Hunde als Haustiere halten

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Was muss ich vor dem Kauf eines Hundes beachten?

Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht. (Heinz Rühmann)

Dieser Ratgeber ist für alle Hundebesitzer und auch die, die es werden wollen gedacht. Neben dem Teilen von Erfahrungen als Besitzer eines Hundes, möchten wir auch auf verschiedene Themen aufmerksam machen, die vielleicht nicht angenehm sind, einem jedoch begegnen, wenn man einen Hund besitzt, bzw. wenn man über die Anschaffung eines Hundes nachdenkt.

Junge Frau mit Deutschem Schäferhund
Ratschläge für den Hundekauf

Wir schaffen uns einen Hund an!

Passt ein Hund in Ihren Alltag, in Ihr Leben?

Wenn Sie zur Miete wohnen, sollten sie sich eine schriftliche Erlaubnis des Hausbesitzers erteilen lassen. Fragen Sie ihn nicht erst, wenn der Hund bereits eingezogen ist. Seien Sie sich auch im Klaren darüber, dass dies bei Umzug in einen neue Wohnung mitunter zum Problem werden kann.

Haben sie die nötige Energie und Konsequenz einen Hund zu erziehen? Ein Hund braucht nämlich ständige Erziehung, die konsequent ist. Gerade, wenn Sie sich für einen Welpen entscheiden, kommen verschiedene Phasen in denen der Hund immer wieder die Grenzen testet.

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass ein Hund 10-15 Jahre lebt und dass Sie sein ganzes Leben für Ihn die Verantwortung haben.

Sie brauchen Zeit und den Willen Arbeit zu investieren. Wenn ich manche Annoncen im Internet lese, in denen steht, dass der Hund abzugeben ist, da man nicht dachte, dass er so viel Arbeit macht, werde ich wirklich aggressiv. Es genügt nicht, einmal die Straße rauf und runter zu gehen, nein ein Hund will gefordert werden, spielen und lange Spatziergänge machen, schnüffeln und mit Artgenossen spielen.

Verfügen Sie über genügend finanzielle Mittel? Und ich rede nicht nur vom Kaufpreis eines Hundes, auf den ich später noch eingehe. Nein, es geht um: Kosten für Futter, Tierarztkosten, Hundesteuer, Versicherung etc. Je älter der Hund wird, umso höher werden diese Kosten.

Welpe oder Erwachsener?

Zunächst sollten Sie sich überlegen, ob Sie lieber einen Welpen aufnehmen, den sie formen oder ob sie einen bereits erwachsenen Hund adoptieren.

Sollten Sie sich für einen Welpen entscheiden, seien Sie sich im Klaren, dass ein Welpe in der ersten Zeit viel Arbeit macht! Und wenn ich sage viel, meine ich richtig viel! Bestenfalls haben Sie für die Zeit Urlaub genommen. Sie können Glück oder Sie können Pech haben, es gibt ganz gute Tricks, doch dazu komme ich später noch. Nach dem Austausch mit anderen Hundebesitzern kann ich sagen, dass ich einen doch sehr pflegeleichten Welpen hatte, der nur die ersten zwei Nächte raus wollte und ab dann sehr konsequent, alleine durchgeschlafen hat.

Doch ich habe auch Bekannte, deren Welpe fast vier Wochen in einer Kiste neben dem Bett schlafen musste und wehe Herrchen hat seine Hand aus der Kiste genommen, dann wurde sofort Welpentheater veranstaltet. Auch müssen sie sich im Klaren sein, dass ein Welpe noch komplett erzogen werden muss und er nicht stubenrein ist. Kaufen sie am Besten einen großen Vorrat an Küchenpapier und Desinfektionsspray. Nerven aus Stahl sind vor allem in der Anfangszeit auch ganz abgebracht!

Finanziell gesehen ist ein Welpe teurer, als ein erwachsener Hund. Sie brauchen eine „Welpengrundausstattung“, hier ist jedoch zu beachten, dass der Heimtiermarkt eine millionenschwere Industrie ist und viel auch einfache Schwachsinn ist! Auch sind die Tierarztkosten im ersten Jahr höher, da öfter geimpft wird und eventuell noch eine Kastration oder Sterilisation hinzukommt. Wenn Sie sich aber viel Zeit für Ihren Welpen nehmen und ihm langsam, mit viel Geduld, verschiedenste Situationen nahebringen, werden Sie mit einem erzogenen und sozialisierten Hund große Freude haben.

Die lange Eingewöhnungszeit eines Welpen, entfällt bei einem erwachsenen Hund. Ein erwachsener Hund hat schon die nötigen Impfungen erhalten und ist kastriert oder sterilisiert. Generell ist ein erwachsender Hund von Anfang an belastbarer und kann direkt freudig mit Ihnen lange Spatziergänge machen. Zusätzlich dazu, kann ein erwachsener Hund nach etwas Eingewöhnung, auch ohne schlechtes Gewissen, mal ein paar Stunden alleine zu Hause bleiben, einen Welpen müssen sie langsam ans Alleinsein gewöhnen, sonst führt dies später zu Problemen. Ein Nachteil eines erwachsenen Hundes ist, dass er zum einen schon eine relativ gefestigte Persönlichkeit ist und zum anderen kennen Sie seine Vorgeschichte nicht genau.

