Seerosen – Teichpflanzen

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Seerosen / Nymphaea

Aussehen: Seerosen gelten als die Königinnen der Gartenteiche. Schon vor über 2.500 Jahren waren diese Wasserlilien bekannt. Ihre Einzigartigkeit und Schönheit zog schon damals die Menschheit in ihren Bann.

Seerosen
Teich mit Seerosen

Seerosen sind mit einem langgestreckten bis knollenförmigen Rhizom im schlammigen Teichboden verankert. Diese Wurzel entzieht dem Boden die benötigten Nährstoffe. Die „Teichnymphen“ gelten als Starkzehrer. Aus den Rhizomen entspringen die Blätter, welche in Richtung Wasseroberfläche drücken. Die Pflanzen verfügen über Schwimmblätter und Unterwasserblätter.

Die Schwimmblätter sind lang gestielt. Je nach Sorte können sie eine Länge bis 3 m erreichen. Ihre Form kann schildförmig, herzförmig oder auch pfeilförmig sein. Die Farbe ist wunderschön dunkelgrün und glänzend und sie verfügen über einen wachsähnlichen Überzug. Aufgrund dessen können die Wassertropfen einfach abperlen. Die Blattränder sind je Sorte entweder glatt oder auch gezähnt. Durch Luftkammern können die Blätter auf der Wasseroberfläche schwimmen. Die Schwimmblätter haben eine Lebensdauer zwischen 6 bis 8 Wochen. Danach vergilben sie und sterben ab. Gleichzeitig werden aber neue gebildet.

Die Blattoberfläche dieser Blätter ist mit vielen kleinen Spaltöffnungen versehen. Diese dienen zur Photosynthese. Der Sauerstoff wird hierbei aus der Luft aufgenommen und über Luftröhren der Blattstiele in die Wurzeln befördert. Aus diesem Grund ist es den Seerosen auch möglich, in schlecht durchlüfteten und sauerstoffarmen Böden zu überleben. Die Unterseite der Schwimmblätter ist mit so genannten Hydropoten, zu deutsch „Wassertrinker“, versehen.

Diese kleinen und sichtbaren Pünktchen sind zellenartige Gebilde, welche zur Aufnahme von Wasser und im Wasser gelöster Nährsalze dienen. Die Unterwasserblätter werden während des Sommers gebildet. Sie erreichen nicht die Wasseroberfläche. Während der Winterruhe übernehmen sie die Notversorgung der Wurzel. Die Blätter sind im Vergleich zu den Schwimmblättern weicher, zarter und auch sehr kurz gestielt.

Bereits im Mai erscheinen dann schon die ersten Blüten. Je nach Sorte reicht die Blütezeit bis September oder gar bis in den Oktober hinein. Die spiralförmig gebauten Blüten bestehen aus meist vier grünen bis rotbraun gefärbten Kelchblättern. Diese dienen zum Schutz der Blüte. Aufgrund vielfältiger Züchtungen gibt es Blüten in den unterschiedlichsten Farben wie Weiß, Gelb, Rot, Apricot, Rosa bis hin zu Blau. Aus der Mitte der Blüte ragen gelbe Staubgefäße empor. Dabei gibt es duftende oder auch nur einfach blühende Pflanzen.

Eine Seerose blüht in der Regel zwischen 3 und 6 Tagen. Dabei ist die tägliche Blütezeit recht unterschiedlich. Sie hängt unter anderem von der Sorte, dem Wetter, der Temperatur und Jahreszeit ab. In der Regel werden die Blüten morgens gegen 10.00 Uhr geöffnet und schließen sich dann gegen Abend.

Nach dem Abblühen und erfolgter Befruchtung durch Insekten bildet sich dann die Samenkapsel. Nach einer Reifung von 4 bis 6 Wochen sinkt die Kapsel unter Wasser. Dort platzt sie auf und die Samen fallen langsam zu Boden. Im darauffolgenden Frühjahr beginnen sie zu keimen und es entstehen neue Pflanzen.

Weltweit gibt es heute über 280 Sorten mit den unterschiedlichsten Ansprüchen an den Standort und Pflege.

Verwendung: Seerosen sind sehr ausdauernde Pflanzen. Durch intensive Züchtungen sind Sorten für die unterschiedlich großen Gartenteiche und auch für Mini-Wasserbecken entstanden. Hier sind besonders Seerosen geeignet, welche nicht so wuchsfreudig sind und in Wassertiefen zwischen 20 bis 60 cm oder auch 80 cm gut gedeihen.

In den Märkten werden meist Seerosen nach Farben angeboten. Dies sind in der Regel Ableger von doch recht stark wachsenden Sorten. Man sollte bei der Anschaffung unbedingt dabei auf die Bezeichnung der Sorte achten, deren Wuchsverhalten auch festgeschrieben ist.

Die Pflanzung von Seerosen ist sehr einfach. Für die Erdmischung wird eine gute Gartenerde, etwas Lehm, Hornmehl und falls möglich Kuhdung benötigt. Dies wird alles gut vermischt. In Gartenteichen mit Naturboden wird lediglich eine Grube von 40 x 40 cm ausgehoben. Die Pflanze wird dann anschließend darin mit einem Stein befestigt und mit der hergestellten Erdmischung bis zum oberen Grubenrand aufgefüllt.

Daneben ist natürlich auch eine Pflanzung in Kübel, Körben oder Holzkübeln möglich. Die Kübel- bzw. Korbhöhe sollte hier 25 cm betragen. In tiefen Gewässern können die Gefäße dann zusätzlich auf Steine gestellt werden. Die Pflanzung in Behältern hat daneben auch noch den Vorteil, dass eine wuchernde Ausbreitung der Rhizome unterbunden werden kann.

Seerosen sind starke Zehrer. Daher sollten zwischen Frühjahr und Sommer 1 bis 2 Düngungen erfolgen. Dazu werden Düngekegel oder auch Hornspäne mit Lehm vermischt und dann an die Wurzeln gedrückt.

Die meisten Sorten sind in der Regel frostfest. In einem hohen Wasserstand können die Pflanzen problemlos überwintern. Allerdings müssen sie hier gut ausgereift und auch voll eingewurzelt sein. Probleme kann es bei Seerosen geben, welche frisch gepflanzt wurden oder aus dem Gewächshaus kommen. Sie sind zu weich und können im Eis schnell absterben. Daneben gibt es aber auch Züchtungen, die nie einen Winter im freien überstehen würden. Dazu zählen beispielsweise Sorten, welche von den tropischen Seerosen abstammen.

Kulturen in Gefäßen können im Winter entweder in tieferes Wasser gesetzt werden oder man überwintert sie in kühlen, frostfreien Räumen. Sie werden dazu in Behälter gestellt und mit Wasser bis kurz über den Gefäßrand bedeckt.

Eine Erneuerung der Erde ist erst nach etwa 2 bis 3 Jahren notwendig. Im Frühjahr kann dann eine Umpflanzung in neues Substrat erfolgen. Gleichzeitig können auch Pflanzen vermehrt werden. Dazu schneidet man einfach Triebstücke von dem Wurzelstock ab und pflanzt sie neu ein.

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