Zitate & Sprüche Neil Postman

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Neil Postman, geboren am 8.3.1931 und verstorben am 5.10.2003 in New York, war gelernter Medienwissenschaftler und Buchautor und eröffnete 1985 sogar die Frankfurter Buchmesse.

Zitate, Sprüche und Weisheiten von Neil Postman

Zitate, Sprüche und Weisheiten von Neil Postman
Neil Postman Ziate über die Medien

Neil Postman erlangte Weltruhm als Medienkritiker mit seinen mahnenden Worten über den Umgang der Menschen mit diesen Medien, vor allem dem Fernsehen.

Stöbern Sie in unserer Sammlung der bekanntesten Zitate von Neil Postman:

  • Ähnlich wie gewisse Krankheiten traten auch die aus der Vorherrschaft der Technologie resultierenden Probleme erst allmählich zutage und waren anfangs kaum erkennbar.
  • Als „gut“ gilt heute ganz einfach eine Sendung, die hohe Einschaltquoten hat. „Schlecht“ ist eine Sendung mit niedrigen Quoten. Infolgedessen beginnt und endet die Verantwortung eines Fernsehautors bei seiner Fähigkeit, eine Sendung zu fabrizieren, die sich viele Millionen Zuschauer anschauen.
  • Ärzte und Patienten sind längst zu der Überzeugung gelangt, daß der Mensch wie eine Maschine aus verschiedenen Teilen besteht, die, wenn sie schadhaft sind, durch mechanische Teile ersetzt werden können, die genau wie die ursprünglichen funktionieren.
  • Ärztliche Kompetenz wird heutzutage definiert durch die Menge und die Vielfalt der Apparate, die gegen die Krankheit aufgeboten werden.
  • Computer sind noch viel „menschlicher“ als Thermometer und als die meisten anderen technischen Apparate.
  • Darin besteht gerade die Funktion von Theorien – zu vereinfachen und ihren Anhängern auf diese Weise beim Organisieren, Einschätzen und Ausschließen von Informationen zu helfen.
  • Das amerikanische Fernsehen hat nur eine einzige Botschaft: das Konsum der Königsweg ins Paradies ist.

Das Fernsehen verursacht eine Hörigkeit,
die ökonomisch und politisch beliebig auszunutzen ist.

  • Das Fernsehen verwandelt unsere Kultur in eine riesige Arena für das Showbusiness.
  • Das Fernsehen wäre ja kein Problem, wenn es nur eines von vielen Medien wäre, die auf das Bewußtsein der Leute einwirken.
  • Das Management ist ein Macht- und Kontrollsystem, dazu bestimmt, größtmöglichen Nutzen aus dem relevanten Wissen, aus der hierarchischen Organisation menschlicher Fähigkeiten und dem Informationsfluß von unten nach oben und von oben nach unten zu ziehen.
  • Das Management ist keine Erfindung der modernen Wirtschaft; die moderne Wirtschaft ist eine Erfindung des Managements.
  • Der Buchdruck setzte der Geheimniskrämerei der Alchimisten ein Ende, indem er aus der Wissenschaft eine öffentliche Angelegenheit machte.
  • Der Bürokrat, der sich mit einem Computer gewappnet hat, ist der heimliche Gesetzgeber unserer Zeit und zugleich eines ihrer größten Übel.
  • Der Geschichte des Technopols der absoluten Technokratie fehlt das moralische Fundament. An dessen Stelle rückt sie Effizienz, Interesse, ökonomischen Fortschritt. Sie verspricht den Himmel auf Erden durch die Annehmlichkeiten des technischen Fortschritts.
  • Der Schlüssel zum 21. Jahrhundert könnte in den Erkenntnissen des 18. Jahrhunderts liegen.
  • Der Werbemann muss nicht wissen, welche Qualitäten sein Produkt besitzt, er muss wissen, wo die Defekte und Schwächen dessen liegen, der kaufen soll. Deswegen wird für die Produktforschung immer weniger und für die Marktforschung immer mehr ausgegeben.
  • Die Bibel liefert vor allem eine Theorie über den Sinn des Lebens und also Regeln, wie man sein Leben führen soll.
  • Die Bürokratie des Technopols hat sich aus Beschränkungen gelöst und beansprucht heute die Vormacht über alle Belange der Gesellschaft.
  • Die Bürokratie löst heute nicht nur Probleme, sie schafft auch neue. Noch wichtiger: Sie definiert, was unsere Probleme sind – und aus der Sicht der Bürokratie sind dies immer Effizienzprobleme.
  • Die Druckerpresse hat die Kindheit hervorgebracht, die elektronischen Medien bringen sie zum Verschwinden.

Die Form einer Frage kann uns daran hindern, Lösungen für Probleme zu erkennen, die sichtbar werden, sobald man die Frage anders formuliert.

