Der Mann – doch nicht so stark wie sein Ruf?

Das sogenannte „starke Geschlecht“ hat durchaus auch seine schwachen Seiten. Besonders wenn es um ärztliche Behandlungen geht. Männer haben die ungünstige Angewohnheit, nötige Arztbesuche zu vermeiden oder möglichst lange hinauszuzögern.

Der erste Weg führt oft in die Apotheke

Apotheker können ein Lied davon singen: Männer kommen mit allerlei Beschwerden und wollen zur Behandlung entsprechende und möglichst schonende Medikamente kaufen.

Mann als starkes Geschlecht
Ist der Mann das starke Geschlecht?

Vielen Apothekern ist klar, dass der Weg zum Arzt absolut notwendig ist. Daher sehen sie ihre Aufgabe nicht nur in der Beratung und im Verkauf von Medikamenten, sondern auch im „Überreden“ vor allem männlicher Patienten, ihr Leiden durch einen Arzt behandeln zu lassen.

Insbesondere das starke Geschlecht tut sich ausgesprochen schwer damit.

Vorsorgemuffel mit weniger Lebenserwartung

Diese fragwürdige Einstellung der Männer hat natürlich Konsequenzen. Männer, die heute 65 Jahre alt sind, können mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren rechnen, Frauen, die den Arzt viel häufiger aufsuchen und somit ernsthafte Erkrankungen schon früh behandeln lassen können, leben durchschnittlich neun Jahre länger.

Auch in punkto Vorsorge sind Männer deutlich zaghafter als Frauen. Ernährungsberatungen oder Schulungen für bestimmte Krankheitsbilder wie sie beispielsweise verschiedene Krankenkassen anbieten, werden überwiegend von Frauen wahrgenommen. Der Teil der Männer beträgt oft nur rund ein Viertel.

Warum gehen Männer weniger zum Arzt?

Die Gründe, warum Männer Ärzte am liebsten meiden, liegen nach Expertenmeinungen beim gesellschaftlichen Bild, das den Mann prägt. Er gilt nun einmal als das „starke Geschlecht“, das immer eine gewisse Leistung bringen muss.

Körperliche Schwächen darf es nach der Auffassung vieler Männer nicht geben. Auch wenn schmerzhafte Erkrankungen vorliegen, so muss der Körper dennoch „funktionieren“.

Unter dieser oft schon anerzogenen Eigenheit wird der männliche Körper im Laufe des Lebens immer geschunden. Er muss stets Höchstleistungen bringen und kleinere Erkrankungen wie eine Grippe, werden nicht genügend auskuriert. Auf diese Weise wird der Körper immer schwächer und die Lebenserwartung sinkt.

Geschichtliche Hintergründe zum „starken Geschlecht“

Das Denken, dass unter den Männern heute noch weit verbreitet ist, hat eine eher junge Vergangenheit. Insbesondere die Generation, die den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt hat, oder die in den Nachkriegsjahren zur Welt kam, wurde immer darauf getrimmt, tapfer und stark zu sein.

Was war schließlich eine kleine Krankheit im Gegensatz zu den schrecklichen Ereignissen in den Kriegsjahren?

Natürlich spielt auch die uralte Rollenverteilung, bei der der Mann das Familienoberhaupt und Ernährer der Familie ist, eine wesentliche Rolle, die sich bis heute in den Köpfen der Menschen gehalten hat. Auch unser modernes Leben hat daran nicht viel ändern können.

Fazit

Liegen Beschwerden vor, so sollte der Gang zum Arzt nie gemieden werden. Nur so können Krankheiten frühzeitig erkannt und effektiv behandelt werden.

Auch Kontrollen sollten regelmäßig wahrgenommen werden. Der vielfache Irrglaube „Ärzte finden immer etwas“ stimmt nicht!

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