Mariä Empfängnis Feiertag

Mariä Empfängnis – Der missverstandene Gedenktag

Am 8. Dezember, mitten im Advent, feiert die Kirche jedes Jahr das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“, das verkürzt „Unbefleckte Empfängnis“ oder „Mariä Empfängnis“ genannt wird.

Statue der Jungfrau Maria
Mariä Empfängnis

Der nicht einfache Name und die große Bedeutung der üblichen Adventsbräuche lassen dieses Fest sehr stark in den Hintergrund treten und bekommt daher wenig Beachtung.

Auch der Name „Mariä Empfängnis“ ist für manche schwer verständlich. Es geht hier nicht darum, dass Maria Jesus empfangen hat, sondern dass Maria selbst im Schoss Annas empfangen wurde.

Marias Eltern, Anna und Joachim, konnten lange Zeit keine Kinder bekommen. Joachim ging für 40 Tage in die Wüste, um zu fasten und zu beten, während Anna im Gebet in Jerusalem blieb. Ein Engel Gottes erschien Joachim und teilte ihm mit, dass er und Anna ein Kind erwarten werden.

Freudig lief er nach Jerusalem und traf Anna vor dem Tempel, an der „Goldenen Pforte“. Beide umarmen sich – dieser Moment wird als „Mariä Empfängnis“ bezeichnet. Maria ist also „unbefleckt empfangen“ worden und somit frei von jeglichem Makel der Erbsünde.

Da Gott Maria von Anfang an als diejenige auserwählt hatte, die Jesus zum Sohn haben würde, sprach er Maria schon vor ihrer Geburt von aller Erbsünde frei. Das bedeutet, dass Maria nicht in die Schuld Adams und Evas hineingeboren wurde. Maria ist von Gott begnadet worden, daher auch die Anrede im Mariengebet: „Gegrüßt seist du Maria, voll der Gnade…“ Auch die Worte des Erzengels Gabriel zeugen von dieser Gnade im Lukasevangelium: „Sei gegrüßt, du begnadete, der Herr ist mit dir.“

Der Ausdruck „unbefleckt“ hat nichts mit der Sexualität zu tun, sondern dass Maria empfangen worden ist, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein. Manchen bereitet heute auch die Vorstellung von der „Erbsünde“ Schwierigkeiten, nicht zuletzt deswegen, weil unser Wissen in Glaubensfragen in den letzten Jahrzehnten mächtig geschrumpft ist.

Die feierliche Definition der „Unbefleckten Empfängnis“ gehört, wie die Gottesmutterschaft und die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens, zur christologischen Lehre der Kirche.

Ursprünglich hieß der erstmals im 12. Jahrhundert durch Anselm von Canterbury in England eingeführte Feiertag „Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna“. Unter Papst Sixtus IV wurde das Fest 1477 im Bistum Rom als Hochfest mit Messe eingeführt und seitdem am 8. Dezember gefeiert.

Ein innerhalb der gesamten katholischen Kirche stattfindender Feiertag wurde der 8. Dezember unter der heutigen Bezeichnung „Mariä Empfängnis“ erst im Jahre 1708 unter dem damaligen Papst Clemens XI. Und Papst Pius IX verkündete im Jahre 1854 das „Dogma der ohne Erbsünde geborenen Gottesmutter Maria“.

Papst Pius IX.: Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären verkünden und definieren wir: „Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.“

Im engeren Sinn erklärt das Dogma der Unbefleckten Empfängnis, dass die Allerheiligste Jungfrau Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an durch eine einzigartige Gnade und ein einzigartiges Privileg des allmächtigen Gottes und in Anbetracht der Verdienste Jesu Christi von jedem Makel der Erbsünde freigehalten worden ist.

Dieses Dogma hat sowohl eine negative als auch eine positive Bedeutung, die sich gegenseitig ergänzen. Die negative Bedeutung betont die Freiheit Marias von der Erbsünde dank der vorweggenommenen oder rückwirkenden (hier vorbeugend genannten) Gnade des Erlösungsaktes Christi.

Durch das gleiche Vorkommnis weist das Dogma auf die vollkommene Heiligkeit Marias hin. Diese positive Bedeutung ist die Folge des Nichtvorhandenseins der Erbsünde. Das Leben Marias wird für immer und aufs Engste mit Gott verbunden und auf diese Weise ist sie die überaus Heilige.

Obwohl es schwer zu erklären ist, die Erbsünde verursacht Unruhe im Denken und in der Handlungsweise besonders im Hinblick auf die Vorrangstellung der Gegenwart Gottes in unserem Leben. Indem sie sie als unbefleckt empfangen erklärt, sieht die Kirche in Maria infolgedessen jemand, der niemals Gott das geringste Liebeszeichen verweigert hat.

Das Dogma verkündet, dass vom ersten Augenblick ihres Daseins Maria außergewöhnlich heilig und in beständiger Verbindung mit der heiligmachenden Gnade des Heiligen Geistes war.
Der Gedenktag für Anna und Joachim, den Eltern Marias, ist der 26. Juli

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