  • Die Frage, was man tun muss, um erfolgreich zu sein, stellt sich erst, nachdem man einen Grund dafür gefunden hat, erfolgreich sein zu wollen.
  • Die Geschichte läßt sich viel Zeit, und es können noch Entwicklungen eintreten, die der Vision von Marx eine neue Wahrscheinlichkeit verleihen.
  • Die Null birgt vielleicht nicht gerade eine Ideologie in sich, aber sie enthält eine Idee.
  • Die Null kam im 10. Jahrhundert von Indien nach Europa. Drei Jahrhunderte später hatte sie einen festen Platz im abendländischen Bewußtsein eingenommen.
  • Die populäre Literatur ist heute mehr denn je abhängig von den Wünschen des Publikums und nicht von der Kreativität des Künstlers.
  • Die Technokratie, die uns die Idee des Fortschritts bescherte, lockerte notwendigerweise die Bindungen der Menschen an politische und geistige Traditionen.
  • Die Technophilen sehen die Technik wie ein Liebhaber seine Geliebte, ohne jeden Makel und ohne Sorge um das, was die Zukunft bringen mag. Deshalb sind sie gefährlich.
  • Die Verehrung der Technologie unterläuft – in den USA – die Verehrung von allem anderen.
  • Die Werbeleute sind die unlegitimsten Herrscher in unserer Kultur. Aber wer kontrolliert sie? Wer kontrolliert sie, die fünfte Gewalt?
  • Die wesentliche Botschaft des Computers auf der Ebene der Sinnbilder besagt, daß wir Maschinen sind – immerhin denkende Maschinen. Aus diesem Grunde ist der Computer die maßgebliche, unvergleichliche, nahezu perfekte Maschine des Technopols.
  • Die Zahlen variieren, aber eine zurückhaltende Schätzung besagt, daß ein Amerikaner bis zu seinem fünfundsechzigsten Lebensjahr ungefähr zwei Millionen Werbespots im Fernsehen gesehen hat.
  • Empirisch vorgehen bedeutet, daß man die Dinge ansieht, bevor man Schlüsse zieht. Deshalb ist jeder Mensch ein Empiriker, vielleicht mit Ausnahem paranoider Schizophrener.
  • Es handelt sich um Szientismus, wenn Präsident Reagan sagt, er persönlich halte die Abtreibung für falsch, aber die Antwort auf die Frage, wann der Fötus zu leben anfange, müßten wir der Wissenschaft überlassen.
  • Es ist . . . durchaus möglich, daß eine Marktwirtschaft die Ernsthaftigkeit von Wörtern und Bildern respektiert und ihre Verwendung in trivialen und albernen Zusammenhängen nicht zuläßt.
  • Es ist gewiß bemerkenswert, daß die Grundstruktur des Wirtschaftsmanagements außerhalb des eigentlichen Bereichs der Wirtschaft entstanden ist.
  • Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich schon die alten Ägypter über die Bürokratie ärgerten, doch es steht jedenfalls fest, daß zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Bürokratien immer wichtiger wurden, auch die Klagen über sie an Heftigkeit zunahmen.

Es ist wichtig, daß wir uns zuweilen darauf besinnen, wieviel getan werden kann, ohne Computer einzusetzen.

  • Es steht außer Zweifel, daß der Computer die Macht von Großorganisationen, etwa der Streitkräfte, der Fluggesellschaften, der Banken oder der Steuerbehörden gesteigert hat.
  • Fernsehen ist ein Goliath, der all das gnadenlos angreift, wofür das Buch steht.
  • Fernsehleute behaupten oft, ihr Medium sei die demokratische Institution Amerikas: jede Woche finde eine Volksabstimmung statt, um zu klären, welche Sendungen überleben sollen.
  • Früher wuchsen die Kinder behutsam in die Erwachsenenwelt. Heute werden sie unvermittelt hineingestoßen – durch das Fernsehen.
  • Für die strengen Bibel-Fundamentalisten wird die Theorie der Bibel zu einem Sperriegel gegen unerwünschte Information, und gerade dadurch gewinnt ihr Handeln Sinn, Klarheit und, wie sie glauben, moralische Autorität.
  • Gewiß sollen Kongreßabgeordnete die Interessen ihrer Wähler so gut wie eben möglich verfechten. Aber ebenso gewiß ist, daß Kongressabgeordnete ihre eigene Urteilskraft nutzen sollen, um herauszufinden, worin diese Interessen bestehen.
  • Große Institutionen wie das Pentagon, die Bundesfinanzbehörde oder multinational Konzerne erklären uns, ihre Entscheidungen beruhten auf Ergebnissen von Computern, und dies genügt meist, um uns zu beruhigen oder vielmehr einzuschläfern.
  • Im Unterschied zu Gutenberg begriff Luther, daß das in Massen produzierte Buch, indem es Gottes Wort auf jeden Küchentisch brachte, jeden Christen zu seinem eigenen Theologen erhob geradezu zu seinem eigenen Papst.
  • Immer wenn sich ein neues Medium in eine Kultur drängt, konkurriert es mit einem älteren um Zeit, Aufmerksamkeit, Geld, Prestige und, vor allem, die psychischen Gewohnheiten der Menschen.
  • In Amerika wird kaum wahrgenommen, daß es bei gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, gleich welcher Art, fast immer Gewinner und Verlierer gibt. Das hängt zum Teil mit dem ausgeprägten Optimismus der Amerikaner zusammen.
  • In den Sozialwissenschaften verschwinden Theorien anscheinend nicht deshalb, weil sie widerlegt wurden, sondern weil sie langweilig geworden sind.
  • In unserer technisierten, gegenwartsbezogenen Informationsumwelt ist es nicht leicht, ein Grundprinzip für die Bildung zu finden, und noch schwerer ist es, ein solches Prinzip anderen überzeugend zu vermitteln.
  • Jeder, der heute Kopfschmerzen hat, will und erwartet eine Computertomographie seines Gehirns.
  • Kein Problem der Welt hängt damit zusammen, daß wir zuwenig wissen.

