Baby Mundpflege & Zahnpflege

Geschätzte Lesedauer 3 Minute(n)

Mund und Zähne des Babys

Babys sind neugierig. Sie erkunden die Welt anfangs mit dem Mund. Geschmack, Geruch und äußere Beschaffenheit der Dinge prüfen sie mit ihren Lippen, Zunge und Gaumen. Es ist daher wichtig, scharfe, spitze und kleine Gegenstände nicht in Reichweite des Kindes aufbewahrt werden, denn es besteht Verletzungsgefahr und Kleinteile können verschluckt werden.

Zahnpflege bei Babys
Zahnpflege schon beim Baby

Bei jeder Gesichtspflege muss regelmäßig die Mundhöhle kontrolliert werden. Babys, welche Milch trinken, haben eine weiße Zunge. Dies ist auch völlig normal. Weisen allerdings die Innenseiten der Wangen oder die Zunge selbst weiße Flecken auf, könnte es ein Hinweis auf eine Pilzerkrankung sein. In diesem Fall muss der Kinderarzt konsultiert werden.

Ab etwa dem sechsten Lebensmonat bilden sich die ersten Milchzähne, beginnend mit den mittleren Schneidezähnen des Unterkiefers. Ab diesem Zeitpunkt beginnt man dann auch mit der Zahnpflege. Schon das Milchgebiss muss sehr sorgfältig vor Karies geschützt werden. In der Regel sind dann mit dem 26. Lebensmonat alle 20 Milchzähne komplett vorhanden. Sie fungieren als Platzhalter für die späteren Zähne.

Das Zahnen geht mehr oder weniger mit Schmerzen einher. Mitunter kann auch leichtes Fieber auftreten. Die Kinder sind während dieser Zeit sehr quengelig und weinen. Es tritt auch eine vermehrte Speichelbildung auf.

Zur Linderung der Schmerzen bietet sich das Kauen auf speziellen Beißringen an. Diese bestehen aus Kunststoff mit kleinen Noppen, die den Kiefer massieren. Daneben gibt es noch sogenannte Gel-Beißringe. Diese werden vor Gebrauch in den Eisschrank gelegt. Der gereizte Kiefer wird so sanft gekühlt und die Schmerzen gelindert.

Gegen besonders hartnäckige Schmerzen ist in der Apotheke eine schmerzlindernde Salbe erhältlich. Damit reibt man die gereizten Kieferpartien ein. Sehr oft kann vermehrt austretender Speichel die Hautpartien zwischen Unterlippe und Kinn reizen. Hier sollte eine schützende Creme aufgetragen werden.

Auch Zahnpflege für’s Baby!

Für die Reinigung der ersten zwei bis drei Zähne ist noch keine Zahnbürste notwendig. Eine ausreichende Pflege erreicht man mit einem Wattestäbchen oder auch einem nicht fusselnden weichen Tuch. Damit streicht man vom Zahnfleisch her über den Zahnschmelz, um den Plaque zu entfernen. Auch hier gilt schon : Von Rot nach Weiß.

Nach dem Durchbruch des vierten Zahnes wird die erste Babyzahnbürste angeschafft. Die Borsten sind abgerundet und weich. Der Bürstenkopf ist kurz, so auch der dicke und griffige Stiel. Nach zwei bis drei Monaten wird die Kinderzahnbürste aus hygienischen Gründen ausgetauscht.

Nach und nach wird das Kind an den selbstständigen Gebrauch der Zahnbürste gewöhnt. Empfehlenswert kann ein gemeinsames Zahnputz- Ritual morgens und abends sein. Der Nachahmungstrieb der Kleinen führt sie an die richtige Mundhygiene heran und sorgt dabei auch für Spaß. Allerdings muss eine Kontrolle erfolgen.

Während der ersten 18. Lebensmonate wird bei der Pflege noch keine Zahncreme verwendet. Erst dann kommt Zahncreme zum Einsatz. Der Geschmack sollte aber nicht süßlich sein. Das Kind muss lernen, dass Zahnpflege und ein süßer Geschmack nicht zusammenpassen.

Die Verwendung von fluoridhaltiger Zahncreme ist davon abhängig, ob das Kind bereits Fluorid in Tablettenform bekommt. Es kann sonst leicht zu einer Überdosierung kommen.

Das Kind muss den selbstständigen Gebrauch einer Zahnbürste lernen. Hilfreich ist hier ein regelmäßiges gemeinsames Üben. Am besten stellt man sich dazu hinter das Kind und umfasst gemeinsam die Zahnbürste. So können die Bewegungsabläufe gezeigt werden und gleichzeitig auch Verletzungen am Zahnfleisch vermieden werden.

Zahnärzte empfehlen für die Reinigung das Putzsystem KAI: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen und immer in gleicher Reihenfolge, beispielsweise oben – unten, rechts – links.

Dem Kind müssen folgende Grundsätze für die richtige Zahnpflege vermittelt werden:

  • Es wird immer von Rot nach Weiß geputzt, also vom Zahnfleischrand weg zum Zahn. Die breiten Kauflächen der Backenzähne reinigt man durch kräftiges Hin- und Herschrubben.
  • Die Reinigung sollte zwei bis drei Minuten dauern. Dazu wird am besten eine Eieruhr aufgestellt.
  • Geputzt wird mindestens dreimal täglich, jeweils nach den Hauptmahlzeiten. Nach kleineren Mahlzeiten zwischendurch, sollte ein zusätzlicher Putzgang eingelegt werden.
  • Die Zahnpasta muss nach dem Putzen gründlich ausgespült werden. Größere Kinder können zusätzlich auch eine Mundspülung benutzen.
  • Nach der vollständigen Ausbildung des Milchgebisses muss das Putzen durch eine tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume ergänzt werden. Dazu kommt Zahnseide oder eine Munddusche zum Einsatz.Neben einer richtigen Zahnpflege ist aber auch die Ernährung ausschlaggebend für die Zahngesundheit. Karies kann man am besten vorbeugen, wenn die Babyzähne nicht zu häufig mit Zucker in Berührung kommen. Auf zuckerhaltige Getränke, wie gesüßter Tee oder süße Säfte sollte verzichtet werden.Günstig wirken sich drei bis vier feste Mahlzeiten täglich und wenig Süßigkeiten positiv auf die Zahngesundheit aus. Vor allem nach dem abendlichen Zähneputzen sind Süßigkeiten etc. zu vermeiden. Weiterhin muss das Kind nach der Ausbildung des Milchgebisses regelmäßig dem Zahnarzt vorgestellt werden.Im Alter von zwei bis drei Jahren können Kinder auch lernen, mit einer elektrischen Zahnbürste umzugehen. Es gibt für die meisten Modelle spezielle Kinderaufsätze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.