Meistens ist es auch so, dass erwachsene Hund schneller lernen, da sie nicht mehr so schnell wie Junghunde abgelenkt werden. Bei älteren Hunden kann es sein, dass Fehler in der Erziehung nicht so sehr ins Gewicht fallen, wie bei Welpen oder Junghunden, da wie oben beschrieben, ihre Persönlichkeit bereits gefestigt ist.

Rassehund oder Mischling?

Bei einem Rassehund sollten Sie sich unbedingt VOR Anschaffung über die Rasse genausten informieren. Bei über 500 verschiedenen Rassen, kann man da schon einmal den Überblick verlieren. Die Hunderassen sind in verschiedene Gruppen und somit auch in verschiedene Charakteristika eingeteilt. Wie gesagt, bei so vielen Hunderassen ist es schwierig einen Rat zu geben, für welche man sich entscheiden sollte und welche Rasse zu dem eigenen Lebensstil passt.

Ist man also eher gemütlich und nicht sehr aktiv, ist z.B. ein Border Collie nicht die richtige Wahl, diese Hunde brauchen viel mentale Förderung in Form von Hundesport etc. Vorteilhaft beim Rassehund ist, dass man genau weiß was einen erwartet, wenn der Hund ausgewachsen ist. Man weiß wie groß und schwer der Hund wird, man kennt den rassetypischen Charakter und man weiß wie lang das Fell wird.

Dies könnte beim Mischling durch aus eine Überraschung werden, denn man weiß nicht genau welche Rassen alle enthalten sind. Zu bedenken ist jedoch aber immer, dass ein Hund in erster Linie zu seinem Menschen und dessen Umfeld passen muss – eine Wahl fällt leichter, wenn man die Eigenschaften der verschiedenen Rassen kennt.

Hund vom Züchter oder aus dem Tierheim?

Züchter

Sollten Sie sich für einen Hund vom Züchter entscheiden, ist es wichtig einen seriösen Züchter auszuwählen. Wenn möglich sogar einen, der in ihrer Nähe ist, so können Sie ihr zukünftiges Familienmitglied auch schon besuchen, bevor er oder sie bei Ihnen einzieht. Sie sollten sich außerdem darüber im Klaren sein, dass ein Rassehund von einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter, nicht unter 1000 € kostet.

Allein die „Nebenkosten“ einer Zucht sind sehr hoch, hier eine kleine Auflistung:

  • Deckkosten
  • Tierarzt für Muttertier und Welpen (Entwurmen, Impfen, Chippen etc.)
  • Futterkosten
  • Welpenpapiere (Ahnentafel, Zuchtbucheintrag)
  • Welpenpflegemittel
  • Gehörtest

Schon damit, haben die Welpen bereits 800-900€ gekostet, sind jedoch gesund und munter. Sie können dann auch davon ausgehen, dass rassetypische Erbkrankheiten durch die Elterntiere ausgeschlossen werden können

So erkennen Sie seriöse Züchter:

  • Züchten nur eine Rasse max. zwei und dann ähneln diese sich (z.B. Labrador/ Golden Retriever)
  • Besuche ab der 3.-4. Woche sind erwünscht
  • Mutterhündin ist vor Ort bei Ihren Welpen, manchmal ist der Vater auch anwesend. Die Welpen haben auch Kontakt zu den anderen Hunden, die im Haus leben.
  • Wurfkiste/ Welpenzimmer sind sauber (abgesehen von kleinen Malörchen, die den Kleinen passieren.)
  • Die Welpen sind neugierig und machen einen gesunden Eindruck, gleiches gilt für Mama!
  • Die Welpen werden nicht vor der 8. Lebenswoche abgegeben, besser ist es sogar erst ab der 10.-12. Woche
  • Die Hündin wirft max. 1-mal im Jahr
  • Die Umgebung der Welpen bereitet sie bestens vor: Spielzeug, Kennenlernen von Geräuschen, Ausflüge in den Garten oder sogar Wald, kennen verschiedene Menschen und Tiere
  • Die Welpen sind entwurmt, geimpft, gechippt und haben ein Gesundheitszeugnis.

Tierheim

Wenn man sich jedoch gegen einen Rassehund entscheidet und gerne einem Tier aus dem Tierheim ein neues zu Hause geben möchte, ist dies natürlich auch eine Möglichkeit auf den Hund zu kommen. In jeder etwas größeren Stadt findet man Tierheim, in denen Hunde auf ein neues Herrchen oder Frauchen warten.