Kinder sind die lebenden Botschaften, die wir einer Zeit übermitteln, an der wir selbst nicht mehr teilhaben werden.

  • Kommerzieller Ausbeutung überkommener Symbole liegt nichts ferner als der Gedanke, daß übertriebene Frömmigkeit selbst zum Laster werden könnte. Dafür ist das Geschäftemachen eine viel zu ernste Angelegenheit . . .
  • Maschinen beseitigen Komplexität, Zweifel und Mehrdeutigkeit. Sie arbeiten schnell, sie sind standardisiert, und sie liefern Zahlen, die man sehen und mit denen man rechnen kann.
  • Nicht das gute Produkt ist oberstes Ziel der Wirtschaft, sondern der Konsument, der sich gut fühlt. Das Geschäftemachen wird zur Pseudotherapie und der Konsument zum Patienten . . .
  • Ohne konkrete Symbole ist der Computer bloß ein Haufen Schrott.
  • Problematisch am Fernsehen ist nicht, daß es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, daß es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.
  • Produkte lassen sich am besten verkaufen, wenn man sich die magischen oder auch poetischen Kräfte von Sprache und Bild zunutze macht.
  • Technik wird als eine Art Schutzschild benutzt, um den Problemen nicht ins Auge sehen zu müssen.
  • Unbestreitbar ist, daß sich immer weniger Menschen an die Aufmerksamkeits- und Autoritätsansprüche biblischer oder anderer religiöser Traditionen gebunden fühlen, und dies hat zur Folge, daß sie keine ethischen, sondern nur noch praktische Entscheidungen treffen.
  • Unter dem Technopol neigen wir zu der Annahme, daß wir unsere Ziele nur erreichen können, wenn wir den Verfahrensweisen (und den Apparaten) Autonomie geben.
  • Vielfalt, Komplexität und Mehrdeutigkeit des menschlichen Urteils sind Feinde der Technik. Sie machen sich lustig über Statistiken, Meinungsumfragen, standardisierte Tests und Bürokratien.
  • Wenn das Fernrohr das Auge war, das den Zugang zu einer Welt neuer Tatsachen eröffnete und zu neuen Methoden, um diese Tatsachen zu ermitteln, dann war die Druckpresse das Stimmband.
  • Wenn ein Arzt nicht sämtliche verfügbaren technologischen Mittel, Arzneimittel inbegriffen, anwendet, um seinem Patienten Linderung zu verschaffen, setzt er sich dem Vorwurf aus, er sei unfähig.

Wenn Menschen verhungern, wenn Kinder mißhandelt werden, geschieht das nicht wegen unzureichender Information.

  • Wir amüsieren uns zu Tode.
  • Wir leiden an „kulturellem Aids“, weil unser Immunsystem „unter der Informationsflut zusammenbricht“.
  • Wir wissen, daß Ärzte, die sich ganz auf Apparate verlassen, die Fähigkeit einbüßen, Diagnosen aufgrund von Beobachtungen zu stellen.
  • Wirtschaftsunternehmen und andere Institutionen könnten durchaus ohne eine hochtechnisierte Managementstruktur funktionieren, auch wenn wir uns dies kaum vozustellen vermögen.
  • Wissenschaft beruht nicht auf unserer Fähigkeit, „Wahrheit“ zu erkennen, sondern auf unserer Fähigkeit zum Erkennen von Falschheit.

Gerne fügen wir weitere Zitate von Neil Postman hinzu!

 

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