für Kinder mit auffällig grobem Verhalten.

Etwa im Grundschulalter besitzen Kinder die Fähigkeit umsichtig mit Ratten umzugehen. Etwa zeitgleich nimmt bei den Kindern das Interesse an außergewöhnlicheren Tieren zu. Kaninchen und Meerschweinchen stehen nicht mehr so im Zentrum des Interesses.

Ratten sind eher dämmerungsaktiv, passen sich aber meist ihrer Bezugsperson an und sind dann auch am Nachmittag aktiv.

Ihre Intelligenz macht sie für Kinder besonders interessant. Wer sich regelmäßig mit den Tieren beschäftigt, bekommt sie schnell zahm. Sie lieben Abwechslung, sodass sich ihre kleinen Halter bei der Einrichtung des Käfigs austoben können. Es lassen sich ganze Rattenspielplätze aus Tunneln, Kartons mit Löchern und Papierschnipseln und anderem basteln. Mit Hilfe des Klickertrainings kann man ihnen sogar ganz leicht Kunststücke beibringen.

Der richtige Umgang mit Ratten

Gerade am Anfang ist es wichtig, die Kinder bei der Versorgung der Tiere zu begleiten. Sie müssen lernen, sich ruhig dem Käfig zu nähern und dabei leise mit den Tieren zu sprechen.

Für Anfänger in der Rattenhaltung ist es ratsam, sich bei der Anschaffung für bereits zahme Tiere zu entscheiden. Wer unbedingt ganz junge Tiere haben möchte, muss sich täglich intensiv mit ihnen beschäftigen, damit sie auch wirklich zahm werden. Männchen sind im Umgang meistens etwas ruhiger als Weibchen.

Auch das Hochheben muss geübt werden. Erst wenn das Kind so gelassen im Umgang mit den Tieren ist, dass es nicht mehr bei jeder Bewegung der Ratte vor Schreck zusammen zuckt, ist es soweit, die Ratten auch ohne Aufsicht aus dem Käfig zu holen.

Es macht Ratten keine Freude auf der Schulter durch die Straßen getragen zu werden. Das scheint für größere Kinder zwar oft cool zu sein. Für die Tiere ist es aber nur Stress.

Ratten artgerecht als Haustiere halten

Ratten haben ein besonderes Sozialverhalten. Sie sind als Rudeltiere erst dann richtig glücklich, wenn sie mindestens zu Dritt gehalten werden. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Dass Ratten nur zahm werden, wenn man sie alleine hält, ist ein weit verbreiteter Irrglaube.

Die intelligenten Nagetiere brauchen viel Platz. Am besten eignet sich ein großer Käfig mit waagerechten Stäben, z.B. eine große Vogelvoliere. Diese lässt sich beliebig mit eingebauten Etagen und Klettermöglichkeiten gestalten. Mit handwerklich geschickten Eltern lässt sich auch ein alter Kleiderschrank zum neuen Rattenheim umbauen.

Der Speiseplan ist bunt gemischt, denn Ratten sind Allesfresser. Das Hauptfutter bildet ein Rattenalleinfutter, eine Futtermischung aus Getreide und Sämereien. Zusätzlich benötigen die kleinen Haustiere täglich frisches Obst und Gemüse. Als Leckerei zwischendurch eignen sich Hüttenkäse, Joghurt, rohe Nudeln, Hundekuchen und gelegentliche Insekten, z.B. Heimchen.

Ratten, die als Haustiere gehalten werde, haben nichts mit den „Kanalratten“ oder Wanderratten zu tun. Sie stammen ursprünglich von den Versuchsratten aus den Tierversuchslaboren ab, was aber nicht bedeutet, dass sie krank sind.

Leider werden sie nicht alt. Zwei Jahre ist für die kleinen Nager schon ein Greisenalter. Kinder lernen so zwangsläufig, dass sie irgendwann von ihrem Haustier Abschied nehmen müssen. Andererseits bindet man sich mit Ratten nicht allzu lange an eine Tierhaltung, was für viele Eltern als Vorteil gegenüber Katzen und Hunden ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.