Man muss sich darüber bewusst sein, dass der Hund, den man im Tierheim kennenlernt meist eine Vorgeschichte hat, die selten bis ins Detail bekannt ist.

In seltenen Fällen sind Hund im Tierheim Welpen oder Rassehunde, dies kommt aber ab und zu auch vor. Ein Hund aus dem Tierheim ist deutlich günstiger als ein Hund vom Züchter, ganz umsonst sind diese Tiere aber auch nicht. Man muss eine Schutzgebühr entrichten, die meist zwischen 150 und 300 Euro liegt, auch kann man den Hund gegen einen geringen Aufpreis auch schon Kastrieren lassen. Geimpft, entwurmt und gechippt sind auch alle Tierheimhunde. Außerdem kann man den Hund probeweise mit nach Hause nehmen oder ihn durch tägliche Besuche besser kennenlernen.

Das Personal wird Ihnen viel über den Hund erzählen können und somit wissen sie in etwa, ob der Hund zu Ihnen passt. Sollten später Probleme auftreten können Sie jederzeit mit dem Tierheim kommunizieren. Viele Hunde aus dem Tierheim können Verhaltenstörungen haben, die dann nur mit Hilfe eines privaten Hundetrainers beseitigt werden können, sollten sie selbst nicht genug Hundeerfahrung besitzen.

Egal, ob man sich jetzt für einen Hund vom Züchter oder aus dem Tierheim entscheidet, der neue Vierbeiner sollte zu einem passen und zum Umfeld in dem man lebt. Wovon ich jedoch abraten möchte, ist einen Hund aus der Tierrettung zu adoptieren. Überlegen Sie sich das mal, unsere Tierheime sind voll mit Hunden und trotzdem müssen noch weitere Hunde aus Spanien, Griechenland, Italien etc. angekarrt werden. Natürlich ist es traurig, dass Hunde dort in Tötungsstationen oder auf der Straße landen. Doch zum Beispiel, Straßenhunde leben vielleicht bereits in der 3. oder 4. Generation auf der Straße und haben gelernt damit umzugehen, jetzt kommt ein Mensch fängt ihn ein und entzieht ihm sein Rudel und will in anschließend domestizieren. Wie fänden sie das, wenn Sie ein Hund wären?

Also bitte schauen sie sich erstmal in Deutschland nach einem passenden Gefährten um, der womöglich schon lange im Tierheim sitzt, weil seine spanischen Freunde ja viel ärmer dran sind und dringender ein Zuhause suchen.

Rüde oder Hündin?

Pauschal kann man nicht sagen, ob es besser ist einen Rüden oder eine Hündin auszusuchen. Man sagt, dass Rüden selbstbewusster und bestimmter sind und dass Hündinnen eher pflegeleicht und familienbezogen sind. Hier ist es aber wiederum auch Rasse abhängig, so kann ein Labrador-Rüde umgänglicher sein, als eine Dalmatiner-Hündin. Rüden markieren mehr und sind schwerer zu handhaben, wenn sich z.B. eine läufige Hündin nährt. Hündinnen wiederum können durchaus einen starken Schutztrieb entwickeln, was auch nicht immer wünschenswert ist.

Es gibt also hier keinen wirklichen Ratschlag, man muss mit den Eigenheiten beider Geschlechter klarkommen und sich überlegen, mit welchen Eigenschaften man eher zu Recht kommt. Sobald der Rüde kastriert bzw. die Hündin sterilisiert ist, ändert sich das geschlechtsspezifische Verhalten und nimmt meist ab. Dies jedoch ist noch lange keine Entschuldigung, das Training einzustellen!

Versicherungen für Hundebesitzer

Die wichtigste Versicherung, die man haben sollte, sobald man einen Hund hat, ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Denn ein Tierhalter, kann für die Schäden, die sein Tier anrichtet, auch ohne Verschulden, haftbar gemacht werden. Seit 2011 ist die Hundehaftpflicht in den Ländern Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Ich habe unseren Hund beispielsweise mit in meine private Haftpflicht aufnehmen können und die Kosten belaufen sich in etwa auf 20-30 Euro mehr im Jahr.

So ein Haftpflichtversicherung ist somit schon sinnvoll und sollte abgeschlossen werden, doch wie sieht es mit einer Tierkrankenversicherung aus? Und die klare und einfache Antwort lautet jein, Tierkrankenversicherung würde ich nicht abschließen, jedoch eine OP-Kostenschutzversicherung. Denn eine Krankenversicherung ist zu teuer und bezahlt zu wenig.

Mit einem jungen Hund werden außer zum Impfen und Entwurmen selten zum Tierarzt gehen, zahlen aber ca. 30-60 Euro in die Versicherung ein, die aber Impfung und Entwurmung nicht übernimmt. Der OP-Kostenschutz hingegen kostet zwischen 15-20 Euro monatlich und deckt dafür vieles ab fall ihr geliebter Vierbeiner wirklich krank wird und die Kosten womöglich in die mehreren Tausend Euro gehen.

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